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Im Februar kann man am Abendhimmel eine Sternbedeckung beobachten. Dabei schiebt sich der Mond vor einen hellen Stern – ein faszinierendes Ereignis.
Frankfurt – Wer sich mit dem Sternenhimmel auskennt, kann dort in etwa ablesen, welche Jahreszeit gerade vorherrscht. Im Februar erkennt man, dass sich das Wintersechseck (bestehend aus den hellen Sternen Kapella, Aldebaran, Sirius, Rigel, Prokyon und Pollux) schon merklich nach Westen verschoben hat. Die Wintersternbilder wie der auffällige Orion sind zwar noch zu sehen, doch im Osten erscheinen bereits die ersten Frühlingssternbilder. Allen voran marschiert das Sternbild Löwe, das Leitsternbild des Frühlingshimmels, das im Südosten erscheint.
Hoch im Süden am Himmel steht das Sternbild Zwillinge, das die zwei Brüder Kastor und Pollux aus der griechischen Mythologie darstellt. Auch die beiden hellsten Sterne des Sternbilds heißen Kastor und Pollux – sie sind am Himmel meist recht auffällig zu erkennen. Im Februar ist auch der Stern Sirius nicht zu übersehen. Der hellste Stern an unserem Nachthimmel geht bereits am frühen Abend im Osten auf und flackert unermüdlich und hell am Firmament. Das liegt unter anderem an der Helligkeit von Sirius – das helle Sternenlicht muss durch die Atmosphäre und wird dabei gebrochen. Weil Sirius relativ niedrig am Himmel steht, ist die Luftunruhe größer – der Stern funkelt und scheint gar zu tanzen.
Sternenhimmel im Februar: Offene Sternhaufen wie Plejaden und Hyaden
Wer mit dem Fernglas am Februarhimmel unterwegs ist, findet mit den offenen Sternhaufen Plejaden (M45) und Hyaden beeindruckende Motive. Im Sternbild Krebs bietet sich außerdem der offene Sternhaufen Praesepe (lat. Krippe, M44) an. Im englischsprachigen Raum wird dieser Sternhaufen „Beehive“ (Bienenstock) genannt, weil es im Fernglas dort nur so wimmelt vor Sternen. Tatsächlich stecken in M44 etwa 300 Sterne, die etwa 600 Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Im Fernglas sind nur 50 der hellsten Sterne zu erkennen.
Im Sternbild Jagdhunde wartet der Spiralnebel M51, genannt Whirlpool-Galaxie oder Strudelgalaxie auf die Beobachtung. Mit einem Teleskop (ab zehn Zoll) kann man die Spiralform deutlich erkennen. M51 ist etwa 25 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.
Sternbedeckung live verfolgen: Mond bedeckt hellen Stern 40 Arietis
Am 15. Februar geschieht am Himmel etwas, das man bereits mit einem kleinen Fernglas beobachten kann: Der helle Stern 40 Arietis wird vom Mond bedeckt. „Der Eintritt erfolgt am dunklen Mondrand und ist deshalb gut beobachtbar“, erklärt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA. „Für das freie Auge ist das nichts, aber das kleinste Fernglas genügt.“
Um 19.12 Uhr beginnt der Mond, sich über den Stern zu schieben. Für gut eine Stunde ist 40 Arietis im Sternbild Widder dann hinter dem Mond verschwunden, bevor er auf der anderen Seite wieder auftaucht. „Der Austritt um 20.19 Uhr lässt sich schwieriger beobachten, ein Teleskop wäre hier besser“, empfiehlt Pilz. „Aber auch im Fernglas sieht man nach einer Viertelstunde den Stern sehr nah an der Mondscheibe.“
Planeten und Vollmond am Februar-Himmel
Zum Zeitpunkt der Sternbedeckung ist der Mond zunehmend, ist aber noch kein Halbmond. Der Vollmond steht erst am 24. Februar am Himmel. Auch mehrere Planeten sind im Februar wieder am Nachthimmel zu sehen – es werden jedoch vorübergehend weniger. Während Merkur im Januar zeitweise zu sehen war, ist er im Februar nicht sichtbar. Die Venus dagegen ist weiterhin am Morgenhimmel zu sehen – wenn auch nicht mehr so lange und so gut wie in den vergangenen Monaten. Im März verschwindet sie vom Himmel und lässt sich erst im August wieder als Abendstern blicken.
Am 22. Februar begegnet die Venus am Himmel dem roten Planeten Mars – doch diese Begegnung ist nicht beobachtbar. Das liegt unter anderem daran, dass der Mars sich noch zu nah an der Sonne befindet. Der rote Planet taucht erst Ende Mai am Himmel auf und wird im Laufe des Jahres immer besser zu sehen. Der Jupiter dagegen ist immer kürzer am Abendhimmel zu sehen. Während er vor einigen Monaten noch die ganze Nacht beobachtet werden konnte, ist er im Februar nur noch in der ersten Nachthälfte zu sehen. Im Mai verschwindet der größte Planet unseres Sonnensystems vom Abendhimmel, um im Juni am Morgenhimmel wieder aufzutauchen.
Planet Saturn ist im Februar gar nicht am Nachthimmel zu sehen
Der Saturn ist im Februar überhaupt nicht am Himmel zu sehen – er taucht erst im März wieder am Morgenhimmel auf. Die beiden Eisriesen Neptun und Uranus kann man nicht mit bloßem Auge am Himmel sehen. Uranus kann in den Abendstunden im Sternbild Widder entdeckt werden, wenn man ein Fernglas oder Teleskop benutzt. Neptun dagegen ist im Februar auch mit Hilfsmitteln kaum aufzuspüren. (tab)
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