Himmelsphänomen

Zweiter Vollmond im August: Nach dem Supermond kommt der „Super-Blue-Moon“

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Gleich zweimal wird im Monat August 2023 ein Vollmond am Himmel stehen. Das Phänomen hat einen eigenen Namen – und geht mit einem zweiten Vollmond-Phänomen einher.

Frankfurt – Wer gerne den Sternenhimmel betrachtet, auf den warten im August gleich mehrere Highlights. Nicht nur die Sternschnuppen der Perseiden und die Rückkehr der Gasplaneten Jupiter und Saturn an den Himmel sind einen Blick wert, auch der Mond hat im August einiges auf Lager. Im August 2023 passiert nämlich etwas Seltenes: Ein „Blue Moon“ wird am Himmel zu sehen sein, gleichzeitig gibt es in diesem Monat noch zwei sogenannte Supermonde zu sehen.

Betrachtet man das Thema ganz objektiv, dann ist der Vollmond im August nicht anders, als in anderen Monaten. Er geht auf, er strahlt hell am Himmel und geht wieder unter – nichts, das es nicht in jedem anderen Monat des Jahres auch gibt. Blickt man jedoch auf ein paar Zahlen rund um den Vollmond im August, entdeckt man einige Besonderheiten.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

„Blue Moon“: Im August 2023 steht zweimal der Vollmond am Himmel

Eine dieser Besonderheiten entdeckt man beim Blick auf den Kalender: Im August gibt es nicht nur einen Vollmond, sondern gleich zwei. Der zweite Vollmond innerhalb eines Monats wird „Blue Moon“ genannt – und zwar nicht, weil er blau leuchtet. Der Name leitet sich von dem englischsprachigen Ausspruch „once in a blue moon“ (etwa „alle Jubeljahre“) ab. Denn tatsächlich gibt es nur „alle Jubeljahre“ zwei Vollmonde in einem Monat.

Das liegt an der Länge eines Mondzyklus: Der dauert etwa 29,5 Tage. Damit also zwei Vollmonde in einen Monat passen können, muss der erste Vollmond möglichst weit am Anfang des Monats liegen, der zweite möglichst am Ende. Das geschieht im Durchschnitt etwa alle drei Jahre, weiß die US-Raumfahrtorganisation Nasa – „once in a blue moon“ eben.

„Blue Moon“ im August: Beide Vollmonde sind Supermonde

Doch der „Blue Moon“ im August kommt – sprichwörtlich – nicht allein, er hat ein weiteres Phänomen im Schlepptau. Beide Vollmonde im August sind nämlich sogenannte Supermonde. Dieser Begriff stammt eigentlich aus der Astrologie und wird in Wissenschafts-Kreisen nicht verwendet. Dennoch hat er sich für Vollmonde eingebürgert, die der Erde näher als 367.000 Kilometer kommen. Und im August kommen der Erde gleich zwei Vollmonde sehr nahe: Am 1. August beträgt der Abstand zur Erde 357.500 Kilometer, am 31. August ist die Entfernung noch einmal 200 Kilometer geringer.

Vollmond am 1. August 2023Vollmond am 31. August 2023
Aufgang: 21.40 UhrAufgang: 20.45 Uhr
Vollmond: 20.33 UhrVollmond: 3.37 Uhr
Untergang: 4.38 UhrUntergang: 6.40 Uhr
Entfernung zur Erde: 357.500 kmEntfernung zur Erde: 357.300 km

Im Jahr 2023 gab es innerhalb von drei Monaten vier Supermonde, der August ist mit dem „Super Blue Moon“ der krönende Abschluss dieser Serie. Wer regelmäßig den Mond beobachtet, kann möglicherweise sogar einen Unterschied zu „normalen“ Vollmonden erkennen. Ein Supermond kann nach Angaben der Nasa bis zu 14 Prozent größer wirken als ein Vollmond am erdfernsten Punkt seiner Umlaufbahn. Der Größenunterschied soll vergleichbar sein mit dem Unterschied zwischen einer 1-Euro-Münze und einer 2-Euro-Münze, so die Nasa-Fachleute.

Supermond erscheint größer und heller als ein „normaler“ Vollmond

Der Supermond erscheint nicht nur größer am Himmel, sondern auch bis zu 30 Prozent heller – weil seine Oberfläche größer erscheint und mehr Licht die Erde erreicht, so die Nasa. Allerdings ist es für gelegentliche Beobachtende schwierig, die Größe und Helligkeit des Mondes richtig einzuschätzen. Beides hängt auch immer von der Umgebung ab.

Ein Vollmond steht am Himmel. (Archivbild)

Die scheinbare Größe des Mondes hat beispielsweise auch damit zu tun, wo der Mond zu sehen ist. Steht er tief über dem Horizont und sind andere Objekte in seiner Nähe, kann der Mond deutlich größer als normal wirken – ganz ohne ein Supermond zu sein. Dahinter steckt das Phänomen der Mondtäuschung, die bis heute nicht ganz aufgeklärt ist. Wie hell der Mond wahrgenommen wird, hängt ebenfalls mit der Umgebung ab: In einer hell erleuchteten Stadt wirkt der Vollmond anders als auf dem Land, wo die Umgebung wahrscheinlich deutlich dunkler ist. (tab)

Rubriklistenbild: © Joaquin Sarmiento/afp

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