Viele Himmels-Highlights im August: Was Sie heute am Sternenhimmel sehen können
VonTanja Banner
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Der August hat zahlreiche Himmels-Highlights im Angebot. Von den Gasriesen Jupiter und Saturn über die Milchstraße, Sternschnuppen bis hin zum „Blue Moon“.
Frankfurt – Wer nach Einbruch der Dunkelheit nach Westen schaut, wird es bereits bemerkt haben: Die Venus ist verschwunden. In den vergangenen Monaten war sie ab der Abenddämmerung am Westhimmel zu sehen – hell strahlend und nicht zu übersehen. Doch nun hat die Venus ihre Abendsichtbarkeit beendet. Wer den „Abendstern“ vermisst, muss künftig früh aufstehen, um die Venus zu sehen: Gegen Ende August taucht der Planet früh morgens im Osten am Himmel auf und beginnt die Periode als „Morgenstern“. Der Planet Mars dagegen hat sich für dieses Jahr vom Nachthimmel verabschiedet.
Doch auch ohne Venus und Mars ist es am Himmel nicht langweilig. Im August sind das vor allem die beiden Planeten Jupiter und Saturn. Jupiter wird im August nach und nach die ganze Nacht zu sehen sein. Anfang August geht er noch kurz nach Mitternacht auf, Ende des Monats lugt er bereits vor 23 Uhr über den Horizont im Osten. Der Jupiter ist im August im Sternbild Widder zu finden und dort kaum zu übersehen. Zwar wird der Planet nicht so hell wie die Venus, ist jedoch in ihrer Abwesenheit der dominierende Planet der Nacht. „Jede klare Nacht im August ist Himmelsblicke wert – ob mit den Augen, Fernglas oder Teleskop“, sagen Franz-Peter Schmidt und Sabine Frank vom Team Sternenpark Rhön gegenüber fuldaerzeitung.de.
Sternenhimmel im August: Planet Saturn ist die ganze Nacht zu sehen
Mit Saturn ist auch der zweite Gasriese an unserem Himmel gut zu sehen. Er geht bereits Anfang August gegen 22 Uhr auf und geht erst nach Sonnenaufgang unter. Ende des Monats geht er noch etwas früher auf und ist ebenfalls die ganze Nacht am Himmel zu bewundern. Das liegt an seiner Oppositionsstellung: Am 27. August steht Saturn genau zwischen Erde und Sonne. Für Himmelsbeobachterinnen und Himmelsbeobachter ist das praktisch: Der Planet geht dann auf, wenn die Sonne untergeht und verschwindet wieder vom Himmel, wenn die Sonne erneut auftaucht.
Der Saturn befindet sich im Sternbild Wassermann und steigt daher nicht sehr weit über den Horizont. Wer den Planeten mit einem Teleskop beobachtet, sieht, dass die Ringe des Saturn nur noch eine geringe Neigung aufweisen. Alle etwa 15 Jahre ist das Ringsystem des Planeten in der sogenannten „Kantenstellung“. Dann schaut man mit dem Teleskop genau auf die Kante der dünnen Ringe – sie werden dadurch fast unsichtbar. Das nächste Mal ist die „Kantenstellung“ im März 2025 zu beobachten.
Im August kann man die Milchstraße am Himmel sehen
Wenn die Nächte ab etwa Mitte August wieder dunkler werden, kann man auch die Milchstraße am Himmel ausmachen. Das geht allerdings nur, wenn der Himmel möglichst dunkel ist. Dann kann man das helle Band der Milchstraße erahnen, das sich durch das Sommerdreieck (bestehend aus den Sternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler) zieht. Wer Richtung Osten schaut, kann dort bereits die ersten Herbst-Sternbilder sehen: Pegasus und Andromeda tauchen dort auf.
Highlight des Himmels im August: Sternschnuppen der Perseiden
Auch wenn die Gasriesen am Himmel im August gut zu sehen sind – das Highlight des Monats ist ein anderes: Der August ist traditionell der Monat für Sternschnuppen, denn der Meteor-Strom der Perseiden erreicht Mitte August seinen Höhepunkt. Und 2023 stehen die Sterne gut: Das Maximum der Perseiden fällt zwar auf den helllichten Tag – am 13. August tagsüber durchquert die Erde die dichteste Stelle einer Staubspur, die der Komet 109P/Swift-Tuttle einst im Weltall hinterlassen hat.
Doch Sternschnuppen kann man auch vor und nach dem Maximum sehen, wie Sven Melchert von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA erklärt: „Beobachtungen lohnen sich sowohl in der Nacht vom 12. auf den 13. als auch vom 13. auf den 14. August. In den vergangenen zwei Jahren war die zweite Nacht kaum schwächer als die erste.“
Der Sternschnuppen-Strom der Perseiden hat seinen Anfang bereits Mitte Juli gefunden, die Meteore sind noch bis zum 24. August zu sehen. Im August kann man außerdem noch vereinzelt Sternschnuppen anderer Meteor-Ströme beobachten: Die Südlichen Delta-Aquariiden, die Alpha-Capricorniden und die Piscis-Austriniden reichen bis in den August hinein.
Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel
Besonderheit im August: „Blue Moon“ – Zwei Vollmonde in einem Monat am Himmel
Der August hat neben Gasplaneten und Sternschnuppen ein weiteres Highlight zu bieten: Einen sogenannten „Blue Moon“. So wird der zweite Vollmond innerhalb eines Monats genannt – ein Phänomen, das nur möglich ist, wenn der erste Vollmond möglichst nah am Monatsanfang stattfindet. Das ist im August der Fall: Der erste August-Vollmond ist bereits am 1. August am Himmel zu sehen, der zweite Vollmond geht am 31. August auf.
Trotz seines Namens leuchtet er jedoch nicht blau – der Begriff stammt vom englischsprachigen Ausspruch „once in a blue moon“ (etwa „alle Jubeljahre“). Denn tatsächlich kommt das Phänomen nicht allzu häufig vor. Nach Angaben der US-Raumfahrtorganisation Nasa passen etwa alle drei Jahre zwei Vollmonde in einen Monat – das nächste Mal kommt es im Mai 2026 zu einem „Blue Moon“.
Im August gibt es gleich zwei Supermonde am Himmel zu sehen
Die beiden Vollmonde im August haben noch eine weitere Besonderheit: Beide sind sogenannte Supermonde. So wird ein Vollmond genannt, der höchstens 367.000 Kilometer von der Erde entfernt ist. Das trifft auf beide August-Vollmonde zu: Der Supermond am 1. August ist etwa 357.500 Kilometer von der Erde entfernt, der Supermond am 31. August ist ihr mit 357.300 Kilometern noch etwas näher. Im Schnitt beträgt der Abstand zwischen Erde und Mond 384.400 Kilometer, doch die Umlaufbahn des Mondes ist nicht ganz rund, sondern etwas elliptisch – das lässt den Abstand schwanken.
„Supermond“ ist in der Astronomie kein anerkannter Begriff, tatsächlich hat er seinen Ursprung in der Astrologie. Trotzdem kann man den Unterschied zwischen einem Supermond und einem „normalen“ Vollmond am Himmel sehen: Nach Angaben der Nasa kann ein Supermond bis zu 14 Prozent größer erscheinen als ein Vollmond am erdfernsten Punkt seiner Umlaufbahn. Der Unterschied zwischen einem Supermond und einem Vollmond in Erdferne entspricht demnach etwa dem Größenunterschied zwischen einer 1-Euro-Münze und einer 2-Euro-Münze.
Abstand Erde-Mond
384.400 km
durchschnittlicher Abstand
weniger als 367.000 km
Supermond
mehr als 405.000 km
Minimond
357.500 km
Vollmond am 1.8.2023
357.300 km
Vollmond am 31.8.2023
Supermond strahlt im August heller als ein normaler Vollmond
Ein Supermond strahlt auch heller als ein „gewöhnlicher“ Vollmond – und zwar bis zu 30 Prozent, sagt die Nasa. Das liegt daran, dass die Mondoberfläche größer erscheint und so mehr Mondlicht die Erde erreicht. Jedoch ist es für Beobachtende meist nicht leicht, die Größe und Helligkeit des Vollmondes richtig einzuschätzen – schließlich hat man keine Vergleichsgröße. Außerdem hängt die scheinbare Größe des Mondes am Himmel auch immer von anderen Faktoren ab: Steht der Vollmond beispielsweise tief über dem Horizont oder sind andere Objekte in der Nähe, kann der Mond deutlich größer wirken, auch ohne ein Supermond zu sein. Das Phänomen wird Mondtäuschung genannt. (tab)