Von Neptun bis Vollmond: Das sind die besten Himmelsereignisse im Juni
VonTanja Banner
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Bevor die Sommersonnenwende das Ende der länger werdenden Tage markiert, bietet der Nachthimmel im Juni spektakuläre Anblicke.
Frankfurt – Wer im Juni den Sternenhimmel genießen will, muss lange auf die Dunkelheit warten, noch werden die Nächte kürzer und die Tage länger. Doch das ist bald wieder vorbei: „Am 21. Juni um 4.42 Uhr erreicht die Sonne den Gipfel ihrer Jahresbahn“, erklärt der Astrophysiker Dr. Björn Voss in einer Mitteilung. Es ist der Zeitpunkt der Sommersonnwende und das Ende der länger werdenden Tage. Bis zur Tag-und-Nacht-Gleiche im September wird die Anzahl der hellen Stunde aber weiter die der dunklen übertreffen.
Der schönste Himmelsanblick des Mondes: Vollmond trifft Antares
Ist es einmal halbwegs dunkel, kann man am Himmel beispielsweise das Frühlingsdreieck erkennen. Es besteht aus den hellen Sternen Regulus (im Sternbild Löwe), Arktur (im Sternbild Bärenhüter) und Spica (im Sternbild Jungfrau). Gleich zu Beginn des Monats stattet der Mond zwei dieser drei auffälligen Sterne einen Besuch ab: Regulus wird am Abend des 1. Juni vom zunehmenden Sichelmond begleitet, Spica erhält am 6. Juni abends Besuch vom Erdtrabanten.
Einen besonders sehenswerten Anblick erwartet Voss, der das Planetarium Hamburg leitet, etwas später: „In der Nacht auf den 11. Juni bildet der Rote Überriese Antares gemeinsam mit dem prallen Junivollmond ein leuchtendes Duo am dämmrigen Firmament“ erklärt er und nennt weitere Fakten für alle, die den Anblick genießen wollen: „Gegen 1 Uhr bietet sich uns der wohl schönste Himmelsanblick des Monats. Denn dann ist die maximale Dunkelheit der hellen Sommernächte erreicht und die beiden Himmelskörper haben gemeinsam einen markanten Auftritt.“
Vollmond ist im Juni der „Erdbeermond“
Der Vollmond ist im Juni ein besonders malerischer Anblick: Wie es typisch ist für die späten Frühlingsmonate prangt der Vollmond im Juni besonders tief am Horizont. „Daher vergleicht ihn unser Gehirn automatisch mit Bäumen, Häusern und anderen Objekten, was ihn viel größer erscheinen lässt“, erklärt Voss die sogenannte „Mondtäuschung“. „Höher am Himmel fehlen diese Vergleichsmöglichkeiten.“
Der Vollmond im Juni wird auch gern als „Erdbeermond“ bezeichnet – jedoch nicht, weil er rot leuchtet, sondern aus einem anderen Grund. Der Name stammt von indigenen Völkern Nordamerikas, die den Mond nutzten, ihren Alltag und das Jahr zeitlich zu strukturieren. „Seine verschiedenen Namen im Jahresverlauf verraten uns, was sie zu der entsprechenden Zeit beschäftigte, welche Traditionen sie pflegten und welche Arbeiten anstanden. Im Juni war es die anfallende Erdbeerernte – wie auch heute noch“, weiß der Experte.
Planeten am Juni-Himmel: Experte gibt Tipps, wie man Neptun sehen kann
Auch Planeten sind im Juni am Himmel zu sehen – zwei davon sieht man nicht allzu oft: Merkur und Neptun. Merkur ist recht „scheu“ und immer nur für kurze Zeiträume am Himmel zu sehen. In der dritten Juniwoche kann man ihn abends in Richtung Nordwesten erspähen – am besten findet man ihn mit einem Fernglas oder Teleskop tief über dem Horizont.
Auf ein besonderes Highlight weist Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde gegenüber IPPEN.MEDIA hin: „Wer einmal den Planeten Neptun sehen möchte, für den bietet sich im Juni eine schöne Gelegenheit. Der Gasplanet steht am Monatsende weniger als ein Grad vom auffälligen Planeten Saturn entfernt.“ Laut Pilz genügt für die Sichtung ein Fernglas, doch der Experte hat einen Tipp: „Wer ein Teleskop besitzt, sollte unbedingt damit hinschauen. Man bekommt die beiden auf einen Blick zu sehen und erkennt zudem die schmalen Ringe des Saturn.“
So sieht der Sternenhimmel in der Nähe von Saturn und Neptun am 28. Juni 2025 aus, wenn man die beiden mit dem Fernglas sucht (Kartendurchmesser: 5 Grad). Die Karte funktioniert auch in den Tagen vor und nach dem 28. Juni.
Zu sehen sind Neptun und Saturn rund um den 28. Juni am besten zwei Stunden vor Sonnenaufgang. „Neptun ist ein blaugrüner Punkt, genau nördlich vom Saturn“, erklärt Pilz. Der Mars ist ebenfalls am Nachthimmel zu sehen – allerdings ist der rote Planet längst nicht mehr so hell und auffällig, wie er vor einigen Wochen noch war. Er geht ab Mitte Juni bereits vor Mitternacht unter und ist im Juni ein wenig attraktives Beobachtungsobjekt.
Während der Saturn am Morgenhimmel immer besser zu beobachten ist, ist der Jupiter mittlerweile ganz vom Abendhimmel verschwunden. Er wird erst Mitte Juli am Morgenhimmel auftauchen. Dort ist ein anderer Planet derzeit besonders auffällig: die Venus. „Im Osten erstrahlt die Venus als prächtiger Morgenstern“, erklärt Voss. „Am 22. Juni bildet sie gemeinsam mit dem zierlichen Sichelmond, der direkt über ihr leuchtet, ein malerisches Duo in der Morgendämmerung.“ (tab)