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Die weltwirtschaftlichen Herausforderungen beeinträchtigen auch die großen Autokonzerne. Bei Stellantis ist ein Standort an der Grenze zu Baden-Württemberg betroffen.
Mülhausen - Die hohen Preise für Energie, Rohstoffe und Personal sowie die Folgen der Kriege in der Ukraine und in Israel zwingen derzeit sogar die größten Unternehmen der Autoindustrie zu drastischen Sparmaßnahmen. Autozulieferer Bosch hat mehrere Maßnahmen angekündigt und will insgesamt mehr als 3.000 Stellen abbauen. Bei der ZF Friedrichshafen steht sogar der Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen im Raum. Zu den geopolitischen Herausforderungen kommt außerdem noch der immer härter werdende Konkurrenzkampf im Bereich der E-Mobilität hinzu.
Der europäische Autokonzern Stellantis, zu dem unter anderem die Marken Citroën, Peugeot, Maserati und das deutsche Unternehmen Opel gehören, hat angekündigt, in einem Werk an der Grenze zu Baden-Württemberg Stellen abbauen zu müssen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sind in Mülhausen im Elsass (Frankreich) 600 Arbeitsplätze betroffen. Das Werk, rund 50 Kilometer von der baden-württembergischen Großstadt Freiburg im Breisgau entfernt, ist mit mehr als 7.500 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber im Elsass.
Stellantis will in Mülhausen 600 Stellen abbauen – nicht die ganze Belegschaft betroffen
Für die europäischen Autokonzerne wird die Konkurrenz im Bereich der E-Autos immer größer. Mercedes-Benz und BMW sollten aufgrund des Preiskampfes auf dem weltgrößten Automarkt in China „beunruhigt“ sein, sagte ein Experte vor einiger Zeit. Der steigende Preiskampf mit der Konkurrenz in dem Bereich ist offenbar auch einer der Gründe für den Stellenabbau bei Stellantis in Mülhausen, wie ein Vertreter des französischen Gewerkschaftsverbunds CFE-CGC gegenüber Reuters erklärte. Von den Kürzungen beim großen Autokonzern sollen allerdings nur bestimmte Mitarbeiter betroffen sein.
| Name | Stellantis N.V. |
|---|---|
| Gründung | 16. Januar 2021 |
| Hauptsitz | Amsterdam, Hoofddorp, Niederlande |
| Branche | Automobilindustrie, Finanzdienstleistung |
| Mitarbeiter | 282.926 (2022) |
| Umsatz | 179,59 Milliarden Euro (2022) |
Wie ein Stellantis-Sprecher am Mittwoch mitteilte, seien konkret Mitarbeiter mit Zeitverträgen betroffen, während die fest im Werk in Mühlhausen angestellten Mitarbeiter keine Sparmaßnahmen zu befürchten hätten. Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hatte zum Jahreswechsel viele befristete Verträge nicht verlängert, Konzernschwester Audi trennte sich von allen Zeitarbeitern am Standort in Neckarsulm (Baden-Württemberg). Stellantis betonte zudem, dass die Maßnahme im Elsass nicht mit den Spannungen am Roten Meer zusammenhängen. „Wir sehen, dass der europäische Markt zögert“, sagte der Sprecher.
Stellantis betreibt durch Konzernmarke Opel mehrere Standorte in Deutschland
Neben dem Werk Mülhausen direkt an der französischen Grenze zu Baden-Württemberg betreibt Stellantis, durch die deutsche Konzernmarke Opel, auch Produktionsstätten in Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz), Eisenach (Thüringen) und Rüsselsheim (Hessen). Der Opel-Hauptsitz in Rüsselsheim am Main ist zugleich die Deutschlandzentrale von Stellantis. Der französische Autozulieferer Valeos, mit Deutschlandsitz in Baden-Württemberg, hat ebenfalls angekündigt, hunderte Stellen abbauen zu müssen.
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