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Kommendes Jahr wird es kein Volksfest in Weilheim geben. Der langjährige Festwirt hat überraschend gekündigt. Mit externen Beratern will die Stadt jetzt ein neues Format finden.
Weilheim – Paukenschlag am vergangenen Donnerstagabend im Weilheimer Stadtrat: Im Jahr 2024, so gab Hauptamtsleiterin Karin Groß in der Sitzung bekannt, wird es kein Volksfest in Weilheim geben. Der langjährige Festwirt, die H. u. P. Schöniger GmbH, hat Ende Mai den Vertrag zur Durchführung des Volksfestes gekündigt – „form- und fristgerecht auf Ende dieses Jahres“, wie es hieß. Der Hauptausschuss des Stadtrates habe vergangene Woche bereits (nicht-öffentlich) über das weitere Vorgehen beraten. Ergebnis: Man wolle die Kündigung zum Anlass nehmen, „uns Gedanken über das künftige Format der bei Jung und Alt beliebten Veranstaltung zu machen“. Dieser „Findungsprozess“ werde „durch Externe fachkundig begleitet“.
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Weilheim ist letztlich zu klein für dieses Angebot
Seine Kündigung sei „rein aus wirtschaftlichen Gründen“ erfolgt, erläuterte Festwirt Peter Schöniger am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung und verwies auf stark gestiegene Kosten etwa fürs Personal, beim Energiebezug oder für den Sicherheitsdienst. Die Kosten seien „zu hoch geworden“, und Weilheim letztlich zu klein für Schönigers Angebot, zu dem etwa „ein besonderer Mittagstisch“ gehört. Unter der Woche sei beim Weilheimer Volksfest „einfach zu wenig los“ für seine Betriebsgröße, resümiert der Wirt. Seine Festhalle Bayernland hat 1800 Sitzplätze innen und weitere 800 im Garten. Zum Aufbau komme er „mit 35 bis 40 Fahrzeugen“.
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Das Verhältnis zur Stadt „war immer gut“
Man müsse in Weilheim „eine Schiene fahren, die einfacher ist“, meint Schöniger; sein Betrieb sei dafür jedoch zu groß. Bereits 2019 habe er das Weilheimer Volksfest aufgeben wollen, damals aber die Kündigungsfrist übersehen. Nach der Corona-Zwangspause habe der Andrang im Jahr 2022 Hoffnung gemacht, erklärt der Wirt, dessen Firma 25 Jahre das Weilheimer Volksfest bespielte. Doch heuer sei man wieder „in die Normalität zurückgekommen“. Deshalb nun der Schnitt, den der 53-Jährige selbst bedauert: „Mir tut’s um jedes Fest leid, das man aufgibt. Und ich habe mich hier immer wohlgefühlt.“ Das Verhältnis zur Stadt Weilheim „war immer gut“, betont Schöniger. Und das Rathaus könne auch nichts für die Umstände, die ihn zum Aufhören bewegten.
Weilheims Bürgermeister bedauert die Kündigung sehr
„Wir sind immer gut ausgekommen“, bestätigt Bürgermeister Markus Loth – und nennt Schöniger einen „Top-Festwirt, oberstes Level, mit einem tollen Zelt und einem tollen Angebot“. Er sei von der Kündigung überrascht und bedaure sie sehr, so Loth. Wie man nun weiter mache, müsse wohlüberlegt sein, dafür wolle man sich nach den Ferien professionell beraten lasse, etwa durch eine Eventagentur. Noch für 2024 eine gute Lösung zu finden, sei unmöglich, die Zeit dafür zu knapp, da der Termin für Weilheims Volksfest „ganz am Anfang der Saison liegt“ . Doch man arbeite daran, im Frühjahr 2025 „wieder ein schönes Fest feiern zu können“.
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