Hessenwahl

Landtagswahl: Grüne sehen die Landesregierung bestätigt

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Nicht glücklich über das Ergebnis: Grüne Angela Dorn und Tarek Al-Wazir.
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Für eine „lagerübergreifende Zusammenarbeit“ der demokratischen Parteien gegen den Populismus

Bei den Grünen könnte die Stimmung besser sein. Es gibt Rote-Bete-Salat, Antipasti-Spieße oder Kürbissuppe – aber leider nicht das bombastische Ergebnis, das sich die Partei erhofft hat.

nicht zufrieden

Das Spitzenduo Tarek Al-Wazir und Angela Dorn spricht zu den Parteifreundinnen und -freunden. „Wir hätten uns ein besseres Ergebnis gewünscht“, räumt Al-Wazir ein, der Ministerpräsident werden wollte. Doch immerhin sei es das zweitbeste in der Geschichte der Hessen-Grünen. Alle drei an der Bundesregierung beteiligten Parteien hätten Verluste einstecken müssen. „Wir mussten bergauf kämpfen.“ Das war bei der Landtagswahl 2018 umgekehrt. Da gab es Rückenwind aus Berlin, und die CDU musste bluten.

In Hessen gebe es keine Wechselstimmung. Die Menschen seien mit der aktuellen Landesregierung zufrieden, wünschten sich eine Fortsetzung: So interpretieren die Grünen das Wahlergebnis. „Es gibt eine klare Mehrheit für die Koalition“, sagt Mathias Wagner, Fraktionsvorsitzender. Das schwarz-grüne Bündnis habe gut funktioniert.

Landtagswahl in Hessen - die Reaktionen

Hessen hat einen neuen Landtag gewählt. Die Frankfurter Rundschau bündelt ihre umfangreiche Berichterstattung in ihrem Onlinedossier zur Hessenwahl.

Leitartikel:
- Ein klares Votum gegen Kanzler Scholz aus Bayern und Hessen

Reaktionen auf Landesebene:
- Boris Rhein (CDU) verspricht „Regierung der Mitte“
- Grüne fordern „lagerübergreifende Zusammenarbeit“
- SPD hofft auf Koalition mit der CDU
- Kein guter Abend für FDP und Linke
- Rechtsextreme AfD schwenkt die Deutschlandfahne

Andere sprechen vom Vertrauen, das in den knapp zehn Jahren entstanden sei. Die scheidende Umweltministerin Priska Hinz erklärt, dass Schwarz-Grün krisengestählt sei – durch die Corona-Pandemie, die große Migrationsbewegung im Jahr 2015 und auch den Suizid von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU).

Nachdenkliche Töne

Bei der Wahlparty sind auch viele nachdenkliche Töne zu hören. Denn ein Stockwerk tiefer jubelt die AfD – trunken vor Glück angesichts der Prognosen und geistiger Getränke.

Am Ende seiner Rede spricht Al-Wazir den „blauen Balken“ an, er meint den der Rechts-außen-Partei. Der ist im Vergleich zu vor fünf Jahren noch einmal länger geworden. Eine Lehre aus den beiden Wahlkämpfen in Hessen und Bayern sei, dass Demokratinnen und Demokraten zusammenarbeiten müssen: Sich „wechselseitig nur mit Häme überziehen“ stärke den Populismus. „Wir brauchen Vernunft und Haltung.“

Angela Dorn ruft zur „lagerübergreifenden Zusammenarbeit“ auf. „Wir spüren, dass die Menschen verunsichert sind.“ Dass diese Themen populistisch diskutiert werden, mache ihr große Sorgen. „Wir wollen, dass Verlässlichkeit, Haltung und Vernunft regieren.“

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