Rückblick auf 2024

Niedersachsen-Wetter 2024: Tornados, Hochwasser und ein merkwürdiges Kältephänomen

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Land unter. So sah es in Niedersachsen Anfang Januar nicht nur in Verden an der Aller aus. (Archivbild)
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Das Jahr 2024 begann in Niedersachsen mit überfluteten Kellern, Straßen und Feldern. Das Hochwasser war aber nur eines von mehreren markanten Wetter-Ereignissen.

Verden/Heere/Dangast – Das Jahr 2024 war in Niedersachsen geprägt von mehreren Extremwetter-Ereignissen. Dabei bleibt vor allem das seit Weihnachten 2023 und bis in den Januar anhaltende Hochwasser in Erinnerung. Aber auch örtlich und zeitlich begrenzte Wetter-Ereignisse traten auf und erzeugten Aufmerksamkeit.

Der Januar brachte nicht zuletzt in Verden an der Aller sowie im Verlauf von Hunte und Wümme Hochwasser nach Niedersachsen. Das Weihnachtshochwasser 2023/2024 war laut offiziellen Angaben eine der schwersten Naturkatastrophen, die das Land je erlebt hat. Historische Niederschlagsmengen, landesweite Überschwemmungen und immense Schäden forderten alle verfügbaren Kräfte des Landes und viele weitere darüber hinaus. Mittlerweile plant Niedersachsen umfassender gegen weitere derartige Ereignisse. Neben den akuten Schäden wirkten unter anderem die Folgen für die Landwirtschaft auf Monate hinaus nach. Die finanziellen Schäden lagen bei weit mehr als 100 Millionen Euro.

Hochwasser-Impressionen aus Barnstorf und vom Dümmer

Hochwasser-Bilder aus Barnstorf und vom Dümmer
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Hochwasser-Bilder aus Barnstorf und vom Dümmer
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Derweil hatte sich am 17. Januar ein kräftiges Tief über dem Westatlantik gebildet, das über Frankreich nach Deutschland zog. Es führte mit einer südlichen Strömung sehr milde subtropische Luft nach Niedersachsen, die gegen die arktische Kaltluft des Skandinavien-Tiefs anlief. Ein ungewöhnliches Wetterphänomen war die Folge: Es bildete sich eine extrem schmale Luftmassengrenze zwischen 14 Grad im Süden Deutschlands und etwa minus einem Grad in der Mitte und im Norden – heftige Orkanböen mit bis zu 168 Kilometern pro Stunde inklusive. Hochwinter im Norden, Nässe im Süden. Auf der kalten Seite gab es ergiebige Schneefälle, auf der warmen Seite im Süden Regen – und im Übergangsbereich erheblichen Glatteisregen mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen.

Februar bringt erneut Hochwasser – und im April gibt es beim Wetter das volle Programm

Nach einem vergleichsweise nassen Februar, der zum einen der wärmste je gemessene Februar in Deutschland war und zum anderen im Norden erneut kleinere Hochwasser brachte, verlief der März eher unspektakulär. Allerdings entstanden auch einzelne Gewitter – eine Vorahnung auf den April, der wieder einmal machte, was er will. Es folgten Wochen zwischen Frühling, Sommer und einer Rückkehr des Winters – mit damit verbundenen Schäden für die bereits sprießende Natur in Niedersachsen. Viel zu nass war der Monat im Norden Deutschlands obendrein. Im Mai blieb das Wetter im Norden weitgehend unauffällig – Hochwasser gab es in diesem Monat nur weiter südlich, vor allem im Saarland war Land unter. Wenig später traf das Hochwasser dann Bayern und Baden-Württemberg.

Ein Tornado hat in Heere (Landkreis Wolfenbüttel) Mitte Juni auf mehreren Kilometern Verwüstungen angerichtet.

Der Juni 2024 gilt in Niedersachsen wiederum als Sturm-Monat. So kam es immer wieder zu Gewittern. Nicht zuletzt am 18. Juni, als zahlreiche Superzellen mit Hagel auftraten. In Südniedersachsen bei Heere (Landkreis Wolfenbüttel) gab es in dieser Extremwetterlage sogar einen stärkeren Tornado. „Unsere eintreffenden Feuerwehren staunten, ja erschraken fast ein wenig“, heißt es im Einsatzbericht dazu. In der Schneise des Tornados lagen demnach „dickste Stämme kreuz und quer, ganze Baumkronen rissen förmlich von den Stämmen ab und flogen zig Meter weit. Die K75 war auf 300 m, die B6 auf ca. 500 m komplett voller Baumkronen“.

„Squall-Line“ verursachte Sturmschäden im Juni – mehrere Tornados in Niedersachsen

Am 27. Juni wieder wurden die Mitte und der Norden Deutschland von schweren Gewittern mit Starkregen und größerem Hagel heimgesucht. Gegen Ende des Monats brachte eine Südwestwetterlage eine kurze „Hitzewelle“, die mit einer sehr dynamischen Gewitterlage am 29. Juni endete. Eine in der Nacht zum 30. Juni über den Westen und Norden hinwegziehende „Squall-Line“ verursachte Sturmschäden. Angesichts des großen Unwetterpotenzials verlief diese Lage jedoch vergleichsweise
glimpflich, fasst der DWD zusammen.

Trichterwolken fegen im August auf Borkum über den Strand, Sand wird aufgewirbelt.

Juli und August bringen weitere Windhosen in den Norden. In Dangast werden Hunderte Nordsee-Besucher von einem Tornado überrascht – und müssen sich innerhalb kürzester Zeit vom Strand retten. Wenig später sind Wassertornados vor Borkum zu sehen und sorgen für erstaunliche Fotos. Einige Gewitter runden den relativ typischen Sommer laut DWD-Angaben ab – er gilt als zeitweise recht unbeständig, phasenweise sehr schwül. Hart traf es die unmittelbaren Nachbarn Niedersachsens in Nordhessen: In Trendelburg wurden innerhalb von nur zwölf Stunden über 150 Liter pro Quadratmeter Niederschlag registriert – das Unwetter erfasste Anfang August ganze Landstriche.

Fans von gutem Wetter hatten auch im September 2024 wenig Freude. Der Monat war bundesweit zu nass. Noch schlimmer traf es die Nachbarn Deutschlands: Verheerende Regenfälle mit großem Hochwasser beutelten Österreich und Tschechien. Das Niedersachsen-Wetter war zwar sehr von Regen und Gewittern geprägt, aber nicht katastrophal. Bis in den Oktober hinein war es allerdings sehr warm, zu warm für diese Jahreszeit. Und auch der November im Norden war laut DWD-Angaben zu nass – Norderney versank sogar einmal teilweise im Dauerregen.

Keine Dürre, kaum schwere Stürme: 2024 setzt Trend der vergangenen Wetter-Jahre nicht fort

Der wenig winterliche Dezember wiederum geht mit einem weiteren Negativ-Rekord zu Ende. Auf dem Brocken an der Grenze zu Niedersachsen meldete der DWD am 28. Dezember mit 13,1 Grad einen neuen Dezemberrekord. Gleichzeitig herrschte in den Niederungen des Mittelgebirges Dauerfrost.

In ihrem Fazit betonen die Experten vom Deutschen Wetterdienst, dass das Jahr 2024 als das wärmste Jahr seit Beginn der
Aufzeichnungen in die Geschichte eingehen wird. 2024 sei zudem auch eines der nassesten Jahre in Deutschland gewesen. Anders als in den Vorjahren gab es 2024 aber keinen hochdruckgeprägten Dürresommer mit längeren Hitzewellen. Auch schwere Stürme blieben trotz einiger markanter Wetter-Ereignisse fast gänzlich aus, heißt es im Rückblick.

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