Kandidaten-Check zur Bundestagswahl: Der Kreis als gutes Beispiel für Berlin

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Oliver Pöpsel sieht sich dank langjähriger kommunalpolitischer Erfahrung gut gerüstet für den Bundestag.

Der bisherige stellvertretende Landrat Oliver Pöpsel will für die CDU in den Bundestag: Der Lippetaler setzt passende Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die Stärkung der Landwirtschaft und die Sicherstellung einer ausreichenden medizinischen Versorgung als seine Schwerpunkte.

Oliver Pöpsel rechnet sich gute Chancen auf das Direktmandat im Wahlkreis 145 aus – zuletzt hatte sein Vorgänger im Bundestag, Hans-Jürgen Thies, den Kreis zweimal gewonnen. Im kleinen, CDU-internen Wahlkampf hatte sich der Lippetaler gegen zwei Konkurrentinnen und einen Mitbewerber durchgesetzt. Auf der Landesliste seiner Partei besetzt der langjährige stellvertretende Landrat Platz 33. Hier stellt auch Oliver Pöpsel sich unseren Fragen.

In einem Satz: Warum halten Sie sich für einen geeigneten Kandidaten für den Bundestag?
Weil ich über umfassende kommunalpolitische Erfahrung verfüge und den Kreis Soest „wie meine Westentasche kenne“. Als stellvertretender Landrat sind mir die Sorgen und Nöte der Menschen in der Region bekannt. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die berechtigten Interessen der Menschen in Berlin wieder Gehör finden und für geeignete Lösungen werben.
Im Falle einer Koalitionsbeteiligung, welche Partei wäre Ihr Lieblingspartner? Warum?
Mit der Partei, mit der wir die meisten unserer Ziele und unseres Programms umsetzen können.
Sie wollen für die Menschen im Kreis Soest in den Bundestag – welche sind die wichtigsten drei Probleme im Kreis, für die Sie sich in Berlin um Lösungen bemühen werden?
Positive Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft schaffen,
Stärkung der Landwirtschaft,
Sicherstellung einer ausreichenden medizinischen Versorgung.
Die Menschen sorgen sich angesichts des Erstarkens der rechtspopulistischen Parteien und der Annäherung demokratischer Parteien an deren Inhalte um die Zukunft der Demokratie. Was glauben Sie, ist erforderlich, um die Demokratie zu stärken und zu schützen?
Die Politik muss wieder verlässlich werden, sich um die Sorgen und Nöte der Menschen kümmern und die vorhandenen Probleme lösen.
Wichtig ist mir zudem die Förderung der Medienkompetenz, damit die Menschen, besonders in den Sozialen Netzwerken, Fake News erkennen und von der Realität unterscheiden können.
Der Automobilzulieferer Magna will Arbeitsplätze streichen, gleiches gilt für Hella in Lippstadt. Welche Möglichkeiten sehen Sie auf kommunaler Ebene, Arbeitgeber zu unterstützen und Arbeitsplätze zu erhalten? Mit welchen Argumenten wollen Sie Fachkräfte für den Kreis Soest gewinnen?
Die Infrastruktur muss gut ausgebaut sein, dazu gehören auch Verkehrswege und eine gute Breitbandversorgung. Hier ist der Kreis Soest schon gut aufgestellt.
Die kommunalen Möglichkeiten sind aber eher begrenzt, zumal wir sehen, dass z.B. Magna in Soest und die Hella in Lippstadt nicht aufgrund kommunaler Entscheidungen Arbeitsplätze abbauen. Vielmehr müssen in Deutschland die Rahmenbedingungen wieder passen. Wir brauchen niedrigere Energiepreise, eine gut ausgebaute Infrastruktur, ausreichend Fachkräfte, niedrigere Lohnnebenkosten und niedrigere Steuern und vor allem endlich einen deutlichen Abbau von Bürokratie.
Um Fachkräfte für unsere Region zu gewinnen, benötigen wir lukrative Arbeitsplätze. Das Umfeld muss stimmen. Dazu gehören gute Bildungseinrichtungen für Jugendliche und Kinder, bezahlbarer Wohnraum, eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung, ein vielfältiges kulturelles Angebot, eine gute medizinische Versorgung, attraktive Freizeitangebote und eine gesunde Umwelt und Natur „direkt vor der Tür“. Ich habe gerade in diesem Bereich als Aufsichtsratsvorsitzender mit der WFG Kreis Soest die Unterstützung für die Unternehmen in den letzten Jahren stark ausgebaut!
Der Kreis Soest ist hier gut aufgestellt. Wir haben eine hohe Lebensqualität!
Wie möchten Sie den Mittelstand und die kleinen Unternehmen in unserer Region unterstützen?
Die wesentlichen Aspekte habe ich bereits bei der Frage fünf genannt. Der Mittelstand benötigt zudem eine lokale, aktive Wirtschaftsförderung, die beim Einwerben von Fördermitteln, bei der Vernetzung von Unternehmen, bei der Gewinnung von Fachkräften und ggf. auch Erweiterungsabsichten und bei der digitalen Transformation unterstützt.
Die Soester Börde ist stark von der Landwirtschaft geprägt. Im vergangenen Jahr sind auch die Börde-Bauern zum Protest nach Berlin gefahren. Inwiefern setzen Sie sich für die heimischen Landwirte ein?
Vorab: Unsere Landwirte verdienen Anerkennung, Respekt und Vertrauen!
Wir müssen die Landwirte von der überbordenden Bürokratie entlasten. Landwirte gehören in die Ställe und auf die Felder, nicht an den Schreibtisch. Die Agrardieselrückvergütung muss wieder vollständig eingeführt werden. Die zwangsweise Flächenstilllegung muss ein Ende haben. Das europäische Agrarbudget muss verlässlich und gut ausgestattet sein. Landwirte benötigen verlässliche Rahmenbedingungen.
Der Wolfbestand muss geregelt werden. Wölfe müssen – regional unterschiedlich – bejagt werden können, damit weniger Weidetiere gerissen werden.
Die deutsche Wirtschaft gehört zu den Schlusslichtern Europas. Viele Unternehmen ächzen auch im Kreis Soest unter der Last der Bürokratie oder dem Lieferkettengesetz. Wie kann die Wirtschaft mit Ihnen wieder Fahrt aufnehmen?
Es sind vielfältige Maßnahmen erforderlich. Die wichtigsten sind: Bürokratieabbau, Freiräume für unternehmerisches Handeln, Senkung der Unternehmensbesteuerung, Senkung der Lohnnebenkosten, Verlässlichkeit der Politik in wirtschaftspolitischen Fragen und das nationale Lieferkettengesetz gehört abgeschafft.
Wie kann die Verkehrswende (Autos mit erneuerbaren Energien, besserer ÖPNV) im Kreis Soest gelingen? Ist die aus Ihrer Sicht überhaupt notwendig?
Als CDU stehen wir zum Auto und zur Automobilindustrie. Es darf nicht einseitig auf Elektromobilität gesetzt werden, wir benötigen technologieoffene Lösungen. Es gibt zahlreiche Ansätze für eine erfolgreiche Verkehrswende. Stichworte sind Carsharing oder der Ausbau der Mobilitätsstationen, wie wir es im Kreis Soest bereits praktizieren. Eine weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende ist ein gut ausgebauter ÖPNV, auf der Straße und auf der Schiene.
Zur Ehrlichkeit gehört aber auch, im ländlich geprägten Raum werden wir auf das Auto nicht verzichten können.
Wie stehen Sie zum Lückenschluss der Autobahn A445 zwischen Werl und Hamm-Rhynern?
Ich befürworte nachdrücklich den Lückenschluss für das acht Kilometer lange Autobahnstück zur Entlastung der B63 und besonders zur Entlastung der Bewohner in Werl-Hilbeck. Es muss endlich etwas passieren!
In Möhnesee und Warstein sollen riesige Anlagen und Windparks entstehen. Wie stehen Sie dazu?
Ich stehe zur notwendigen Energiewende und dazu gehört der Ausbau der Windenergie. Der Ausbau muss aber geordnet und in enger Abstimmung mit den Menschen und den Kommunen erfolgen. Die Akzeptanz der Menschen vor Ort ist wichtig.
Welche Maßnahmen schlagen Sie vor, um den Ärztemangel im ländlichen Raum zu beheben?
Im Kreis Soest sind wir auf einem guten Weg. Die Wirtschaftsförderung des Kreises hat auf Initiative der CDU das Projekt „Arztlotse“ ins Leben gerufen. Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag, um Ärzte in den Kreis zu locken. Wir unterstützen Hausärzte auf den Weg in die Niederlassung, zeigen Kommunen Handlungsoptionen auf, wie sie die Niederlassung von Hausärzten fördern können, und bauen gemeinsam mit den Versorgern vor Ort neue Angebote auf, um den Kreis Soest noch attraktiver für Medizinstudenten und junge Ärzte zu machen.
Diese Erfolgstory nehme ich mit nach Berlin!
Die Gesundheitsversorgung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Lebensqualität in unserer Region und muss daher konsequent gefördert werden.
Ein Aspekt, der in der Frage nicht angesprochen wurde, aber nicht unerwähnt bleiben sollte: Die Präsenzapotheken vor Ort müssen erhalten bleiben, sie sind notwendig, um die Versorgung der Bevölkerung mit Medizin zu versorgen. Nicht Jeder ist in der Lage und Willens, die erforderlichen Medikamente im Internet zu bestellen.
„Die Präsenzapotheken vor Ort müssen erhalten bleiben“, fordert Oliver Pöpsel, so wie die Branchenvertreter hier beim kreisweiten Protest 2023 auf dem Soester Marktplatz.
Immer mehr Menschen im Kreis Soest werden pflegebedürftig. Wie wollen Sie sich dieser Herausforderung von Berlin aus im Kreisgebiet stellen?
Wir müssen die Strukturen in der Gesundheits- und Pflegeversorgung in der Region stärken. Notwendig ist eine Stärkung der häuslichen Pflege und Verbesserung der Situation der pflegenden Angehörigen. Der Pflegenotstand muss bekämpft werden. Pflegeberufe müssen attraktiver werden, z.B. durch eine bessere Bezahlung und durch fest planbare und verbindliche Arbeitszeiten.
Auch hier haben wir mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Soest das Zentrum Digitale Pflege gegründet, um die Pflegeversorgung zu unterstützen und junge Menschen an die Berufe im Pflegebereich heranzuführen!
Die Krankenhausreform hat auf den Kreis Soest erhebliche Auswirkungen, zwei große Krankenhausstandorte stehen vor Fusionen und damit vor gewaltigen Umstrukturierungen. Doch die Umsetzung hängt – in Soest wie in Lippstadt – am Förderbescheid. Wie bewerten Sie die Fusionschancen, wie werden sie sich für die Sicherung der Gesundheitsstandorte im Kreis Soest einsetzen?
Die Fusionschancen sehe ich als gut an. Die Fusionen sind auch notwendig, um eine qualifizierte Versorgung auf Dauer zu gewährleisten. Die Förderung des Landes wird helfen, den Gesundheitsstandort Kreis Soest zu sichern.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass unsere Krankenhäuser auch zukünftig gut ausgestattet sind und die bestmögliche Versorgung ortsnah anbieten können.
Aufrechterhaltung der ärztlichen Versorgung: Ich setze mich aktiv dafür ein, eine flächendeckende ärztliche Versorgung im Kreis Soest zu sichern und zu verbessern, damit jeder Bürger heimatnaher Zugang zu notwendiger medizinischer Betreuung hat.

Kandidaten-Steckbrief

Name: Oliver Pöpsel

Wohnort: Lippetal

Alter: 51

Politisch aktiv seit: 25 Jahren

Familienstand: Verheiratet, 3 Kinder

Beruf: Versicherungsfachmann

Politisches Vorbild: Helmut Kohl

Leitmotiv: Für die Menschen. Vor Ort und in Berlin!

Landeslistenplatz: 33

So erreichen Sie den Kandidaten: info@oliverpoepsel.de

Kandidaten in Serie

11. Februar: Jens Behrens (SPD)

12. Februar: Sarah Gonschorek (Grüne)

13. Februar: Fabian Griewel (FDP)

14. Februar: Christa Hudyma (Freie Wähler)

18./19. Februar: Roland Linnhoff (Linke)

19. Februar: Oliver Pöpsel (CDU)

20. Februar: Ulrich von Zons (AfD)

In einer Podiumsdiskussion in Warstein haben sich die heimischen Vertreter von sechs im Bundestag vertretenen Parteien gestellt und debattiert.

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