Von Nils Bothmann
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Wo während des Manövers Air Defender 2023 Kampfjets in NRW zu sehen sind. Welche Auswirkungen hat die Kampfjet-Übung auf NRW?
Köln – Vor allem im Osten, Norden und Süden Deutschlands könnten Anwohner etwas von Air Defender 2023 mitbekommen. Die riesige Luftoperationsübung mit zahlreichen Kampfjets – laut Bundeswehr die größte seit Gründung der Nato – wird vom 12. bis zum 23. Juni in drei Übungskorridoren stattfinden, die neben Süddeutschland vor allem den Nord- und Ostseeraum betreffen. Eine von der Bundeswehr veröffentlichte Karte zu Air Defender zeigt, wo die Übung stattfindet. Die deutsche Luftwaffe ist federführend bei der Übung, die im deutschen Luftraum stattfindet. Dabei will man vor allem über dünn besiedeltem und unbewohntem Gebiet fliegen, um einen Anstieg des Fluglärms durch das Manöver möglichst zu minimieren.
Karte: Wann und wo Flugverbote wegen Air Defender 2023 herrschen
Die Luftwaffe stellt 64 der rund 250 Flugzeuge für die Übung, an der insgesamt 26 Nationen teilnehmen. Das Szenario von Air Defender 2023 : Die Partnerländer müssen die fiktive Attacke „eines östlichen Gegners“ abwehren. Dabei will sich auch Finnland als neuestes Nato-Mitglied beweisen und stellt vier Kampfjets des Typs F/A-18 Hornet für das Manöver.
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Norden von NRW von Air Defender 2023 betroffen In Nordrhein-Westfalen wird man tendenziell weniger von den zahlreichen Kampfjets, darunter Eurofighter, Tornados und F-35 bemerken, wenn das Manöver stattfindet. Teile des bevölkerungsreichsten Bundeslandes sind trotzdem von Air Defender 2023 betroffen, da der nördliche der drei Übungskorridore auch über NRW verläuft. Im Gebiet um die Stadt Münster herum kann man während der Air-Defender-Übungszeiträume Kampfjets und andere Militärmaschinen am Himmel sehen. In diesen Zeiten gelten dann auch Flugverbote für den zivilen Luftverkehr, auch das Aufsteigenlassen von Drohnen ist dann untersagt . Seit 30. Mai treffen die Flugzeuge der Bündnispartner in Deutschland ein , am Montag, dem 12. Juni, ist die Übung gestartet.
Aber auch über Köln fliegen seit dem Start von Air Defender immer wieder Kampfjets hinweg – und tatsächlich gibt es einen Zusammenhang. Denn auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Kerpen (Rhein-Erft-Kreis ) sind zahlreiche Eurofighter und Tornados stationiert. Beide Kampfjets nehmen an der Übung Air Defender teil und starten von dort aus in die Einsatzgebiete.
Tornado, Eurofighter, F16: Fotos zur Kampfjet-Übung „Air Defender“ Ein A-10 Thunderbolt II-Erdkampfjet startet zu Beginn des internationalen Luftwaffenmanövers „Air Defender 2023“ am Fliegerhorst Schleswig/Jagel. © Gregor Fischer/dpa Die Soldatinnen und Soldaten der Luftwaffe haben einem Tornado ein besonderes Design verpasst. © Falk Bärwald Auf dem Seitenruder des Tornado-Kampfjets prangt die amerikanische Flagge mit der Freiheitsstatue. © Falk Bärwald Die Tornado-Kampfjets stehen am Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein für Air Defender 2023 bereit. © Falk Bärwald Auch der sonderfolierte Eurofighter „Eagle Star 2.0“ stand vor dem Start des Air Defender 2023 auf dem Fliegerhorst Rostock-Laage. Auch der sonderfolierte Eurofighter „Eagle Star 2.0“ stand vor dem Start des Air Defender 2023 auf dem Fliegerhorst Rostock-Laage. © Bernd Wüstneck/dpa Zwei Kampfjets des Typs F-18 der US-Streitkräfte landen auf dem Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein. Zwei Kampfjets des Typs F-18 der US-Streitkräfte landen auf dem Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein. © Falk Bärwald Im Gegensatz zu den meisten Kampfjets, die am Air Defender 2023 beteiligt sind, stammen die F-18 Kampfjets nicht aus dem Bestand einer klassischen Luftwaffe, sondern von der US Navy. Dieser F-18 Kampfjet gehört zum Bestand der US Navy. © Falk Bärwald Insgesamt sind acht der F-18-Kampfjets am Air Defender 2023 beteiligt, je vier aus den USA und Finnland. Insgesamt sind acht der F-18-Kampfjets am Air Defender 2023 beteiligt, je vier aus den USA und Finnland. © Sherifa Kästner Ein Kampfjet vom Typ A-10 Thunderbolt II der US-Air Force steht kurz vor Beginn der multinationalen Großübung Air Defender 2023 auf dem Stützpunkt des Taktischen Luftwaffengeschwader 51 in Jagel. Ein Kampfjet vom Typ A-10 Thunderbolt II der US-Air Force steht kurz vor Beginn der multinationalen Großübung Air Defender 2023 auf dem Stützpunkt des Taktischen Luftwaffengeschwader 51 in Jagel. © Nikito/Imago Ein Flugzeug vom Typ Tornado der Luftwaffe mit einer Sonderlackierung steht während eines Medientags zur Luftwaffen-Übung "Air Defender 2023" über den Luftwaffenstützpunkt Jagel. Ein Tornado der Luftwaffe mit Sonderlackierung anlässlich des „Air Defender“ steht am Luftwaffenstützpunkt Jagel. © Daniel Bockwoldt/dpa Bundeswehrangehörige laufen bei einem Medientag zum Internationalen Luftwaffen-Manöver "Air Defender 2023" vor einem Kampfflugzeug F-16 der griechischen Luftwaffe entlang. Eine F-16 der griechischen Luftwaffe. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa Ein türkischer Soldat steht kurz vor Beginn der multinationalen Großübung Air Defender 2023 auf dem Stützpunkt des Taktischen Luftwaffengeschwader 51 in Jagel neben einem Kampfjet vom Typ F-16 der türkischen Luftwaffe. Ein türkischer Soldat steht kurz vor Beginn der Großübung Air Defender 2023 auf dem Stützpunkt des Taktischen Luftwaffengeschwader 51 in Jagel neben einem Kampfjet vom Typ F-16 der türkischen Luftwaffe. © Nikito/Imago Angehörige der US-amerikanischen Luftwaffe stehen bei einem Medientag zum Internationalen Luftwaffen-Manöver "Air Defender 2023" vor einem Kampfflugzeug A10 der Airforce. Vor Air Defender 2023: Angehörige der US-amerikanischen Luftwaffe stehen vor einem Kampfflugzeug A10 der Airforce. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa Ein Flugzeug vom Typ F-16 der US Air Force steht während eines Medientags zur Luftwaffen-Übung „Air Defender 2023“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel. Ein Flugzeug vom Typ F-16 der US Air Force steht vor Beginn der Übung „Air Defender 2023“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel. © Daniel Bockwoldt/dpa Ein Flugzeug vom Typ Tornado der Luftwaffe fährt während eines Medientags zur Luftwaffen-Übung "Air Defender 2023" über den Luftwaffenstützpunkt Jagel. Ein Kampfjet vom Typ Tornado der Luftwaffe auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel. © Daniel Bockwoldt/dpa Ein Tornado-Kampfjet startet zu Beginn des internationalen Luftwaffenmanövers „Air Defender 2023“ am Fliegerhorst Schleswig/Jagel. Ein Tornado-Kampfjet startet zu Beginn des internationalen Luftwaffenmanövers „Air Defender 2023“ am Fliegerhorst Schleswig/Jagel. © Gregor Fischer/dpa Ein Kampfflugzeug A10 der US-Airforce überfliegt vor dem Kampfjet-Manöver Air Defender den Fliegerhorst. Ein Kampfflugzeug des Typs A-10 der US-Airforce überfliegt drei Tage vor dem Beginn des Kampfjet-Manövers Air Defender den Fliegerhorst Schleswig. Es gehört zu den wichtigsten Erdkampfflugzeugen der amerikanischen Streitkräfte. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa Brad Lynch, ein Pilot der US-Airforce, hält eine 30 Millimeter große Patrone in den Händen. Mit dieser ist der Kampfjet des Typs A-10 ausgestattet. Brad Lynch, ein Pilot der US-Airforce, hält eine 30 Millimeter große Patrone in den Händen. Mit dieser ist der Kampfjet des Typs A-10 ausgestattet. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa Zwei Kampfflugzeuge A10 der US-Airforce überfliegen vor dem internationalen Luftwaffen-Manöver „Air Defender 2023“ den Fliegerhorst Schleswig. Insgesamt hat die US-Luftwaffe zehn der Kampfjets des Typs A-10 für die Luftwaffenübung Air Defender 2023 nach Deutschland entsandt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa Zwei Kampfflugzeuge A10 der US-Airforce rollen bei einem Medientag zum Internationalen Luftwaffen-Manöver „Air Defender 2023“ auf die Startbahn. 412462327.jpg © Karl-Josef Hildenbrand/Imago Journalisten stehen bei einem Medientag zum Internationalen Luftwaffen-Manöver „Air Defender 2023“ um ein Kampfflugzeug F-16 der griechischen Luftwaffe herum. Auch Kampfjets des Typs F-16 sind bereits auf dem Fliegerhorst Lechfeld in Bayern angekommen. Hier ein Exemplar der griechischen Luftwaffe, von denen insgesamt drei der Flieger an dem Manöver Air Defender beteiligt sind. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa Ein Flugzeug vom Typ F-16 der türkischen Luftwaffe startet während eines Medientags zur Luftwaffen-Übung Air Defender 2023 auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel. Die Türkei hat genauso viele Kampfjets des Typs F-16 für Air Defender nach Deutschland verlegt. Diese sind auf dem Fliegerhorst Hohn in Schleswig-Holstein stationiert. © Daniel Bockwoldt/dpa Ein Kampfflugzeug F-16 der griechischen Luftwaffe steht für das Internationale Luftwaffen-Manöver „Air Defender 2023“ bereit. Die Allwetter-Mehrzweckflugzeuge F-16 waren und sind stark gefragt. Seit Beginn der Serienproduktion im Jahr 1976 wurden über 4.500 der Maschinen gebaut. Vor einigen Jahren wurde die Maschine von 25 Staaten eingesetzt, etwa 15 Prozent aller weltweit aktiven Kampfjets waren die Flieger des US-Herstellers Lockheed Martin. Kein Kampfjet wurde zu diesem Zeitpunkt häufiger verwendet. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa C17 beim Landeanflug auf Wunstorf Am Dienstag (6. Juni) kam am Fliegerhorst in Wunstorf eine Transportmaschine des Typs Boeing C17 der US Air Force an. © Droese/Imago A400M auf dem Fliegerhorst in Wunstorf Ein weiterer Airbus A400M der Luftwaffe landete am Dienstag (6. Juni) auf dem Fliegerhorst in Wunstorf. © Rainer Droese/Imago C130 hercules in wunstorf Auch eine Transportmaschine des Typs Lockheed C130 Hercules kam auf dem Fliegerhorst in Wunstorf an. © Droese/imago Mehrere C17 Maschinen am Fliegerhorst Wunstorf Mehrere Transportmaschinen des Typs Boeing C17 aus den USA stehen nun bereits auf dem Fliegerhorst Wunstorf bereit. © Droese/Imago Flugzeuge und Militärfahrzeuge am Fliegerhorst Wunstorf Parallel zu den ankommenden Flugzeugen laufen die Vorbereitungen zu Air Defender am Fliegerhorst auf Hochtouren. © Droese/Imago Mitarbeiter der Bundeswehr am Feldtanklager in Wunstorf Am Fliegerhorst Wunstorf wurde ein neues Feldtanklager für bis zu 2,4 Millionen Liter Kerosin eröffnet. © Julian Stratenschulte/dpa Feuerwehr und Bundeswehr bei der Befüllung des Tanklagers Mitarbeiter von Feuerwehr und Bundeswehr befüllten das neue Feldtanklager in Wunstorf. © Julian Stratenschulte/dpa Soldaten betanken den A400M der Bundeswehr Als erstes wurde der Airbus A400M der Bundeswehr mit Kerosin aus dem neuen Feldtanklager beliefert. © Droese/Imago A400M landet in Wunstorf Der Airbus A400M mit Sonderlackierung landete bereits mehrere Tage vor dem Start der Air Defender-Übung in Wunstorf. © Droese/Imago F16-Kampfjets aus den USA für Luftwaffenübung landet in Jagel Ein F-16-Kampfjet aus den USA kam gemeinsam mit weiten sechs Jets am Samstag (3. Juni) auf dem Fliegerhorst Jagel an. © Georg Wendt/dpa F16-Kampfjet aus den USA für Luftwaffenübung in Jagel gelandet Die Flieger kamen am Samstag (3. Juni) auf dem Stützpunkt des taktischen Luftwaffengeschwaders 51 in Schleswig-Holstein an. © Georg Wendt/dpa Drei F16-Kampfjets aus den USA fliegen in Formation Drei F-16-Kampfjets flogen vor ihrer Landung am Samstag (3. Juni) am Fliegerhorst Jagel/Hohn noch in Formation. © Georg Wendt/dpa Kampfjets des Typs „F-18“ sind für Air Defender 2023 auf dem Luftwaffenstützpunkt Hohn gelandet. Anders als die meisten teilnehmenden Flugzeuge und Kampfjets bei Air Defender 2023, stammen die US-amerikanischen „F-18“-Flieger nicht aus dem Bestand einer klassischen Luftwaffe, sondern gehören zur Marine-Streitkraft, der US Navy. © Markus Scholz/dpa Kampfjets des Typs „F-18“ sind für Air Defender 2023 auf dem Luftwaffenstützpunkt Hohn gelandet. Acht Kampfjets des Typs „F-18“ von McDonnell Douglas werden am Air Defender 2023 beteiligt sein, jeweils vier Flieger aus den USA und dem Nato-Neumitglied Finnland. Erste Maschinen sind am Mittwoch (31. Mai) auf dem Fliegerhorst Jagel/Hohn in Schleswig-Holstein gelandet. © Markus Scholz/dpa Vier F-18-Kampfjets parken auf dem Flugfeld des Fliegerhorstes Hohn Gleich mehrere F-18-Kampfjets parken nach ihrer Ankunft auf dem Flierghorst Hohn. © Markus Scholz/dpa Eine A400M beim Medientag der Luftwaffe mit Air Defender-Logo Von der deutschen Luftwaffe nimmt eine Transportmaschines des Typs Airbus A400M an der Air Defender-Übung teil. Sie wird in Wunstorf stationiert sein. © Droese/Imago Der A400M der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst in Wunstorf Dem A400M wurde anlässlich von Air Defender eine Sonderlackierung verpasst. Neben dem Air Defender-Logo mit allen Teilnehmern finden sich am Heck der Airbus-Maschine auf je einer Seite die deutsche und amerikanische Flagge. © Droese/Imago A400M auf dem Fliegerhorst Wunstorf Im Airbus A400M der Luftwaffe finden bis zu 116 Soldatinnen und Soldaten Platz. Außerdem verfügt der A400M über Windabweiser an den seitlichen Springertüren. © Droese/Imago Am Mittwoch (31. Mai) sind sieben US-amerikanische Transportflugzeuge des Typs „C-130 Hercules“ des Herstellers Lockheed für die Übung Air Defender auf dem Fliegerhorst Wunstorf gelandet. Rund 20 Tonnen kann das Transportflugzeug „C-130 Hercules“ des Herstellers Lockheed an Transportlast tragen. Insgesamt sieben der US-Flieger sind am Mittwoch (31. Mai) auf dem Fliegerhorst Wunstorf gelandet, drei weitere werden noch erwartet. © Droese/localpic/Imago Am Mittwoch (31. Mai) sind sieben US-amerikanische Transportflugzeuge des Typs „C-130 Hercules“ des Herstellers Lockheed für die Übung Air Defender auf dem Fliegerhorst Wunstorf gelandet. Bereits vor rund 70 Jahren hob erstmalig jemand mit dem Transportflugzeug ab, damals noch mit einer Basisversion. Nach zahlreichen Weiterentwicklungen gehört die „C-130 Hercules“ heutzutage zu den am längsten gebauten Flugzeugen der Welt. © Droese/localpic/Imago Soldaten laden militärisches Gerät aus einer C-130 Hercules Maschine Nach der Ankunft der C-130 Hercules Maschinen wurde am Fliegerhorst Wunstorf militärisches Gerät ausgeladen. © Droese/Imago Die ersten US-Transportmaschinen sind für Air Defender 2023 in Deutschland gelandet, hier eine McDonnell Douglas C-17A. Sie haben Personal und Material für die Übung der Luftwaffe an Bord. Mit die ersten Flieger, die für die Militärübung Air Defender 2023 in Deutschland gelandet sind, sind US-Transportmaschinen des Typs „C-17A“ des Herstellers Boeing. Zwei der Flugzeuge sind am Dienstag (30. Mai) auf dem Fliegerhorst im niedersächsischen Wunstorf angekommen. © Droese/localpic/Imago C17A auf dem Rollfeld des Fliegerhorsts Wunstorf Vom Typ Boeing C-17A nehmen bei Air Defender 2023 insgesamt zwei Flieger aus den USA teil. Sie werden beide über die Dauer der Übung in Wunstorf (Niedersachsen) stationiert sein. © IMAGO/Droese Die ersten US-Transportmaschinen sind für Air Defender 2023 in Deutschland gelandet, hier eine McDonnell Douglas C-17A. Sie haben Personal und Material für die Übung der Luftwaffe an Bord. Die Transportflieger haben Personal und Material für Air Defender an Bord. Und davon passt einiges in die C-17A rein: Fast 80 Tonnen können ihn einem solchen Flieger zugeladen werden. © Droese/localpic/Imago In jüngster Zeit war es in NRW auch aus anderen Gründen zu vermehrtem militärischem Flugverkehr gekommen. Vom 22. Mai an wurden zwölf Tornado-Kampfbomber aus NRW auf die US Air Base Spangdahlem in Rheinland-Pfalz verlegt, da auf deren eigentlichem Stützpunkt, dem Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren, gerade Sanierungsarbeiten stattfinden. Spangdahlem gehört zu den Standorten, die Kampfflugzeuge der Partnerländer für Air Defender 2023 beherbergen , genauer gesagt sechs US-amerikanischen F-16-Kampfjets. Die Tornados werden vor Beginn der Übung wieder zurück nach Nörvenich zurückkehren. Seit Sommer 2022 sind 25 der Kampfbomber dort stationiert und werden bis Februar 2026 dort verbleiben. Dann sollen die Bauarbeiten auf dem Fliegerhorst in der Nähe von Cochem an der Mosel abgeschlossen sein, wo die Tornados eigentlich stationiert sind.
Am Manöver Air Defender 2023 nehmen auch Eurofighter teil (Symbolbild)
© Christophe Gateau/dpa
Ist es erlaubt, Fotos von den Kampfjets und Flugzeugen zu machen? Ja, es ist erlaubt, von der Übung „Air Defender“ Fotos zu machen, allerdings gelten einige Regeln . Mit welchen weiteren Auswirkungen von Air Defender 2023 muss man in NRW rechnen? Während Lärmbelästigung und Drohnen-Flugverbote nur einen kleinen Teil von NRW betreffen, werden Urlauber von dort unter Umständen deutlich mehr davon mitbekommen. Zwar überschneiden sich die Sommerferien in dem Bundesland (Beginn 22. Juni) nur geringfügig mit Air Defender 2023, doch die Reisezeit ist längst angebrochen. Der zivile Luftverkehr rechnet mit Auswirkungen des Nato-Manövers und trifft bereits Vorkehrungen, etwa eine Lockerung der Nachtflugverbots am Flughafen Frankfurt . NRW-Standorte wie der Flughafen Düsseldorf fassen inzwischen konkreten Schritte ins Auge. Am Flughafen Düsseldorf soll ebenfalls temporär das Nachtflugverbot gelockert werden, um eine eventuelle Mehrbelastung auszugleichen.
In welchem Umfang es zu Einschränkungen kommt, ist derzeit umstritten. Der Inspekteur der Luftwaffe rechnet mit minimalen Auswirkungen , laut ihrer Homepage geht die Bundeswehr davon aus, dass „mit keinen Flugausfällen zu rechnen ist, sondern höchstens mit Verzögerungen“. Grundlage sind auf Simulationen der europäischen Luftsicherheitsorganisation Eurocontrol.
Was ist Eurocontrol?
Eurocontrol ist ein Akronym für „European Organisation for the Safety of Air Navigation“, zu Deutsch: Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt. Die internationale Organisation mit Sitz in Brüssel wurde 1960 gegründet. Bei den sieben Gründungsmitgliedern handelt es sich um Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande und das Vereinigte Königreich. Aktuell gehören 41 Mitgliedsstaaten zu Eurocontrol, zu denen noch Israel und Marokko kommen, die keine vollen Mitglieder, sondern assoziierte, sogenannte „Comprehensive Agreement States“ sind.
Hauptaufgabe von Eurocontrol ist die Koordination der Luftverkehrskontrolle in Europa. Dabei wird nicht nur auf Sicherheit geachtet, sondern auch Kostenfaktoren und Umweltbelastungen durch den steigenden Flugverkehr in Betracht gezogen – beide Punkte möchte Eurocontrol mit Blick auf Nachhaltigkeit möglichst gering halten.
Auf dieselbe Organisation und deren Simulationen sowie die Deutsche Flugsicherung (DFS) bezieht sich allerdings auch die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), die mit massiven Ausfällen durch Air Defender 2023 rechnet . Tägliche Gesamtverspätungen von bis zu 50.000 Minuten stehen im Raum, was einem „Tag mit heftigen Gewittern“ entspreche. NRW-Bürger, die zwischen dem 12. und 23. Juni eine Reise planen, sollten die Lage also im Auge behalten und sich nicht nur über aktuelle Ereignisse, sondern auch über ihre Rechte im Falle eines Flugausfalls informieren.
Weitere Auswirkung: Über Köln fliegen seit dem Start von Air Defender immer wieder Kampfjets hinweg – und tatsächlich gibt es einen Zusammenhang. Denn auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Kerpen (Rhein-Erft-Kreis ) sind zahlreiche Eurofighter und Tornados stationiert. Beide Kampfjets nehmen an der Übung Air Defender teil und starten von dort aus in die Einsatzgebiete. (nbo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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