Zeche Zollverein, Gasometer und Co.

11 Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet, die ideal für den nächsten Ausflug sind

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Im Ruhrgebiet gibt es viele besondere Orte zu entdecken. Neben Bergbaustätten zählen auch ein Zoo und Deutschlands größtes Stadion zu den Sehenswürdigkeiten.

Dortmund – Das Ruhrgebiet hat so einiges zu bieten. Es ist nicht nur die Heimat für über fünf Millionen Menschen in NRW, sondern kann auch baulich und landschaftlich überraschen. Im Ruhrgebiet gibt es beispielsweise bis heute einige besondere Schlösser und Burgen zu entdecken. Doch auch darüber hinaus gibt es dort viel zu sehen. Denn das Ruhrgebiet hat von Natur, über Geschichte bis hin zur Kultur viele Facetten. Und so erzählen viele Sehenswürdigkeiten unterschiedlichste Geschichten der Region.

Von einer Reise zurück in die Zeit vergangener Industrie bis hin zum größten Fußballstadion Deutschlands ist für jeden etwas dabei. Hier sind elf der bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die man im Ruhrgebiet gesehen haben muss.

Landschaftspark Duisburg Nord erzählt die Geschichte der Industrie im Ruhrgebiet

Die Geschichte des Landschaftsparks Duisburg Nord begann bereits um 1900 (Archivfoto).

Beginnt man im westlichen Teil des Ruhrgebiets, so stößt man zwangsläufig auf die Stadt Duisburg. Schon von der Autobahn A59 aus sind viele Industriebauten erkennbar. Einer der bekanntesten Orte ist dabei der Landschaftspark Duisburg Nord. Dort können bis heute Hochöfen aus der Zeit der Industrialisierung besichtigt werden. Im 20. Jahrhundert wurde dort im ehemaligen Thyssen-Hochofenwerk Duisburg-Meiderich Roheisen für die Stahlindustrie produziert.

Nach der Stilllegung des sogenannten Hüttenwerks im Jahr 1985 blieben viele Teile der Produktionsstätte erhalten. Seit 1994 ist das Gelände als Landschaftspark für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf 180 Hektar gibt es neben alten Industriebauten auch Grünflächen zu sehen. Wer sich für die Geschichte des Hüttenwerks interessiert, kann auch an Führungen teilnehmen.

  • Adresse: Emscherstraße 71, 47137 Duisburg
  • Telefon: 0203 4291919
  • Öffnungszeiten: Der Landschaftspark ist rund um die Uhr geöffnet.
  • Eintritt: Der Eintritt zum Parkgelände ist kostenlos, bei Veranstaltungen und Führungen können Eintrittsgelder fällig werden.

Gasometer Oberhausen war einst der größte Gasbehälter Europas

Im Gasometer in Oberhausen wurde früher einmal auf einer Höhe von 120 Metern Gas gelagert (Archivfoto).

Nur wenige Kilometer weiter westlich von Duisburg liegt die Stadt Oberhausen. Viele Menschen denken bei Oberhausen zunächst einmal ans Shopping. Schließlich steht mit dem Centro Oberhausen eines der größten Einkaufszentren Europas in der Stadt. Unweit des Centros gibt es mit dem Gasometer Oberhausen eine weitere Sehenswürdigkeit.

Der Gasometer Oberhausen war früher einmal der größte Gasbehälter Europas. Heute befindet sich im Gasometer Europas höchste Ausstellungshalle. Dort finden Ausstellungen zu verschiedenen Themen der Erde und der Natur statt. Ab dem 15. März können Besucher sich im Gasometer die Ausstellung „Planet Ozean“ ansehen.

  • Adresse: Arenastraße 11, 46047 Oberhausen
  • Telefon: 0208 21295
  • Öffnungszeiten: Der Gasometer öffnet ab dem 15. März wieder. Genaue Öffnungszeiten werden vor Beginn der Ausstellung bekanntgegeben.
  • Eintritt: Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt, ermäßigte Karten kosten 11 Euro, Erwachsene zahlen 14 Euro.

In Essen steht mit der Zeche Zollverein die ehemals größte Steinkohlezeche der Welt

Die Zeche Zollverein zieht jedes Jahr viele Besucher an.

Wer in das Zeitalter der Kohleförderung eintauchen will, kann das in Essen tun. Dort steht bis heute in Essen-Stoppenberg die Zeche Zollverein – die ehemals größte Steinkohlezeche der Welt. Sie gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Bereits von weitem ist der rote Förderturm der Zeche zu sehen. Über die Jahre wurde die Zeche Zollverein mit Spitznamen, wie „Eiffelturm des Ruhrgebiets“ sehr bekannt. Zwischen 1847 und 1986 wurden in den Schächten der Zeche insgesamt 240 Millionen Tonnen Kohle abgebaut.

Heute können Besucher auf dem Gelände der Zeche Zollverein unter anderem mit Ausstellungen und Führungen in die Zeit des Bergbaus eintauchen. Solche gibt es unter anderem im Ruhrmuseum. Darüber hinaus stehen auch ein weiteres Museum und andere Einrichtungen auf dem Gelände der Zeche. Zudem gibt es an der Zeche Zollverein die größte frei stehende Rolltreppe Deutschlands.

  • Adresse: Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen
  • Telefon: 0201 246810
  • Öffnungszeiten: Das Gelände der Zeche Zollverein ist jederzeit frei zugänglich. In den Museen und dem Besucherzentrum gelten unterschiedliche Öffnungszeiten.
  • Eintritt: Der Eintritt auf das Gelände der Zeche ist frei, für Museen und weitere Aktivitäten müssen Besucher allerdings Eintritt zahlen.

Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet: Parkleuchten und Botanischer Garten im Grugapark Essen

Im Grugapark blühen vor allem im Frühling und Sommer viele Pflanzen in unterschiedlichsten Farben (Archivfoto).

Nur wenige Kilometer weiter südlich der Zeche Zollverein liegt der Grugapark in Essen. Der Botanische Garten erstreckt sich über eine Fläche von 60 Hektar und lässt Besucher die Natur mitten im Ruhrgebiet erleben. Entstanden ist der Grugapark im Rahmen der ersten Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung im Jahr 1929. Daher kommt auch der Name des Parks „Gruga“.

Neben vielen Pflanzen gibt es im Grugapark auch die Möglichkeit Sport zu treiben. Für Kinder gibt es auch Spielplätze. Bekannt ist der Grugapark auch für das Parkleuchten, ein Lichter-Event, das 2024 bereits zum 14. Mal stattfindet. Darüber hinaus gibt es ein alljährliches Parkfest im Grugapark.

  • Adresse: Messeplatz 1A, 45131 Essen
  • Telefon:  0201 8883106
  • Öffnungszeiten: Der Park ist jeden Tag von 7:30 Uhr bis zum Sonnenuntergang geöffnet.
  • Eintritt: Erwachsene zahlen seit dem 1. Januar 2024 im Grugapark 5 Euro Eintritt, Kinder von sechs bis 15 Jahren zahlen 1,50 Euro.

Villa Hügel am Baldeneysee Essen erzählt die Geschichte der Familie Krupp

In der Villa Hügel im Essener Stadtteil Bredeney lebte lange Zeit die Familie Krupp der Gussstahlfabrik Krupp.

Ganz im Süden von Essen liegt der Baldeneysee. Im Sommer 2023 feierte der Baldeneysee seinen 90. Geburtstag. Schon der See an sich ist sehenswert. So gibt es am Baldeneysee unter anderem eine besondere Wasserburg. Im Norden des Sees steht mit der Villa Hügel aber noch ein ganz besonderes Anwesen. Denn dort wohnten im 19. und im 20. Jahrhundert verschiedene Mitglieder der Industriefamilie Krupp. Eingeweiht wurde die Villa Hügel bereits im Jahr 1873, als sie als Wohnsitz für Alfred Krupp, seine Frau und deren Sohn Alfred diente.

Seit 1953 finden in dem großen Anwesen mit 269 Zimmern Veranstaltungen statt. Auch Staatsgäste speisten bereits in der Villa Hügel. Heute werden in der Villa Führungen angeboten. Zudem können Besucher auch den Hügelpark rund um die Villa am Baldeneysee besichtigen.

  • Adresse: Hügel 1, 45133 Essen
  • Telefon: 0201 616290
  • Öffnungszeiten: Die Villa ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Hügelpark hat dienstags bis sonntags von 9:30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.
  • Eintritt: Erwachsene und Kinder ab 14 Jahren zahlen 5 Euro Eintritt, manche Führungen kosten extra.

Sehenswürdigkeiten: Deutsches Bergbau-Museum in Bochum bewahrt das Erbe des Bergbaus

Im Deutschen Bergbau-Museum können Besucher in die Welt des Bergbaus eintauchen (Archivbild).

Mitten im Ruhrgebiet liegt die Stadt Bochum, die nicht nur durch den Fußballverein VfL Bochum und das Lied „Bochum“ von Herbert Grönemeyer bekannt ist. Denn in der Innenstadt findet sich mit dem Deutschen Bergbau-Museum eine weitere bekannte Sehenswürdigkeit des Ruhrgebiets. Wie der Name bereits verrät, geht es dabei um den Bergbau.

Zu sehen gibt es im Museum materielle Erbstücke aus der Bergbauzeit, wie etwa einen Förderturm und weitere Überbleibsel. In Führungen können sich Besucher zudem über das Leben der Bergleute im Ruhrgebiet informieren. Zusätzlich zu den Ausstellungen wird im Deutschen Bergbau-Museum auch zur Zeit des Bergbaus geforscht.

  • Adresse: Am Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum
  • Telefon: 0234 5877126
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 9:30 bis 17:30 Uhr, außerdem jeden ersten Donnerstag im Monat von 9:30 bis 20:30 Uhr.
  • Eintritt: Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt, Kinder von sechs bis 17 Jahren zahlen 5 Euro, Erwachsene zahlen 10 Euro.

Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen ist in Deutschland einzigartig

In der Zoom Erlebniswelt leben unter anderem Eisbären (Archivfoto).

Weiter nördlich von Bochum liegt die Stadt Gelsenkirchen. Dort gibt es mit der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen auf einer Fläche von mehr als 30 Hektar einen der größten Zoos in NRW. Und zwar genau dort, wo einst der bekannte Ruhr-Zoo stand.

Das Besondere an dem heutigen Zoo: Die Zoom Erlebniswelt ist in ihrer Art einzigartig in Deutschland. Denn im Zoo leben rund 900 Tiere in einer „konsequent naturnah gestalteten Lebenswelt“, erklären die Betreiber. Unterteilt ist der Zoo in mehrere Gebiete. Dort bekommen die Besucher Tiere aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt zu sehen. Mit dabei sind unter anderem Eisbären, Pinguine, Löwen, Giraffen und Schildkröten.

  • Adresse: Bleckstraße 64, 45889 Gelsenkirchen
  • Telefon: 0209 95450
  • Öffnungszeiten: Je nach Monat unterschiedlich, in der Regel öffnet der Zoo allerdings zwischen 9 und 10 Uhr und schließt zwischen 17 und 18 Uhr wieder.
  • Eintritt: Kinder zwischen vier und zwölf Jahren zahlen 10,50 Euro, Erwachsene 15,50 Euro.

Tetraeder in Bottrop ist eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt

Der Tetraeder in Bottrop wirkt dank der Beleuchtung nachts besonders imposant. (Archivbild)

Wer es ein bisschen ruhiger haben möchte, wird in Bottrop fündig. Dort steht mitten im Grünen das Haldenereignis Emscherblick – auch der Tetraeder von Bottrop genannt. Was zunächst klingt wie ein normaler Aussichtspunkt auf einer Halde, ist allerdings alles andere als gewöhnlich. Denn der Tetraeder hat eine mathematische Struktur. Er ähnelt dabei einer sogenannten Sierpinski-Pyramide – dem dreidimensionalen Gegenstück des Sierpinski-Dreiecks.

In der Mitte des Tetraeders ist deshalb ein Oktaeder zu sehen. Der Oktaeder ist ein regelmäßiges Polyeder mit acht gleichseitigen Dreiecken als Seitenflächen, zwölf gleich langen Kanten und sechs Ecken, in denen jeweils vier Seitenflächen zusammentreffen. Besucher können über Treppen ins Innere des Tetraeders hinaufsteigen. In der Nacht wird das Kunstwerk zudem beleuchtet.

  • Adresse: Beckstraße 57a, 46238 Bottrop
  • Öffnungszeiten: rund um die Uhr geöffnet
  • Eintritt: Der Eintritt ist frei.

Signal Iduna Park: Das größte Fußballstadion Deutschlands steht in Dortmund

Zu Heimspielen des BVB ist der Signal Iduna Park fast immer ausverkauft (Archivfoto).

Auch Fußballfans kommen bei den Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet auf ihre Kosten. Der Signal Iduna Park in Dortmund zählt zu den bekanntesten Fußballstadien Europas. Mit seinen 81.365 Plätzen ist das Stadion von Borussia Dortmund außerdem das größte Fußballstadion Deutschlands. Auch bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 wird im Signal Iduna Park gespielt. Mit der Südtribüne hat das ehemalige Westfalenstadion auch die größte Stehtribüne Europas – ganze 25.000 Menschen finden dort bei Spielen des BVB Platz.

Besichtigen können Besucher das Stadion sowohl von außen, als auch von innen. Von außen ist das Stadion mit seinen markanten gelben Pfeilern bereits von Weitem gut erkennbar. Wer sich den Signal Iduna Park außerhalb von Spielen des BVB von innen ansehen will, kann dazu an einer Stadiontour teilnehmen. Direkt nebenan befindet sich außerdem das alte BVB-Stadion Rote Erde. Derzeit trägt dort die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund ihre Heimspiele in der 3. Liga aus.

  • Adresse: Strobelallee 50, 44139 Dortmund
  • Telefon: 0231 90200
  • Öffnungszeiten: Zu Heimspielen von Borussia Dortmund, ansonsten zu Führungen.
  • Eintritt: Bei Spielen gelten die Ticketpreise des BVB, Führungen kosten ebenfalls.

Skywalk auf Phoenix West in Dortmund gibt Einblicke in Technik- und Industriegeschichte

Auf dem Skywalk bekommen Besucher einen besonderen Blick auf das Industrie-Areal (Archivfoto).

Ebenfalls in Dortmund steht der Skywalk Dortmund auf Phoenix West. Dort gibt es ähnlich wie im Landschaftspark Duisburg Hochöfen aus früheren Jahrhunderten zu sehen. Besucher können die Überbleibsel vom Skywalk aus in 26 Metern Höhe erkunden. Auf 99 Stufen geht es dabei nach oben. Von dort aus haben Besucher nicht nur einen guten Überblick über das alte Industrie-Areal, sondern auch auf die Stadt Dortmund. Wer auf den Skywalk möchte, kann an verschiedenen Führungen teilnehmen.

  • Adresse: Phoenixplatz 2a, 44263 Dortmund
  • Telefon: 0231 39562970
  • Öffnungszeiten: Der Skywalk ist für Führungen geöffnet.
  • Eintritt: Der Eintritt variiert je nach Führung.

Hattingen war im 19. und 20. Jahrhundert eine der wichtigsten Städte für den Kohleabbau

Die Altstadt in Hattingen verfügt bis heute über viele Fachwerkhäuser (Archivfoto).

Im Süden des Ruhrgebiets liegt der Ennepe-Ruhr-Kreis. Dessen zweitgrößte Stadt, Hattingen, hat eine besonders schöne Altstadt zu bieten. Dort ist bis heute an vielen Stellen der mittelalterliche Grundriss zu erkennen. Neben dem Rathaus, das 1576 gebaut wurde, erinnern Fachwerkhäuser an die vergangenen Zeiten. Besonders wichtig wurde Hattingen für das Ruhrgebiet allerdings im 19. und 20. Jahrhundert. Während des Kohleabbaus gab es dort gleich mehrere Zechen. Heute erinnert das Museum „Heinrichshütte“ daran.

  • Adresse: Hattingen
  • Öffnungszeiten: Die Stadt ist jederzeit zugänglich, Museen und andere Gebäude nur zu den jeweiligen Öffnungszeiten.
  • Eintritt: In der Stadt frei, Museen und weitere Orte können Eintritt kosten.

Wem diese Sehenswürdigkeiten noch nicht genug sind, der kann sich auch noch weitere besondere Orte im Ruhrgebiet ansehen. So gibt es im Ruhrgebiet auch schöne Orte in der Natur, die einen Besuch wert sind. (jr)

Rubriklistenbild: © alfotokunst/Panthermedia/Imago

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