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Natur pur – 5 schöne Ausflugsziele mitten im Ruhrgebiet

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Im Ruhrgebiet gibt es viele schöne Orte in der Natur, die einen Ausflug wert sind. Mit dabei sind unter anderem ein Aussichtsturm und eine brennende Halde.

Essen – Beim Ruhrgebiet denken viele Menschen zunächst an Industrie, Bergbau oder Fußball. Kein Wunder also, dass es in vielen Städten des Ruhrgebiets einige Sehenswürdigkeiten gibt, die genau das auch erleben lassen. Doch das Ruhrgebiet hat noch viel mehr zu bieten. So gibt es dort einige schöne Orte, für die sich ein Ausflug in die Natur lohnt. Mit dabei sind neben Wäldern beispielsweise auch eine Talsperre und eine besondere Wasserburg. Wir zeigen fünf schöne Orte im Ruhrgebiet, die sich für einen Ausflug eignen.

Hohenstein in Witten bietet Höhenwege, weite Wälder und Wildparks

Das Berger-Denkmal auf dem Hohenstein bietet Besuchern einen guten Ausblick über das Ruhrtal (Archivfoto).

Im Süden des Ruhrgebiets liegt die Stadt Witten. Dort gibt es direkt am Ufer der Ruhr den Berg Hohenstein. Dieser ist mit 165,7 Metern höher als beispielsweise der Kölner Dom. Auf dem Hohenstein steht mit dem Berger-Denkmal ein 20 Meter hoher Aussichtsturm, der nach dem früheren Wittener Industriellen Louis Constanz Berger benannt wurde. Rund um das Berger-Denkmal gibt es ein Plateau, von dem Besucher auf das Ruhrtal schauen können. Auch die Turmspitze kann besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Was?Berg Hohenstein
Wo?Südlich von Witten
Besonders sehenswert?Berger-Denkmal

Neben dem Berger-Denkmal gibt es auf dem Hohenstein auch Höhenwege und weite Wälder. Dort können Besucher Wandern gehen, joggen oder auch Fahrrad fahren. Zudem verläuft mit dem Ruhrhöhenweg einer der bekanntesten Wanderwege von NRW durch den Hohenstein. Dieser erstreckt sich von Moers bei Duisburg bis nach Winterberg im Sauerland. Darüber hinaus gibt es auf dem Hohenstein auch einen Streichelzoo, ein Wildgehege und einen Spielplatz.

Hohenstein in Witten – so kommt man hin

Mit dem Auto: Autofahrer können die Bundesstraße B226 nutzen. Danach auf die Wetterstraße abbiegen. An der Kreuzung zum Hohenstein auf die Straße „Hohenstein“ abbiegen. Parkplätze sind auf dem Gipfel des Hohensteins verfügbar.

Mit dem Bus: Wer mit dem ÖPNV anreisen möchte, kann ab Witten die Buslinie 376 bis zur Haltestelle Egge/Altenwohnheim nutzen. Danach geht es zu Fuß weiter auf den Hohenstein. Alternativ kann auch die Buslinie 379 bis zur Haltestelle Wetterstraße genutzt werden. Auch von dort geht es zu Fuß auf den Hohenstein.

Hasper Talsperre an der Grenze zu Hagen lädt zum Wandern und Radfahren ein

Um die Hasper Talsperre können Besucher auf einem Rundweg Wandern und Radfahren (Archivfoto).

Einige Kilometer weiter südlich vom Hohenstein befindet sich zwischen Ennepetal und Hagen die Hasper Talsperre. Dort gibt es einen Stausee mit tiefblauem Wasser und sanften Wellen zu sehen. Gebaut wurde die Talsperre Anfang des 20. Jahrhunderts, um dem steigenden Bedürfnis an Trinkwasser in der Bevölkerung Herr werden zu können. 1904 folgte die Einweihung der Hasper Talsperre. Heute führt ein 260 Meter langer Weg über die 30 Meter hohe Talsperre. Am Anfang und Ende des Weges steht jeweils ein Turm.

Was?Hasper Talsperre
Wo?Südwestlich von Hagen
Besonders sehenswert?Türme auf der Talsperre, Rundweg um den Stausee und die Talsperre

Rund um die Talsperre führt ein fünf Kilometer langer Weg. Auf diesem können Besucher sowohl wandern, spazieren, als auch Fahrrad fahren. Zudem werden über den Rundweg auch andere Rad- und Wanderwege in der Region erreicht. So zum Beispiel der Rad- und Wanderweg auf der alten Bahntrasse in Richtung Haspe.

Hasper Talsperre bei Hagen – so kommt man hin

Mit dem Auto: Autofahrer erreichen die Hasper Talsperre über die Hagener Straße. Diese führt auf den Talsperrenweg, über den es direkt bis zu Talsperre geht. An der Talsperre gibt es Parkplätze.

Mit dem Bus: Besucher, die mit dem ÖPNV zur Talsperre wollen, können mehrere Buslinien bis zur Haltestelle Ennepetal Kerkenberg nutzen. Von dort aus geht es zu Fuß weiter zur Talsperre.

Malerische Wasserburg liegt direkt am Baldeneysee in Essen

Rund um die Ruine der Wasserburg legen heute Segelboote an (Archivfoto).

Der Baldeneysee in Essen zählt zu den bekanntesten Orten in der Natur des Ruhrgebiets. Dort gibt es neben Grünflächen auch historische Gebäude, wie zum Beisspiel die Villa Hügel. Im Süden des Baldeneysees gibt es allerdings auch eine kleine Insel. Auf ihr liegt die einstige Mittelalterburg von Haus Scheppen. Als ihr erster Besitzer gilt ein gewisser Gillburg von Scheppen, der im 14. Jahrhundert lebte. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Burg zerstört. Heute steht daher nur noch eine Ruine – umgeben von Wasser. Rund um die Wasserburg gibt es Anlegerplätze für Segelboote.

Was?Wasserburg Haus Scheppen
Wo?Am Baldeneysee in Essen
Besonders sehenswert?Burgruine, Wege entlang des Baldeneysees und die Villa Hügel

Die Ruine der Burg ist bis heute über einen Fußweg zugänglich. Rund um die Wasserburg führen weitere Wege am Ufer des Baldeneysees entlang. Diese eignen sich sowohl für einen Spaziergang, als auch zum Wandern und Radfahren. Darüber hinaus bieten sich am Baldeneysee noch weitere Wanderungen an.

Haus Scheppen am Baldeneysee – so kommt man hin

Mit dem Auto: B224 über Essen-Werden nutzen und die Fischlaker Straße Richtung Baldeneysee befahren. Nach Möglichkeit den öffentlichen Parkplatz an der Straße Pörtingsiepen nutzen.

Mit dem ÖPNV: Eine der Ruhrbahn-Buslinien nach Essen-Werden nutzen und von dort aus zu Fuß weiter zum Haus Scheppen gehen.

Riesiger Wald „Haard“ erinnert an die Zeit der Dinosaurier

In der Haard lässt es sich auf einigen Wegen gut wandern und Rad fahren (Archivfoto).

Weiter im Norden des Ruhrgebiets liegt das Waldgebiet „Haard“ bei Recklinghausen. Das Naherholungsgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 5500 Hektar. Wegen ihrer 16 kleineren Berge wird die Haard auch als Hügellandschaft bezeichnet. Der Stimberg, im Süden der Haard ist mit 157 Metern Höhe die höchste Geländeerhebung im Wald. Auf zwei Bergen bekommen Besucher auf Aussichtsplattformen einen guten Überblick über das Lippe-Tal und nach Recklinghausen. In der Haard gibt es sowohl Rad- als auch Wanderwege.

Was?Naherholungsgebiet Haard
Wo?Bei Recklinghausen
Besonders sehenswert?Aussichtsplattformen

Zudem hat das Waldgebiet eine besonders lange Historie. Denn die sandigen Täler stammen sogar noch aus der Kreidezeit. In dieser Zeit lebten noch Dinosaurier. Die Sandtäler der Haard werden auch „Halterner Sanden“ genannt. Nördlich der Haard gibt es in Haltern am See auch ein schwimmendes Solarkraftwerk zu sehen.

Waldgebiet „Haard“ bei Recklinghausen – so kommt man hin

Mit dem Auto: Autofahrer erreichen die Haard über die A43 und die A52. Am Kreuz Marl-Nord über die L612 (Bossendorfer Damm) und dann südlich auf die Recklinghäuser Straße. In der Haard gibt es mehrere Parkplätze.

Mit dem ÖPNV: Mit dem ÖPNV empfiehlt sich eine Anreise über die Bahnhöfe Marl-Sinsen im Südwesten oder Haltern am See im Norden. Von dort geht es jeweils per Fußweg in die Haard.

Auf der Halde Rungenberg in Gelsenkirchen gibt es eine Pyramide aus Schutt zu sehen

Auf der Halde Rungenberg erzeugen zwei Lichtstrahler nachts eine Pyramide (Archivfoto).

In Gelsenkirchen liegt die Halde Rungenberg. Dort gibt es auf einer Fläche von 56 Hektar grüne Flächen. Auf einigen Wegen können Besucher spazieren gehen, wandern oder auch Fahrrad fahren. In der Mitte der Halde befindet sich ein ganz besonderer Ort. Denn dort liegt auf dem höchsten Punkt eine Pyramide aus Schutt, die in der Mitte geteilt ist. Um sich das Kunstwerk aus nächster Nähe ansehen zu können, müssen Besucher 300 Stufen hinauf gehen.

Was?Halde Rungenberg
Wo?In Gelsenkirchen
Besonders sehenswert?Pyramide aus Schutt

Nachts wird die Halde Rungenberg von zwei mächtigen Lichtstrahlen so beleuchtet, dass eine Pyramide entsteht. Darüber hinaus zählt die Halde Rungenberg zu den sogenannten brennenden Halden. Das kommt daher, dass die Temperatur im Inneren der Halde erhöht ist und Schwelbrände entstehen können. Der Grund dafür liegt in chemischen Reaktionen der Kohlereste, die sich auf der Halde befinden. Von Bränden sieht man von außen allerdings nichts.

Halde Rungenberg in Gelsenkirchen – so kommt man hin

Mit dem Auto: Autofahrer erreichen die Halde Rungenberg über die Anschlussstelle Gelsenkirchen-Buer auf der A2. Von dort aus geht es über die K4 und weitere Straßen bis hin zur Halde. Der Weg ist ausgeschildert. Vor Ort gibt es Parkmöglichkeiten.

Mit dem ÖPNV: Wer mit dem ÖPNV anreisen will, kann ab Gelsenkirchen Hbf die Linie 301 der Bogestra bis zur Haltestelle Hugostraße nutzen. Von dort aus geht es zu Fuß weiter zu Halde Rungenberg.

Wem diese Orte in der Natur noch nicht genug sind, der kann darüber hinaus noch weitere schöne Ecken im Ruhrgebiet erkunden. So gibt es im Ruhrgebiet zum Beispiel auch Orte, die sich sehr gut für einen Spaziergang eignen. Darüber hinaus finden sich im Ruhrgebiet bis heute auch einige Schlösser und Burgen. (jr)

Rubriklistenbild: © TEAM2/Imago

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