VonMaximilian Grunschließen
Maria Gebauer nahm stellvertretend für ihren verstorbenen Mann die Stadtbezirksmedaille entgegen. Bei der Zeremonie flossen Tränen, während die Gäste Beifall klatschten. Ein Zeichen für den Zusammenhalt im Stadtbezirk Rhynern.
Hamm - Es war der Moment am Freitagabend beim Stadtbezirksempfang in der Konrad-Adeneuer-Realschule (KAR): Maria Gebauer nahm stellvertretend für ihren im vergangenen Jahr verstorbenen Mann Markus, der sich weit über die Grenzen der Feuerwehr Rhynern einen Namen gemacht hatte, die Stadtbezirksmedaille entgegen.
Nicht nur sie ließ ihren Emotionen freien Lauf, auch Bezirksbürgermeister Andreas Obering, Oberbürgermeister Marc Herter und die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Claudia Breer hatten bei der Medaillen-Übergabe Tränen in den Augen und brachten der Witwe ihr Mitgefühl zum Ausdruck. Die Gäste in der Aula der KAR, die ebenso ergriffen waren, erhoben sich von ihren Stühlen und klatschten kräftig Beifall. Dieser Abend zeigte: Im Stadtbezirk hält man zusammen und steht sich besonders in schwierigen Zeiten bei.
Für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement wurden zudem Beate und Olaf Langenhorst und André Bröning mit der höchsten Auszeichnung des Stadtbezirks geehrt.
Rück- und Ausblick des Bezirksbürgermeisters
Zuvor gab Bezirksbürgermeister Andreas Obering in seiner Begrüßungsrede einen Rück- und Ausblick auf die wichtigsten Themen im Stadtbezirk: So wurde der Bürgerbus eingestellt, „Kiss-and-Ride-Zonen“ an den Grundschulen wurden aus Mitteln der Bezirksvertretung eingeführt, an denen man seine Kinder sicher an der Schule aus dem Auto aus- und einsteigen lassen kann. Auch die Werler Straße sowie die Autobahnauffahrt wurden saniert und „es gab zum Glück endlich die dritte Spur Richtung Süden. Seitdem ist der Stau deutlich weniger geworden“.
Zum geplanten Lückenschluss der A445 zwischen Werl und Rhynern sagte Obering: „Es wird Zeit.“ Nicht nur in Hilbeck würden die Menschen unter dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Werler Straße (B63) leiden, sondern auch die Anwohner in Rhynern. „Wir brauchen die A445“, sagte Obering. „Man kann die Ware nicht nur mit dem Lastenrad von Rhynern ins Sauerland bringen, da braucht man die Lkw.“
Wir brauchen die A445.
Im vergangenen Jahr wurde zudem der Bahnhaltepunkt Westtünnen eröffnet. „Seitdem – so wurde kolportiert – kommen 1000 Fahrgäste am Tag über den Haltepunkt von A nach B“, sagte Obering. Der Südfeldweg, der von Rhynern zum Haltepunkt führt, werde wohl nicht verbreitert. Im Rahmen des Neubaugebiets Dierhagenweg wolle man dort eine „vernünftige Straßenführung generieren“, so Obering, „damit man sinngebend diese große und wunderbar ausgebaute Unterführung von Rhynern aus erreichen kann.“
400 neue Arbeitsplätze gegenüber von McDonald’s
Aus dem alten Bahnhofsgebäude im Ortskern Rhynern werde künftig die Bezirksbibliothek Bürgertreff Fenne. Zudem soll ein barrierefreies Bürgeramt entstehen. Am „Stadttor Süd“, wie es Obering nannte, wo einst das Gartencenter Kley „florierte“ und abgerissen wurde, „wird jetzt gebaut, das ist beschlossene Sache“. 400 Arbeitsplätze sollen für die Autobahn GmbH entstehen. Auch die Radwegroute, die dort entlang führt, werde erweitert und sicherer gemacht, sodass die gefährliche Querung der B63 im Bereich von McDonald’s bald nicht mehr erforderlich sei. Die Radrouten von Rhynern und Westtünnen in die Innenstadt sollen zudem kommen, versprach Obering.
Aus Mitteln des Bezirksbudgets sollte bereits im vergangenen Jahr ein sogenannter „Pumptrack“ auf dem Papenloh-Gelände entstehen. „Da warten wir noch auf eine Baugenehmigung aus Arnsberg“, so Obering. Sobald diese kommt, werden 100 000 Euro in die asphaltierte Strecke, die man mit dem Fahrrad oder dem Skateboard befahren kann, investiert.
Zudem erhält die Konrad-Adenauer-Realschule 30 000 Euro für einen Niederseilgarten und ein Sonnensegel. Für die Sanierung der Rhynernhalle werde man 15 000 Euro für Mobiliar und Fußboden anbieten. „Wenn dieses Geld nicht reicht, können wir darüber reden“, sagte der Bezirksbürgermeister. Eine neue Bühne sei bereits vorhanden, die schon bald von den Karnevalisten genutzt werde. 20 000 Euro werden außerdem „für inklusive Spielplätze“ im Stadtbezirk verbaut.
Zwei große Feste stehen im Stadtbezirk an
Obering warb außerdem dafür, an der Feier „1025 Jahre Rhynern“ am 28. Juni auf dem Gelände von Westfalia Rhynern und am Stadtbezirksfest anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Großstadt Hamm“ am 30. August auf dem Gelände des Hammer Sporclubs am Südbad in Berge teilzunehmen.
In seiner Rede sprach Oberbürgermeister Marc Herter vor allem über die Entlastung von Familien. Im Stadtbezirk Rhynern werde die Kita Flick Flack mit vier Gruppen im Berufsförderungswerk zum neuen Kitajahr den Betrieb aufnehmen. Fahrradfahrer und Fußgänger sollen zudem von allen Seiten sicher zum Haltepunkt Westtünnen kommen können. Zudem gab er die Zusage: „In diesem Jahr wird vom Kreisverkehr bis zu Physioline durchgebaut. Dieser kleine Abschnitt von der Von-Thünen-Straße zur Dambergstraße wird kommen.“


