VonJohanna Werningschließen
Der 11.11. als Auftakt zur Karnevalssession in Köln ist ein Erlebnis – nicht nur für Kölner. Wir geben Tipps für den jecken Tag, der dieses Jahr auf einen Samstag fällt.
Köln – Köln ist nicht nur für den Kölner Dom, den 1. FC Köln oder Kölsch bekannt, sondern vor allem für den Kölner Karneval. Die sogenannte 5. Jahreszeit startet dabei traditionell am 11.11. Damit fällt die Sessionseröffnung für Kölner Karneval 2024 auf einen Samstag – ideal also, um mitzufeiern, auch wenn man selbst nicht in Köln wohnt. Allerdings gibt es bestimmte Dinge, die Sie vorher wissen sollten: Wir haben 11 Tipps für den 11.11. in Köln.
1. Ganz Köln ist eine Party – aber man muss früh genug da sein
Die ganze Stadt ist eine Party: Gefeiert wird nicht nur in Clubs oder Partylocations, sondern auch in Kneipen, Brauhäusern und auf Straßen und Plätzen. Was für viele im ersten Moment kurios klingt, ist in Köln und vor allem beim Narrenvolk eine Art Ehrenkodex. Die Sessionseröffnung wird in der ganzen Stadt gefeiert – und zwar von Jung und Alt gleichermaßen. Hotspots sind dabei aber vor allem der Heumarkt, die Südstadt und die Zülpicher Straße im sogenannten Kwartier Latäng – dort feiern vor allem junge Menschen. Wichtig dabei: Es geht überall schon morgens los. Immerhin ist der offizielle Sessionsauftakt um 11:11 Uhr und spätestens dann sollte man sich bereits bei seiner auserwählten Location eingefunden haben.
2. Sessionseröffnung auf dem Heumarkt – das offizielle Highlight am 11.11. in Köln
Eine der beliebtesten Veranstaltungen ist dabei die Sessionseröffnung auf dem Heumarkt. Zehntausende Jecken aus Köln, NRW und ganz Deutschland feiern hier zusammen mit dem designierten Kölner Dreigestirn 2024. Organisiert wird das Ganze von der Willi-Ostermann-Gesellschaft. Und genau die denkt sich jedes Jahr ein besonders buntes Bühnenprogramm aus. Ostermann-Präsident Ralf Schlegelmilch verspricht im 24RHEIN-Interview für den 11.11. sogar „einen echten Knaller“. Mit dabei sind unter anderem die Höhner, die Räuber, Marita Köllner, und die Bläck Fööss. Übertragen wird das ganze Spektakel am 11.11. sogar vom WDR.
3. Partymeile Zülpicher Straße am 11.11. vor der Bewährungsprobe
Die Zülpicher Straße, ein studentisches Feier-Viertel, hat sich in den letzten Jahren zu einem Karnevals-Hotspot für junge Leute aus allen Teilen Deutschlands entwickelt. Schon 2022 war die Meile am 11.11. derart überfüllt, dass es zu kritischen Szenen kam. Für 2023 rechnen nicht nur Anwohner angesichts des 11.11. an einem Samstag mit einer weiter verschärften Lage. Das Gebiet um Zülpicher wird weiträumig abgesperrt, es gibt Einlasskontrollen, ein strenges Sicherheitskonzept samt besonderen Maßnahmen für die Uniwiese als Entlastungsfläche. Besorgte Gastronomen verzichten trotzdem auf das Geschäft des Jahres und schließen ihre Läden, während die Stadt Köln versucht, junge Leute mit einer subtilen Kampagne (“Gästeliste Zülpicher“) vom Besuch abzuhalten. Und es stimmt: Es gibt bessere und angenehmere Ecken, um am 11.11. Spaß zu haben.
4. Vorher Karten kaufen und entscheiden, wo man hin möchte
Doch auch wenn es in Köln zahlreiche Partys und Veranstaltungen gibt, sollten Feiernde vorab entscheiden, wohin sie wollen. Für die größeren Veranstaltungen brauchen Karnevalsfans am 11.11. oft ein Ticket – auch, wer bei der Sessionseröffnung auf dem Heumarkt vor der Bühne stehen will, muss vorab Tickets kaufen. Aber auch für die kleineren Partys in Kneipen oder Brauhäusern gibt es häufig die Möglichkeit, vorab Karten zu kaufen. Und das lohnt sich. Denn damit hat man nicht nur die Garantie, auch noch in volle Lokale zu kommen. Häufig können Karnevalsfans und Jecken mit entsprechenden Tickets an der langen Warteschlange vorbei und direkt in die Partylocation. Wer sich jedoch nicht vorher festlegen möchte, muss sich nicht sorgen. Wie bereits „Tipp 1“ sagt: In ganz Köln wird gefeiert. Genug Auswahl gibt es also auch für Kurzentschlossene.
5. Schunkeln, Singen und Bützche verteilen darf am 11.11. in Köln nicht fehlen
Hat man erst einmal sein Partyziel am 11.11. erreicht, gilt vor allem eines: Einfach loslassen und mitfeiern. Und das Schöne an den Karnevalsliedern wie „Leev Marie“, „Polka, Polka, Polka“ oder „Nie mehr Fastelovend“: Je mehr Kölsch man trinkt, umso schneller und leichter lässt es sich mitsingen und mitschunkeln. Neben Schunkeln, Singen und Feiern wird in Köln am 11.11. vor allem „jebützt“. Und das oft und gern. Die „Bützche“ – also die Küsschen – werden allerdings nur auf die Wange verteilt.
6. In Köln den 11.11. feiern: „Alaaf“ und nicht „Helau“ sagen
Tipp 6 klingt einfach, ist aber obligatorisch: Kölnerinnen und Kölner sowie die Jecken sind eigentlich immer freundlich und offen. An der Kneipe „op d‘r Eck“ werden innerhalb von Minuten Freundschaften geschlossen, vor allem wenn Kölsch fließt. Aber einen Fehler sollte man unbedingt vermeiden: Während man in Düsseldorf „Helau“ sagt und dort am 11.11. der Hoppeditz erwacht, heißt es in Köln „Alaaf“ – und alle andere Ausdrücke sind in der Domstadt streng verboten!
7. Kostüm ist Pflicht: Doch es gibt Regeln, denn manche Verkleidungen sind rechtlich problematisch
Kostümtrends für den Karneval 2024 in Fotos




Aber auch bei der Kostümfrage gibt es einiges zu beachten. Grundsätzlich ist eine Verkleidung Pflicht. Wie kreativ der Jeck dabei werden will, bleibt jedem selbst überlassen. Ob Klassiker wie „rut un wiess“, Pirat oder Polizist oder eine kreative Verkleidung als „KVB-Haltestelle“ oder FC-Trainer Steffen Baumgart. Aber Obacht: Zwar gibt es keine grundsätzlichen Verkleidungsvorschriften oder Kostüm-Gesetze, allerdings könnten einzelne Kostüme aufgrund von bestimmten Paragrafen zu einer Ordnungswidrigkeit oder sogar einer Straftat werden. Und dabei ist eine Verurteilung „gar nicht so unwahrscheinlich“, erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke gegenüber 24RHEIN. „Karnevalsfans sollten keinesfalls echte Uniformen tragen, sondern nur solche, die schnell als Kostüme erkennbar sind.“
8. Petrus is ne Kölsche – aber der geht auch mal feiern
Karnevalsfans sollten bei der Kostümfrage allerdings nicht nur an rechtliche Vorgaben denken, sondern sich auch Wetter-entsprechend anziehen. Denn nichts ist schlimmer, als in seinem Kostüm zu frieren oder zu schwitzen. Karnevalsprofis setzen darum auf mehrere Kostümlagen – damit sowohl draußen als auch drinnen perfekt geschunkelt und gefeiert werden kann. In diesem Jahr sollte das Kostüm deswegen wohl auch etwas wärmer ausfallen, denn das Wetter spielt offenbar am 11.11. in Köln nicht so ganz mit.
9. Am 11.11. gilt in Teilen von Köln ein Glasverbot
Zum Sicherheitskonzept am 11.11. in Köln gilt aber auch ein Glasverbot an den verschiedenen Feiermeilen. Während in der Altstadt rund um den Heumarkt und im Kwartier Latäng rund um die Zülpicher Straße ein striktes Glasverbot herrscht – also Glas weder mitgeführt noch benutzt oder verkauft werden darf – gilt in Teilen der Südstadt ein freiwilliges Glasverbot. 24RHEIN hat 11 Dinge zusammengefasst, die man über den 11.11. wissen muss.
10. Vorher gucken, wo man hin möchte – Straßensperrungen und KVB-Änderungen am 11.11.
Zum Sicherheitskonzept am 11.11. gehören auch zahlreiche Straßensperrungen in ganz Köln. Wer also in Köln feiern möchte, sollte das Auto lieber zu Hause lassen und mit Bus und Bahn anreisen. Aber auch hier gibt es am 11.11. Besonderheiten – sowohl bei der KVB als auch bei der Deutschen Bahn. Aufgrund der Sessionseröffnung kommt es am 11.11. zu zahlreichen Umleitungen und Trennungen bei den KVB-Bahnen. Wer also von außerhalb kommt, sollte vorab gucken, wann und wie er nach Köln kommt und wo genau er feiern möchte.
11. Die richtige Grundlage am 11.11. – Berliner, Halve Hahn oder Muuzemändelcher
Und „last but not least“: Wer am 11.11. in Köln feiert, braucht definitiv die passende Grundlage. Immerhin gehören Karneval und Kölsch einfach zusammen. Aber nicht nur: Zum Start in die 5. Jahreszeit gibt es auch besondere Speisen, die nicht fehlen dürfen. Dazu gehören unter anderem Berliner, Erbsensuppe und Muuzemändelcher als süßes Mürbeteiggebäck. Und was in Köln natürlich immer – und somit auch am 11.11. – geht, sind Halve Hahn, Mettbrötchen und Frikadelle. Ideal also, um das ganze Kölsch aufzusaugen. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/ Imago
