VonKarolin Schaeferschließen
Die Familie von Vater Yoni Asher wurde von der Hamas bei ihrem Überfall auf Israel entführt. Nun wurde wohl die Leiche der Großmutter gefunden.
Tel Aviv – Die internationale Gemeinschaft blickt noch immer sorgenvoll auf den Krieg in Israel. Anfang Oktober startete die Terrororganisation Hamas Angriffe auf Ortschaften in Israel. Infolgedessen waren Hunderte Terroristen in mehrere israelische Ortschaften im Grenzgebiet eingedrungen und verschleppten Menschen in den Gazastreifen. Unter den Verschleppten befinden sich der Bundesregierung zufolge auch deutsche Staatsbürger.
Darunter wohl auch die Familie des Familie des 37-jährigen Yoni Asher. Seine Frau, zwei Töchter und ihre Großmutter seien in einem Kibbuz nahe des Gazastreifens von den Hamas entführt worden. Nun hat der Familienvater wohl traurige Gewissheit – zumindest teilweise.
News zum Krieg in Israel: Deutsche nach Hamas-Geiselnahme wohl tot
Nach Informationen der Bild soll die Schwiegermutter von Asher, Efrat Katz, tot gefunden worden sein. Wie ihre Familie galt Katz seit dem Hamas-Angriff auf Israel als vermisst und wurde vermutlich in den Gazastreifen verschleppt. Ursprünglich wollten Ashers Ehefrau und seine beiden Töchter im Alter von zwei und vier Jahren die Oma besuchen.
Kurz nach dem Überfall habe er seine Familie auf einem Video erkannt, das in den sozialen Medien verbreitet wurde. „Ich habe mit Sicherheit meine Frau, meine beiden Töchter und meine Schwiegermutter auf einer Art Karren erkannt, und um sie herum Terroristen der Hamas“, schilderte Asher gegenüber Reuters.
„Ich bitte Hamas: Tut ihnen nicht weh. Tut kleinen Kindern und Frauen nicht weh“, flehte der 37-Jährige im Interview mit dem Sender RTL. Sein Appell an die Terrororganisation scheint jedoch nicht geglückt zu sein. Die Großmutter seiner Kinder ist offenbar tot. Wo genau die Leiche entdeckt wurde, war zunächst nicht bekannt.
Krieg in Israel: Familienvater sucht weiter nach entführter Familie – „kämpfe um mein Leben“
Die beiden Mädchen, seine Ehefrau und auch der Lebensgefährte seiner Schwiegermutter werden noch vermisst. Für Asher kommt Aufgeben aber nicht infrage. „Ich kämpfe hier um mein Leben. Ich habe nichts mehr zu verlieren, denn ich bin ein Vater ohne seine Frau und seine kleinen Töchter“, sagte er der Bild.
Noch am Donnerstag (19. Oktober) veröffentlichte Asher ein Bild seiner Familie auf Facebook. „Meine wunderschönen Töchter, Papa hat euch nicht vergessen“, schrieb der Familienvater dazu. In einem weiteren Beitrag appellierten Angehörige an Bundeskanzler Olaf Scholz. Drei Generationen der Familie seien von der Hamas entführt worden, darunter auch Efrat Katz, deren Tod bis dato offenbar nicht bekannt war. Vergeblich versuche man, Informationen zu der entführten Familie zu bekommen. „Bring sie zurück“, forderten die Angehörigen den SPD-Politiker auf.
Israel-Krieg: Hamas lässt zwei Geiseln frei – „von Angst gequält“
Erst kürzlich ließ die islamistische Hamas zwei Geiseln aus den USA frei. Eine Mutter und ihre Tochter wurde von der israelischen Regierung an der Grenze des Gazastreifens in Empfang genommen. „Ich bin überglücklich, dass sie bald wieder mit ihrer Familie vereint sein werden, die von Angst gequält war“, sagte US-Präsident Joe Biden zu der Freilassung.
Nach der Entführung von Shani Louk bekommt ihre Cousine Fake-Nachrichten über den Geisel-Aufenthaltsort. Derweil spitzt sich die humanitäre Lage für die Menschen im Gazastreifen zu. Hilfsgüter stecken weiter in Ägypten fest, es fehlt an Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten. (kas/dpa)
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