Kompliziertes System

Ergebnis zur Bremen-Wahl 2023: Offizielle Auszählung dauert drei Tage

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Der Countdown läuft: Am Sonntag (14. Mai) wählt Bremen die Bürgerschaft. Doch bis aus den Prognosen handfeste Ergebnisse werden, dauert es drei Tage.

Bremen - Umfragen sind keine Ergebnisse - das weiß auch Andreas Bovenschulte (SPD). Der Bürgermeister will bis zum Schluss bei der Bremen-Wahl 2023 um jede Stimme kämpfen, wie er kreiszeitung.de von IPPEN.MEDIA im Interview sagte. Seit Wochen bescheinigen die Meinungsforscher dem Sozialdemokraten zwar gute Aussichten auf eine zweite Amtszeit. Doch bis der Rathauschef so richtig feiern kann, braucht es bei der Landtagswahl Geduld. Denn das offizielle Endergebnis steht wohl erst drei Tage nach der Stimmabgabe fest. Schuld ist eine Besonderheit im Bremer Wahlrecht.

Ergebnis zur Bremen-Wahl 2023: Wählerinnen und Wähler brauchen Geduld

Gewählt wird am Sonntag (14. Mai). Bis 18.00 Uhr werden die Wahllokale bei der Bremen-Wahl geöffnet sein. Knapp 463.000 Menschen sind wahlberechtigt und dazu aufgerufen, die Abgeordneten der neuen Bürgerschaft zu bestimmen. Das Landesparlament der Freien Hansestadt besteht aus 87 Abgeordneten. 72 Abgeordnete stammen aus dem Wahlbereich Bremen, hinzu kommen 15 weitere aus dem Wahlbereich Bremerhaven. Sämtliche Kandidaten werden dann gespannt auf das Ergebnis zur Landtagswahl warten.

Warten auf die Ergebnisse zur Bremen-Wahl. Bis 18.00 Uhr dürfen Stimmen abgegeben werden. Kurz danach werden die ersten Hochrechnungen erwartet. Die Auszählung könnte drei Tage dauern.

Wann kommen die ersten Prognosen und Hochrechnungen bei Wahl in Bremen?

Nach der Schließung der Wahllokale wird es aber erst einmal ab 18.00 Uhr Prognosen zum Ausgang der Bremen-Wahl geben. Das sind aber erst einmal Erhebungen von Meinungsforschungsinstituten wie infratest dimap oder der Forschungsgruppe Wahlen. Eine offizielle Hochrechnung vom Wahlleiter der Bürgerschaftswahl soll erst gegen 21.30 erfolgen. Im Unterschied zu den TV-Prognosen beruht diese Daten auf einer ersten Teilauszählung.

„In der Vergangenheit haben die Ergebnisse der Hochrechnungen immer nur wenige Prozentpunkte im Nachkommastellenbereich von den endgültigen Ergebnissen abgewichen“, sagte die Geschäftsstellenleiterin Evelyn Irrsack dem Bremer Nachrichtenmagazin „buten un binnen“. Weitere offizielle Hochrechnungen sollen dann am Sonntag nicht mehr erfolgen.

Auszählung der Stimmzettel: Vorläufiges Endergebnis bei Bremen-Wahl erst am Montag

Am Montag (15. Mai) soll dann das vorläufige Endergebnis zur Bremen-Wahl 2023 mitgeteilt werden, zumindest für den Wahlbereich in Bremerhaven. In Bremen könnte es länger dauern, bis alle Stimmzettel ausgezählt sind. Hier könnte ein vorläufiges Ergebnis vielleicht sogar erst am Mittwoch bekannt gegeben werden, hieß es. Bei den zurückliegenden Bürgerschaftswahlen sei das Prozedere ähnlich verlaufen, sagte Irrsack dem Bericht zufolge.

Panaschieren der Stimmen macht Ermittlung der Ergebnisse schwierig

Doch warum? Das liegt an Bremens vergleichsweise kompliziertem Wahlsystem, bei dem die Wählerinnen und Wähler ihre Stimmabgabe panaschieren können. Das heißt: Die Wahlberechtigten können bei der Bremen-Wahl insgesamt fünf Stimmen vergeben. Sie können die Stimmen beliebig auf Parteien und Direktkandidaten verteilen oder sie alle zusammen auf eine Partei oder eine Person vereinen. Das macht das Auszählen, inklusive der Briefwahl, recht kompliziert - zumal die Kandidatenlisten in Bremen und Bremerhaven unterschiedlich lang sind. Insgesamt ringen mehr als 300 Bewerber um die Sitze in der Bürgerschaft.

Bremen-Wahl: Das Spitzenpersonal der Parteien im Überblick

Für die SPD geht bei der Bremen-Wahl der amtierende Bürgermeister Andreas Bovenschulte als Spitzenkandidat ins Rennen. Der Jurist wurde am 11. August 1965 in Hildesheim geboren.  Seit 1984 Mitglied der SPD, wurde er im Juni 2010 vom Parteitag zum Landesvorsitzenden der SPD Bremen gewählt. Er ist als Parteilinker bekannt, gilt parteiübergreifend aber auch als pragmatischer Politiker. So wurde er bei der Wahl zum Bürgermeister von Weyhe im Jahr 2014 auch von der CDU unterstützt.
Für die SPD geht bei der Bremen-Wahl der amtierende Bürgermeister Andreas Bovenschulte als Spitzenkandidat ins Rennen. Der Jurist wurde am 11. August 1965 in Hildesheim geboren. Seit 1984 Mitglied der SPD, wurde er im Juni 2010 vom Parteitag zum Landesvorsitzenden der SPD Bremen gewählt. Er ist als Parteilinker bekannt, gilt parteiübergreifend aber auch als pragmatischer Politiker. So wurde er bei der Wahl zum Bürgermeister von Weyhe im Jahr 2014 auch von der CDU unterstützt.  © Sina Schuldt/dpa
Während seines Studiums wohnte Bovenschulte in einer gemeinsamen WG mit Carsten Sieling, seinem Vorgänger im Amt des Bremer Bürgermeisters. Als Sieling auf eine weitere Amtszeit verzichtet, wurde Bovenschulte am 15. August 2019 zum Bremer Bürgermeister gewählt. Privat ist Bovenschulte ein begeisterter Fan von Werder Bremen, der als Dauerkartenbesitzer regelmäßig zu den Spielen ins Stadion geht.
Während seines Studiums wohnte Bovenschulte in einer gemeinsamen WG mit Carsten Sieling, seinem Vorgänger im Amt des Bremer Bürgermeisters. Als Sieling auf eine weitere Amtszeit verzichtet, wurde Bovenschulte am 15. August 2019 zum Bremer Bürgermeister gewählt. Privat ist Bovenschulte ein begeisterter Fan von Werder Bremen, der als Dauerkartenbesitzer regelmäßig zu den Spielen ins Stadion geht. © Imago
Als Herausforderer geht CDU-Spitzenkandidat Frank Imhoff in die Bremen-Wahl. Imhoff, am 23. Oktober 1968 in Bremen geboren, gehört schon seit Juni 1999 als Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft an. Nachdem die CDU aus der Bürgerschaftswahl in Bremen am 26. Mai 2019 erstmals in der Geschichte des Landes als stärkste Kraft hervorgegangen war, wurde Imhoff am 3. Juli 2019 zum Präsidenten der Bürgerschaft gewählt.
Als Herausforderer geht CDU-Spitzenkandidat Frank Imhoff in die Bremen-Wahl. Imhoff, am 23. Oktober 1968 in Bremen geboren, gehört schon seit Juni 1999 als Abgeordneter der Bermischen Bürgerschaft an. Nachdem die CDU aus der Bürgerschaftswahl in Bremen am 26. Mai 2019 erstmals in der Geschichte des Landes als stärkste Kraft hervorgegangen war, wurde Imhoff am 3. Juli 2019 zum Präsidenten der Bürgerschaft gewählt. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Imhoff absolvierte nach dem Abschluss der Realschule eine Ausbildung zum Landwirt. Von 1990 bis 1995 arbeitete er in einem landwirtschaftlichen Betrieb und absolvierte parallel eine Ausbildung zum Landschaftspfleger. 1996 übernahm er den elterlichen Hof mit Milchviehhaltung im Bremer Ortsteil Strom, den er seitdem als selbständiger Landwirt gemeinsam mit seiner Familie in fünfter Generation führt. Imhoff ist verheiratet und hat drei Kinder.
Imhoff absolvierte nach dem Abschluss der Realschule eine Ausbildung zum Landwirt. Von 1990 bis 1995 arbeitete er in einem landwirtschaftlichen Betrieb und absolvierte parallel eine Ausbildung zum Landschaftspfleger. 1996 übernahm er den elterlichen Hof mit Milchviehhaltung im Bremer Ortsteil Strom, den er seitdem als selbständiger Landwirt gemeinsam mit seiner Familie in fünfter Generation führt. Imhoff ist verheiratet und hat drei Kinder. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Für die Grünen ist Maike Schaefer bei der Bremen-Wahl wie schon 2019 erneut als Spitzenkandidatin am Start. Die Biologin, die am 2. Juni 1971 in Schwalmstadt geboren wurde, ist seit Januar 2002 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen Bremen. Von Juni 2015 bis August 2019 war sie Fraktionsvorsitzende ihrer Partei in der Bremischen Bürgerschaft, der sie als Abgeordnete von 2007 bis 2019 angehörte.
Für die Grünen ist Maike Schaefer bei der Bremen-Wahl wie schon 2019 erneut als Spitzenkandidatin am Start. Die Biologin, die am 2. Juni 1971 in Schwalmstadt geboren wurde, ist seit Januar 2002 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen Bremen. Von Juni 2015 bis August 2019 war sie Fraktionsvorsitzende ihrer Partei in der Bremischen Bürgerschaft, der sie als Abgeordnete von 2007 bis 2019 angehörte.  © Focke Strangmann/dpa
Bis 2019 war Schaefer umweltpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Seit August 2019 ist sie Stellvertreterin des Präsidenten des Senats und Bürgermeisterin von Bremen sowie Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. In dieser Funktion verantwortet Schaefer die Umgestaltung des Innenstadtverkehrs in Bremen mit Präferenz für ÖPNV und Fahrrad.
Bis 2019 war Schaefer umweltpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Seit August 2019 ist sie Stellvertreterin des Präsidenten des Senats und Bürgermeisterin von Bremen sowie Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. In dieser Funktion verantwortet Schaefer die Umgestaltung des Innenstadtverkehrs in Bremen mit Präferenz für ÖPNV und Fahrrad. © Eckhard Stengel/Imago
Kristina Vogt tritt erneut als Spitzenkandidatin der Linken bei der Bremen-Wahl an – so wie auch schon 2011, 2015 und 2019. Vogt ist seit 2008 Mitglied der Linken und war von 2010 bis 2011 Mitglied im Landesvorstand ihrer Partei. Seit 2011 saß sie als Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft. Im August 2019 übernahm sie den Posten als Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Damit schied sie aus der Bürgerschaft aus.
Kristina Vogt tritt erneut als Spitzenkandidatin der Linken bei der Bremen-Wahl an – so wie auch schon 2011, 2015 und 2019. Vogt ist seit 2008 Mitglied der Linken und war von 2010 bis 2011 Mitglied im Landesvorstand ihrer Partei. Seit 2011 saß sie als Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft. Von 2011 bis 2019 war sie Vorsitzende und Sprecherin ihrer Fraktion für Bildung und Inneres.  © Karsten Klama/dpa
Im August 2019 übernahm Vogt den Posten als Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Damit schied sie aus der Bürgerschaft aus. Vogt wurde am 3. Juni 1965 in Münster geboren und hat ein Kind. Bevor sie in die Politik einstieg, absolvierte sie eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten.
Im August 2019 übernahm Vogt den Posten als Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Damit schied sie aus der Bürgerschaft aus. Vogt wurde am 3. Juni 1965 in Münster geboren und hat ein Kind. Bevor sie in die Politik einstieg, absolvierte sie eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Für die FDP tritt Thore Schäck als Spitzenkandidat bei der Bremen-Wahl an. Zu Beginn seiner politischen Laufbahn engagierte er sich kurzzeitig für die SPD Bremen, ehe er zur FDP wechselte. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er erfolglos für die FDP auf Platz 5 der Landesliste. Im Mai 2019 wurde er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Er ist bau-, verkehrs- und finanzpolitischer Sprecher der FDP.
Für die FDP tritt Thore Schäck als Spitzenkandidat bei der Bremen-Wahl an. Zu Beginn seiner politischen Laufbahn engagierte er sich kurzzeitig für die SPD Bremen, ehe er zur FDP wechselte. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er erfolglos für die FDP auf Platz 5 der Landesliste. Im Mai 2019 wurde er Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Er ist bau-, verkehrs- und finanzpolitischer Sprecher der FDP.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Im Oktober 2020 wurde Schäck zum Landesvorsitzenden der FDP Bremen gewählt. Die Wahl zum Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl fiel mit 91,6 Prozent deutlich aus. Jetzt gilt es noch, die Wahlberechtigten zu überzeugen. Mit der Botschaft „Who the heck is Thore Schäck?“ (Wer zum Teufel ist Thore Schäck) will die FDP ihren Kandidaten populär machen. Überall ist seine Telefonnummer zu finden, per QR-Code kann man auch seine Homepage aufrufen.
Im Oktober 2020 wurde Schäck zum Landesvorsitzenden der FDP Bremen gewählt. Die Wahl zum Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl fiel mit 91,6 Prozent deutlich aus. Jetzt gilt es noch, die Wahlberechtigten zu überzeugen. Mit der Botschaft „Who the heck is Thore Schäck?“ (Wer zum Teufel ist Thore Schäck) will die FDP ihren Kandidaten populär machen. Überall ist seine Telefonnummer zu finden, per QR-Code kann man auch seine Homepage aufrufen. © Sina Schuldt/dpa

Umfragen, Prognose, Ergebnis: SPD hofft bei Bürgerschaftswahl 2023 auf Bestätigung des Trends

Der Trend in den Umfragen ist seit Wochen eindeutig: Die SPD führt knapp vor der CDU, erst weit dahinter folgen Grüne, Linke und Bürger in Wut, die in die Lücke der nicht zugelassenen AfD stößt. Damit kann sich Bovenschulte, der nach der Landtagswahl seiner Jugendliebe das Ja-Wort geben will, berechtigte Hoffnungen darauf machen, dass die Sozialdemokraten in dem kleinsten Bundesland Deutschlands wieder stärkste Kraft werden. Bei der vergangenen Bürgerschaftswahl gelang dies noch der CDU, die in der Folge aber keine Koalition schmieden könnte - trotz ihres erfolgreichen Ergebnisses bei der Bremen-Wahl 2019.

FraktionProzent
SPD29,0
CDU26,0
Grüne13,0
Linke11,0
BiW10,0
FDP6,0
Sonstige5,0

Amtliches Endergebnis zur Bremen-Wahl 2023 steht Ende Mai fest

Endgültig schlauer werden aber alle Beteiligten dann am 26. Mai sein. Denn dann tagt der Wahlbereichsausschuss in Bremen und in Bremerhaven, um das vorläufige Endergebnis zu bestätigen und das amtliche Endergebnis zu verkünden. Dann ist die Bremen-Wahl 2023 abgeschlossen. (jkf)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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