VonGiorgia Grimaldischließen
Vorsorge und Finanzen sind wichtige Themen, besonders für Frauen. Mit diesen Tipps kannst du deine Situation schnell verbessern.
Der Internationale Mädchentag am 11. Oktober ist ein von den Vereinten Nationen (UN) eingeführter Aktionstag, der dazu dienen soll, Bedürfnissen von Mädchen und Frauen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und auf deren Benachteiligungen hinzuweisen. BuzzFeed News Deutschland hat sich deswegen drei Alltagsbereiche von Frauen geschnappt, bei denen sie klar benachteiligt sind, und gibt Tipps, was du dagegen tun kannst.
1. Schluss mit Renten-Prokrastination
Gehörst du zu den 47 Prozent aller Frauen, die ihre Rente vor sich herschieben? Es ist wichtig, sich diese Frage zu stellen, denn Frauen haben eine schwierige Beziehung zu Finanzen – warum, erklärt dir eine Expertin. Dabei sind sie ohnehin schon im Rentensystem benachteiligt.
Frauen kümmern sich öfter um Kinder und den Haushalt. Dafür bleiben sie zu Hause oder arbeiten in Teilzeit, zahlen also wenig bis gar nicht für ihre Rente ein, während Männer volle Gehälter beziehen. Und der Gender Pay Gap, die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, hat Auswirkungen auf ihre finanzielle Situation im Alter. So beziehen Frauen laut Angaben des Statistischen Bundesamts im Schnitt ein Drittel weniger Rente als Männer.
Damit es bei dir nicht so weit kommt, solltest du dich mit dem Thema Rente beschäftigen – je früher, desto besser. Beginne mit den wichtigsten Begriffen rund um die Rente. Danach kannst du dich damit befassen, wie du deine Rente schnell berechnest und welche Modelle für dich infrage kommen.
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2. Brustkrebs: Gehe regelmäßig zu Untersuchungen und taste dich ab
Mädchen und Frauen sind anderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt als Männer. Vor allem Brustkrebs gehört zu diesen Risikofaktoren. Dass Männer daran erkranken, ist sehr selten. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum erkrankt dagegen jede achte Frau am sogenannten Mammakarzinom.
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Der 1. Oktober gilt als internationaler Brustkrebstag und Institutionen und Medien klären den ganzen Monat über Vorbeugung, Erforschung und Behandlung auf. So kannst du neben den regelmäßigen Arztbesuchen, dich auch mit deinem Smartphone über das Thema informieren. In diesem TikTok-Video zeigt eine Ärztin, wie du deine Brüste richtig abtastest, um mögliche Knoten oder andere Veränderungen festzustellen.
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3. Am Arbeitsplatz über Gleichberechtigung und Frauenrechte reden
Laut einer Studie, die im Oktober 2022 veröffentlicht wurde, wissen bereits Schüler:innen, dass sie in Zukunft weniger verdienen werden als Männer. Doch die Lohnlücke nimmt entgegen der Erwartung mit zunehmender Berufserfahrung nicht ab, sondern wächst, besonders in gewissen Branchen. Die Berufswelt ist für Frauen aber nicht nur deswegen eine komplett andere als für Männer. Am Arbeitsplatz müssen Frauen auch mit sexistischen Kommentaren umgehen, die schlimmsten davon haben wir gesammelt, und aufgrund ihres Körpers andere Herausforderungen stemmen, zum Beispiel Menstruationsbeschwerden.
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Anfang des Jahres kochte in Deutschland die Diskussion um den sogenannten Menstruationsurlaub hoch, nachdem Spanien als erstes Land in Europa eine solche Regelung eingeführt hatte. Eine Studie von 2019 zeigt, dass 20 bis 40 Prozent der Frauen regelmäßig so starke Schmerzen während der Periode haben, dass sie dadurch in ihrem Leben beeinträchtigt werden. Dennoch ist es in Deutschland bisher nicht möglich, aufgrund von Menstruationsbeschwerden (ohne Krankschreibung) freizunehmen, andere Länder sind in puncto Periodenurlaub schon weiter.
Doch die gute Nachricht ist: Über diese Themen zu diskutieren, bewirkt Veränderung. Erst im Juni ist eine EU-Richtlinie für mehr Lohntransparenz in Kraft getreten. Wenn du also aktiv etwas gegen strukturelle Ungleichheit am Arbeitsplatz unternehmen willst, ist schon viel getan, wenn du sie thematisierst und mit deinen Kolleg:innen und Vorgesetzten über Lösungen sprichst.
Mehr dazu: Unsere Autorin findet, es gibt viele Gründe, warum wir mehr über Geld sprechen sollten. Deine Rente ist einer davon.
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