Erschreckende Zahl

Gehörst du zu den Frauen, die ihre Rente vor sich herschieben?

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Laut einer aktuellen Umfrage prokrastiniert jede zweite Frau beim Thema Altersvorsorge. Warum das ein „großes Problem“ ist.

Rund jede zweite Frau (47 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass sie sich eigentlich mehr mit ihrer finanziellen Situation in der Rente auseinandersetzen müsste, das Thema aber vor sich herschiebt. Bei jungen Frauen unter 35 Jahren sind es sogar 56 Prozent. Das zeigt eine neue YouGov-Umfrage im Auftrag des Versicherungsdienstleisters Axa für die im September 2023 etwa 2000 Personen online befragt wurden.

Was Wissen über das Thema Altersvorsorge anbelangt (das du in unserem Rentenquiz testen kannst) gibt ebenfalls mehr als jede zweite unter 35-Jährige (56 Prozent) an, nicht gut genug informiert zu sein. Dieses fehlende Renten-Wissen sei der Grund, sich zu wenig mit den Fragen zu befassen, wie groß die eigene Rentenlücke ist und wie man für die Rente ohne Fehler zu machen vorsorgt.

Renten-Prokrastination ist keine gute Idee. BuzzFeed News erklärt, warum.

Angst vor der Rente: „Die Sorge der Frauen ist absolut berechtigt“

Aber warum haben Frauen solch eine schwierige Beziehung zur Rente und Finanzen, fragen wir von BuzzFeed News Deutschland Susanne Krehl von Fabit. „Ich glaube, das liegt nicht nur an dem typischen Bild des Mannes als Familienernährer, sondern auch an der mangelnden Repräsentation von Frauen in der Finanzwelt“, sagt die Finanzapp-Gründerin. Von den befragten Männern gaben schließlich nur 37 Prozent an, das Thema Rente vor sich herzuschieben.

Ein Großteil der Frauen (63 Prozent) hat laut Umfrage Angst, vor der Rente. Zurecht, findet Claudia Flues, Altersvorsorgeexpertin bei der Axa: „Die Sorge der Frauen ist absolut berechtigt.“ Da Frauen in Deutschland im Schnitt rund 300 Euro weniger gesetzliche Rente als Männer haben, sei die Mehrheit eigentlich gezwungen, zusätzlich privat fürs Alter vorzusorgen. Umso problematischer sei es, dass sie das nicht tun, und das Thema vor sich herschieben.

Besonders in Teilzeit arbeitende Frauen liefen Gefahr, im Alter zu verarmen, warnt sie. Auch, weil 40 Prozent von ihnen gar nicht für die Rente sparen – obwohl man auch mit wenig Geld für die Rente zurücklegen kann. Rund jede Fünfte lege nicht einmal 100 Euro im Monat für die Altersvorsorge zurück. Problematisch, denn wer früh mit dem Sparen beginnt, hat sogar Chancen Rentenmillionär:in zu werden.

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Was bei der Rente von Frauen „ein großes Problem“ ist

Frauen holen beim Thema Rente zwar auf und sammeln mehr Versicherungsjahre, weil sie öfter Vollzeit arbeiten – doch noch ist der sogenannte „Gender Pension Gap“ lange nicht geschlossen. „Die Geschwindigkeit der Angleichung ist sehr langsam“, sagt der Ökonom Johannes Geyer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) BuzzFeed News Deutschland.

Bis sich der „Gender Pension Gap“ weiter schließt, könnt es eine Lösung sein, in der Partnerschaft selbst für faire Renten zu sorgen. Die besserverdienende Person könnte der Person, die Care-Arbeit übernimmt, einen finanziellen Ausgleich zahlen, der in deren Rente investiert wird. Dieses Modell wird jedoch noch nicht gelebt, kritisiert Flues. „Obwohl Frauen in deutschen Haushalten immer noch den überwiegenden Teil der Sorgearbeit übernehmen, fordert die Mehrheit dafür keinen finanziellen Ausgleich fürs Alter ein. Das ist ein großes Problem.“

Auch Girl Math kann ein großes Problem für deine Rente sein, wenn du es zu ernst nimmst.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/IMAGO, Collage

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