Neues Rüstungsprojekt

Europas Waffen-Wirrwarr nützt Putin: Frankreichs Nein zu Tomahawk

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Europa initiiert Prestige-Projekt ohne Ende und verzettelt sich womöglich. Frankreich wahrt sein Ego, während Deutsche den Briten Arbeitsplätze schaffen.

Paris – Die Wahl der Systeme ist daher ent­scheidend und wird langfristige Folgen für Europas industrielle und technologische Verteidigungsbasis haben. Es geht um Er­halt oder Abbau von Arbeitsplätzen und Kompetenzen sowie um mehr oder weniger Abhängig­keiten in Schlüsselbereichen“, schreiben Torben und Sven Arnold. Die beiden Analysten der Stiftung Wissenschaft und Politik halten Rüstungskooperationen zwischen Paris und Berlin für schwierig – selbst angesichts des Ukraine-Krieges und Wladimir Putins Expansionismus bleibt die wirtschaftliche Abgrenzung zwischen den USA, Deutschland und Frankreich virulent. Selbst an den Tomahawk-Raketen beziehungsweise am Typhon-System scheiden sich die Geister innerhalb der Nato.

Frankreich wird seinen eigenen Weg gehen. Wie das französische Magazin Forces Operations Blog berichtet hat, wollen die französischen Streitkräfte eine eigene Boden-Boden-Rakete mit einer Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern implementieren. Demnach fehle dem französischen Arsenal eine solche Fähigkeit und könnte durch das European Long Range Strike Approach (ELSA) eingeführt werden – „eine Initiative, die im Juli 2024 gestartet wurde und kurz vor dem Eintritt in eine neue industrielle Phase steht“, wie Forces Operations schreibt.

Neue Rüstungspartner: Großbritanniens Verteidigungsminister John Healey (Mitte) zu Besuch bei seinem Amtskollegen Boris Pistorius. Die beiden wollen jetzt als Alternative zur Tomahawk der USA gemeinsam eine Langstreckenwaffe bauen – die Beste der Welt oder zumindest Europas

Tomahawk ein No-Go für Frankreich: „Artillerie im Lichte des neuen strategischen Kontexts“

„Zwar ist die Stärkung der gesamten traditionellen Boden-Boden-Artilleriekette von wesentlicher Bedeutung, doch erfordert der neue strategische Kontext eine Ausweitung der Grenzen der indirekten Feuerunterstützung, indem Frankreich umfassend mit konventionellen Bodenangriffsfähigkeiten ausgestattet wird“, schreiben Matthieu Bloch und Jean-Louis Thiériot in ihrem Informationsbericht, den die französische Nationalversammlung Ende April 2025 erhalten hat. Der Bericht hatte das Thema „Artillerie im Lichte des neuen strategischen Kontexts“ behandelt.

„Viele ehrgeizige europäische Projekte sind aufgrund unüberbrückbarer technischer oder industrieller Differenzen zwischen den Teilnehmern gescheitert.“

Timothy Wright, International Institute for Strategic Studies

Wie Zuzanna Gwadera aktuell berichtet, habe das französische Luft- und Raumfahrtkonsortium ArianeGroup auf der Pariser Luftfahrtschau vor einigen Wochen erstmals Modelle einer in der Entwicklung befindlichen Boden-Boden-Mittelstreckenrakete mit der Bezeichnung „Missile Balistique Terrestre (MBT)“ vorgestellt – „eine mögliche Antwort Frankreichs auf die Lücke der europäischen Langstreckenangriffsfähigkeit“, urteilt die Autorin des US-Thinktanks International Institut for Strategic Studies (IISS). Von den US-amerikanischen Tomahawks wollen die Franzosen nichts wissen – obwohl dieses System vergleichbare Fähigkeiten bietet; und verfügbar beziehungsweise erprobt ist. Deutschland will ja dort investieren, und setzt parallel zu deutsch-französischen Rüstungskooperationen auf bewährte US-Produkte.

Beispielsweise das Patriot-Luftabwehrsystem oder aktuell die Typhon-Batterien. Das Typhon-Waffensystem wird auch als „Strategic Mid-range Fires System“ (SMRF) bezeichnet – mindestens 2.000 bis 2.500 Kilometer soll die Waffe tragen, jedenfalls die Tomahawk-Raketen, beziehungsweise genauer: Tomahawk-Marschflugkörper. Die werden permanent angetrieben und fliegen knapp über dem Boden auf ihr Ziel zu; der alternativ zu verschießenden SM-6-Rakete wird eine Entfernung bis zu 500 Kilometer zugeschrieben; anders als eine Tomahawk zündet sie einmalig und fliegt dann in einer Kurve vom Boden aus wieder auf die Erdoberfläche zu. Beide Waffenarten kann die Typhon abfeuern.

Trotz Ukraine-Krieg: Europa befindet sich offenbar in einer Zwischenwelt

Europa befindet sich offenbar in einer Zwischenwelt. Die Regierungen reiben sich aktuell noch den Schlaf aus den Augen des jahrzehntelangen militärischen Wachkomas. Jetzt fällt ihnen die Zukunft mit einem Höllentempo auf die Füße – befeuert von einem Wladimir Putin, der Europa mit dem Tag des Jüngsten Gerichts droht und einem US-Präsidenten Donald Trump, der die europäischen Regierungen schulmeistert, als hätten sie ihre Hausaufgaben zu erledigen vergessen – was de facto auch zutrifft. Projekte beispielsweise wie der Zukunftspanzer Main Ground Combat System (MGCS) oder der Kampfjet von übermorgen Future Combat Air System (FCAS) sind mit heißer Nadel gestrickt.

Genau so wie der mit ESSI abgekürzte europäische „Iron Dome“ European Sky Shield Initiative, aus der sich Frankreich demonstrativ heraushält, weil die aktuelle Gemeinschaftswaffe vorrangig das Patriot-System sein soll, ergänzt durch das deutsche IRIS-System. Daneben besteht seit 2024 ELSA, der European Long-Range Strike Approach, zu dem sich inzwischen Frankreich, Deutschland, Italien und Polen mit Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden zusammengeschlossen haben. Wie Zuzanna Gwaderas Analyse nahelegt, besteht ein ziemliches Durch- beziehungsweise Nebeneinander verschiedener Waffen, verschiedener Ausrichtungen der Waffen und verschiedener Kooperationspartner der Systeme. Auch die jeweiligen Rüstungsproduzenten mischen mit ihren je eigenen Interessen mit.

„Darüber hinaus schlägt die französische Abteilung von MBDA die Land Cruise-Missile vor, eine bodengestützte Version der seegestützten, Unterschall-„Missile de Croisière Naval“/Naval Cruise-Missile (MdCN-NCM)“, schreibt Gwadera. Der Bodenmarschflugkörper besteche durch seinen Vorteil, schneller lieferbar zu sein, enttäusche aber mit einer Reichweite von im Vergleich zur MBT „mageren“ 1.000 Kilometern. Laut Gwadera hätten jüngste Konflikte verdeutlicht, dass Unterschall-Marschflugkörper von der Luftabwehr leichter vom Himmel zu fischen seien als ballistische System. Damit nicht genug.

Frankreich außen vor: Pistorius und Healey planen gemeinsame „Das Beste vom Besten“-Waffe

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat im Mai eine Absichtserklärung unterschrieben, die unter dem Namen „Trinity-House-Abkommen“ eine Vielzahl an Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigungskapazitäten umfasst – beispielsweise auch die Entwicklung einer Langstreckenwaffe. „Wir arbeiten gemeinsam an der schnellen Entwicklung eines neuen Systems, das noch weiter schießen und präziser zielen kann als alle aktuellen Systeme“, wie Pistorius und sein Amtskollege John Healey formuliert haben. Gwadera gibt zu bedenken, dass beide Länder eher Kompetenzen in Marschflugkörpern hätten, wie beispielsweise der deutsche Taurus beweist. Sie fragt sich auch, ob diese „Das Beste vom Besten“-Waffe Teil von ELSA würde oder Frankreich außen vor bliebe.

Das wäre dann ein weiteres Projekt, in dem der Eine mit dem Anderen nicht kann. Das kommt aber nicht von ungefähr. Das „Trinity-House-Abkommen“ liest sich wie ein Bestellschein für die britische Rüstungsindustrie zu den finanziellen Lasten Deutschlands. Healey legt als Maßstab den britischen Marschflugkörper Storm Shadow an – das neue Langstrecken-System soll besser sein. Was der deutsche Taurus beispielsweise schon längst ist.

„Die beiden Rüstungsindustrien beider Länder werden sich dadurch stärker als je zuvor annähern. Dies schließt eine langfristige Verpflichtung zur Produktion von Boxer-Panzerfahrzeugen ein und sichert so qualifizierte Arbeitsplätze in ganz Großbritannien“, steht im Abkommen – von Deutschland keine Rede – insofern ein verkapptes Zugeständnis an den britischen Nato-Partner als ein an militärischen Notwendigkeiten ausgerichtetes Vorhaben? Healey verspricht sich von der Partnerschaft Investitionen in Großbritannien.

Nato entzweit: wegen unüberbrückbarer technischer oder industrieller Differenzen zwischen Teilnehmern

„Die Vereinbarung ebnet den Weg für die Eröffnung einer neuen Fabrik für Artilleriegeschütze in Großbritannien. Dies schafft über 400 Arbeitsplätze und stärkt die britische Wirtschaft um fast eine halbe Milliarde Pfund. Mit der Eröffnung des Rheinmetall-Werks werden in Großbritannien erstmals seit zehn Jahren wieder Artilleriegeschütze aus britischem Stahl von Sheffield Forgemasters hergestellt“, so das „Trinity-House-Abkommen“. Bleibt zu fragen, warum sich Deutschland, Großbritannien und Frankreich so schwer beispielsweise auf einen gemeinsamen Panzer einigen können.

Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Die Bundeswehr ist zu See, an Land und in der Luft mit verschiedenen Waffensystemen präsent.
Marine, Heer und Luftwaffe können auf ein breites Angebot an militärischem Arsenal zurückgreifen. Wir zeigen in dieser Fotostrecke eine Auswahl. © dpa (3) / Boris Roessler / Moritz Frankenberg / Bernd von Jutrczenka
Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Patriot (MIM-104): Weitreichendes Flugabwehrraketensystem zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen. Bekämpfungsreichweite ca. 68 Kilometer, kann mehrere Ziele gleichzeitig erfassen und bekämpfen. © IMAGO / Schöning
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform – es kombiniert Kanone und Boden-Luft-Raketen und ist spezialisiert auf Drohnenabwehr. © IMAGO / Zoonar
Die Fregatte F 222 Baden-Württemberg nimmt an der multinationalen Formationsfahrt teil auf dem Transit im Ostchinesischen Meer im Rahmen des Indo-Pacific Deployment, am 11.09.2024.
Die Fregatte „Baden-Württemberg“ ist das Typschiff der modernen F125-Klasse der Deutschen Marine und wurde für langandauernde, weltweite Einsätze mit geringer Besatzung konzipiert. Sie zeichnet sich durch hohe Automatisierung, vielseitige Einsatzmöglichkeiten und eine besondere Eignung für Stabilitätsmissionen und Kriseninterventionen aus. © Bundeswehr/Leon Rodewald
Ein Tornado-Kampfflugzeug startet während der Übung „Baltic Hunter 2023“ vom Flugplatz des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ in Rostock-Laage.
Der Tornado ist ein zweistrahliges Mehrzweckkampfflugzeug, das von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelt wurde und seit den 1980er Jahren vor allem für Tiefflugangriffe, Aufklärung und elektronische Kampfführung eingesetzt wird. Er bleibt trotz seines Alters ein wichtiger Bestandteil der Luftwaffe, insbesondere als Träger für die nukleare Teilhabe und spezialisierte Aufgaben. © Jens Büttner/dpa
Kampfpanzer Leopard 2A7 der Bundeswehr (vorne) bei einer Übung mit einem Puma-Schützenpanzer (hinten). (Archivfoto)
Der Leopard 2 ist ein deutscher Kampfpanzer, der seit 1979 das Rückgrat der Panzertruppe bildet und als Hauptwaffensystem der Bundeswehr sowie vieler Nato-Staaten gilt. Er vereint hohe Feuerkraft durch seine 120-mm-Glattrohrkanone, starken Panzerschutz und außergewöhnliche Beweglichkeit und ist speziell für den Kampf gegen gegnerische Panzerverbände konzipiert. © IMAGO/Björn Trotzki
Infanterist der Zukunft der Bundeswehr ausgestattet u.a. mit Panzerfaust 3.
Die Panzerfaust 3 ist eine moderne, tragbare Panzerabwehrwaffe der Bundeswehr, die mit einem Mehrfachscharfschuss-System und einem hochentwickelten Gefechtskopf ausgestattet ist, um gut geschützte Fahrzeuge zu bekämpfen. Sie bietet eine hohe Präzision, Reichweite von bis zu 600 Metern und kann sowohl gegen gepanzerte Fahrzeuge als auch gegen befestigte Ziele eingesetzt werden. © Björn Trotzki/imago
Drohne "Luna"
„Luna“ ist ein unbemanntes Aufklärungsdrohnensystem der Bundeswehr, das zur Echtzeitüberwachung und Zielaufklärung auf dem Gefechtsfeld eingesetzt wird. Mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern liefert die „Luna“-Drohne Bild- und Videodaten zur Unterstützung von Einsatzkräften. © dpa
Wuchtig: Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr.
Die Panzerhaubitze 2000 ist ein selbstfahrendes Artilleriegeschütz der Bundeswehr mit einer 155-mm-Kanone, das Reichweiten von 30 Kilometern mit Standard- und bis zu 40 Kilometern mit reichweitengesteigerter Munition erzielt. © IMAGO / Sven Simon
Am 28.02.22 lief das Minenjagdboot Dattelnzur Verstärkung der NATO-Nordflanke aus.
Das Minenjagdboot „Datteln“ ist Teil der Frankenthal-Klasse (Klasse 332) der Deutschen Marine und spezialisiert auf das Aufspüren und Beseitigen von Seeminen. Es nimmt regelmäßig an internationalen Nato-Einsätzen und Übungen teil und trägt so zur Sicherung von Seewegen bei. © Presse- und Informationszentrum Marine
Soldaten bei der Waffen- und Geräteausbildung mit einem Gewehr (Archivfoto aus dem Jahr 2005).
Das G36 ist seit 1997 das Standard-Sturmgewehr der Bundeswehr und zeichnet sich durch sein geringes Gewicht, die modulare Bauweise und die einfache Handhabung aus. Es verfügt über eine Feuerrate von etwa 750 Schuss pro Minute und ist mit einem integrierten Optiksystem ausgestattet. Es wird schrittweise durch das modernere G95 ersetzt. © dpa
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Die Bundeswehr nutzt aktuell die Pistole P8 als Standarddienstpistole im Kaliber 9 x 19 mm, plant jedoch deren Ablösung durch die modernere P13. Für Spezialkräfte werden bereits die neuen Walther P14 und P14K eingeführt, die speziell auf deren Anforderungen zugeschnitten sind. (Symbolfoto) © dpa (Symbolbild)
Bundeswehr in Hamburg
Der Wiesel ist ein leicht gepanzertes, luftverlastbares Kettenfahrzeug der Bundeswehr, das vor allem bei Fallschirmjägern und Spezialkräften im Einsatz ist. Es existiert in verschiedenen Varianten, etwa mit 20-mm-Maschinenkanone oder Panzerabwehrlenkwaffen, und bietet hohe Mobilität bei geringem Gewicht. © Markus Scholz/dpa
Von Kiew schon lange angefragt: der Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland.
Der Taurus ist ein hochpräziser, weitreichender Marschflugkörper, der von Deutschland und Schweden entwickelt wurde und vor allem zur Bekämpfung stark geschützter Bodenziele aus großer Entfernung eingesetzt wird. Mit einer Reichweite von über 500 Kilometern und modernster Zielerfassungstechnologie ermöglicht der Taurus präzise Angriffe bei minimalem Risiko für das Trägerflugzeug. © IMAGO / Political-Moments
Deutsches Flugabwehrsystem Iris-T
Das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM. Es dient der Abwehr von Flugzeugen, Hubschraubern, Marschflugkörpern und Drohnen. Seit 2024 in der Bundeswehr eingeführt. © Wolfgang Kumm/dpa
Korvette läuft zu EU-Einsatz vor Libyen aus
Die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ ist ein modernes Kriegsschiff der Braunschweig-Klasse der Deutschen Marine, das vor allem für Küstenüberwachung, Aufklärung und Schutzaufgaben eingesetzt wird. Sie ist mit einem 76-mm-Geschütz, Flugabwehrraketen und Seezielflugkörpern bewaffnet und zeichnet sich durch hohe Wendigkeit und moderne Sensorik aus. © picture alliance / dpa
Mit dieser Ausrüstung kämpft unsere Bundeswehr
Der Mungo ist ein leicht gepanzertes Mehrzweckfahrzeug der Bundeswehr, das speziell für den schnellen Transport von Soldaten und Material, insbesondere für Spezialkräfte, entwickelt wurde. Aufgrund seiner kompakten Bauweise und Luftverlastbarkeit eignet sich der Mungo besonders für Einsätze in schwierigem Gelände und bei schnellen Operationen. © Quelle: Bundeswehr
PIONIERPANZER DACHS: Der Panzer ist ein Arbeitsgerät der Pioniere und basiert auf dem Fahrgestellt des Leopard 1. Mit seinem Teleskoparmbagger errichtet er Ein- und Ausfahrten sowie Zu- und Abfahrten an Gewässerübergangsstellen und macht den Gewässergrund befahrbar. Außerdem dient er zum Anlegen und Beseitigen von Hindernissen und Sperren auf dem Gefechtsfeld. TECHNISCHE DATEN: Motorleistung: 610 kW (830 PS); Gewicht: ca. 43 t; Baggerleistung: ca. 140 Kubikmeter/h
Der Pionierpanzer Dachs ist ein spezialisiertes Unterstützungsfahrzeug der Bundeswehr, das auf dem Leopard-1-Fahrgestell basiert und für Aufgaben wie Baggern, Räumen und Bergen eingesetzt wird. Ausgestattet mit Baggerarm, Räumschild und Seilwinde ermöglicht er Pionieren das Überwinden von Hindernissen und das Befahrbarmachen von Wegen unter Gefechtsbedingungen. © Quelle: Bundeswehr
Ein Raketenwerfer MARS II steht in der Alb-Kaserne.
Der MARS II ist das moderne Raketenartilleriesystem der Bundeswehr, das präzisionsgelenkte Raketen mit Reichweiten von bis zu 84 Kilometern abfeuern kann. Es basiert auf dem amerikanischen MLRS M270, bietet hohe Feuerkraft und Flexibilität und wird vor allem zur Unterstützung von Bodentruppen eingesetzt. © Sebastian Gollnow/dpa
Die Eurofighter sind beeindruckende Kampfjets. Zahlreiche westliche Armeen haben sie in ihrem Bestand. Fotos lassen erahnen, welche technischen Fähigkeiten sie haben.
Der Eurofighter Typhoon ist ein Mehrzweckkampfflugzeug europäischer Herkunft, das durch seine hohe Wendigkeit und vielseitige Bewaffnung sowohl Luftüberlegenheits- als auch Präzisionsangriffe ermöglicht. Er bildet das Rückgrat der Luftwaffen mehrerer europäischer Staaten und ist für Luftverteidigung, Begleitschutz sowie internationale Einsätze ausgelegt. © dpa
U-Boot der Klasse U212A
Die U-Boote der Klasse 212 A sind das Rückgrat der deutschen Marine und zählen zu den modernsten konventionellen U-Booten weltweit. Dank ihres außenluftunabhängigen Brennstoffzellenantriebs sind sie besonders leise, ausdauernd und schwer zu orten, was sie ideal für Aufklärungs- und Spezialoperationen macht. (Symbolfoto)  © picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa
Die Bundeswehr in Afghanistan: Von dem Ausspäh-Programm "Prism" wußten die Deutschen angeblilch schon seit 2011.
Der Dingo ist ein gepanzertes Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) der Bundeswehr, das vor allem für Patrouillen- und Konvoifahrten in gefährlichen Einsatzgebieten entwickelt wurde und durch hervorragenden Minen- und ballistischen Schutz vielen Soldaten das Leben gerettet hat.  © picture alliance / dpa
Bundeswehr
Das MANTIS, ehemals auch Nächstbereichschutzsystem C-RAM (NBS C-RAM), ist ein stationäres Luft-Nahbereichs-Flugabwehrsystem (engl. Short Range Air Defense, kurz SHORAD). Neben den klassischen Zielen der Flugabwehr, wie Flugzeuge und Hubschrauber, kann es sowohl gegen kleine Ziele wie Drohnen/UAVs und Lenkwaffen als auch gegen sogenannte RAM-Ziele (Raketen, Artilleriegeschosse und Mörser) eingesetzt werden. © Bundeswehr
Wiesbaden Army Airfield
Der Kampfhubschrauber Tiger ist ein deutsch-französischer, zweisitziger Mehrzweckhubschrauber der Bundeswehr, der für Panzerabwehr, Luftnahunterstützung und Aufklärung konzipiert wurde. Er ist mit modernen Waffen wie Panzerabwehrlenkraketen, Maschinengewehren und Luft-Luft-Raketen ausgestattet ist. Die Bundeswehr plant, den Tiger bis 2032 aus der Nutzung zu nehmen und schrittweise durch leichtere Kampfhubschrauber zu ersetzen. © Andreas Arnold/dpa
Militärische Fahrzeuge im Norden von Sachsen-Anhalt
Der Schützenpanzer Marder war über Jahrzehnte das Standardfahrzeug der Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr und gilt als bewährtes, wendiges und feuerkräftiges Waffensystem. Mit seiner 20-mm-Bordmaschinenkanone, Panzerabwehrlenkwaffen und moderner Nachtsichttechnik bot er den Panzergrenadieren Schutz, Mobilität und vielseitige Einsatzmöglichkeiten – sowohl im Kalten Krieg als auch bei Auslandseinsätzen, etwa in Afghanistan. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Symbolbild: Das Panzergrenadierbataillon 112 ist mit dem Schützenpanzer Puma auf dem Weg in die Letzlinger Heide zum Gefechtsübungszentrum Heer, am 12.02.2024.
Der Puma ist der modernste Schützenpanzer der Bundeswehr und ersetzt schrittweise den Marder. Er bietet eine hochmoderne Kombination aus starker Bewaffnung, umfassendem Schutz und digitaler Vernetzung, wodurch er optimal auf die Anforderungen moderner Gefechtsführung und die Zusammenarbeit mit dem Kampfpanzer Leopard 2 ausgelegt ist. © Bundeswehr/Julia Dahlmann
Tag der Bundeswehr 2024
Der CH-53 ist der größte und schwerste Transporthubschrauber der Bundeswehr und seit 1975 im Einsatz, vor allem für den schnellen Transport von Personen, Material und bei Katastrophenhilfe sowie in Auslandseinsätzen wie Afghanistan und Mali. Aufgrund seines Alters und steigender Wartungsprobleme soll der CH-53 bis 2030 durch den moderneren CH-47F Chinook ersetzt werden. © Frank Hammerschmidt/dpa

Von einer rüstungspolitischen Union beziehungsweise von einer einheitlichen Armee ganz weit entfernt, erscheint Europa aktuell dem Politikwissenschaftler Hans Kundnani: „Trotz des Hypes um ein ‚geopolitisches Europa‘ bleibt die Rolle der EU in Sachen Verteidigung hauptsächlich eine wirtschaftliche, sei es durch die Koordinierung von Sanktionen oder durch die Förderung der Rüstungsindustrie in den EU-Mitgliedstaaten“, schreibt er für den Thinktank Friedrich-Ebert-Stiftung.

Offenbar ist die Drohung durch Wladimir Putin noch zu gering, als dass Europa sich verteidigungspolitisch als Gemeinschaft betrachtet, was Ende 2024 auch Timothy Wright in einer Analyse für das International Institute for Strategic Studies festgehalten hat: „Viele ehrgeizige europäische Projekte sind aufgrund unüberbrückbarer technischer oder industrieller Differenzen zwischen den Teilnehmern gescheitert.“

Rubriklistenbild: © Dmitri Lovetsky/dpa

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