VonJana Stäbenerschließen
Bei der Rente gibt es einen großen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Woran das liegt und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.
Zwischen Männern und Frauen gibt es in unserer Gesellschaft einige sogenannter „Gaps“: Der „Gender Pay Gap“ beschreibt, dass Frauen im Schnitt 18 Prozent weniger verdienen als Männer. Der „Gender Confidence Gap“ erklärt, warum sich weniger Frauen auf Quizshows bewerben.
Der „Gender Care Gap“ zeigt, dass Frauen sich häufiger um Kinder und Familie kümmern, also unbezahlte Care-Arbeit leisten. Doch was steckt hinter dem „Gender Pension Gap“? BuzzFeed News Deutschland erklärt, was es mit der Lücke auf sich hat.
Gender Pension Gap: Frauen bekommen im Schnitt ein Drittel weniger Rente
Rentner:innen mit mindestens 45 Versicherungsjahren haben in Deutschland Ende vergangenen Jahres durchschnittlich 1543 Euro Rente im Monat erhalten, teilte das Bundesarbeitsministerium auf Anfrage der Linke-Fraktion mit. Männer kamen auf einen durchschnittlichen Rentenzahlbetrag von 1637 Euro im Monat. Frauen erhielten im Schnitt gut 300 Euro weniger Rente also nur 1323 Euro.
Der „Gender Pension Gap“ beschreibt genau diese geschlechtsspezifische Lücke in der Rente. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag damit der „Gender Pension Gap“ 2023 bei 29,9 Prozent. Die Alterseinkünfte von Frauen waren damit durchschnittlich knapp ein Drittel niedriger als die von Männern. Ohne Berücksichtigung von Hinterbliebenenrenten (die Ökonomen ähnlich wie das Ehegattensplitting als unfair betrachten) ist das Rentengefälle noch deutlich größer und liegt bei 42,6 Prozent.
Im OECD-Ranking stehen wir beim „Gender Pension Gap“ übrigens nicht gut da. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist die Lücke zwischen Rentner und Rentnerinnen in Deutschland am größten. Es folgen Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Großbritannien und Frankreich. In Estland ist der „Gender Pension Gap“ am kleinsten. Dicht gefolgt von der Slowakei, Dänemark, Tschechien, Ungarn und Lettland.
Laut Bundesarbeitsministerium droht jeder dritten Frau in Deutschland trotz Vollzeitarbeit auch nach 40 Arbeitsjahren eine Rente von weniger als 1000 Euro pro Monat. Rund 2,7 Millionen vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen so wenig, dass ihre monatliche Rente auch bei regulärem Renteneintritt unter 1000 Euro liegen wird, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Deswegen müssen besonders sie privat für die Rente vorsorgen. Eine Finanzexpertin verrät, wie viel du für die Rente zurücklegen solltest.
So berechnest du deine Rentenlücke anhand deiner jährlichen Renteninformation
Warum gibt es den „Gender Pension Gap“?
Doch warum haben Frauen weniger Rentenansprüche? Weil sie teilweise in schlechter bezahlten Branchen arbeiten als Männer, weniger oft Führungspositionen besetzen und häufiger in Teilzeit arbeiten. Außerdem nehmen Frauen längere Auszeiten für Care-Arbeit, was sich dann auf ihre Versicherungsjahre auswirkt. Wie genau der Staat deine Rente finanziert, wenn du in Elternzeit bist, verraten wir dir hier.
Im Schnitt sammeln sich so weniger Jahre und Rentenpunkte an, die für die Rente angerechnet werden können. Zwar holen Frauen aktuell auf und sammeln mehr Rentenversicherungsjahre, „der Unterschied sei allerdings immer noch sehr groß und die Geschwindigkeit der Angleichung sehr langsam“, sagt der Ökonom Johannes Geyer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zu BuzzFeed News Deutschland.
Mehr Ideen, um für die Rente vorzusorgen: Es braucht einen verpflichtenden ETF-Sparplan!
Rubriklistenbild: © Westend61/IMAGO, Collage


