Dominik Raab

Mobbingvorwürfe gegen Sunak-Vize: Beamten reichen aus Angst Beschwerden nicht ein

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Die Mobbingvorwürfe gegen Justizminister und Vize-Premier Dominic Raab halten an. Es ist nicht der erste Fall dieser Art in der Administration von Rishi Sunak.

London – Unter Beamten soll er verantwortlich für eine „Kultur der Angst“ sein: Justizminister und Rishi Sunak-Vize Dominic Raab. Derzeit wird eine Reihe an Beschwerden gegen das alte und neue Regierungsmitglied Raab untersucht. Ein Bericht der BBC zeigt, dass offenbar noch mehr Beamtinnen und Beamten Beschwerde gegen seine Person einreichen wollten, sich dann jedoch offenbar dagegen entschieden – auch das spricht Bände. Von desolaten Tories, deren Niedergang kaum noch zu bremsen scheint.

Sunak-Vize und Justizminister Dominic Raab in der Kritik: Weitere Beamte sollen Beschwerden geplant haben

Die Vorwürfe gegen den amtierenden Vize von Rishi Sunak, Justizminister Dominic Raab, wiegen schwer: Es geht um massive Fälle von Mobbing in Regierungskreisen. Während bereits wegen formalen Beschwerden ermittelt wird, offenbart ein Bericht der BBC, dass diese möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs sein könnten. Das Nachrichtenportal erklärt, noch mehr Beamtinnen und Beamten hätten sich beschweren wollen, sich dann jedoch aus Angst vor Identifizierung umentschieden – mit der ihm unterstellten „Kultur der Angst“ scheint es offenbar tatsächlich nicht weit her zu sein.

Vorwürfe des Mobbings von Vizepremier Raab

Laut BBC seien die Beamtinnen und Beamten darüber unterrichtet worden, dass sie im Zuge der Ermittlungen gegenüber Raab identifiziert worden wären. Bei Ermittlungen dieser Art ist es offenbar üblich, keine Aussagen anonymer Quellen entgegenzunehmen, was für Dominic Raab möglicherweise von Vorteil ist. Das Nachrichtenportal berichtet, einige Mitarbeiter, die keine formale Beschwerde eingereicht hätten, würden sich nun als Zeugen zur Verfügung stellen. Seit Beginn des Jahres laufen Befragungen über das Verhalten von Dominic Raab.

Großbritanniens Regierung in der Krise: Lässt Rishi Sunak seinen Vertrauten Dominic Raab gehen?

Mehrere der Beschwerden beziehen sich auf Raabs erste Amtszeit im Justizministerium sowie auf seine Zeit als Brexit-Minister. Ein weiterer Fall bezieht sich auf seine Zeit als Außenminister. Raab war bereits unter Boris Johnson als Justizminister und stellvertretender Premier tätig, bevor er unter Liz Truss die Regierung hatte verlassen müssen. Sunak holte ihn zurück in seine Administration und muss sich auch deshalb Fragen zu seinen Personalentscheidungen gefallen lassen. Ein weiterer Minister, Gavin Williamson, war wegen Mobbingvorwürfen bereits zuvor gezwungen, Rishi Sunaks Regierung zu verlassen.

Der Regierungschef selbst hatte sich beim Thema Dominic Raab immer wieder uneindeutig geäußert. Über die Zukunft seines Stellvertreters soll er nach Abschluss der Ermittlungen entscheiden. Aus Whitehall-Quellen heißt es laut BBC, Raab habe sein Verhalten inzwischen verbessert. Je nachdem, zu welchem Schluss Ermittler Adam Tolley kommt, ist das möglicherweise zu spät.

Prominenter Unterstützer wendet sich von Sunaks Tories ab: „Ändert die verdammte Regierung“

Ein Blick in die britische Politik lässt kaum einen anderen Schluss zu: Die Konservativen in Großbritannien demontieren sich selbst, das zeigen nicht nur ihre verheerenden Umfragewerte. Auch der Streit um Löhne im öffentlichen Sektor und Berichte über Steuermauschelei sowie Vetternwirtschaft in der Partei dürften da wie Brandbeschleuniger wirken. Inzwischen wenden sich auch viele ehemalige Unterstützer von den Konservativen ab. Zu ihnen gehört auch Pop-Star Rod Stewart. Unangekündigt hatte der Sänger kürzlich bei einer Sendung des TV-Senders Sky News angerufen, in der Zuschauerinnen und Zuschauer zu Wort kommen sollen.

Er selbst sei lange ein Tory gewesen, doch nun wäre es an der Zeit für die Regierung zurückzutreten und Labour machen zu lassen, so der Popstar. Stewart erklärte mit Blick auf die Lage im Gesundheitsdienst NHS: „In all meinen Jahren in diesem Land habe ich noch nie erlebt, dass es so schlimm war. Ändert die verdammte Regierung“. Beinahe täglich wird die Angriffsfläche bei den Tories größer – und die nächsten Wahlen kommen, das weiß man auch bei Labour.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Tayfun Salci

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