„Nichts Definitives erreicht“: Trump trifft Netanjahu – und beharrt auf Iran-Deal
VonNail Akkoyun
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Franziska Schwarz
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Trumps Dauergast Netanjahu ist wieder in Washington. Israels Ministerpräsident pocht auf Beschränkungen für das iranische Atomprogramm. Der US-Präsident will verhandeln.
Update, 12. Februar, 6:59 Uhr: US-Präsident Donald Trump will die Atomverhandlungen mit dem Iran vorerst fortsetzen. Trump schrieb nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seinem Onlinedienst Truth Social, er wolle „sehen, ob ein Deal zustande gebracht werden kann“. Netanjahu hatte Trump zu einer härteren Gangart gegenüber Teheran gedrängt.
Der US-Präsident äußerte sich zurückhaltend über das rund dreistündige Treffen mit Netanjahu im Weißen Haus: „Es wurde nichts Definitives erreicht, außer dass ich darauf bestand, dass die Verhandlungen mit dem Iran fortgesetzt werden, um zu sehen, ob ein Deal zustande gebracht werden kann oder nicht“, schrieb er.
Netanjahu bei Trump: Sorge um Iran-Deal – US-Präsident setzt auf Verhandlungen
Update vom 11. Februar, 20:55 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Worten bei seinem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu klargemacht, dass er im Iran-Konflikt weiter auf Verhandlungen setzt. Er habe darauf bestanden, dass die Gespräche mit dem Iran weitergeführt werden, um herauszufinden, ob ein Abkommen zustande kommen kann, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Wenn ja, wäre das die von ihm bevorzugte Option.
Israel hatte wiederholt vor einem Abkommen mit dem Iran gewarnt, das sich nur auf das Atomprogramm beschränkt. Der jüdische Staat sieht sich durch das Programm in seiner Existenz bedroht. Gleichzeitig fordert Israel aber auch, dass der Iran sein Arsenal ballistischer Raketen und die Unterstützung seiner israelfeindlichen Verbündeten in der Region herunterfährt. Teheran will dagegen nur über das Atomprogramm verhandeln.
Das letzte Mal habe sich der Iran gegen ein Abkommen entschieden und sei dann von US-Angriffen auf iranische Atomanlagen getroffen worden, schrieb Trump. Für den Iran sei das nicht gut gewesen. „Hoffentlich werden sie dieses Mal vernünftiger und verantwortungsbewusster sein.“
Vertreter der USA und des Irans hatten vergangene Woche in Omans Hauptstadt Maskat neue Verhandlungen begonnen. Trump stellte eine Fortsetzung in Aussicht – ein genauer Termin dafür steht bisher nicht fest. Der US-Präsident hielt gleichzeitig auch seine militärischen Drohungen gegenüber dem Iran aufrecht, sollte es nicht zu einem Deal kommen.
Netanjahu bei Trump: Sorge um Iran-Deal – Werben um harte Linie gegen Teheran
Erstmeldung vom 11. Februar: Israel sieht in Irans Atom- und Raketenprogramm die größte Bedrohung. Bei US-Präsident Donald Trump will Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu jetzt sicherstellen, dass Israels Anliegen in den Iran-Gesprächen der USA nicht außer Acht gelassen werden.
Netanjahu wird am heutigen Mittwoch (11. Februar) in Washington erwartet. Das Treffen – das inzwischen siebte seit Trumps Amtsantritt – ist um 17.00 Uhr unserer Zeit angesetzt. Er will mit Trump über die laufenden Atomverhandlungen mit dem Iran beraten. Netanjahu will nach Angaben seines Büros auf Beschränkungen für das iranische Raketenprogramm pochen. Dabei dürfte es auch um Trumps Drohung eines US-Angriffs auf den Iran gehen, sollten die Atomgespräche scheitern.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Netanjahu bei Trump: Die zwei Staatschefs gelten als enge Verbündete
Die USA und der Iran hatten am Freitag im Oman indirekte Gespräche über das iranische Nuklearprogramm geführt, die Trump als „sehr gut“ bezeichnete. Die beiden Politiker gelten als enge Verbündete.
Eine der Hauptbotschaften, die Netanjahu Trump überbringen werde, sei, dass Verhandlungen mit dem Iran wertlos seien, zitierte das Wall Street Journal den israelischen Energieminister Eli Cohen. „Der Iran hat keine seiner Verpflichtungen erfüllt“, habe Cohen dem israelischen Armeeradio gesagt.
US-Präsident Trump vor Iran-Gesprächen: Auch Netanjahu will ein Abkommen
Trump sagte dagegen dem US-Nachrichtenportal Axios, er glaube nicht, dass Netanjahu wegen der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran nervös sei. „Auch er will ein Abkommen. Er will ein gutes Abkommen“, sagte Trump demnach.
Laut der israelischen Zeitung Jediot Achronot will Netanjahu mit Trump unter anderem aktuelle Geheimdienstinformationen über Irans Raketenprogramm teilen. Netanjahu werde Trump zudem warnen, dass Teheran Langstreckenraketen entwickele, die die Vereinigten Staaten treffen könnten.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran folgen auf die Massenproteste in der Islamischen Republik, die der staatliche Sicherheitsapparat brutal niederschlug. Trump hatte Teheran daraufhin mit einem militärischen Eingreifen gedroht und die US-Militärpräsenz in der Region unter anderem mit dem Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ gestärkt.
Netanjahu laut Bericht in Sorge, dass Trump den Iran „vom Haken“ lässt
Israel hatte im Juni 2025 zwölf Tage Krieg gegen den Erzfeind geführt und zusammen mit den USA iranische Atomanlagen bombardiert. Zudem hat Israel in den vergangenen zwei Jahren Irans Verbündete wie die islamistische Hamas im Gazastreifen oder die Hisbollah im Libanon militärisch stark geschwächt.
Netanjahu sei besorgt, dass Trump einem Abkommen zustimmen könnte, das den Iran „vom Haken“ lasse, zitierte das Wall Street Journal Israels früheren Botschafter in den USA, Michael Oren. „Dieser militärische Sieg könnte zunichtegemacht werden, wenn dem Iran eine Lockerung der Sanktionen gewährt wird und er wieder zu einer großen regionalen Bedrohung wird, bewaffnet mit ballistischen Raketen und Terror unterstützend“, sagte Oren.
Treffen von Trump und Netanjahu: Auch Gaza-Friedensprozess auf der Agenda
Neben den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran wird Netanjahu beim Treffen mit Trump nach eigenen Angaben auch über die Lage im Gazastreifen sprechen. Die zweite Phase des Waffenruhe-Abkommens sieht unter anderem die Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas vor. (Quellen: AFP, dpa) (frs/nak)