Die Produktion der russischen Raketen ist berüchtigt: Neben der RS-28 Sarmat (s. Bild), untermauert besonders die Oreschnik-Rakete Wladimir Putins Atom-Drohungen gegen den Westen. (Symbolbild)
Zuvor wütete der ehemalige russische Präsident Dmitrij Medwedew gegen eine mögliche Lieferung der Tomahawks. Er drohte, die Lieferung könne schlecht ausgehen – „vor allem für Trump selbst“. Sicherheitsexperte Carlo Masala ordnete die russische Rhetorik im Podcast Sicherheitshalber so ein, dass „die Russen schon ein bisschen Schiss“ vor einer Lieferung der Tomahawks hätten. Die europäischen Staats- und Regierungschefs scheinen derweil auf Russlands neue Langstrecken-Bedrohung vorbereitet zu sein.
Geheime Raketenstationierung: Belarus als neuer Brennpunkt
Ein Abkommen zwischen den Regierungen in Moskau und Minsk könnte den Ukraine-Krieg erneut zum Beben bringen: Bis Ende 2025 soll das mobile Oreschnik-System auf belarussischem Boden stationiert werden. Die bodengestützten Mittelstreckenraketensysteme haben eine potenzielle Reichweite von 1.000 bis 5.500 Kilometern. Das ukrainische Nachrichtenportal LIGA.net beruft sich auf Geheimdienstinformationen und berichtet, dass die Systeme in der Region Mogilev im Osten Belarus‘ stationiert werden sollen. Der Standort bietet eine strategische Reichweite, welche nicht nur ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – sondern auch dessen NATO-Partner – bedrohen würde.
„Es gibt Vereinbarungen zwischen der Russischen Föderation und Belarus über den Einsatz mobiler bodengestützter Raketensysteme mit Oreshnik-Mittelstreckenraketen auf belarussischem Boden. Vorläufigen Informationen zufolge sollen diese bis Ende 2025 in der Region Mogilev stationiert werden“
Weiter heißt es, dass die russischen Streitkräfte durch die Stationierung in Belarus bestimmte Luftabwehrkorridore umgehen könnten. Durch die kürzeren Flugzeiten und geringeren Erkennungsfenster für europäische Raketenabwehrsysteme stelle diese Verlegung ein Sicherheitsrisiko dar. Die Stationierung solcher Systeme in Belarus, wäre der erste bekannte Einsatz derartiger Waffen in Europa seit Ende des Kalten Krieges.
Comeback der Atomwaffen-Tests: die nukleare Bedrohung kehrt zurück
Selenskyjs Drängen auf Tomahawks – Trump bleibt hart
In den vergangenen Wochen drängte besonders Wolodymyr Selenskyj auf eine Lieferung der Tomahawk-Marschflugkörper. Das in den USA gefertigte System hat eine Reichweite von bis zu 1600 Kilometern, hätte der Ukraine Angriffe tief in russischem Gebiet ermöglicht. US-Präsident Donald Trump hatte bei seinem Treffen mit Selenskyj eine Lieferung jedoch verweigert.
Die „Koalition er Willigen“ scheint jedoch fest entschlossen, der Ukraine dennoch zu helfen: Vergangenen Freitag rief der britische Premierminister Keir Starmer die westlichen Verbündeten zur Lieferung von Waffen mit größerer Reichweite an die Ukraine auf. Er beharrte: „Ich denke, wir können noch mehr tun“. Starmer wollte außerdem eine schnellere Produktion von Luftabwehrraketen bekanntgeben – dadurch soll die Ukraine mit zusätzlich 5.000 Raketen ausgestattet werden. Zudem kündigte Starmers Büro die Lieferung von rund 140 „leichten Mehrzweckraketen“ an, die im anstehenden Winter an Kiew geliefert werden sollen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte bei dem Treffen die Lieferung zusätzlicher Luftabwehrraketen vom Typ Aster zu. Die Aster-Raketen werden in Frankreich und Italien hergestellt und ähneln den Patriots aus US-Produktion.
Oreshnik-System in Belarus: Eine stille Drohung für Europa
Dass Russland und seine Verbündeten das Oreshnik System als stille Drohung nutzen ist nicht neu: Bei einem Treffen des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko mit dem Premierminister Kirgisistans war im Hintergrund der Gesprächsrunde ein Modell des russischen Raketensystems in seinem Büro zu sehen. Die Aufnahmen wurden über den Propagandakanal Pul Pervogo verbreitet. Bereits zum Zeitpunkt des Treffens, Anfang Oktober, mutmaßten Experten, das Modell sei bewusst im Bildausschnitt positioniert worden.
Bereits im August verkündete Belarus, bei dem Manöver unter anderem der Einsatz atomwaffenfähiger Raketen geübt werden soll. Nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusks sollte bei dieser Übung auch die Besetzung der sogenannten Suwalki-Lücke simuliert werden. Das Gebiet grenzt an die polnisch-litauischen Grenze, und schließt im Norden an die russische Exklave Kaliningrad und im Süden an Belarus an. Es wird befürchtet, dass Russland und sein Verbündeter Belarus den 65 Kilometer breiten Landstreifen im Fall einer Ausweitung des Ukraine-Krieges besetzen könnten.(Quellen: Sicherheitshalber, LIGA.net, Defense Express, AFP, dpa, Pul Pervogo) (kox)