Nachschub aus Nordkorea

Putins Verluste im Ukraine-Krieg – Nordkorea hilft mit Raketenwerfern aus

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Bester Dinge: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un lässt sich dafür feiern, dass sein mobiles Raketenwerfer-System funktioniert. Jetzt hat er Russland für dessen Offensiven in der Ukraine mit Nachschub versorgt – und sich den Zorn Chinas zugezogen.
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Kim Jong-un gilt als erster Vasall von Wladimir Putin. Er will sich an ihm zu orientieren und versuchen, Südkorea anzugehen. China ist misstrauisch.

Kursk – „Sie folgen einem Muster der Vertiefung der nordkoreanischen Beteiligung, von der Lieferung großer Mengen Munition und Waffen bis hin zur direkten Beteiligung an diesem Krieg, die den russischen Streitkräften bei der Rückeroberung der Region Kursk helfen könnte“, sagt Michael Kofman. Die Financial Times hatte den Analysten des britischen Thinktank Carnegie Endowment for International Peace befragt zum Motiv der Nordkoreaner für ihre Lieferung von Haubitzen und Mehrfachraketenwerfen an Wladimir Putin. Die Ukraine wird offenbar von zwei Nationen immer fester in die Zange genommen.

„Ich bringe meine feste Überzeugung zum Ausdruck, dass das starke und tapfere russische Volk das souveräne Recht und die Sicherheitsinteressen des Staates entschieden verteidigen und unter Ihrer energischen Führung mit Sicherheit den heiligen Krieg für den Frieden in der Region und internationale Gerechtigkeit gewinnen wird“, zitiert Radio Free Asia den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un mit einer Botschaft zur aktuellen Lieferung; die allerdings kein Wort über die Ukraine enthält.

Kims große Ziele: Nachverschiedenen Medienberichten führt Nordkorea einen Zwei-Fronten-Krieg

Einigen Medien zufolge hat Nordkorea etwa 50 im Inland produzierte, selbstfahrende 170-mm-Haubitzen des Typs M-1989 mit Eigenantrieb sowie 20 moderne 240-mm-Mehrfachraketenwerfer an Russland geliefert. Andere Quellen sprechen von insgesamt bis zu 100 Systemen, die in die Ukraine gehen. Neben Munition und Soldaten rollen aus Pjöngjang offenbar jetzt auch handfeste Rüstungsgüter an die Front. Angesichts dieser neuen Dimension ist auch das Europäische Parlament aufgeschreckt, wie eine aktuelle Pressemitteilung nahelegt.

Russland hat bis heute bis zu 1.000 Nuklearsprengköpfe getestet, Pjöngjang dagegen gerade einmal sechs. Mit diesem Know-how wird auch ein erfolgreicher atomarer Angriff Nordkoreas auf die Vereinigten Staaten im Kriegsfall wahrscheinlicher.“

Matthias Müller, Neue Zürcher Zeitung

„Die Abgeordneten fordern die internationale Gemeinschaft auf, rasch und entschlossen zu handeln, um der alarmierenden Eskalation des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine entgegenzuwirken.“ Soll womöglich heißen: Dem Mehr an Kriegsgerät auf russischer Seite soll ein Mehr an Rüstungsgütern auf ukrainischer Seite folgen. Wie die Moscow Times schreibt, haben die ukrainischen Truppen inzwischen auch festgestellt, dass sie an der Charkiw-Front mit nordkoreanischen Panzerabwehrsystemen Bulsae-4 beschossen wurden. Bisher war nur bekannt gewesen, dass Wladimir Putin seine Geschützrohre mit Geschossen aus Nordkorea befeuert. Inzwischen sollen Russlands Raketenarsenale auch schon wieder aus Nordkorea aufgefüllt worden sein. Fahrzeuge und Geschütze sind demnach neu.

Nach den verschiedenen Medienberichten führt Nordkorea aktuell demnach einen Zwei-Fronten-Krieg: In Kursk füllen deren Truppen die Reihen russischer Kräfte auf, an der Grenze zu Südkorea demonstrieren dessen eigene Truppen vermeintliche Stärke. „In einem Bericht der Denkfabrik Rand Corporation aus dem Jahr 2020 heißt es, dass Nordkoreas Artilleriesysteme mit fast 6.000 großen Kanonen in Reichweite der wichtigsten Bevölkerungszentren Südkoreas eine ebenso große Gefahr für den Süden darstellen wie Kims Atomwaffen- und Raketenprogramme“, veröffentlichte der US-Sender CNN im März dieses Jahres.

Ukraine-Krieg reich an Verlusten: Russland fährt auch bei Raketenwerfern faktisch auf Reserve.

Die spannende Frage ist, was sich Nordkorea an Rüstung wirklich leisten kann, abseits der von staatlichen Medien veröffentlichten Parade-Bilder. Wie das Magazin Forbes aktuell behauptet, sei Russland im Februar mit mehr als 1.000 Raketenwerfern auf Rädern tief in die Ukraine eingedrungen. „Es war eine der größten taktischen Raketentruppen der Welt“, schreibt Forbes-Autor David Axe. Er bilanziert aber die russischen Verluste auf mindestens 400 – Russland fährt also auch dort faktisch auf Reserve.

„Zwar hat der Kreml viele alte Raketenwerfer aus der Langzeitlagerung geholt, aber es ist ihm nicht gelungen, genug davon zu bergen, um die Verluste auf dem Schlachtfeld auszugleichen und neue Einheiten damit auszurüsten. Auch die Raketenvorräte gehen zur Neige“, schreibt Axe. Deshalb ist Kim für Putin so ungemein wichtig.

Wie die Statistik-Platform Odin veröffentlicht, ist das M-1991 ein 240-mm-Mehrfachraketenwerfersystem (Multiple Launch Rocket System – MRLS), das von den nordkoreanischen Streitkräften verwendet werde. Das Fahrzeug sei erstmals 1991 gesehen worden und trage deshalb den Namen M-1991 – für das Jahr, in dem der US-Geheimdienst auf das System aufmerksam wurde. Das M-1991 verfeuere ungelenkte Raketen mit einem Kaliber von 240 Millimetern mit Nebel-, Brand- und chemischen Sprengköpfen. Auch gelenkte Raketen sollen möglich sein.

Russlands neue Raketenwerfer: Nordkoreanischen Systeme den US-amerikanischen HIMARS vergleichbar

Die Raketen mit einem Gewicht von 85 Kilogramm könnten bis zu 60 Kilometer weit fliegen, schreibt die Moscow Times. Die nordkoreanischen Systeme seien den US-amerikanischen HIMARS vergleichbar – beziehungsweise denen weit voraus, wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur Korean Central News Agency (KCNA) berichtet: „Das System habe bei den Inspektionstests, seine Überlegenheit hinsichtlich Mobilität und Schlagkonzentration unter Beweis gestellt‘“, so KCNA laut der Moscow Times.

Inzwischen sei klar, dass Russland seinen Partner „auf der Halbinsel gewählt hat“, schreibt dazu Henry Haggard. Für den ehemaligen Berater in der US-Botschaft in Seoul sei jetzt höchste Zeit, dass Südkorea diese Tatsache akzeptiere und sich unmissverständlich an die Seite des ukrainischen Volkes, der Vereinigten Staaten und Europas stelle, fordert Haggard für den US-Thinktank Center for Strategic and International Studies (CSIS).

Anfang November hatte auch der täglich über den Ukraine-Krieg berichtende US-Thinktank Institute for the Study of War (ISW) gemutmaßt, dass der Beistandspakt zwischen Russland und Nordkorea die militärische Balance auch auf der koreanischen Halbinsel erschüttern könnte. „Pjöngjang hofft wahrscheinlich, dass das nordkoreanische Militärpersonal Kampferfahrung unter den Bedingungen eines gegenwärtigen Krieges sammelt – Erfahrung, die es möglicherweise in zukünftigen Konflikten anwenden kann. Die Zusammenarbeit zwischen Nordkorea und Russland birgt die deutliche Möglichkeit, die langfristige Stabilität der koreanischen Halbinsel und der weiteren asiatisch-pazifischen Region zu gefährden“, schreiben deren Autoren.

Kims vermutliche Strategie: Pjöngjang handelt wohl gezielt entlang der eigenen Interessen

Seoul spekuliert jetzt verstärkt, inwieweit sie die Ukraine unterstützen könne, um sich selbst zu helfen. Laut CNN hätte die nordkoreanische Übung im März dieses Jahres den Südkoreanern demonstriert, dass ein massiver Schlag aus Nordkorea verheerende Folgen hätte. Sollte sich Nordkorea tatsächlich in Kursk einschießen, wäre das Gleichgewicht der Abschreckung in Korea extrem gefährdet.

China dürfte an der Allianz zwischen Nordkorea und Russland kaum Gefallen finden, schreibt beispielsweise die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Nordkorea sei nur sich selbst gegenüber loyal, zitiert das Blatt Rüdiger Frank – Pjöngjang handle demnach gezielt entlang der eigenen Interessen und würde die beiden groben Partner geschickt instrumentalisieren, legt der Professor für Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens an der Universität Wien nahe.

China erzürnt über Kim: „Für ihn ist der Ukraine-Krieg im Gegensatz zu China ein Geschenk“

Möglicherweise ist die Lieferung von manifestem Rüstungsgut statt lediglich Versorgungsgütern wie Munition ein erstes Zeichen dafür, dass sich Diktator Kim Jong-un von China zu emanzipieren sucht. „Für ihn ist der Ukraine-Krieg im Gegensatz zu China ein Geschenk, denn Kim nutzt die militärische Not Moskaus aus und wird sich die Lieferung von Material und Menschen vergolden lassen. Neben Devisen, Nahrungsmitteln und Treibstoff wird er russische Raketentechnik und möglicherweise auch atomgetriebene U-Boote fordern“, schreibt NZZ-Autor Matthias Müller.

Nordkorea – Kim Jong-uns abgeschottete Diktatur

Menschen an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea
Nordkorea ist das wohl geheimnisvollste Land der Erde: eine totalitäre Diktatur, in der der Einzelne nichts zählt, ohne Freiheiten und Menschenrechte, abgeschottet vom Rest der Welt. Schätzungsweise 26 Millionen Menschen leben in dem Land, das im Norden an China und Russland grenzt und im Süden an das freiheitliche, demokratische Südkorea. Nordkoreas Grenzen sind für die meisten Menschen unüberwindbar – kaum einer kommt rein, noch weniger Menschen kommen raus.  © Ed Jones/afp
Die Skyline von Pjöngjang
Hauptstadt sowie kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes ist Pjöngjang. Rund drei Millionen Menschen leben in der nordkoreanischen Metropole, die so anders ist als die anderen Mega-Städte Asiens. Pjöngjang ist grau, geprägt von Hochhäusern, gesichtslosen Wohnblöcken und gigantischen Monumenten, die der herrschenden Kim-Familie huldigen sollen. Wer in der Hauptstadt leben darf, ist privilegiert: Hier ist die Stromversorgung besser als auf dem Land, die Regale der Geschäfte sind voller, es gibt Freizeitparks, Kinos, Theater. © Olaf Schuelke/Imago
Kim Jong-un auf einem Pferd
Beherrscht wird Nordkorea seit 2011 von Kim Jong-un, einem Diktator, der skrupellos vor allem ein Ziel verfolgt: den eigenen Machterhalt und den seiner Sippe. Nordkorea ist das einzige kommunistische Land der Welt mit einer Erb-Monarchie, in der die politische Macht vom Vater auf den Sohn übergeht. Die sogenannte „Paektu-Blutlinie“ kontrolliert das Land seit dessen Gründung im Jahr 1948. Die Macht der Kims ist unanfechtbar, Aufstände gab es nie, dafür sorgt die lückenlose Überwachung und Kontrolle der gesamten Gesellschaft. © KCNA via KNS/afp
Sowjetische Soldaten in Pjöngjang
Korea war über Jahrhunderte ein geeintes Land. Die Geschichte der Teilung beginnt erst im 20. Jahrhundert: Von 1910 bis 1945 ist Korea eine japanische Kolonie, nach der Niederlage der Japaner besetzen sowjetische Truppen den Norden des Landes, der Süden wird von amerikanischen Truppen besetzt. Weil Verhandlungen über eine Vereinigung der beiden Landesteile scheitern, gründen sich 1948 auf der koreanischen Halbinsel zwei Staaten. © Jacob Gudkov/Imago
Szene des Koreakriegs
Zwei Jahre später dann die Tragödie: Der Korea-Krieg bricht aus. Kim Il-sung, Machthaber im Norden, schickt seine Truppen in den Südteil des Landes, um Korea mit Gewalt zu vereinen. Wenige Wochen später greifen die UN-Truppen unter Führung der USA den Norden an, stoßen bis an die chinesische Grenze vor. Das beunruhigt Peking – das nun auf der Seite von Nordkorea in den Krieg eingreift. 1953 wird ein Waffenstillstand verhandelt, das Land bleibt entlang des 38. Breitengrades geteilt. Ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht unterzeichnet. © Imago
Familie Kim
Kim Il-sung, der Gründer und erste Präsident Nordkoreas, ist ein Machthaber von Stalins Gnaden. Geboren 1912, ist er als junger Mann im Widerstand gegen die japanische Besatzungsmacht aktiv. 1940 geht er ins Exil in die Sowjetunion, wo er schließlich zum späteren Machthaber Nordkoreas aufgebaut wird. Ab 1948 etabliert Kim einen auf ihn zugeschnittenen Personenkult. Mit brutalen Säuberungsaktionen entledigt er sich seiner Gegner. Politisch pendelt sein Land zwischen China und der Sowjetunion, vor allem, nachdem sich die beiden kommunistischen Führungsmächte ab Ende der 50er-Jahre zunehmend voneinander entfremden. © Imago
Kim Il-sung und Kim Jong-il
Schon in den 1970ern beginnt Kim Il-sung, seinen Sohn Jong-il zu seinem Nachfolger aufzubauen. Als er 1994 stirbt, übergibt er Kim Jong-il ein verarmtes Land. Mit dem Untergang der Sowjetunion wenige Jahre zuvor hat Nordkorea seinen wichtigsten und engsten Partner verloren, es stürzt in eine wirtschaftliche Krise, auf die eine fatale Hungersnot folgt. Hunderttausende Menschen verhungern. Unter Kim Jong-il, der 1941 oder 1942 geboren wurde, verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und dem Rest der Welt, das Land schottet sich immer mehr ab. Vor allem die USA sowie Südkorea – das sich seit den 80ern zur Demokratie gewandelt hat – werden zu Feindbildern. © KCNA via KNS/afp
Fernsehbilder vom ersten nordkoreanischen Atomtest 2006
Unter Kim Jong-il beginnt die beispiellose Aufrüstung des bettelarmen Landes. Wichtigstes Ziel Kims ist es, Nordkorea zur Atommacht zu machen. 2006 gelingt ihm das, Nordkorea testet erstmals eine Atombombe. Die Welt ist geschockt, die Vereinten Nationen erlassen Strafmaßnahmen, denen insgesamt neun weitere Sanktionsrunden folgen. Heute ist Nordkorea eine Atommacht, die wohl Dutzende Sprengkörper besitzt. © Jung Yeon-Je/afp
Kim Jong-un beobachtet einen Raketentest
Zudem testet das Land regelmäßig ballistische Raketen, auf denen die nuklearen Sprengköpfe montiert werden können. So kann das Regime mit seinen Atomwaffen sogar die USA erreichen – zumindest in der Theorie, denn noch ist unklar, wie leistungsfähig die Raketen tatsächlich sind. © KCNA via KNS/afp
Donald Trump und Kim Jong-un an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea
Kim Jong-il stirbt 2011. Ihm folgt einer seiner Söhne nach: Kim Jong-un. Der treibt das Raketen- und Nuklearprogramm seines Vaters weiter voran. Als Hauptfeinde hat er Südkorea und die USA ausgemacht, die sein Regime regelmäßig mit drastischen Beleidigungen überzieht. Unter US-Präsident Donald Trump sieht es für einen kurzen Moment so aus, als könnten sich die Spannungen zwischen Nordkorea und dem Westen abkühlen – dreimal treffen sich Kim und Trump, auch Südkoreas damaliger Präsident kommt mit Kim zu einem Gipfeltreffen zusammen. © Brendan Smialowski/afp
Passanten in Pjöngjang währen der Corona-Pandemie
Doch die diplomatischen Initiativen scheitern 2019. Ein Jahr später sucht die Corona-Pandemie die Welt heim. Auch Nordkorea schließt seine Grenzen – und schottet sich gegen das Virus so hermetisch ab wie kein anderer Staat weltweit. Trotzdem meldet das Regime im Mai 2022 erste Corona-Fälle. Auch nach dem Ende der Pandemie bleibt Nordkorea ein international isoliertes Land. © Imago
Putin und Kim in Russland
Enge Beziehungen unterhält das Regime in Pjöngjang heute vor allem zu seinen beiden nördlichen Nachbarn China und Russland. Zu Wladimir Putin pflegt Kim ein besonders gutes Verhältnis, denn Russlands Präsident benötigt Nordkoreas Unterstützung für seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine – als Lieferant von Waffen und Munition. Im Herbst 2023 treffen Putin und Kim in Russlands Fernem Osten zusammen, es ist Kims erste Auslandsreise seit der Pandemie. © KCNA via KNS/afp
Kim Jong-un und seine Tochter Ju-ae
Kim Jong-un wurde 1982, 1983 oder 1984 geboren, hat also möglicherweise noch viele Jahre vor sich. Nordkoreas Diktator ist allerdings bei schlechter Gesundheit. Er gilt als Kettenraucher und Alkoholiker und ist sichtbar übergewichtig. Was, wenn er stirbt? Experten glauben, dass Kim seine Tochter Ju-ae zu seiner Nachfolgerin aufbauen will. Seit November 2022 zeigen Staatsmedien das Mädchen, das wohl 2012 oder 2013 zur Welt gekommen ist, regelmäßig an der Seite ihres mächtigen Vaters. © KCNA via KNS/afp
Kim Yo-jong
Aber auch Kims Schwester Kim Yo-jong gilt als mögliche Erbin auf den Thron. Die Macht, die die Kims seit bald 80 Jahren innehaben, dürften sie jedenfalls so schnell nicht aus der Hand geben. © Jorge Silva/afp

Insofern sind weder Zahl noch Qualität der gelieferten Rüstungsgüter entscheidend. Der nordkoreanische Potentat hat im dritten Kriegswinter Flagge gezeigt. Gegenüber Putin, gegenüber China und vor allem gegenüber Südkorea. Möglicherweise ist die Lieferung von immer mehr Material in einen laufenden Krieg sogar schon eine Kriegserklärung an Südkorea.; eine offene Demonstration der militärischen Stärke allemal.

Die sogar noch weiter eskalieren könnte, wie Matthias Müller mutmaßt. Kim könnte das Wissen der Russen über Atomraketen abschöpfen wollen: „Russland hat bis heute bis zu 1.000 Nuklearsprengköpfe getestet, Pjöngjang dagegen gerade einmal sechs. Mit diesem Know-how wird auch ein erfolgreicher atomarer Angriff Nordkoreas auf die Vereinigten Staaten im Kriegsfall wahrscheinlicher.“

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