VonJana Stäbenerschließen
Eine Studie schaut sich an, wie die Generation Y mit Geld umgeht. Sie zeigt: Vor allem Frauen könnten beim Sparen noch mutiger sein.
Weil die gesetzliche Rente nicht reicht, musst du zusätzlich fürs Alter vorsorgen. Egal ob du der Generation Z angehörst oder ein Zillennial oder Millennial bist. Doch wie ticken von 1983 bis 1998 geborene Menschen eigentlich beim Thema Sparen? Die Studie „Millennial Money Matters“ hat sich das genauer angeschaut.
Die meisten Millennials sparen nur bis zu 100 Euro im Monat
Die guten Nachrichten zuerst: Laut Studie sparen acht von zehn Millennials regelmäßig. Ein Großteil der heute 25-40-Jährigen (55 Prozent) legt weniger als 550 Euro monatlich zur Seite. Die meisten (17,7 Prozent) investieren oder sparen bis 100 Euro monatlich. Bis 250 Euro legen 17,6 Prozent der Befragten beiseite, eine gute Summe, um die Rentenlücke zu schließen.
Schaut man sich die monatliche Sparrate bei Frauen an, so sind es bei ihnen noch mehr, die nur bis zu 100 Euro im Monat zurücklegen (19,9 Prozent). Je höher die Sparrate wird (siehe Grafik unten) desto niedriger der Anteil an Frauen, die so viel Geld zurückzulegen. Woran es liegt, dass Frauen eine andere Beziehung zu Rente und Finanzen haben, erklärt eine Finanzexpertin im Gespräch mit BuzzFeed News Deutschland.
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Rente landet im Spar-Ranking auf dem dritten Platz
Fragt man Millennials, wofür sie sparen, so landet die Rente nur auf dem dritten Platz. Nur 37 Prozent geben an, vor allem fürs Alter vorzusorgen. Für Urlaube hingegen sind es 41 Prozent, den Notgroschen geben 49 Prozent als Top-Sparziel an. „Ein Polster von etwa drei Monatsgehältern sollte immer auf dem Tagesgeldkonto sein. Psychologisch getrennt, damit es nicht in die monatliche Budgetplanung rutscht“, bestätigt die Finanzapp-Gründerin Susanne Krehl bei BuzzFeed News Deutschland.
Um die Rentenlücke zu schließen, gebe es jedoch eine Faustregel namens 50:30:20. „Die Hälfte deines Einkommens geht für Grundbedürfnisse wie Wohnen und Essen raus. 30 Prozent sind für Wünsche und persönliche Bedürfnisse und 20 Prozent für Ersparnisse.“
Bei den Frauen geben sogar 49 Prozent an, für Urlaube zu sparen. Für eine größere Anschaffung wie ein Auto oder eine Weltreise sparen 30 Prozent. Beachten müssen Millennials dabei also: Beides fällt eher in die Kategorie „Wünsche und Bedürfnisse“, sollte also nicht mit den 20 Prozent des Einkommens finanziert werden, die eigentlich für die Rente angespart werden müssen.
Millennials müssen mehr in ihre Rente investieren
Auch bei der Frage „Investieren oder sparen“, könnten Millennials noch einiges besser machen. Laut Studie investieren nur 21 Prozent der Frauen regelmäßig. Bei den Männern sind es mit 39 Prozent fast doppelt so viele. Dabei ist das Investieren in die Rente (das laut unserer Autorin verpflichtend sein sollte) eine der wenigen Möglichkeiten, langfristig Gewinn zu machen und die Inflation auszugleichen.
Wer früh anfängt, in einen breit gestreuten Aktienfonds einzuzahlen, kann sogar eine Million Euro für die Rente ansparen. oder einfach früher aufhören zu arbeiten und mit 40 in Rente gehen. Dafür sind World-ETFs am besten geeignet. Zum Beispiel Indexfonds wie der MSCI World, der MSCI All Country World Index (ACWI) oder der FTSE All Country.
Wenn eine 27-jährige Person anfängt, pro Monat 630 Euro in solche Fonds zu sparen, und das 40 Jahre lang durchhält, hat sie bei einer angenommenen Bruttorendite von sieben Prozent (schwankt je nach Wirtschaftslage) pünktlich zum Renteneintritt mit 67 die Million beisammen – nach Kapitalertragsteuer. Das erfordert aber einen gut bezahlten Job und viel Disziplin. Nicht jede Person hat das, weshalb es auch durchaus möglich ist, mit wenig Geld für die Rente vorzusorgen.
Die Studie „Millennial Money Matters“ wurde vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt und vom Fondsmanager Evergreen und der Finanzapp „Forget Finance“ in Auftrag gegeben. Sie befragte im März 2023 insgesamt 1013 Menschen zwischen 25 und 40 Jahren in einem Online-Panel.
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