Zwei Jahre nach dem 7. Oktober

Satellitenbilder seit Kriegsbeginn zeigen: Gazastreifen liegt in Trümmern

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Neue Aufnahmen belegen massive Zerstörung in Gaza. Analysen von Medien und UN-Stellen sprechen von Hunderttausenden beschädigten Gebäuden.

Gaza-Stadt – Mehr als zwei Jahre nach Beginn des Krieges im Gazastreifen zeigen neue Satellitenbilder das volle Ausmaß der Verwüstung. Die Aufnahmen des US-Unternehmens Planet Labs PBC verdeutlichen wieder einmal, wie ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht wurden, Felder zu Zeltlagern wurden und Infrastrukturen praktisch kollabierten. Von Gaza-Stadt bis Rafah zieht sich eine Spur aus Trümmern, Ruß und grauer Erde – dort, wo früher Wohnhäuser, Schulen und Grünflächen standen.

Eine palästinensische Familie blickt auf die Ruinen von Gaza-Stadt, während Rauch über zerstörten Vierteln aufsteigt. Zwei Jahre nach Beginn des Krieges dokumentieren Satellitenaufnahmen von Planet Labs PBC die flächige Zerstörung der Enklave – Wohngebiete, Straßen und öffentliche Einrichtungen sind vielerorts ausgelöscht.

Die Vergleichsaufnahmen stammen aus den Jahren 2023 und 2025 und wurden von mehreren internationalen Medien ausgewertet, darunter BBC Verify und Reuters. Die Redaktionen stützen sich auf identische Bildquellen von Planet Labs PBC sowie teils auf ergänzende Daten des UN-Satellitenzentrums UNOSAT. Sie zeigen: Ein Großteil des Gazastreifens ist heute kaum wiederzuerkennen – aus urbaner Dichte wurde ein ausgedehntes Trümmerfeld

Satellitenbilder zeigen: Gazastreifen zu großen Teilen in Trümmern

Laut einer Analyse des UN-Satellitenzentrums UNOSAT, die Reuters vorliegt, wurden seit Oktober 2023 rund 193.000 Gebäude im Gazastreifen beschädigt oder zerstört. Eine ergänzende Untersuchung des Conflict Ecology Lab der Oregon State University auf Grundlage von Copernicus-Sentinel-1-Daten spricht sogar von bis zu 197.000 betroffenen Bauwerken, schreibt ABC News. Andere Quellen, etwa die UN-Agentur für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), so NBC News, gehen von einer Beschädigung von „rund 80 Prozent“ aller Gebäude aus.

Trotz dieser Abweichungen in den Zahlen bleibt das Gesamtbild eindeutig: In nahezu jeder Stadt des Gazastreifens wurden Wohn- und Infrastrukturflächen in großem Umfang zerstört. Fachleute führen die Differenzen auf unterschiedliche Zeiträume, Sensorarten und Klassifikationsmethoden zurück – doch das Muster ist klar erkennbar. Der Küstenstreifen, einst dicht besiedelt und von Ackerflächen durchzogen, ist heute weitgehend entvölkert und verwüstet.

Wo Journalismus keine Chance hat

Zeichnung von Adel Zourob.
Adel Zourob, * Palästina / Gaza, getötet 2023 Adel Zourob war dafür bekannt, dass er sich für verwundete Kinder einsetzte. Freiberuflich arbeitete der palästinensische Journalist für mehrere Medien, darunter das der Terrororganisation Hamas nahestehende AL-AQSA VOICE RADIO. Seine Familie gehörte zu den wenigen Palästinensern im Gazastreifen, die in ihren eigenen Häusern geblieben waren. Mehr als 80 % der Bevölkerung waren bereits geflohen. Es sollen laut ASSOCIATED PRESS rund 1.9 Millionen Menschen sein. Adel Zorob postete Nachrichten zum Gaza-Krieg auf seiner Facebook-Seite und in WhatsApp-Nachrichtengruppen. Am 18.Dezember 2023 gab es einen israelischen Luftangriff auf das Haus seiner Familie in Rafah im südlichen Gazastreifen. Der Journalist wurde zusammen mit 25 Familienmitgliedern getötet. Die letzte Nachricht hatte er unmittelbar vor seinem Tod verschickt. © Patrick MacAllister / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Haneen Ali Al-Qashtan
Haneen Ali Al-Qashtan, * 1989 Palästina / Gaza, getötet 2023 in Gaza. Die Journalistin Haneen Ali Al-Qashtan arbeitete für den UKW-Radiosender SAWT AL WATAN. Am 17. Dezember 2023 wurde sie zusammen mit Familienangehörigen bei einem israelischen Bombenangriff auf das Flüchtlingslager Nuseirat im Gazastreifen getötet. Sie wurde 34 Jahre alt. Ali al-Qutshan war die 12. palästinensische Journalistin, die im Israel-Palästina-Konflikt getötet wurde. © Huriye Genc / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Saed Abu Nabhan
Saed Abu Nabhan, * 2000 Palästina / Gaza, getötet 2025 Palästina / Gaza Saed Abu Nabhan wurde während einer Reportage im Flüchtlingslager Nuseirat von einem israelischen Scharfschützen erschossen. Saed Abu Nabhan hatte Fotografie und Videobearbeitung an der Fachhochschule von Gaza studiert, denn er hatte eine Leidenschaft für Journalismus, berichtete sein Vater. Schließlich wurde er freiberuflicher Kameramann und Fotograf und arbeitete für den privaten Fernsehsender AL-GHAD TV und die türkische staatliche Agentur ANADOLU. Am 10. Januar 2025 wurde der 25-Jährige während einer Reportage im Flüchtlingslager Nuseirat im Zentrum von Gaza von einem israelischen Scharfschützen erschossen.  © Maria von Stülpnagel / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Sari Mansur.
Sari Mansur, * Palästina, 2023 im Gazastreifen getötet Sari Mansur war ein palästinensischer Journalist bei QUDS NEWS, einer der Hamas angeschlossenen palästinensischen Nachrichtenagentur. Er wurde am 18. November 2023 bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen getötet. Er befand sich mit seinem Kollegen Hassouna Salim, einem Kameramann, in dem Flüchtlingslager al Bureij.  © Ernestine Kuger-Hoberg / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Ahmed Mansour
Ahmed Mansour, *Palästina, 2025 in Gaza durch israelischen Angriff verbrannt Ahmed Mansour war Redakteur der lokalen Nachrichtenagentur PALESTINE TODAY. Er wurde am 7. April 2025 mitten in der Nacht bei dem Brand seines Zeltes, in dem mehrere Journalisten untergebracht waren, schwer verletzt. Der Brand wurde durch einen israelischen Angriff verursacht. In einem Video ist zu sehen, wie Ahmed Mansour bei lebendigem Leib verbrennt. Er erlag schließlich noch am selben Tag seinen schweren Verbrennungen.  © Beatrice Adloff / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Abdallah Alwan.
Abdallah Alwan, * Palästina / Gaza, getötet 2023 in Palästina / Gaza Abdallah Alwan war ein prominenter Radiokommentator und Nachrichtensprecher und arbeitete für mehrere Agenturen, darunter für die zu AL-JAZEERA gehörende Radio-Plattform MIDAN, das Magazin MUGTAMA und AL-JAZEERA. Auch war er als Radiomoderator tätig für das HOLY QURAN RADIO der Islamischen Universität. Am 30. November 2023 postete Alwan Fotos von den Schäden an seinem Haus in Jabalia in Nord-Gaza, die durch israelische Bombardierungen entstanden waren. Er erklärte, dass zwei seiner Nichten bei den Angriffen getötet worden waren. In seinem letzten Facebook-Post vom 17. Dezember 2023 schrieb Alwan: „An jedem Morgen sagen wir, dass die letzte Nacht die schlimmste Nacht des Krieges war… Alle Tage sind schlimmer als alle zuvor. Das beschreibt kurz und knapp den Krieg“. Einen Tag später, am 18. Dezember 2023 wurde er in seinem Haus getötet. © Lucia Makelis / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Ramy al Refee
Ramy al Refee, *1997 Palästina / Gaza, getötet 2024 in Palästina / Gaza Ramy al Refee arbeitete als Kameramann für die lokale WATANIA MEDIA AGENCY und seit Ausbruch des Israel-Gaza-Krieges als Freelancer für AL JAZEERA ARABIC TV. Dort war er dem Reporter Ismail Al-Ghoul zugeteilt worden. Sie waren gemeinsam für Reportagen im Kriegsgebiet in Gaza unterwegs. Ramys Vater, Iyad al Refee, teilte mit, sein Sohn habe aus Sicherheitsgründen in Krankenhäusern übernachtet und sei jede Woche ein- bis zweimal zum Essen und Schlafen nach Hause gekommen. Am 31. Juli 2024 waren beide in Gaza-Stadt unterwegs, um vor dem Privathaus des Hamas-Führers Ismail Hanija zu drehen. Dieser war zuvor durch das israelische Militär im Iran getötet worden. Als ein Anschlag auf ein Nachbargebäude verübt wurde, verließen die beiden Reporter umgehend das Areal in einem Fahrzeug, um sich in Sicherheit zu bringen. Kurz darauf wurde ihr Wagen von einer israelischen Drohne getroffen. Der 27-jährige Ramy al Refee und sein Kollege Al-Ghoul waren sofort tot. Beide Leichen wurden zum Al-Ahli-Krankenhaus gebracht. © Carole Isler / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Ahmed Bdeir.
Ahmed Bdeir, * 1994 Palästina/Gaza, getötet in Palästina/Gaza 2024 Der palästinensische Journalist Ahmed Bdeir (Ahmed Badir) arbeitete für die Zeitung AL-HADAF MEDIA NETWORK. Am 10.Januar 2024 wurde er bei einem israelischen Bombenangriff neben dem Krankenhaus „Al-Aqsa Märtyrer Hospital“ in Deir al Balah getötet. Er wurde nur 30 Jahre alt. © Angelika Wey-Bomhard / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Helmi Al-Faqaawi.
Helmi Al-Faqaawi, getötet 2025 in Palästina / Gaza Helmi Al-Faqaawi arbeitete als Reporter für PALESTINE TODAY. Er wurde am 7. April 2025 durch einen israelischen Luftangriff getötet. Mehrere Videos zeigen die Folgen dieses Luftangriffes auf ein von Journalisten genutztes Zelt im Eingangsbereich des Al-Nasser-Krankenhauses in Chan Yunis / Gaza. Umstehende versuchen, mit Wasser aus Plastikflaschen die meterhohen Flammen zu bändigen. Helmi Al-Faqaawi sowie ein weiterer Mann wurden getötet, insgesamt neun Medienschaffende verletzt. © Johannes Stahl / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Ismail al-Ghoul.
Ismail al-Ghoul, * 1997 Palästina / Gaza, ermordet 2024 Ismail Al Ghoul arbeitete für den von Katar finanzierten arabischen Fernsehsender AL JAZEERA. Al Ghoul war einer der wenigen Reporter, die im nördlichen Gazastreifen während des Angriffs Israels verblieben waren. Er hatte mehr als 620.000 Instagram-Follower und war durch seine Auftritte bei AL JAZEERA bekannt.  © Achim Ripperger / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Said al-Tawil.
Said al-Tawil, * Palästina, getötet 2023 Palästina / Gaza Saeed Al-Taweel beendete 2012 sein Studium mit einem Bachelor-Abschluss an der Islamischen Universität von Gaza in Fach Medien und Journalismus. Seine Karriere begann er als Reporter für mehrere lokale und regionale Medien, die verschiedene Themen wie Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport behandelten. 2018 kam er als Korrespondent und Produzent in Gaza zu dem jordanischen Satellitenkanal ROYA TV. Er war darüber hinaus Chefredakteur des unabhängigen palästinensischen Nachrichtensenders AL-CHAMISA. © Huriye Genc / Wahrheitskämpfer
Zeichnung von Ayat Khadoura.
Ayat Khadoura war eine palästinensische freiberufliche Journalistin. Sie hatte an der Al-Quds-Universität im Gazastreifen einen Abschluss in digitalen Medien gemacht und begann, für lokale Medien als freiberufliche Rundfunkjournalistin zu arbeiten. Die Vlogs der ausgebildete Synchronsprecherin waren in ganz Palästina beliebt. Die 27-jährige Journalistin wurde am 20. November 2023 bei einem israelischen Luftangriff auf ihr Haus in Beit Lahya im Norden des Gazastreifens getötet. Zusammen mit ihr starben vielen ihrer Familienmitglieder, darunter ihre Brüder Ayoub und Adham und ihre Schwester Souad. © Dzemail Demic / Wahrheitskämpfer

Gaza-Stadt: Aus der Metropole wurde eine graue Ödnis

In Gaza-Stadt, dem früheren wirtschaftlichen Zentrum, dokumentieren Planet-Labs-Aufnahmen kilometerweite Flächen aus Schutt, zerbombten Straßenzügen und zerstörter sozialer Infrastruktur. Laut NBC News sind laut der Aufnahmen Sportplätze, Parks und selbst ein großes Trinkwasserreservoir „fast ausgelöscht“. Auf aktuellen Luftbildern erscheint die Stadt farblos – ein Muster aus Staub, Beton und verkohltem Metall.

Auch BBC Verify verifizierte Vergleichsbilder vom Oktober 2023 und September 2025, die zeigen, wie einzelne Einschläge in den ersten Monaten des Krieges allmählich in den systematischen Abriss ganzer Stadtteile übergingen. Wo früher Wohnblöcke standen, markieren nur noch staubige Wege den Verlauf ehemaliger Straßen. Viele dieser Gebiete sind weiterhin militärisch umkämpft oder unzugänglich, was Rettungs- und Räumungsarbeiten nahezu unmöglich macht.

Zerstörung im Gazastreifen in Zahlen (Stand: Oktober 2025)

KategorieWert / Schätzung
Beschädigte oder zerstörte Gebäudeca. 197.000
Anteil beschädigter Strukturen (Gesamtbebauung)rund 80 %
Funktionsfähige Krankenhäusernur 14 von 36
Zerstörte Schulenca. 88 %
Tote seit Oktober 2023mehr als 67.000

Rafah und Chan Junis: Ganze Städte verschwinden

Auch der Süden ist massiv betroffen. In Rafah, an der Grenze zu Ägypten, zeigen aktuelle Planet-Labs-Aufnahmen ein Stadtgebiet, das nahezu vollständig entkernt ist – selbst große Straßenzüge sind auf den Bildern kaum noch zu erkennen, schreibt Reuters. Laut BBC Verify sind dort Wohnblöcke, Märkte und Schulen „auf fast jeder Parzelle ausgelöscht“. Nur wenige Gebäude mit intakter Struktur blieben stehen, viele davon wurden später ebenfalls beschädigt oder abgetragen.

In Chan Junis bestätigen Satellitenvergleiche, dass auch dort ganze Wohnkomplexe und Industrieflächen verschwanden. Straßen sind zu staubigen Pfaden geworden, Vegetation wurde weitgehend vernichtet. Besonders betroffen ist das Viertel westlich der Stadt, wo mehrere Schulen und Verwaltungsbauten in den Sommermonaten 2025 zerstört wurden, konstatiert ABC News.

Al-Mawasi: Vom grünen Streifen zur Zeltstadt

Ein besonders drastisches Beispiel liefert Al-Mawasi, der schmale Küstenstreifen nördlich von Rafah. Aufnahmen von Planet Labs PBC zeigen, wie hier innerhalb weniger Monate aus Agrarflächen ein dicht gedrängtes Lager aus Tausenden Zelten wurde, notiert NBC News. Israel bezeichnete das Gebiet offiziell als „humanitäre Zone“, doch laut UNRWA sind dort Wasser, Strom und sanitäre Anlagen „kaum oder gar nicht vorhanden“.

Inzwischen ziehen sich die Zeltformationen kilometerweit entlang der Küste, von Chan Junis bis fast nach Deir al-Balah. Das UN-Flüchtlingswerk UNRWA warnt, dass die Lebensbedingungen dort „katastrophal“ seien und humanitäre Dienste zusammenbrechen. Die Bilder zeigen nicht nur den physischen Schaden, sondern auch die Verdichtung menschlicher Not auf engstem Raum.

Schulen, Kliniken, Infrastruktur im Gazastreifen: gezielte oder indirekte Treffer?

Laut der Analyse von ABC News, die auf mehr als 200 verifizierten Videos und Satellitenbildern basiert, sind rund 88 Prozent aller Schulen in Gaza beschädigt oder zerstört. Besonders im Süden – in Rafah und Chan Junis – wurden mehrere Bildungskomplexe dem Erdboden gleichgemacht. In einem Fall wurde das Gelände einer Grundschule nach der Zerstörung in ein Verteilzentrum für Hilfsgüter umgewandelt.

Die israelische Armee wies gegenüber dem US-Sender den Vorwurf gezielter Angriffe auf zivile Einrichtungen zurück. In einer schriftlichen Erklärung hieß es: „Es gibt keine IDF-Politik, Schulen oder Lehrkräfte anzugreifen. Hamas nutzt Bildungseinrichtungen für Terroraktivitäten, weshalb Einsätze dort notwendig waren“. Auch laut Reuters betont die Armee, sie handle „im Einklang mit internationalem Recht“. Dennoch zeigen Planet-Labs-Bilder massive Strukturschäden auch an Krankenhäusern und Verwaltungsgebäuden.

Opfer, Geiseln, Kriegsverlauf – der Hintergrund der Bilder

Die neuen Satellitenaufnahmen erscheinen exakt zwei Jahre nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023, bei dem rund 1200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 Geiseln verschleppt wurden. Seitdem dauern Israels Militäroperationen in Gaza an. Laut palästinensischen Gesundheitsbehörden wurden bis Herbst 2025 mehr als 67.000 Menschen getötet, darunter Tausende Kinder, schreibt BBC Verify.

BBC Verify berichtet zudem von weiterhin aktiven Luftangriffen und schweren Kämpfen im Norden. Videos, die über soziale Netzwerke verbreitet und durch Planet-Labs-Geolokalisierung bestätigt wurden, zeigen Rauchfahnen über dem Nasr-Viertel von Gaza-Stadt. Während in Ägypten weiter über Waffenstillstände verhandelt wird, bleibt die Lage in der Enklave dramatisch.

Israel und der Krieg im Gazastreifen: Ein Territorium im Ausnahmezustand

Ob in Gaza-Stadt, Jabalia, Rafah oder Chan Junis – die Satellitenbilder von Planet Labs PBC dokumentieren ein Gebiet, das über weite Strecken entvölkert und zerstört ist. Wo einst Märkte und Schulen standen, liegen Trümmer, Metall und Staub. Zwischen Ruinen und Zeltstädten kämpfen Hunderttausende ums Überleben, während internationale Hilfsorganisationen vor einer sich weiter zuspitzenden Katastrophe warnen.

Die Fotos aus dem All belegen, was vor Ort nur schwer dokumentiert werden kann: die systematische Erosion einer ganzen Region. Sie sind Momentaufnahmen – keine juristischen Beweise, aber visuelle Zeugnisse eines Krieges, der kaum noch zwischen militärischem Ziel und ziviler Existenz unterscheidet. Solange kein politischer Durchbruch gelingt, wie ihn aktuell die USA unter Donald Trump anstreben, werden die nächsten Satellitenbilder vermutlich dieselbe Geschichte erzählen: die eines Landesstrichs, der langsam ausradiert wird. (Quellen: Planet Labs PBC, UNOSAT, UNRWA, NBC News, BBC Verify/bbc.com, Reuters, ABC News) (chnnn)

Rubriklistenbild: © Bild links: IMAGO / Anadolu Agency | Bild Mitte und rechts: X (Screenshots)/@koomass (by Planet Labs PBC)

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