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5 Tipps, mit denen Eltern ihren Kindern bei psychischen Krankheiten helfen können

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Seit der Coronapandemie leiden immer mehr junge Menschen an Depressionen und Angststörungen. BuzzFeed News Deutschland erklärt, wie Eltern helfen können.

Psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind im vergangenen Jahr einer neuen Analyse zufolge auf einem hohen Niveau geblieben. Besonders während der Corona-Krise stiegen die Zahlen der ambulanten und stationären Behandlungen deutlich an. Zwar sind diese nun wieder leicht rückgängig, doch immer noch sind mehr Kinder und Jugendliche betroffen als vor der Pandemie.

Besonders bei Mädchen werden häufiger psychische Krankheiten diagnostiziert. Von 2019 bis 2022 gab es einen Anstieg von sechs Prozent. Den Daten zufolge leiden jugendliche Mädchen am stärksten unter Depressionen, Angststörungen und Essstörungen. Deshalb wünschen wir uns unter anderem „Mental Health Coaches“ an deutschen Schulen.

Ohne Unterstützung von außen ist es verdammt schwer, gegen eine psychische Krankheit anzukämpfen. Als erwachsene Bezugspersonen sind vor allem die Eltern gefragt. Doch wie kannst du deinem Kind helfen? BuzzFeed News Deutschland hat fünf Tipps gesammelt, mit denen Eltern und Kinder psychischen Krankheiten gemeinsam den Kampf ansagen können.

So können Eltern ihren psychisch kranken Kindern am besten helfen. (Symbolbild)

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1. Anzeichen erkennen

Je weiter fortgeschritten eine psychische Krankheit ist, desto länger und schwerer wird die Behandlung. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern die Anzeichen für sich verschlechternde mentale Gesundheit erkennen. Klar, jede:r kann mal einen schlechten Tag haben, doch wenn sich diese häufen, müssen Eltern genauer hinschauen. Auch die Anzeichen von sexuellem Missbrauch bei Kindern solltest du kennen.

Zieht sich dein Kind immer mehr zurück? Kann es sich kaum aufraffen, Dinge zu tun, auch wenn es diese eigentlich gerne tut? Wirkt es immer häufiger niedergeschlagen und scheint sonst emotionslos? Wenn sich dieses Verhalten häuft, solltest du mit deinem Kind sprechen.

2. Zuhören und ernst nehmen!

Unterschätze nicht, wie wichtig es ist, die Sorgen und Probleme deines Kindes ernst zu nehmen, auch wenn sie für dich im ersten Moment banal klingen. Zeige Verständnis für die Gefühle und mache deinem Kind bewusst, dass eine psychische Krankheit kein Zeichen persönlicher Schwäche ist, sondern eben eine Krankheit. Dadurch gibst du deinem Kind Sicherheit.

Deinem Kind zuzuhören ist so wichtig! (Symbolbild)

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3. Professionelle Hilfe holen!

Niemand kann und sollte von Eltern erwarten, dass sie die gleiche Hilfe und Unterstützung bieten können, wie Therapeut:innen, Psycholog:innen und Psychiater:innen. Schließlich müssen diese Leute nicht ohne Grund jahrelang studieren. Dennoch haben besonders häufig queere Menschen Angst vor ihnen.

Psychotherapien helfen Betroffenen wieder im Leben Fuß zufassen. Häufig werden auch entsprechende Medikamente zur Unterstützung verschrieben. Sie helfen dem Gehirn zum Beispiel dabei, mehr Glückshormone aufzunehmen und erleichtern damit die begleitende Therapie. Auch Dinge wie Achtsamkeitsübungen oder Meditation, können Menschen in jedem Alter helfen. Die Komikerin Hazel Brugger ist ein großer Fan davon.

Dabei ist es wichtig, dass du deinem Kind ganz klar erklärst: Du musst dich nicht dafür schämen, dass du Hilfe brauchst!

4. Unterstützen!

Eine Therapie oder eine andere Behandlung ist für Betroffene häufig unfassbar anstrengend, deshalb ist es umso wichtiger, dass sie es nicht alleine durchstehen müssen. Dabei kann ein offenes Ohr genauso helfen, wie ein Ausflug oder ein heiße Schokolade. Sei dir dabei bewusst, dass es bessere und schlechtere Tage gibt und erinnere auch dein Kind daran, denn psychisch Kranke neigen dazu, die meisten Dinge eher negativ zu sehen.

Auch bei Rückschlägen ist ein sicheres Umfeld unbezahlbar. Stell dir das so vor: Du und alle Freund:innen spannen ein Netz auf, auf dem dein Kind sicher landet, wenn es auf dem Therapieweg mal ausrutscht.

Familiäre Unterstützung ist für psychisch kranke Kinder und Jugendliche verdammt wichtig. (Symbolbild)

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5. Du bist nicht alleine!

Einem psychisch kranken Kind zur Seite zu stehen, kann für Eltern verdammt überwältigend sein, oft kommen sie an ihre Grenzen. Dafür musst du dich nicht schämen. Mache dir vor allem eins bewusst: Du bist nicht alleine! Viele Angehörige psychisch Kranker leiden unter der Situation und können so selbst in ein emotionales Loch fallen. Podcasterin Marie Nasemann weiß, wie man da wieder herauskommt.

Zwischen Therapie, Terminen bei Psychiater:innen und ewig langen Wartelisten, bleiben die persönlichen Bedürfnisse der Eltern schnell auf der Strecke. In einigen Städten, wie zum Beispiel in Bayreuth, bieten Krankenhäuser deshalb bereits Gruppen an, in denen sich Betroffene austauschen und so neue Kräfte sammeln können.

Mit Material der dpa

Verschiedene Krisenanlaufstellen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche und deren Eltern und Angehörigen findest du hier.
Bei der Telefonseelsorge kannst du dich anonym unter den Nummern 0800/111 0 111, 0800/111 0 222 oder 116 123 melden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich für die Onlineseelsorge anzumelden.

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