Ticker zum Ukraine-Krieg

Ukraine beschießt Hauptquartier der Schwarzmeerflotte Russlands – USA erwägen Raketen-Lieferung

Alle Autoren
    schließen
  • Fabian Müller
    Fabian Müller
  • Sandra Kathe
    Sandra Kathe
  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger

Angriff auf die Krim: Russland berichtet von einer Attacke der Ukraine auf Sewastopol. Liefern die USA doch ATACMS-Raketen? Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

  • Ukraine und der Westen: Präsident der Ukraine wirbt in Nordamerika um Unterstützung
  • Gegenoffensive der Ukraine: Russland wirft der Ukraine Terror-Absichten vor
  • Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Dieser News-Ticker ist beendet. Lesen Sie alle weiteren Entwicklungen in unserem aktuellen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 22. September, 23.01 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich optimistisch zu einer möglichen Lieferung amerikanischer Raketen mit höherer Reichweite geäußert. Man rede über verschiedene Arten von Waffen mit höherer Reichweite und Artillerie-Geschütze sowie Luftverteidigungssysteme, sagte Selenskyj am Freitag bei einem Besuch in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. „Ich glaube, dass wir beim Großteil dessen, was gestern mit Präsident (Joe) Biden besprochen wurde, in der Lage sein werden, eine Einigung zu erzielen“, so der Ukrainer weiter. Es sei dabei auch eine Frage der Zeit.

Unterstützung aus Kanada: Ukraine erhält Millionenpaket für Panzer-Kauf

Update vom 22. September, 21.36 Uhr: Nach erfolgreichen Operationen auf der Krim und in der Nähe von Bachmut erhielt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut die Zusicherung von Kanada, die Ukraine in ihrer Gegenoffensive weiter zu unterstützen. Laut einem Bericht der Ukraina Pravda am Freitagabend wird diese Unterstützung ein Finanzvolumen von etwa 650 Millionen US-Dollar umfassen. Diese Mittel sind vorgesehen für die Beschaffung zusätzlicher Leopard-Panzer, Sanitätsfahrzeuge und die Schulung von F16-Kampfpiloten.

Zuvor, während einer Ansprache vor dem Parlament in der kanadischen Hauptstadt Ottawa, drückte Präsident Selenskyj seine tief empfundene Dankbarkeit für die generöse Hilfe Kanadas aus. Er betonte, dass die Unterstützung Kanadas, sowohl in Bezug auf Waffen als auch Ausrüstung, dazu beigetragen habe, unzählige Leben zu retten.

USA wollen wohl doch ATACMS-Raketen in die Ukraine liefern

Update vom 22. September, 20.34 Uhr: Schweigen im Weißen Haus zu den neuen Gerüchten: Die US-Regierung hat die Berichte über eine mögliche Waffenlieferung mit ATACMS-Kurzstreckenraketen nicht bestätigt. „Ich habe nichts anzukündigen“, sagte die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden am Freitag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa. Aber man habe, fügte sie hinzu, in der Vergangenheit immer deutlich gemacht, dass die Waffen nicht vom Tisch seien. Zuvor hatten mehrere US-Medien berichtet, dass die USA die Lieferung an die Ukraine erwägen würden.

Die USA wollen offenbar doch ATACMs-Raketen an die Ukraine liefern. (Archivfoto)

Gegenoffensive bei Bachmut gestartet: Ukraine rechnet mit einer Einnahme der Stadt

Update vom 22. September, 19.45 Uhr: In ihrer Gegenoffensive im Osten der Ukraine versuchen die Streitkräfte Kiews, Bachmut zurückzuerobern. Nun soll es schweren Beschuss auf die ohnehin völlig zerstörte Stadt und umliegende Dörfer geben. Das berichtet Denis Puschilin, Chef der russischen Besatzungsverwaltung in Donezk, auf Telegram.

„In den letzten 24 Stunden hat der Feind in Richtung Krasnolimansk [Lyman] eine Reihe von Aktionen durchgeführt und gleichzeitig in mehreren Richtungen Kampfaufklärung betrieben“, sagte er und listete mehrere Ortschaften nahe der Stadt Lyman auf, die unter ukrainischem Beschuss seien. „Die Situation [in Bachmut] bleibt heiß, [die Stadt] selbst ist unter chaotischem Beschuss.“ Russische Truppen würde die Angriffe abwehren, behauptete Puschilin.

Laut der US-Denkfabrik Institute for the Study of War geht die Offensive der Ukraine im Gebiet Bachmut mit kleinen Erfolgen voran. Die Stadt ist seit Mai unter russischer Kontrolle, nachdem Söldner der Wagner-Gruppe sie nach monatelangen Kämpfen unter vielen Verlusten auf beiden Seiten erobert hatten.

USA wollen laut Bericht ATACMS-Raketen an die Ukraine liefern.

Update vom 22. September, 18.20 Uhr: Die USA wollen offenbar doch ATACMS-Kurzstreckenraketen an die Ukraine liefern. Das berichten die Washington Post und NBC News unter Berufung auf US-Beamte. Präsident Joe Biden habe seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch in Washington zugesagt, dass die USA eine kleine Anzahl ATACMS liefern werden.

Das US-Verteidigungsministerium hatte nach Selenskyjs Besuch die militärischen Güter aufgelistet, die es der Ukraine im Rahmen eines neuen 325 Millionen Dollar schweren Hilfspakets liefert. ATACMS-Raketen waren laut der Nachrichtenagentur Reuters darin nicht enthalten. Die Ukraine fordern schon lange Waffensysteme mit einer hohen Reichtweite, zum Beispiel Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland.

Ukraine bekennt sich zu Angriff auf Krim

Update von 22. September, 17.45 Uhr: Beim Angriff auf den Militärstützpunkt in Sewastopol sollen Berichten zufolge auch auf Informationen der „russischen“ Bevölkerung der seit 2014 besetzten Krim zurückgegriffen worden sein. Das sagte Militärsprecher Yurii Ihnat in einem Interview im ukrainischen Fernsehen und gab an, dass die Hilfe der Zivilbevölkerung den Militärschlag erst möglich gemacht hätte.

Aus dem Interview zitierte der britische Guardian auch eine weitere Begründung, warum ausgerechnet das Hauptquartier der Schwarzmeerflotte auf der Krim angegriffen worden war: „Das ist nicht nur ein Schlag gegen das Herz der Marine-Streitkräfte der Schwarzmeerflotte. Das ist ein Schlag gegen die Putin-Diktatur. Das wird jeder sehen. Das ist nicht zu verstecken.“

Schwarzer Tag für die Krim: Behörden sprechen von „beispielloser“ Cyber-Attacke

Update von 22. September, 16.30 Uhr: Infolge eines Angriffs auf einen wichtigen russischen Militärstützpunkt in Sewastopol auf der Krim, bei dem auch mehrere Wohnhäuser beschädigt wurden, haben die russischen Behörden vor Ort große Teile der Innenstadt evakuiert. Viele Einsatzkräfte und Rettungswagen seien unterwegs gewesen. Das berichtete das ukrainische Online-Medium Ukrainska Pravda. Indessen haben sich die ukrainischen Streitkräfte zu dem großen Angriff vom Freitag bekannt. Sie sprachen von einem „erfolgreichen Angriff“.

So postete der Chef der ukrainischen Luftwaffe, Mykola Oleschtschuk, auf der Nachrichtenplattform Telegram ein Video mit dem Hinweis, dass die ukrainische Luftwaffe sich an ihre Ankündigung gehalten habe, weitere Angriffe auf die Krim umzusetzen und quittierte die Behauptung russischer Behörden mit einem lachenden Smiley. Zusätzlich wurden Berichte laut, dass parallel zu den Raketenangriffen auch eine „beispiellose“ Cyber-Attacke auf die Internet-Infrastruktur auf der Halbinsel laufe. Nach den Angaben eines russischen Behördensprechers gäbe es derzeit auf der gesamten Halbinsel massive Internet-Ausfälle.

Rauch steigt über dem Hauptquartier der Schwarzmeerflotte Russlands in Sewastopol auf der Krim auf.

Feuer und Rauch: Widersprüchliche Meldungen über Schäden auf der Krim

Update von 22. September, 15.10 Uhr: Nach einem Angriff auf das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte auf der von Russland besetzen Halbinsel Krim haben russische Behörden einen Brand in dem Gebäude und eine vermisste Person bestätigt. Zunächst hatte es geheißen, bei dem Angriff sei eine Person gestorben – was inzwischen zurückgenommen wurde. Fünf weitere Marschflugkörper seien von der russischen Luftabwehr auf der Krim abgeschossen worden. Das berichtet der britische Guardian. Der Gouverneur von Sewastopol hat die Ukraine für den Angriff verantwortlich gemacht. „Das Hauptquartier der Flotte ist bei einem feindlichen Raketenangriff getroffen worden“, teilte Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Kiews Streitkräfte haben sich zu dem Angriff bekannt.

Gleichzeitig mehren sich in den sozialen Medien aber auch Berichte über Einschläge und Brände an anderen Orten in der Region. Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur kursierten Fotos von größeren Rauchschwaden nahe der Ortschaft Poschtowe zwischen der Hauptstadt Simferopol und Bachtschyssaraj. Während ein Behördensprecher meldete, dass nach dem Absturz von Raketentrümmern nur trockenes Gras in Brand geraten sei, behauptete der oppositionelle Telegram-Kanal Crimeanwind, dass sich an der Stelle eine Werkstatt für Armeelaster befunden habe. Unabhängig lassen sich die Angaben derzeit nicht überprüfen.

Angriff auf Hauptquartier der Schwarzmeerflotte: Gouverneur warnt Bevölkerung

Update vom 22. September, 13.53 Uhr: Nach russischen Angaben hat die Ukraine am Freitagmittag das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte auf der Halbinsel Krim angegriffen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Telegram-Nachricht des Gouverneurs der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew. Dabei seien in der Nähe eines Theaters Trümmer niedergegangen, Informationen über mögliche Opfer würden geprüft.

Wenige Minuten später warnte der Gouverneur vor einem weiteren „möglichen“ Luftangriff auf Sewastopol. „Kommen sie nicht ins Stadtzentrum, bleiben sie in den Gebäuden“, erklärte er ebenfalls auf Telegram. Wer sich in der Nähe des Marine-Hauptquartiers befinde, solle sich bei Luftalarm in die Schutzräume begeben, hieß es weiter.

Experten sehen Fortschritte bei Gegenoffensive der Ukraine

Update vom 22. September, 13.25 Uhr: US-amerikanische Militärfachleute haben den Streitkräften der Ukraine wichtige Fortschritte bei der Gegenoffensive im Süden des Landes attestiert. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur, die sich auf Informationen des Instituts für Kriegsstudien (ISW) beruft. Demnach seien etwa im Frontabschnitt bei Robotyne im Gebiet Saporischschja erstmals ukrainische Panzerfahrzeuge jenseits der letzten russischen Abwehrlinie gesichtet worden.

Ziel der Ukraine sei es, über diesen Weg in Richtung des Asowschen Meeres vorzudringen und die Landverbindung der Russen zur 2014 annektierten Halbinsel Krim abzuschneiden. In einer geänderten Taktik seien die russischen Stellungen bei Robotyne erst mit Artillerie sturmreif geschossen, dann mit kleinen Trupps von Fußsoldaten besetzt worden. Das Auftauchen ukrainischer Panzerfahrzeuge hinter dieser Linie belegt nach ISW-Einschätzung, dass diese sich dort jetzt wieder freier bewegen können. Doch das Ziel am Asowschen Meer liegt immer noch rund 100 Kilometer entfernt.

Ukraine-Krieg: Russland wirft Kiew Terror-Akt vor

Update vom 22. September, 12.35 Uhr: In einer Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Telegram hat das russische Verteidigungsministerium der Ukraine einen geplanten „Terroranschlag“ auf die seit 2014 besetzte Halbinsel Krim vorgeworfen. Das berichtet der britische Guardian. Russischen Angaben zufolge hätte die Luftverteidigung Russlands den Angriff abgewehrt.

In der Stellungnahme spricht die Behörde von einem „Versuch durch das Kiew-Regime, einen Terroranschlag mit Langstreckenraketen und Kampfdrohnen“ auf das „Territorium der russischen Föderation“. Dabei seien eine Rakete und zwei unbemannte Kampfflugzeuge zerstört worden.

Britischer Geheimdienst sieht Zuspitzung der Kämpfe zwischen Ukraine und Russland

Update vom 22. September, 10.10 Uhr: Der britische Geheimdienst erkennt bei beiden Kriegsparteien im Ukraine-Krieg eine Intensivierung der Versuche, den zuletzt recht statischen Kriegsverlauf zu ihren Gunsten zu drehen. Das erklärte die Behörde in ihrem täglichen Lagebericht über den Kurznachrichtendienst X (früher Twitter). So habe es vonseiten der Ukraine in den vergangenen vier Tagen vermehrt Angriffe auf russische Stützpunkte sowie die Schwarzmeerflotte gegeben.

Russland hingegen habe derweil seine Angriffe mit Langstreckenraketen erneut intensiviert. Die britische Behörde sieht darin eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf die besetzte Region Krim sowie Militärstützpunkte auf russischem Gebiet – zuletzt etwa auf den Militärflugplatz Tschkalowski bei Moskau. „In den vergangenen vier Tagen haben sowohl Russland als auch die Ukraine ungewöhnlich intensive Attacken tief hinter ihren Linien erlebt“, heißt es in dem Update.

Hilfe aus dem Westen: Selenskyj und Biden sprechen über Unterstützung im Ukraine-Krieg

Update vom 21. September, 22.52 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus empfangen und ihm dabei weitere Unterstützung im Krieg gegen Russland zugesichert. Die USA würden sicherstellen, dass die „Welt an der Seite“ der Ukraine stehe, sagte Biden bei einem Gespräch mit Selenskyj im Oval Office. Selenskyj dankte den USA für ihre Unterstützung im Kampf gegen den „russischen Terror“.

Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan kündigte derweil ein neues Paket mit Militärhilfen für Kiew an. Er stellte aber klar, dass das Paket keine Raketen vom Typ ATACMS umfasst, die Selenskyj sich wünscht.

Ukrainischer Geheimdienst wohl hinter Attacke auf russischen Stützpunkt

Update vom 21. September, 20.46 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach Geheimdienstangaben eine Kommandostelle der russischen Streitkräfte in der besetzten Stadt Melitopol zerstört. Der Stab sei versteckt in einer Motorenfabrik untergebracht gewesen, berichteten ukrainischen Medien am Donnerstag unter Berufung auf den Geheimdienst SBU. Mit einem Raketenangriff sei dann das Ziel vernichtet worden.

Melitopol im Süden der Ukraine dient der russischen Besatzung als Verwaltungshauptstadt für das nicht vollständig eroberte Gebiet Saporischschja. Die ukrainische Seite nahm für sich in Anspruch, bei dem Angriff den Kommandeur der 58. Armee Russlands und dessen Stabschef verletzt zu haben. Unabhängig überprüfen ließ sich dies nicht.

Laut Geheimdienstberichten greift Russland die Ukraine seit Tagen vermehrt mit Langstreckenraketen an. (Symbolfoto)

Ukrainischer Armee gelingt nach eigenen Angaben Angriff auf russische Kommandostelle

Es wurden auch keine genauen Angaben gemacht, wann der Angriff stattgefunden haben soll. In sozialen Netzwerken waren aber am Dienstag Fotos von Rauchsäulen über Melitopol erschienen. Die russischen Behörden berichteten an dem Tag von einem ukrainischen Raketenangriff. Vier anfliegende Raketen seien abgeschossen worden.

Update vom 21. September, 18.50 Uhr: Nach dem Treffen mit US-Senatoren im Kapitol zeigte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj optimistisch. „Wir hatten ein tolles Gespräch“, sagte Selenskyj in Washington. Er sei dankbar für die Unterstützung für sein Land, es seien nun viele Details beredet worden. Im Anschluss daran traf Selenskyj am Pentagon ein und wurde von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin in Empfang genommen. Später ist zudem ein Treffen mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus geplant.

Selenskyj in Washington eingetroffen: Biden-Empfang geplant

Update vom 21. September, 16.12 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist für Gespräche im US-Kapitol in Washington D.C. eingetroffen. In der US-Hauptstadt will er für weitere Unterstützung im Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren werben. Dafür sind Treffen mit Senatoren und Abgeordneten hinter verschlossenen Türen geplant, eine öffentliche Ansprache steht nicht auf dem Programm. Später will ihn US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus empfangen.

Seit seinem letzten Besuch im Dezember hat sich das politische Klima in den USA jedoch verändert. Die Republikaner haben seit Januar im US-Repräsentantenhaus das Sagen und in ihren Reihen herrscht beträchtliche Skepsis, ob die USA weiter im großen Stil Geld in einen Krieg pumpen sollten, dessen Ende nicht abzusehen ist.

Vor Selenskyj-Besuch in Washington: Russland startet Angriffswelle auf ukrainische Städte

Update vom 21. September, 14.57 Uhr: Bei den russischen Angriffen auf die Ukraine am Donnerstagvormittag hat es sich offenbar um die größte Welle an Raketenangriffen seit Mitte August gehandelt. Dabei wurden Berichten zufolge zwei Menschen getötet. Die Angriffe erfolgten nur wenige Stunden, bevor der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen in der US-amerikanischen Stadt Washington eingetroffen ist. Im Rahmen eines Treffens mit US-Präsident Biden soll die US-Regierung ein neues Hilfspaket für die Ukraine vorstellen.

Walerij Saluschnyj, der Oberkommandierer der ukrainischen Streitkräfte, sagte, die ukrainische Luftverteidigung habe 36 von 43 Raketen abfangen können. 20 davon seien im Anflug auf Kiew abgeschossen worden.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Nach Waffen-Stopp – Pistorius kündigt Gespräche mit Polen an

Update vom 21. September, 13.16 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat am Donnerstag Gespräche mit Polen über Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt. Er wolle keine Einschätzung abgeben, bis er mit seinem polnischen Kollegen Mariusz Blaszczak gesprochen habe, sagte Pistorius bei einem Besuch in Rostock. Er kündigte dazu ein Telefonat an.

Polens Regierungschef Morawiecki hatte am Mittwoch einen Stopp der polnischen Waffenlieferungen an die Ukraine angedeutet. Dem Sender Polsat News hatte er gesagt: „Wir transferieren keine Waffen mehr an die Ukraine, weil wir uns selbst mit den modernsten Waffen ausrüsten.“ Am Donnerstag stellte ein polnischer Regierungssprecher jedoch klar, dass bereits versprochene Lieferungen noch erfolgen sollen.

Ukraine greift Krim an – „ernsthafter Schaden“ auf russischem Flugplatz

Update vom 21. September, 12.46 Uhr: Der ukrainische Angriff auf der Stützpunkt Saki sei eine gemeinsame Aktion vom Geheimdienst SBU und der Marine gewesen. Das berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen im Geheimdienst. Nach ukrainischen Angaben war der Plan, mit den Drohnen die Flugabwehr auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel zu überfordern. Danach sei der Militärflugplatz mit umfunktionierten Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Neptun beschossen worden. Ähnlich schilderten russische Militärblogger die nächtliche Attacke.

Auf dem Flugplatz Saki im Westen der Krim bei Jewpatorija sei der russischen Technik „ernsthafter Schaden“ zugefügt worden, hieß es aus dem SBU. Verwiesen wurde darauf, dass in Saki russische Kampfbomber stationiert seien. Es gebe auch ein Ausbildungszentrum für die Bedienungsmannschaften von Kampfdrohnen iranischer Bauart.

Ukraine greift Stützpunkt auf der Krim an

Update vom 21. September, 10.33 Uhr: Nach eigenen Aussagen hat die Ukraine in der Nacht den russischen Luftwaffenstützpunkt Saki auf der von Russland annektierten Krim-Halbinsel attackiert und Schäden verursacht. „Angriffe des Sicherheitsdienstes und der Marine haben das Ziel getroffen und die Ausrüstung der Besatzer schwer beschädigt“, so die Mitteilung des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Zuerst kamen Drohnen zum Einsatz, gefolgt von Neptun-Marschflugkörpern.

Der Stützpunkt, der im westlichen Teil der Krim liegt, beherbergte mindestens zwölf Kampfflugzeuge und mobile Luftverteidigungssysteme. Zudem diente die Basis als Ausbildungszentrum für Drohnenpiloten. Das russische Militär berichtet, dass es 19 ukrainische Drohnen über der Krim und dem Schwarzen Meer abgefangen und zerstört hat. Über eventuelle Schäden hält sich die russische Seite bedeckt.

Ukraine-Krieg: Explosionen und Luftalarm in Kiew

Update vom 21. September, 8.15 Uhr: Russland hat die Ukraine am frühen Donnerstagmorgen mit schweren Luftangriffen überzogen. In der Hauptstadt Kiew habe es im südöstlichen Bezirk Darnyzkyj eine Explosion gegeben, herabfallende Trümmerteile hätten Wohngebäude beschädigt, berichteten ukrainische Medien. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von sieben Verletzten. Auf Fotos war zu sehen, wie Verwundete in Sicherheit gebracht wurden.

In der zentralukrainischen Tscherkassy wurde Angaben des ukrainischen Innenministers Ihor Klymenko zufolge ein Hotelgebäude getroffen. Auch hier seien sieben Menschen verletzt und zehn weitere in Sicherheit gebracht worden, teilte Klymenko auf Telegram mit. In Charkiw im Osten des Landes gab es demnach zwei Opfer. Auch aus Lwiw im Westen wurde Raketenbeschuss gemeldet.

Kiew wird angegriffen, Explosionen sind zu hören

Update vom 21. September, 5.45 Uhr: Nach einer Warnung vor Luftangriffen sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Explosionen zu hören, berichten Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Bürgermeister der Stadt, Vitali Klitschko, schreibt auf Telegram, die Verteidigungskräfte seien im Einsatz.

Ukraine greift Krim mit Drohnen an

Update vom 21. September, 5.00 Uhr: Russische Luftabwehreinheiten haben 19 ukrainische Drohnen über dem Schwarzen Meer und der annektierten Halbinsel Krim sowie drei weitere über anderen Teilen Russlands zerstört. Dies teilte das russische Verteidigungsministerium in der Nacht mit.

Selenskyj will in Washington um Hilfe bitten

Erstmeldung: Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj legt nach der UN-Generaldebatte in New York einen Stopp bei seinem wichtigsten Verbündeten in Washington ein. In der US-Hauptstadt will er am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) mit Präsident Joe Biden, Verteidigungsminister Lloyd Austin und Mitgliedern des Kongresses zusammenkommen, um für weitere Unterstützung im Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren zu werben. Selenskyj dürfte mit einigen konkreten Wünschen zu militärischer Ausrüstung anreisen.

Unter anderem geht es um die ukrainische Forderung nach Raketen des Typs ATACMS. Dabei handelt es sich um eine Marschflugkörper-Variante mit bis zu 300 Kilometern Reichweite. Die Raketen werden vom Boden aus gegen Ziele am Boden abgefeuert. In einem Interview des US-Fernsehsenders CNN am Rande der UN-Generaldebatte in New York hatte Selenskyj seinen Wunsch nach dem Waffensystem erneuert. Sein Land plane nicht, damit Moskau oder andere Ziele auf russischem Boden anzugreifen, betonte er.

Ukrainische Armee meldet Abwehr russischer Vorstöße

Während Selenskyjs Besuch in den USA geht der Krieg in der Ukraine weiter. Die ukrainische Armee hat gab am Mittwochabend an, Vorstöße der russischen Besatzungstruppen an zwei wichtigen Abschnitten der Front abgewehrt zu haben. Russische Einheiten hätten versucht, das vergangene Woche verlorene Dorf Andrijiwka bei Bachmut im Donbass zurückzuerobern. Dies sei ihnen aber nicht gelungen. Die Militärangaben ließen sich nicht ohne Weiteres unabhängig überprüfen.

Als ein Mittel gegen Korruption in der Ukraine müssen Politiker und ranghohe Staatsdiener ab sofort ihre Vermögensverhältnisse wieder digital offenlegen. Das beschloss das ukrainische Parlament in Kiew. Damit korrigierte es unter Druck der Zivilgesellschaft die eigene Entscheidung von vergangener Woche. (Mit Agenturmaterial)

Rubriklistenbild: © Sergei Malgavko/Imago

Kommentare