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Jens Kiffmeier
Fabian Müller
Sandra Kathe
Stefan Krieger
Angriff auf die Krim: Russland berichtet von einer Attacke der Ukraine auf Sewastopol. Liefern die USA doch ATACMS-Raketen? Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
- Ukraine und der Westen: Präsident der Ukraine wirbt in Nordamerika um Unterstützung
- Gegenoffensive der Ukraine: Russland wirft der Ukraine Terror-Absichten vor
- Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Dieser News-Ticker ist beendet. Lesen Sie alle weiteren Entwicklungen in unserem aktuellen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Update vom 22. September, 23.01 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich optimistisch zu einer möglichen Lieferung amerikanischer Raketen mit höherer Reichweite geäußert. Man rede über verschiedene Arten von Waffen mit höherer Reichweite und Artillerie-Geschütze sowie Luftverteidigungssysteme, sagte Selenskyj am Freitag bei einem Besuch in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. „Ich glaube, dass wir beim Großteil dessen, was gestern mit Präsident (Joe) Biden besprochen wurde, in der Lage sein werden, eine Einigung zu erzielen“, so der Ukrainer weiter. Es sei dabei auch eine Frage der Zeit.
Unterstützung aus Kanada: Ukraine erhält Millionenpaket für Panzer-Kauf
Update vom 22. September, 21.36 Uhr: Nach erfolgreichen Operationen auf der Krim und in der Nähe von Bachmut erhielt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut die Zusicherung von Kanada, die Ukraine in ihrer Gegenoffensive weiter zu unterstützen. Laut einem Bericht der Ukraina Pravda am Freitagabend wird diese Unterstützung ein Finanzvolumen von etwa 650 Millionen US-Dollar umfassen. Diese Mittel sind vorgesehen für die Beschaffung zusätzlicher Leopard-Panzer, Sanitätsfahrzeuge und die Schulung von F16-Kampfpiloten.
Zuvor, während einer Ansprache vor dem Parlament in der kanadischen Hauptstadt Ottawa, drückte Präsident Selenskyj seine tief empfundene Dankbarkeit für die generöse Hilfe Kanadas aus. Er betonte, dass die Unterstützung Kanadas, sowohl in Bezug auf Waffen als auch Ausrüstung, dazu beigetragen habe, unzählige Leben zu retten.
USA wollen wohl doch ATACMS-Raketen in die Ukraine liefern
Update vom 22. September, 20.34 Uhr: Schweigen im Weißen Haus zu den neuen Gerüchten: Die US-Regierung hat die Berichte über eine mögliche Waffenlieferung mit ATACMS-Kurzstreckenraketen nicht bestätigt. „Ich habe nichts anzukündigen“, sagte die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden am Freitag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa. Aber man habe, fügte sie hinzu, in der Vergangenheit immer deutlich gemacht, dass die Waffen nicht vom Tisch seien. Zuvor hatten mehrere US-Medien berichtet, dass die USA die Lieferung an die Ukraine erwägen würden.
Gegenoffensive bei Bachmut gestartet: Ukraine rechnet mit einer Einnahme der Stadt
Update vom 22. September, 19.45 Uhr: In ihrer Gegenoffensive im Osten der Ukraine versuchen die Streitkräfte Kiews, Bachmut zurückzuerobern. Nun soll es schweren Beschuss auf die ohnehin völlig zerstörte Stadt und umliegende Dörfer geben. Das berichtet Denis Puschilin, Chef der russischen Besatzungsverwaltung in Donezk, auf Telegram.
„In den letzten 24 Stunden hat der Feind in Richtung Krasnolimansk [Lyman] eine Reihe von Aktionen durchgeführt und gleichzeitig in mehreren Richtungen Kampfaufklärung betrieben“, sagte er und listete mehrere Ortschaften nahe der Stadt Lyman auf, die unter ukrainischem Beschuss seien. „Die Situation [in Bachmut] bleibt heiß, [die Stadt] selbst ist unter chaotischem Beschuss.“ Russische Truppen würde die Angriffe abwehren, behauptete Puschilin.
Laut der US-Denkfabrik Institute for the Study of War geht die Offensive der Ukraine im Gebiet Bachmut mit kleinen Erfolgen voran. Die Stadt ist seit Mai unter russischer Kontrolle, nachdem Söldner der Wagner-Gruppe sie nach monatelangen Kämpfen unter vielen Verlusten auf beiden Seiten erobert hatten.
USA wollen laut Bericht ATACMS-Raketen an die Ukraine liefern.
Update vom 22. September, 18.20 Uhr: Die USA wollen offenbar doch ATACMS-Kurzstreckenraketen an die Ukraine liefern. Das berichten die Washington Post und NBC News unter Berufung auf US-Beamte. Präsident Joe Biden habe seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch in Washington zugesagt, dass die USA eine kleine Anzahl ATACMS liefern werden.
Das US-Verteidigungsministerium hatte nach Selenskyjs Besuch die militärischen Güter aufgelistet, die es der Ukraine im Rahmen eines neuen 325 Millionen Dollar schweren Hilfspakets liefert. ATACMS-Raketen waren laut der Nachrichtenagentur Reuters darin nicht enthalten. Die Ukraine fordern schon lange Waffensysteme mit einer hohen Reichtweite, zum Beispiel Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland.
Ukraine bekennt sich zu Angriff auf Krim
Update von 22. September, 17.45 Uhr: Beim Angriff auf den Militärstützpunkt in Sewastopol sollen Berichten zufolge auch auf Informationen der „russischen“ Bevölkerung der seit 2014 besetzten Krim zurückgegriffen worden sein. Das sagte Militärsprecher Yurii Ihnat in einem Interview im ukrainischen Fernsehen und gab an, dass die Hilfe der Zivilbevölkerung den Militärschlag erst möglich gemacht hätte.
Aus dem Interview zitierte der britische Guardian auch eine weitere Begründung, warum ausgerechnet das Hauptquartier der Schwarzmeerflotte auf der Krim angegriffen worden war: „Das ist nicht nur ein Schlag gegen das Herz der Marine-Streitkräfte der Schwarzmeerflotte. Das ist ein Schlag gegen die Putin-Diktatur. Das wird jeder sehen. Das ist nicht zu verstecken.“
Schwarzer Tag für die Krim: Behörden sprechen von „beispielloser“ Cyber-Attacke
Update von 22. September, 16.30 Uhr: Infolge eines Angriffs auf einen wichtigen russischen Militärstützpunkt in Sewastopol auf der Krim, bei dem auch mehrere Wohnhäuser beschädigt wurden, haben die russischen Behörden vor Ort große Teile der Innenstadt evakuiert. Viele Einsatzkräfte und Rettungswagen seien unterwegs gewesen. Das berichtete das ukrainische Online-Medium Ukrainska Pravda. Indessen haben sich die ukrainischen Streitkräfte zu dem großen Angriff vom Freitag bekannt. Sie sprachen von einem „erfolgreichen Angriff“.
So postete der Chef der ukrainischen Luftwaffe, Mykola Oleschtschuk, auf der Nachrichtenplattform Telegram ein Video mit dem Hinweis, dass die ukrainische Luftwaffe sich an ihre Ankündigung gehalten habe, weitere Angriffe auf die Krim umzusetzen und quittierte die Behauptung russischer Behörden mit einem lachenden Smiley. Zusätzlich wurden Berichte laut, dass parallel zu den Raketenangriffen auch eine „beispiellose“ Cyber-Attacke auf die Internet-Infrastruktur auf der Halbinsel laufe. Nach den Angaben eines russischen Behördensprechers gäbe es derzeit auf der gesamten Halbinsel massive Internet-Ausfälle.
Feuer und Rauch: Widersprüchliche Meldungen über Schäden auf der Krim
Update von 22. September, 15.10 Uhr: Nach einem Angriff auf das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte auf der von Russland besetzen Halbinsel Krim haben russische Behörden einen Brand in dem Gebäude und eine vermisste Person bestätigt. Zunächst hatte es geheißen, bei dem Angriff sei eine Person gestorben – was inzwischen zurückgenommen wurde. Fünf weitere Marschflugkörper seien von der russischen Luftabwehr auf der Krim abgeschossen worden. Das berichtet der britische Guardian. Der Gouverneur von Sewastopol hat die Ukraine für den Angriff verantwortlich gemacht. „Das Hauptquartier der Flotte ist bei einem feindlichen Raketenangriff getroffen worden“, teilte Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Kiews Streitkräfte haben sich zu dem Angriff bekannt.
Gleichzeitig mehren sich in den sozialen Medien aber auch Berichte über Einschläge und Brände an anderen Orten in der Region. Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur kursierten Fotos von größeren Rauchschwaden nahe der Ortschaft Poschtowe zwischen der Hauptstadt Simferopol und Bachtschyssaraj. Während ein Behördensprecher meldete, dass nach dem Absturz von Raketentrümmern nur trockenes Gras in Brand geraten sei, behauptete der oppositionelle Telegram-Kanal Crimeanwind, dass sich an der Stelle eine Werkstatt für Armeelaster befunden habe. Unabhängig lassen sich die Angaben derzeit nicht überprüfen.
Angriff auf Hauptquartier der Schwarzmeerflotte: Gouverneur warnt Bevölkerung
Update vom 22. September, 13.53 Uhr: Nach russischen Angaben hat die Ukraine am Freitagmittag das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte auf der Halbinsel Krim angegriffen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Telegram-Nachricht des Gouverneurs der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew. Dabei seien in der Nähe eines Theaters Trümmer niedergegangen, Informationen über mögliche Opfer würden geprüft.
Wenige Minuten später warnte der Gouverneur vor einem weiteren „möglichen“ Luftangriff auf Sewastopol. „Kommen sie nicht ins Stadtzentrum, bleiben sie in den Gebäuden“, erklärte er ebenfalls auf Telegram. Wer sich in der Nähe des Marine-Hauptquartiers befinde, solle sich bei Luftalarm in die Schutzräume begeben, hieß es weiter.
A missile struck the headquarters of the occupiers' Black Sea Fleet in #Sevastopol pic.twitter.com/Y4JyakyeAB
— NEXTA (@nexta_tv) September 22, 2023
Experten sehen Fortschritte bei Gegenoffensive der Ukraine
Update vom 22. September, 13.25 Uhr: US-amerikanische Militärfachleute haben den Streitkräften der Ukraine wichtige Fortschritte bei der Gegenoffensive im Süden des Landes attestiert. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur, die sich auf Informationen des Instituts für Kriegsstudien (ISW) beruft. Demnach seien etwa im Frontabschnitt bei Robotyne im Gebiet Saporischschja erstmals ukrainische Panzerfahrzeuge jenseits der letzten russischen Abwehrlinie gesichtet worden.
Ziel der Ukraine sei es, über diesen Weg in Richtung des Asowschen Meeres vorzudringen und die Landverbindung der Russen zur 2014 annektierten Halbinsel Krim abzuschneiden. In einer geänderten Taktik seien die russischen Stellungen bei Robotyne erst mit Artillerie sturmreif geschossen, dann mit kleinen Trupps von Fußsoldaten besetzt worden. Das Auftauchen ukrainischer Panzerfahrzeuge hinter dieser Linie belegt nach ISW-Einschätzung, dass diese sich dort jetzt wieder freier bewegen können. Doch das Ziel am Asowschen Meer liegt immer noch rund 100 Kilometer entfernt.
Ukraine-Krieg: Russland wirft Kiew Terror-Akt vor
Update vom 22. September, 12.35 Uhr: In einer Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Telegram hat das russische Verteidigungsministerium der Ukraine einen geplanten „Terroranschlag“ auf die seit 2014 besetzte Halbinsel Krim vorgeworfen. Das berichtet der britische Guardian. Russischen Angaben zufolge hätte die Luftverteidigung Russlands den Angriff abgewehrt.
In der Stellungnahme spricht die Behörde von einem „Versuch durch das Kiew-Regime, einen Terroranschlag mit Langstreckenraketen und Kampfdrohnen“ auf das „Territorium der russischen Föderation“. Dabei seien eine Rakete und zwei unbemannte Kampfflugzeuge zerstört worden.
Britischer Geheimdienst sieht Zuspitzung der Kämpfe zwischen Ukraine und Russland
Update vom 22. September, 10.10 Uhr: Der britische Geheimdienst erkennt bei beiden Kriegsparteien im Ukraine-Krieg eine Intensivierung der Versuche, den zuletzt recht statischen Kriegsverlauf zu ihren Gunsten zu drehen. Das erklärte die Behörde in ihrem täglichen Lagebericht über den Kurznachrichtendienst X (früher Twitter). So habe es vonseiten der Ukraine in den vergangenen vier Tagen vermehrt Angriffe auf russische Stützpunkte sowie die Schwarzmeerflotte gegeben.
Russland hingegen habe derweil seine Angriffe mit Langstreckenraketen erneut intensiviert. Die britische Behörde sieht darin eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf die besetzte Region Krim sowie Militärstützpunkte auf russischem Gebiet – zuletzt etwa auf den Militärflugplatz Tschkalowski bei Moskau. „In den vergangenen vier Tagen haben sowohl Russland als auch die Ukraine ungewöhnlich intensive Attacken tief hinter ihren Linien erlebt“, heißt es in dem Update.
Hilfe aus dem Westen: Selenskyj und Biden sprechen über Unterstützung im Ukraine-Krieg
Update vom 21. September, 22.52 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus empfangen und ihm dabei weitere Unterstützung im Krieg gegen Russland zugesichert. Die USA würden sicherstellen, dass die „Welt an der Seite“ der Ukraine stehe, sagte Biden bei einem Gespräch mit Selenskyj im Oval Office. Selenskyj dankte den USA für ihre Unterstützung im Kampf gegen den „russischen Terror“.
Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan kündigte derweil ein neues Paket mit Militärhilfen für Kiew an. Er stellte aber klar, dass das Paket keine Raketen vom Typ ATACMS umfasst, die Selenskyj sich wünscht.
Ukrainischer Geheimdienst wohl hinter Attacke auf russischen Stützpunkt
Update vom 21. September, 20.46 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach Geheimdienstangaben eine Kommandostelle der russischen Streitkräfte in der besetzten Stadt Melitopol zerstört. Der Stab sei versteckt in einer Motorenfabrik untergebracht gewesen, berichteten ukrainischen Medien am Donnerstag unter Berufung auf den Geheimdienst SBU. Mit einem Raketenangriff sei dann das Ziel vernichtet worden.
Melitopol im Süden der Ukraine dient der russischen Besatzung als Verwaltungshauptstadt für das nicht vollständig eroberte Gebiet Saporischschja. Die ukrainische Seite nahm für sich in Anspruch, bei dem Angriff den Kommandeur der 58. Armee Russlands und dessen Stabschef verletzt zu haben. Unabhängig überprüfen ließ sich dies nicht.
Ukrainischer Armee gelingt nach eigenen Angaben Angriff auf russische Kommandostelle
Es wurden auch keine genauen Angaben gemacht, wann der Angriff stattgefunden haben soll. In sozialen Netzwerken waren aber am Dienstag Fotos von Rauchsäulen über Melitopol erschienen. Die russischen Behörden berichteten an dem Tag von einem ukrainischen Raketenangriff. Vier anfliegende Raketen seien abgeschossen worden.
Update vom 21. September, 18.50 Uhr: Nach dem Treffen mit US-Senatoren im Kapitol zeigte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj optimistisch. „Wir hatten ein tolles Gespräch“, sagte Selenskyj in Washington. Er sei dankbar für die Unterstützung für sein Land, es seien nun viele Details beredet worden. Im Anschluss daran traf Selenskyj am Pentagon ein und wurde von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin in Empfang genommen. Später ist zudem ein Treffen mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus geplant.
Selenskyj in Washington eingetroffen: Biden-Empfang geplant
Update vom 21. September, 16.12 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist für Gespräche im US-Kapitol in Washington D.C. eingetroffen. In der US-Hauptstadt will er für weitere Unterstützung im Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren werben. Dafür sind Treffen mit Senatoren und Abgeordneten hinter verschlossenen Türen geplant, eine öffentliche Ansprache steht nicht auf dem Programm. Später will ihn US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus empfangen.
Seit seinem letzten Besuch im Dezember hat sich das politische Klima in den USA jedoch verändert. Die Republikaner haben seit Januar im US-Repräsentantenhaus das Sagen und in ihren Reihen herrscht beträchtliche Skepsis, ob die USA weiter im großen Stil Geld in einen Krieg pumpen sollten, dessen Ende nicht abzusehen ist.
Vor Selenskyj-Besuch in Washington: Russland startet Angriffswelle auf ukrainische Städte
Update vom 21. September, 14.57 Uhr: Bei den russischen Angriffen auf die Ukraine am Donnerstagvormittag hat es sich offenbar um die größte Welle an Raketenangriffen seit Mitte August gehandelt. Dabei wurden Berichten zufolge zwei Menschen getötet. Die Angriffe erfolgten nur wenige Stunden, bevor der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen in der US-amerikanischen Stadt Washington eingetroffen ist. Im Rahmen eines Treffens mit US-Präsident Biden soll die US-Regierung ein neues Hilfspaket für die Ukraine vorstellen.
Walerij Saluschnyj, der Oberkommandierer der ukrainischen Streitkräfte, sagte, die ukrainische Luftverteidigung habe 36 von 43 Raketen abfangen können. 20 davon seien im Anflug auf Kiew abgeschossen worden.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Nach Waffen-Stopp – Pistorius kündigt Gespräche mit Polen an
Update vom 21. September, 13.16 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat am Donnerstag Gespräche mit Polen über Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt. Er wolle keine Einschätzung abgeben, bis er mit seinem polnischen Kollegen Mariusz Blaszczak gesprochen habe, sagte Pistorius bei einem Besuch in Rostock. Er kündigte dazu ein Telefonat an.
Polens Regierungschef Morawiecki hatte am Mittwoch einen Stopp der polnischen Waffenlieferungen an die Ukraine angedeutet. Dem Sender Polsat News hatte er gesagt: „Wir transferieren keine Waffen mehr an die Ukraine, weil wir uns selbst mit den modernsten Waffen ausrüsten.“ Am Donnerstag stellte ein polnischer Regierungssprecher jedoch klar, dass bereits versprochene Lieferungen noch erfolgen sollen.
Ukraine greift Krim an – „ernsthafter Schaden“ auf russischem Flugplatz
Update vom 21. September, 12.46 Uhr: Der ukrainische Angriff auf der Stützpunkt Saki sei eine gemeinsame Aktion vom Geheimdienst SBU und der Marine gewesen. Das berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen im Geheimdienst. Nach ukrainischen Angaben war der Plan, mit den Drohnen die Flugabwehr auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel zu überfordern. Danach sei der Militärflugplatz mit umfunktionierten Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Neptun beschossen worden. Ähnlich schilderten russische Militärblogger die nächtliche Attacke.
Auf dem Flugplatz Saki im Westen der Krim bei Jewpatorija sei der russischen Technik „ernsthafter Schaden“ zugefügt worden, hieß es aus dem SBU. Verwiesen wurde darauf, dass in Saki russische Kampfbomber stationiert seien. Es gebe auch ein Ausbildungszentrum für die Bedienungsmannschaften von Kampfdrohnen iranischer Bauart.
Ukraine greift Stützpunkt auf der Krim an
Update vom 21. September, 10.33 Uhr: Nach eigenen Aussagen hat die Ukraine in der Nacht den russischen Luftwaffenstützpunkt Saki auf der von Russland annektierten Krim-Halbinsel attackiert und Schäden verursacht. „Angriffe des Sicherheitsdienstes und der Marine haben das Ziel getroffen und die Ausrüstung der Besatzer schwer beschädigt“, so die Mitteilung des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Zuerst kamen Drohnen zum Einsatz, gefolgt von Neptun-Marschflugkörpern.
Der Stützpunkt, der im westlichen Teil der Krim liegt, beherbergte mindestens zwölf Kampfflugzeuge und mobile Luftverteidigungssysteme. Zudem diente die Basis als Ausbildungszentrum für Drohnenpiloten. Das russische Militär berichtet, dass es 19 ukrainische Drohnen über der Krim und dem Schwarzen Meer abgefangen und zerstört hat. Über eventuelle Schäden hält sich die russische Seite bedeckt.
Ukraine-Krieg: Explosionen und Luftalarm in Kiew
Update vom 21. September, 8.15 Uhr: Russland hat die Ukraine am frühen Donnerstagmorgen mit schweren Luftangriffen überzogen. In der Hauptstadt Kiew habe es im südöstlichen Bezirk Darnyzkyj eine Explosion gegeben, herabfallende Trümmerteile hätten Wohngebäude beschädigt, berichteten ukrainische Medien. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von sieben Verletzten. Auf Fotos war zu sehen, wie Verwundete in Sicherheit gebracht wurden.
In der zentralukrainischen Tscherkassy wurde Angaben des ukrainischen Innenministers Ihor Klymenko zufolge ein Hotelgebäude getroffen. Auch hier seien sieben Menschen verletzt und zehn weitere in Sicherheit gebracht worden, teilte Klymenko auf Telegram mit. In Charkiw im Osten des Landes gab es demnach zwei Opfer. Auch aus Lwiw im Westen wurde Raketenbeschuss gemeldet.
Kiew wird angegriffen, Explosionen sind zu hören
Update vom 21. September, 5.45 Uhr: Nach einer Warnung vor Luftangriffen sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Explosionen zu hören, berichten Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Bürgermeister der Stadt, Vitali Klitschko, schreibt auf Telegram, die Verteidigungskräfte seien im Einsatz.
Ukraine greift Krim mit Drohnen an
Update vom 21. September, 5.00 Uhr: Russische Luftabwehreinheiten haben 19 ukrainische Drohnen über dem Schwarzen Meer und der annektierten Halbinsel Krim sowie drei weitere über anderen Teilen Russlands zerstört. Dies teilte das russische Verteidigungsministerium in der Nacht mit.
Selenskyj will in Washington um Hilfe bitten
Erstmeldung: Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj legt nach der UN-Generaldebatte in New York einen Stopp bei seinem wichtigsten Verbündeten in Washington ein. In der US-Hauptstadt will er am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) mit Präsident Joe Biden, Verteidigungsminister Lloyd Austin und Mitgliedern des Kongresses zusammenkommen, um für weitere Unterstützung im Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren zu werben. Selenskyj dürfte mit einigen konkreten Wünschen zu militärischer Ausrüstung anreisen.
Unter anderem geht es um die ukrainische Forderung nach Raketen des Typs ATACMS. Dabei handelt es sich um eine Marschflugkörper-Variante mit bis zu 300 Kilometern Reichweite. Die Raketen werden vom Boden aus gegen Ziele am Boden abgefeuert. In einem Interview des US-Fernsehsenders CNN am Rande der UN-Generaldebatte in New York hatte Selenskyj seinen Wunsch nach dem Waffensystem erneuert. Sein Land plane nicht, damit Moskau oder andere Ziele auf russischem Boden anzugreifen, betonte er.
Ukrainische Armee meldet Abwehr russischer Vorstöße
Während Selenskyjs Besuch in den USA geht der Krieg in der Ukraine weiter. Die ukrainische Armee hat gab am Mittwochabend an, Vorstöße der russischen Besatzungstruppen an zwei wichtigen Abschnitten der Front abgewehrt zu haben. Russische Einheiten hätten versucht, das vergangene Woche verlorene Dorf Andrijiwka bei Bachmut im Donbass zurückzuerobern. Dies sei ihnen aber nicht gelungen. Die Militärangaben ließen sich nicht ohne Weiteres unabhängig überprüfen.
Als ein Mittel gegen Korruption in der Ukraine müssen Politiker und ranghohe Staatsdiener ab sofort ihre Vermögensverhältnisse wieder digital offenlegen. Das beschloss das ukrainische Parlament in Kiew. Damit korrigierte es unter Druck der Zivilgesellschaft die eigene Entscheidung von vergangener Woche. (Mit Agenturmaterial)
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