Rubio zu Trumps neuem Kurs gegen Putin: „Seine Geduld ist nicht unendlich“
VonFranziska Schwarz
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Was ist der Grund für den aktuellen Meinungsumschwung des US-Präsidenten? Sein Außenminister beantwortet diese Frage sehr knapp.
New York – Donald Trump hat mit seinem jüngsten Umdenken im Ukraine-Krieg nicht nur Wolodymyr Selenskyj überrascht. Außenminister Marco Rubio lieferte dann vor dem UN-Sicherheitsrat auch eine Erklärung nach: Moskaus Verschleppung der Friedensbemühungen hätten zu dieser Kehrtwende geführt. „Der Präsident ist ein sehr geduldiger Mann. Er setzt sich sehr für den Frieden ein, aber seine Geduld ist nicht unendlich“, sagte Rubio.
Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern
„In den letzten Nächten und davor gab es die historisch höchste Zahl an Angriffen“, sagte Rubio laut der dpa. Die USA beobachteten zudem Luftraumverletzungen durch russische Drohnen in NATO-Ländern. Trump glaube nun, dass die Ukraine den Krieg gegen Kremlchef Wladimir Putin vollständig gewinnen könne, und bezeichnete Russland als „schwach“. Bei fortgesetzter Eskalation werde der Präsident „die notwendigen Schritte“ einleiten.
US-Präsident Trump nach Alaska-Treffen: „Putin hat mich wirklich hängenlassen“
Rubio drohte Moskau mit wirtschaftlichen Sanktionen und betonte, die USA könnten Kiew weiter mit Waffen helfen. Trump habe „echte Optionen“ und er werde bei fortgesetzten Aggressionen Russlands die notwendigen Schritte machen.
Zuvor hatte Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande der UN-Generaldebatte in New York sein Umdenken in Bezug auf Russland und die Ukraine verdeutlicht.
Seine Enttäuschung über das Verhalten Putins im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg war schon vorher ersichtlich gewesen. Er habe gedacht, der Konflikt sei der „am einfachsten“ lösbare wegen seiner „Beziehung zu Präsident Putin“, hatte Trump vergangene Woche während seines Staatsbesuchs in Großbritannien gesagt. „Aber er hat mich hängenlassen. Er hat mich wirklich hängenlassen“, fügte Trump mit Blick auf Putin an.
Trump, der im Wahlkampf angekündigt hatte, den mittlerweile seit mehr als drei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine binnen 24 Stunden zu beenden, hatte Putin am 15. August in Alaska empfangen. Seither brachte Trump schärfere Sanktionen gegen Russland ins Spiel – forderte im Gegenzug aber die anderen NATO-Verbündeten auf, den Kauf von russischem Erdöl einzustellen. (Quellen: dpa, afp) (frs)