Rebellen reklamieren Sieg

Wagner-Gruppe erleidet eine ihrer größten militärischen Niederlagen: Schwere Verluste in Mali

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Die Wagner-Gruppe agiert weltweit als verlängerter Arm von Kreml-Machthaber Wladimir Putin, auch in Mali (Archivbild).
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Tuareg-Rebellen, Soldaten und russische Söldner liefern sich in Mali schwere Kämpfe. Es gibt viele Tote. Betroffen ist vor allem die Wagner-Gruppe.

Bamako – Die Wagner-Gruppe hat offenbar eine ihrer bisher größten militärischen Niederlagen erlitten. Bei dreitägigen Kämpfen in Mali haben die russischen Söldner schwere Verluste hinnehmen müssen, mit Dutzenden von Toten und Gefangenen.

„Unsere Einheiten haben die feindlichen Kolonnen am Samstag vernichtet geschlagen“, verkündeten die Rebellen des separatistischen Tuareg-Volkes nach den Gefechten gegen die Wagner-Söldner und Soldaten der malischen Armee, die das Dorf Tinzaouatène an der Grenze zu Algerien einzunehmen versuchten. Die „wenigen Überlebenden“ aus den Reihen der Armee und der Söldner seien gefangen genommen worden.

Wagner-Gruppe erleidet schwere Verluste bei Gefechten in Mali

Weder die Armee noch die Wagner-Gruppe gaben genaue Verlustzahlen bekannt. Russische Quellen aus dem Umfeld der Wagner-Gruppe sprachen aber von mehr als 80 getöteten und 15 gefangen genommenen Kämpfern ihrer Seite. Ein Telegram-Kanal, der laut der Zeitung Novaja Gaseta Europe mit der Wagner-Führung in Verbindung steht, bestätigte ebenfalls den Tod zahlreicher Söldner.

Demnach soll die Wagner-Gruppe unter der Führung von Kommandeur Sergej Schewtschenko zunächst erfolgreich feindliche Stellungen angegriffen haben, ehe die Tuareg-Rebellen die Zahl ihrer Angriffe deutlich erhöht habe. Am 27. Juli seien nur noch drei Söldner in Schewtschenkos Gruppe verblieben, der Kommandant selbst sei im Kampf gefallen.

Unter den Opfern soll der Deutschen Presse-Agentur zufolge auch der Wagner-Kommandant Anton Jelisarow („Lotus“) sein, der im Ukraine-Krieg für die Eroberung der ukrainischen Stadt Soledar mitverantwortlich war. Nach Angaben der Novaja Gaseta Europe befindet sich auch der Autor des berüchtigten Z-Telegram-Kanals „Grey Zone“, der Wagner verbunden ist, unter den Opfern.

Die Wagner-Gruppe kämpft seit 2021 in Mali an der Seite der malischen Streitkräfte

Der bewaffnete Konflikt in Mali tobt seit 2012. Damals hatten die Tuareg im Norden eine Rebellion für ihre Unabhängigkeit gestartet und dabei vorübergehend mit islamistischen Terrorgruppen paktiert, die sich seitdem in der ganzen Region ausbreiten. Dies hatte einen militärischen Eingriff der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zur Folge. Trotz der Anwesenheit tausender internationaler Soldaten blieb die Situation instabil. Die Bundeswehr war ebenfalls in dem westafrikanischen Land im Einsatz und beteiligte sich unter anderem an der UN-Mission Minusma.

Der Tuareg-Aufstand endete 2015 mit einem Friedensabkommen, das dem Wüstenvolk mehr Rechte einräumte. Die seit 2020 in Mali herrschende Militärjunta kündigte die Vereinbarung Anfang 2024 jedoch offiziell auf. Kurz zuvor hatten die letzten Bundeswehrsoldaten den Sahel-Staat verlassen. Die Junta in Bamako setzt im Kampf gegen alle Rebellenbewegungen im Land seit 2021 hauptsächlich auf die Wagner-Gruppe, die in vielen Ländern weltweit als verlängerter Arm von Kreml-Machthaber Wladimir Putin agiert. (cs/dpa/AFP)

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