Infektionen im Herbst und Winter

Erkältung, Grippe, Corona: in was sich die Erkrankungen unterscheiden und wie lange Ansteckungsgefahr besteht

  • schließen

Die Anzeichen sind ähnlich, aber die Ausprägung der Symptome ist unterschiedlich. Wie Sie sich und andere vor einer Ansteckung schützen.

Mit dem Einzug des Herbstes startet auch die jährliche Hochphase von Erkältungen und grippalen Infekten. Zusätzlich zu den herkömmlichen Erregern von Atemwegsinfektionen ist auch das Coronavirus in dieser kühleren Jahreszeit verstärkt präsent. Die Grippewelle kommt tatsächlich noch, diese „erreicht ihre Höhepunkte meist im Dezember und Februar bis März“, wie der Münchner Arzt Dr. Markus Frühwein im Interview mit tz erklärt. Es kann eine Herausforderung sein, diese Krankheiten zu unterscheiden, da ihre Symptome oft ähnlich sind. Aber was sind die Unterschiede zwischen Corona, Grippe und Erkältung und wie lange besteht das Risiko, andere anzustecken, wenn man selbst krank ist?

Erkältung, Grippe und COVID-19: Wann treten die ersten Symptome auf?

Wer die typischen Symptome einer Erkältung oder eines grippalen Infekts entwickelt, sollte dem Körper so gut es geht Ruhe gönnen, um sich zu erholen. Gleiches gilt bei einer Corona- oder Grippe-Infektion.

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome, variiert je nach Erreger. Bei einer Erkältung kann diese zwischen zwei und 14 Tagen betragen. Die Grippe zeigt sich hingegen nach ein bis drei Tagen mit plötzlichen und starken Symptomen. Bei COVID-19 ist die Inkubationszeit variabel – im Durchschnitt treten nach etwa drei Tagen die ersten Symptome auf, aber es können auch bis zu zwölf Tage vergehen, bis erste Beschwerden spürbar sind.

Nicht verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter unserer Gesundheitsexperten von 24vita.de.

Erkältung, Grippe und COVID-19: Welche ersten Symptome treten auf?

Erkältungen, oft durch Rhinoviren verursacht, äußern sich typischerweise durch Symptome wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Die Grippe, ausgelöst durch Influenzaviren, beginnt meist abrupt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. COVID-19 kann ähnliche Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber verursachen, oft begleitet von allgemeiner Schwäche und Atemnot. In vielen Fällen zeigt sich Corona auch durch heftige Schweißausbrüche. Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Atemwegsinfektionen ist, dass eine COVID-19-Infektion häufig mit Geschmacks- und Geruchsverlust einhergeht – ähnlich wie bei einer beginnenden Parkinson-Erkrankung.

Parkinson frühzeitig erkennen: 13 Symptome können die Erkrankung zum Teil schon Jahre vorher ankündigen

Wenn Betroffene bestimmte Düfte nicht mehr riechen, kann dies eine Begleiterscheinung einer Corona-Infektion oder ein sehr frühes Warnzeichen einer angehenden Parkinon-Erkrankung sein.
Die eingeschränkte Wahrnehmung des Geruchs von Gewürzen, insbesondere Oregano, gilt als ein typisches, erstes Frühsymptom einer Parkinson-Erkrankung. Wer an sich bemerkt, dass er Oregano oder Vanille nicht mehr riechen kann, sollte mit dieser Beobachtung seinen Hausarzt aufsuchen. © Robijn Page/Imago
Frau fasst sich an den Bauch.
Auch Verstopfung, die länger anhält, sollte von einem Arzt abgeklärt werden. Denn chronische Verstopfung zählt auch zu den frühen Anzeichen von Parkinson. © Iordache Magdalena/Imago
Frau mit Schmerzen fasst sich in den Nacken
Frühsymptome der Parkinson-Erkrankung sind meist unspezifisch, wie die Deutsche Parkinson Vereinigung e. V. bekräftigt. Betroffene berichten von Beschwerden im Nacken- und Lendenwirbelbereich sowie diffusen Rückenschmerzen. Gerade zu Beginn der Parkinson-Erkrankung sind vorrangig der Nacken, die Schultern oder Oberarme von der Versteifung der Muskulatur betroffen – die Beschwerden werden dann nicht selten irrtümlich mit einer rheumatischen oder orthopädischen Erkrankung verwechselt. © YAY Images/Imago
Mann sitzt auf dem Bett
Der Abbau von Nervenzellen in der schwarzen Substanz im Gehirn hat Auswirkungen auf verschiedene Körperbereiche, nicht nur die Motorik. Manche Menschen mit Parkinson bemerken an sich schon früh eine Beeinträchtigung Ihrer Lust auf Sex. Männer sind vor allem von Erektionsstörungen und vorzeitiger Ejakulation betroffen. Frauen mit Parkinson leiden ebenfalls unter verringerter Erregbarkeit. © tommaso79/Imago
Mann liegt traurig im Bett
Depressive Verstimmungen können sich ebenfalls im Frühstadium der Parkinson-Erkrankung zeigen. Gerade in diesen Fällen wird häufig kein Zusammenhang zu Parkinson erkannt. © tommaso79/Imago
Mann wacht auf
Auch Schlafstörungen insbesondere in der Traumschlafphase mit zum Teil heftigen Alpträumen können vorzeitig auf eine Parkinson-Erkrankung hindeuten oder das Risiko dafür erhöhen. Für Menschen, die über 50 Jahre alt sind und eine derartige Form der Schlafstörung an sich bemerken, ohne dass andere Ursachen dafür vorliegen, erhöht sich das Risiko für Parkinson in den kommenden Jahren auf nahezu 80 Prozent. Die Störung des REM-Schlafs in der Traumschlafphase ist ein deutliches Frühsymptom für Parkinson. © Monkey Business 2/Imago
Person schreibt Brief
Einige Betroffene bemerken an sich, dass ihr Schriftbild kleiner wird – auch dies kann ein Indiz für eine Parkinson-Erkrankung sein. © YAY Images/Imago
Frau telefoniert mit Familie über das Telefon
Außenstehenden oder Angehörigen fällt zum Teil auf, dass manche Betroffenen leiser sprechen als gewöhnlich, insbesondere im direkten Gespräch. Dies kann ebenfalls ein Anzeichen einer sich entwickelten Parkinson-Erkrankung sein. © Zoonar.com/Dasha Petrenko/Imago
Hand hält Hand, die ein Glas hält
Eines der bekanntesten und typischen Symptome von Parkinson ist das Zittern (Tremor) von einer Hand oder beiden Händen. Betroffene müssen dann nicht selten die zitternde Hand mit der zweiten Hand stützen und festhalten. Auch in den Beinen zeigt sich der Tremor – anfangs nur in bestimmten Situationen, etwa beim Laufen oder Treppensteigen. An den Händen wird das Zittern häufig beim Schreiben oder Greifen von Gegenständen deutlich. © Astrid08/Imago
Frau hält Hand mit einem Glas Wasser, das verschüttet wird
Die Bewegungsarmut, sogenannte Akinese, zählt zu den typischen Symptomen bei Parkinson. Bewegungen sind verlangsamt oder geschehen willkürlich, sodass der Griff zum Glas auch darin enden kann, dass der Inhalt unbeabsichtigt ausgeschüttet wird. © Astrid08/Imago
Älterer Mann läuft am Stock
Der erhöhte Muskeltonus, sogenannter Rigor, ist ein typisches Anzeichen von Parkinson. Durch dieses Symptom sind die Muskeln steif und stark angespannt, obwohl keine bewusste Anstrengung erfolgt. Ein Rigor kann auch durch Stress, Angst oder Muskelverletzungen hervorgerufen werden. Bei Parkinson zeigt sich der Rigor häufig in Form der gebeugten Haltung mit angewinkelten Armen. © Zoonar.com/Yuri Arcurs peopleimages.com/Imago
Frau mit Müslischüssel
Schluckbeschwerden, sogenannte Dysphagie, zählt im Verlauf zu den häufigen Symptomen bei Parkinson. Direkte Anzeichen sind dann das gehäufte Verschlucken am eigenen Speichel oder bestimmten Speisen sowie Getränken, häufiges Räuspern oder Husten bis hin zu Hustenanfällen, erschwerte Atmung nach dem Schlucken, vermehrter Speichelfluss und ein Kloßgefühl im Hals. Indirekte Anzeichen einer Dysphagie bei Parkinson können sich verzögert zeigen: trockene Haut, besonders an den Händen, Gewichts- und Flüssigkeitsverlust, Sodbrennen und Aufstoßen, erhöhte Körpertemperatur, Bronchitis sowie Lungenentzündung. © Cavan Images/Imago
Fettige Haut mit hoher Talgproduktion
Manche Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, entwickeln ein sogenanntes Salbengesicht, ein fettig glänzendes Gesicht infolge einer erhöhten Talgproduktion der Haut. © YAY Images/Imago

Risiko für eine Ansteckung: Wie lange können sich andere infizieren?

Die Ansteckungsdauer bei Erkältungen und Grippe beträgt in der Regel eine Woche, während der akuten Symptome. Bei einer COVID-19-Infektion geht die Ansteckungsfähigkeit bei leichten Verläufen meistens innerhalb von zehn Tagen nach Symptombeginn deutlich zurück. Bei schweren Verläufen kann das Ansteckungsrisiko jedoch länger bestehen bleiben. Ein vermeintlich negativer Schnelltest nach nur wenigen Tagen ist nicht in jedem Fall eine Garantie dafür, dass die betroffene Person nicht mehr ansteckend ist. Laut Robert Koch-Instituts (RKI) ist die Wahrscheinlichkeit, andere anzustecken, kurz vor Beginn der ersten Corona-Symptome und während der ersten Tage der Beschwerden am größten.

Was Sie auf Empfehlung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beachten sollten, wenn Sie krank sind, um andere möglichst nicht anzustecken:

  • Bleiben Sie, wenn möglich, zu Hause, bis Ihre Symptome vollständig abgeklungen sind.
  • Beschränken Sie Ihre persönlichen Kontakte auf ein Minimum, besonders zu älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Atemwegsinfektionen haben.
  • Vermeiden Sie weitgehend den Kontakt zu Menschen außerhalb Ihres Haushalts.
  • Erkrankte sollten idealerweise getrennt von anderen untergebracht werden und nur Kontakt zu denjenigen Haushaltsmitgliedern haben, die für notwendige Unterstützung sorgen.
  • Ist ein Kontakt unvermeidbar, achten Sie auf einen Abstand von mindestens 1,5 Metern und tragen Sie, wenn möglich, einen Mund-Nasen-Schutz.
  • Lüften Sie regelmäßig alle Räume, um frische Luftzirkulation zu gewährleisten.
  • Niesen oder husten Sie in ein Taschentuch oder die Armbeuge, wenden Sie sich dabei von anderen ab, und waschen Sie sich anschließend gründlich die Hände.
  • Benutzte Taschentücher sollten Sie am besten in einem verschlossenen Beutel im Restmüll entsorgen und Flächen, die damit in Berührung gekommen sind, reinigen und desinfizieren.
  • Reinigen Sie täglich häufig genutzte Flächen wie Nachttische, Bettrahmen, Smartphones sowie Bad- und Toilettenoberflächen mit gängigen Reinigungsmitteln oder Desinfektionsmitteln.

Corona und Grippe: Effektiver Schutz vor Ansteckung durch präventive Maßnahmen

Hygiene ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife und warmem Wasser kann das Risiko einer Ansteckung erheblich senken. Zudem sind Impfungen ein guter Schutz gegen Influenza und Corona. Sie können helfen, schwere Verläufe zu verhindern und die Verbreitung der Viren einzudämmen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Subbotina / Panther Media

Kommentare