VonLisa Kleinschließen
Im Alter zählt jeder Cent. Mit zehn einfachen Tipps und Tricks kann die Rente erhöht werden. In manchen Fällen sorgt ein einfacher Antrag für mehr Geld.
Die Rente fällt für den Großteil der Deutschen nicht sonderlich hoch aus. Die Standardrente liegt aktuell bei 1835,55 Euro brutto in Deutschland. Dafür müssen Arbeitnehmer allerdings während 45 Jahren Versicherungszeit konstant das Durchschnittsentgelt verdienen. Netto landet außerdem deutlich weniger Geld auf dem Konto. Für die meisten sieht die Realität also ganz anders aus.
Wie der Bundestag berichtet, hat die gesetzliche Altersrente 2023 bei durchschnittlich nur 1099 Euro im Monat gelegen. Dabei haben Männer deutlich mehr Geld bekommen: 1.346 Euro. Für Frauen lag die Rente im Schnitt bei nur 903 Euro. Aktuellen Zahlen zufolge erhält auch nach 45 Arbeitsjahren jeder vierte im Alter weniger als 1300 Euro Rente pro Monat. Umso wichtiger ist es also, möglichst viel aus der Rente herauszuholen.
Mehr Geld im Alter mit diesen zehn einfachen Renten-Tricks:
- Auch bei Minijobs in die Rentenkasse einzahlen.
- Arbeitslos melden, auch für kurze Zeiträume.
- Versicherungszeit erhöhen und alles anrechnen lassen.
- Freiwillige Beiträge einzahlen.
- Verluste durch beliebte Fehler vermeiden.
- Über das Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten und Zuschläge kassieren.
- Nur Teilrente beantragen, weiter arbeiten und Entgeltpunkte sammeln.
- Unbegrenzt zur Rente dazuverdienen.
- Aktivrente nutzen und bis zu 2000 Euro steuerfrei zur Rente hinzuverdienen.
1. Tipp für mehr Geld im Alter: Trotz Minijob in die Rentenkasse einzahlen
Auch während eines Minijobs sollte in die Rentenkasse eingezahlt werden. Denn im Alter zählt jeder Cent. So bringt etwa ein Jahr mit einem Gehalt von 556 Euro pro Monat bis zu 5,20 Euro mehr Rente! Wer zum Beispiel zu seinem Hauptjob über 45 Jahre lang noch einem Minijob nachgeht, kann sich ein monatliches Rentenplus von über 200 Euro erarbeiten.
2. Arbeitslos melden, auch für kurze Zeiträume und Rentenpunkte weiter sammeln
Wer seinen Job verliert, sollte sich unbedingt arbeitslos melden. Denn wer Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 hat, kann trotzdem Entgeltpunkte für die Rente sammeln. Das Jobcenter zahlt dann bis zu einer gewissen Summe in die Rentenkasse ein. echo24.de erklärt, wie viele Rentenpunkte es trotz Arbeitslosigkeit gibt.
3. Versicherungszeit erhöhen und alles für die Rente anrechnen lassen
Für die Rente sollte alles angerechnet werden, was geht. Noch können langjährige Versicherte nach 45 Jahren Versicherungszeit etwas früher in Rente gehen, ohne Abschläge. Wie früh, hängt vom Geburtsjahr ab. Daher lohnt es sich für manche, durch legale Tricks die Versicherungszeit zu verlängern. Denn nicht nur Arbeitsjahre werden anerkannt. So können etwa auch das Studium oder Ausbildungsjahre für die Rente angerechnet werden.
4. Freiwillige Beiträge an die Deutsche Rentenversicherung einzahlen
Es kann nicht jeder, aber wer die Möglichkeit hat, sollte sie nutzen. Denn im Alter kann es sich finanziell lohnen. Freiwillige Rentenbeiträge sind zusätzliche Beträge, die in die deutsche Rentenversicherung für Zeiten eingezahlt werden können, in denen man nicht pflichtversichert war und somit keine Beiträge gezahlt hat.
Das geht zum Beispiel für Ausbildungszeiten oder Kindererziehungszeiten. Auch Übergangszeiten wie nach dem Abitur können nachgemeldet und nachgezahlt werden. Allerdings müssen dafür bestimme Fristen eingehalten werden und es gilt ein monatlicher Mindest- und Höchstbetrag für freiwillige Rentenbeiträge.
5. Finanzielle Verluste durch beliebte Fehler vermeiden
Manche Fehler können die Rente erheblich mindern – wie unvollständige Einträge. Eine frühzeitige Prüfung bewahrt vor finanziellen Verlusten. echo24.de erklärt, welche Fehler besonders viel Geld kosten und wie die Rente aufgestockt werden kann.
6. Über das Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten und monatlich Zuschläge kassieren
Auch, wenn es nicht für jeden etwas ist, kann so die Rente ordentlich aufgestockt werden. Wer das reguläre Renteneintrittsalter erreicht hat und darüber hinaus weiterarbeitet und noch nicht in Rente geht, obwohl er offiziell dürfte, profitiert von Zuschlägen. Die Rente erhöht sich für jeden Monat, der nicht in Anspruch genommen wird, um 0,5 Prozent. Pro Jahr steigt damit die Rente um bis zu sechs Prozent.
7. Nur Teilrente beantragen, weiter arbeiten und Entgeltpunkte für die Rente sammeln
Ein einfacher Trick, den viele nicht kennen: Wer bereits Rente beziehen darf, kann auch nur einen Teil davon beantragen, weiterarbeiten und dadurch weiterhin Rentenpunkte sammeln. Das erhöht langfristig den Rentenanspruch. Seit mehreren Gerichtsurteilen aus den Jahren 2022 und 2023 erkennt die Deutsche Rentenversicherung eine Teilrente von 99,9 Prozent an. echo24.de erklärt genau, wie das Sammeln von weiteren Rentenpunkten mit der Teilrente funktioniert.
8. Unbegrenzt zur Rente dazuverdienen und damit das Einkommen aufstocken
Wer schon in Rente ist und diese in voller Höhe bezieht, kann natürlich trotzdem arbeiten. Inzwischen gibt es für den Hinzuverdienst auch keine Grenzen mehr – es drohen keine Abzüge. Allerdings sollte alles gut durchgerechnet werden. Denn: Auch Rentner müssen Steuern zahlen.
9. Aktivrente nutzen und bis zu 2000 Euro steuerfrei zur Rente hinzuverdienen
Die Merz-Regierung hat die Aktivrente beschlossen. Das Ziel: Ab 1. Januar 2026 sollen Rentner bis zu 2000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen dürfen. Das würde ein ordentliches finanzielles Plus für alle Rentner bedeuten, die weiterhin arbeiten gehen.
Allerdings: Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen und muss bis spätestens Weihnachten 2025 durch sein, damit die Aktivrente pünktlich zum 1. Januar 2026 in Kraft treten kann, wie rentenbescheid24 schreibt. Ein konkreter Gesetzesentwurf ist im September 2025 noch ausstehend, genaue Ausgestaltungen stehen daher noch aus.
10. Pflegezeiten anrechnen lassen – als Arbeitnehmer und Rentner
Wer Angehörige pflegt, sollte sich unbedingt darum bemühen, dass der zu Pflegende auch einen Pflegegrad beantragt. Denn ab Pflegegrad zwei können Angehörige Rentenbeiträge von der Pflegekasse gutgeschrieben bekommen. Die Bedingung: Die Pflege dauert mindestens zehn Stunden pro Woche, verteilt auf mindestens zwei Tage.
Und auch, wer im Alter zum Beispiel seinen Partner pflegt, kann sich die Pflegezeiten anrechnen lassen. Je nach Pflegegrad, Rente und Pflegedauer ist ein Anstieg von 9 bis 15 Euro im Schnitt möglich, erklärt bild.de. Die Rente wird jährlich zum 1. Juli neu berechnet – zu diesem Stichtag können Rentner dann von Pflegezeiten profitieren.
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