VonJohannes Welteschließen
Der Supervulkan hat schon wieder gebebt. Dieses Mal wurde eine Magnitude von 3,9 erreicht. Viele empfanden den Stoß jedoch stärker als zuletzt.
Neapel/Pozzuoli - Die über 800.000 Menschen, die im gefährdeten Gebiet des Supervulkans der Phlegräischen Felder bei Neapel in Süditalien leben, kommen nicht mehr zur Ruhe. Ein erneutes Erdbeben der Stärke 3,9 hat am Samstag (15. März) um 13.32 Uhr die riesige Caldera erschüttert. Das Epizentrum lag am bekannten Schwefelkrater der Solfatara in drei Kilometer Tiefe. Dort befinden sich mehrere heiße Quellen, die derzeit kräftig kochen, wie Videos bei TikTok zeigen.
@solfataranews Solfatara Fumarola pisciarelli con drone estratto della Live di oggi 06/03/2025 😱😱😱#drone #solfatarapozzuoli #pozzuoli #terremoto #f #viral #fyp #pt #80078 #xyzbcafyp #scossa #foryou #fumarola #terremotopozzuoli #for #tiktak #solfatara #sciamesismico #napoli #naples ♬ Volcano Eruption Sounds - White Noise Remix - Volcano Eruption Sounds & The Nature Sound FX & The Nature Soundscapes
Supervulkan rumort schon wieder – Auch beliebtes Reiseziel betroffen
Bewohner in der Gegend der Hafenstadt Pozzuoli, die im Westen an Neapel grenzt, berichteten, sie hätten einen lauten Knall gehört und das Beben habe „sehr lange gedauert“, berichtet das Portal fanpage.it. In ganz Neapel, sogar noch in der Region des Vesuvs, der südlich der Hafenmetropole liegt, war der Erdstoß deutlich zu spüren. Die gesamte Region ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen, die einen Italien-Urlaub planen.
Die Beben werden von einer Magmakammer verursacht, die Gas und heißen Wasser ausstößt. Manche Forscher befürchten einen bevorstehenden Ausbruch des Supervulkans. Die staatlichen Institutionen sehen momentan aber keinen Hinweis auf eine konkret bevorstehende Eruption, auch wenn sich die Hebungsrate um das Dreifache beschleunigt hat, die Beben zunehmen und auch der Schwefel- und CO₂-Ausstoß kräftig stieg.
Beben an Vulkankrater, in dem derzeit die heißen Quellen kräftig kochen, löst bei vielen Panik aus
„Es gab so viel Angst. Im Hafengebiet, auf der Via Napoli und in den Gebieten in der Nähe des Epizentrums rannten die Menschen auf die Straße. In einigen Fällen gab es der Panik“, schreibt das Portal cronacaflegrea.it. Einzelne Personen seien wegen Angstzuständen in Kliniken eingeliefert worden. Nach Angaben der Anwohner seien leichte Schäden entstanden – Risse und mehrere herabgefallene Trümmerteile.
In den sozialen Netzwerken wird kräftig geflucht: „Heilige Scheiße!“, schreibt ein User bei Facebook. „Es gibt keinen Waffenstillstand! Das war noch schwerer als neulich Abend“, eine Userin. „Es wollte einfach nicht mehr aufhören“, lautet der nächste Beitrag. Die jüngsten Erdbeben der Stärke 4,4 (Donnerstag, 13. März, 1.25 Uhr) und 3,5 (Freitag, 15. März, 19.44 Uhr) hatten bereits Schäden an Gebäuden in der Gegend von Bagnoli, einem westlichen Stadtteil von Neapel, verursacht.
Die Schadenskontrollen in den betroffenen Gegenden laufen noch. In einigen Straßen sind laut ilfattoquotidiano.it noch immer Spuren der vorhergehenden Erdbeben in Form von herabgefallenen Trümmern zu sehen. In einigen Gebäuden haben sich Risse aufgetan, die nun von Technikern untersucht werden. Viele Bürger haben die vergangenen Nächte aus Angst vor weiteren und schwereren Beben in Autos oder in Aufnahmelagern verbracht. Viele Bürger fordern, dass der jetzige Alarmzustand von orange auf gelb hochgestuft wird, womit der Staat mehr Gelder für Betroffene zahlen müsste.
Wegen Beben: Über 100 Italiener müssen ihre Häuser Hals über Kopf verlassen - teils mitten in der Nacht
„Wir warten auf die endgültige Einschätzung der technisch-wissenschaftlichen Behörden zum Alarmzustand“, sagt der Präsident der Region Kampanien, Vincenzo De Luca und fügt hinzu, dass die Region die Regierung bitten wird, „die Zahlungen der Hypothekenraten für Wohnungsbaudarlehen und die Sozialversicherungsbeiträge für Unternehmen in den Phlegräischen Feldern auszusetzen.“
Das Portal napolitoday.it berichtet, dass aufgrund von Problemen mit der Gebäudestabilität, die durch die jüngsten Erdbeben in der Region der Phlegräischen Felder verursacht wurden, bisher über 100 Menschen obdachlos geworden sind. Die meisten Zwangsräumungen beträfen Häuser im Neapolitaner Stadtteil Bagnoli, der derzeit am stärksten von den beiden starken Beben vom 13. und 14. März betroffen zu sein scheint. „Die Familien haben fast alle eine eigenständige Unterkunft gefunden“, erklärt der Verwaltungschef der Stadt Neapel, Michele di Bari, am Rande einer Krisensitzung der betroffenen Behörden.
Italienische Feuerwehr geht von Haus zu Haus und prüft die Standfestigkeit der Mauern
In der Zwischenzeit werden die Kontrollen des Gebiets durch die Feuerwehr in hohem Tempo fortgesetzt: 15 Teams sind im Einsatz: Dramatisch war ein Fall in der Via Bagnoli: Mitten in der Nacht kam es zur größten Zwangsräumung: 49 Familien wohnten im Gebäude und mussten sofort die Koffer packen und gehen. Der oberste italienische Zivilschutzchef hatte kürzlich davor gewarnt, dass bei größeren Beben am Supervulkan Tote zu befürchten seien. Eine kürzlich veröffentliche Karte zeigt, wo die besonders gefährdeten Gebiete liegen.
Bei einer Demonstration forderten Bewohner des Vulkanfelds effektive Schutzmaßnahmen. Ein weiteres Problem sind die mächtigen CO₂-Ausgasungen des Supervulkans, die für Erstickungsgefahr sorgen, was auch in der U-Bahn befürchtet wird. Kürzlich berichtete ein Fischer, dass er regelmäßig tote Fische fange, die von neuen heißen Quellen unter Wasser regelrecht gekocht würden.


