Wirtschaft taumelt

Merz-Regierung einig bei drei Krisen-Maßnahmen: Wirtschaft reagiert sofort – und legt Finger in die Wunde

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Die Spitzen der Bundesregierung haben sich in zentralen Punkten geeinigt. Mit zwei zentralen Beschlüssen soll die Wirtschaft wieder vorangebracht werden.

Update, 22.22 Uhr: Die Koalition um Friedrich Merz wollte sich geschlossen und tatkräftig zeigen, um der wirtschaftlichen Krise im Land zu begegnen. Nun gibt es erste Reaktionen auf die Beschlüsse aus dem Koalitionsausschuss. Klimaschützer und die Opposition äußern teils scharfe Kritik. Dagegen begrüßen erste Wirtschaftsverbände die Einigungen, mahnen aber zugleich weitere Schritte an.

Der Beschluss von Union und SPD im Koalitionsausschuss für die Einführung eines Industriestrompreises sei „ein nützlicher Baustein, ersetzt aber keine echte Standortoffensive“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Wolfgang Große Entrup am Donnerstagabend. „Wir brauchen jetzt Entlastung auf breiter Front – bei Energie, Steuern und Bürokratie.“

Große Entrup lobte eine zügige Einigung der Koalitionäre und erklärte, der Industriestrompreis müsse „jetzt schnell und wirksam bei den Unternehmen ankommen“. Die „ohnehin engen Grenzen“ der EU-Kommission müssten „komplett ausgereizt werden“, forderte er. „Und vor allem darf es keinen typisch deutschen Sonderballast in Form von zusätzlichen Anforderungen geben.“ Die Gewerkschaft IG Metall äußerte sich ebenfalls zustimmend zur Einigung. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte sie jedoch, der Industriestrompreis sei „kein singuläres Allheilmittel, sondern muss mit weiterer kluger Industriepolitik ergänzt werden“.

Unterdessen begrüßte die Luftfahrtbranche unter anderem die von Union und SPD vereinbarte Rücknahme der Anhebung der Luftverkehrssteuer. „Die Bundesregierung hat Wort gehalten und der jahrelang weiter steigenden Kostenspirale bei Steuern und Gebühren für Luftverkehr ab Deutschland ein Ende gesetzt“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Joachim Lang. Er sprach von einem „wichtigen Signal“, erklärte aber zugleich: „Damit Deutschland am anhaltenden Boom des Luftverkehrs in Europa teilhaben kann, sind in den kommenden Jahren aber noch weitere Schritte erforderlich.“

Krisen-Krimi beim Koalitionsausschuss: Merz-Regierung verkündet wichtige Neuerungen

Update, 19.52 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in einer Pressekonferenz zum Koalitionsausschuss von zwei zentralen Beschlüssen berichtet. „Zum einen: Wir wollen für die Jahre 2026 bis 2028 den Industriestrompreis einführen“, so Merz. Der Zielpreis solle bei etwa 5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Damit wäre der Preis pro Kilowattstunde für die energieintensive Industrie deutlich günstiger als der durchschnittliche Strompreis von 18 Cent, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft den Preis Anfang Oktober bezifferte. Die Gespräche mit der EU-Kommission seien weitestgehend abgeschlossen und man gehe davon aus, dass die Regierung die Genehmigung für den Preis erhalte.

Ebenso haben sich die Koalitionsparteien auf eine „Kraftwerkstrategie“ geeinigt, so Merz weiter. Damit sollen Lücken geschlossen werden, die durch Wind- oder Sonnenflauten bei Erneuerbaren entstehen könnten. Bereits 2026 sollen „insgesamt 8 Gigawatt für neue steuerbare Kapazitäten zur Versorgungssicherheit ausgeschrieben werden“. Bis 2031 sollen diese in Betrieb gehen. Dazu werde eine schnelle Einigung mit der EU-Kommission angestrebt. Die Kraftwerke sollen bis spätestens 2045 „technologieoffen“ durch den Betrieb mit Wasserstoff klimaneutral werden.

Zudem will die schwarz-rote Koalition zum 1. Juli 2026 die Ticketsteuer im Luftverkehr senken. Das teilte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dem Koalitionsausschuss mit. Er sprach von einer Größenordnung von etwa 350 Millionen Euro zugunsten der Luftverkehrsindustrie in Deutschland. Wenn es damit Steuerausfälle geben sollte, würden diese in Verkehrsetat verbucht. 

Im Mai 2024 wurde die Luftverkehrsteuer deutlich erhöht. Das verteuert potenziell Passagierflüge von deutschen Flughäfen. Im Koalitionsvertrag hatten CDU, CSU und SPD angekündigt, die Erhöhung zurückzunehmen. Dies ist bisher unter Hinweis auf knappe Kassen aber nicht passiert.

Koalitionsausschuss wird zum Krisen-Krimi: Söder prescht mit drei Punkten und spezieller Bayern-Forderung vor

Erstmeldung: Am Donnerstagabend (13. November) kommen die Spitzen der Regierungsparteien zum Koalitionsausschuss in Berlin zusammen. CDU, CSU und SPD stehen dabei großen Fragen gegenüber – zumal die wirtschaftliche Lage in Deutschland die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) zum Handeln drängt. Entsprechend wird der Fokus im Kanzleramt auf der Situation der deutschen Industrie und der Sicherung von Arbeitsplätzen liegen.

CSU-Chef Markus Söder stellt vor dem anstehenden Koalitionsausschuss klare Forderungen an die Koalition. (Archivbild)

Vor dem Treffen hat CSU-Chef Markus Söder bereits einige Forderungen an die Regierungspartner gestellt. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen hat er erneut die Notwendigkeit eines Industriestrompreises betont und eine Abkehr vom geplanten Verbrenner-Aus gefordert. Zudem will er die von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geplanten Gaskraftwerke vor allem in den Standorten Bayern und Baden-Württemberg bauen lassen. Denn dort schlage nun mal das „wirtschaftliche Herz Deutschlands“.

Industriestrompreis gegen Wirtschaftskrise in Deutschland? Koalition könnte Einigkeit erzielen

Dass es einen Industriestrompreis in Deutschland geben wird, haben die Regierungsparteien schon in ihrem Koalitionsvertrag beschlossen. Für Unternehmen, die durch Maßnahmen wie die Senkung der Stromsteuer oder eine Reduzierung der Umlage der Netzentgelte nicht ausreichend entlastet werden können, habe man eine „besondere Entlastung“ in Form des Industriestrompreises geplant.

Und tatsächlich könnte eine solche Regelung für die energieintensive Industrie ab 2026 kommen. Zumindest hatte das Bundeswirtschaftsministerin Reiche (CDU) zum 1. Januar des kommenden Jahres in Aussicht gestellt. Jedoch seien noch Detailfragen zu klären und es müsse überprüft werden, ob eine solche Regelung nach EU-Vorgaben zulässig ist.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Dass man in diesen Fragen eine Einigung erzielen wird, glaubt unter anderem CDU-Fraktionschef Jens Spahn. „Ich rechne mit Entscheidungen zu einem Industriestrompreis und zu Gaskraftwerken für bezahlbare Energie“, sagte Spahn mit Blick auf den Koalitionsausschuss dem Tagesspiegel. Auch Söder pocht auf eine Entlastung der Unternehmen, dass diese im internationalen Wettbewerb nicht abgehängt werden.

Aus für das Verbrenner-Aus? Söder erhöht Druck auf die SPD – „Freiheit und Technologie-Offenheit“

Ein großer Streitpunkt wird wohl das von der EU geplante – und von den Unionsparteien kritisch betrachtete – Aus für Autos mit Verbrennermotor sein. Ab 2035 sollen demnach keine Autos neu zugelassen werden, die mit fossilen Brennstoffen wie Benzin oder Diesel betriebenen werden. Synthetische Kraftstoffe wie E-Fuels sind von dem Verbot ausgenommen. Auch bereits zugelassene Verbrenner dürfen weiter gefahren werden. Große Teile der Union lehnen diese Regel ab, darunter Bundeskanzler Merz und Bayerns Ministerpräsident Söder.

Den Koalitionspartner SPD, der an dem geplanten Zulassungsverbot festhalten will, fordert Söder entsprechend zu Zugeständnissen auf. „Natürlich“ wolle auch er sich für den Ausbau der Elektromobilität einsetzen, so der CSU-Chef gemäß der Augsburger Allgemeinen. „Dennoch brauchen unsere Automobilhersteller im internationalen Wettbewerb mehr Freiheit und Technologie-Offenheit über 2035 hinaus.“

Zustimmung für neue Gaskraftwerke – Söder fordert vor Koalitionsausschuss Konzentration auf Bayern

Einer der kontroversesten Energiepläne der Bundesregierung dürfte der Bau von bis zu 40 neuen Gaskraftwerken sein. Wirtschaftsministerin Reiche will mit dem Bauprojekt für eine Versorgungssicherheit für die Industrie und die Bevölkerung sorgen, sollten die erneuerbaren Energien nicht ausreichen. Mindestens 20 Gigawatt sollen die Kraftwerke liefern, hatte Reiche vor ihrem Amtsantritt angekündigt.

Doch um das Projekt umzusetzen, müsste der Staat die Bauvorhaben massiv subventionieren. Denn die Kraftwerke sollen nur dann laufen, wenn nicht ausreichend Wind wehe und die Sonne nicht scheine. Dazu braucht es aber eine Genehmigung der EU, weil die Förderung ein Eingriff in den europäischen Strommarkt bedeutet und damit den Wettbewerb verzerren könnte. Und das bedroht die Pläne der Merz-Regierung erheblich. Einem Bericht des Spiegels zufolge, würde das Ministerium in Brüssel daher nur noch über Kapazitäten in Höhe von 12 bis 12,5 Gigawatt verhandeln.

Söder will trotz aller Hindernisse, an denen auch der ehemalige grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck gescheitert ist, an den Gaskraftwerken festhalten. Mehr noch: er verlangt, dass sich der Bau vor allem auf Süddeutschland konzentriert. „In Bayern und Baden-Württemberg schlägt das wirtschaftliche Herz Deutschlands. Wer das ignoriert, riskiert einen wirtschaftlichen Infarkt für das gesamte Land“, sagte er der Augsburger Allgemeinen.

Industrieverband stellt Forderungen an Koalitionsausschuss: „Versprechen nicht eingelöst“

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kritisiert vor dem Koalitionsausschuss, dass die Regierung ihr „Versprechen, die notwendigen Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige und wachsende Volkswirtschaft zu schaffen, nicht ausreichend eingelöst“ habe. Die Wirtschaft habe weiter mit massiven Problemen, wie einer überbordenden Bürokratie und „Lasten auf breiter Front“ zu kämpfen. Das hemme Wachstum und verhindere notwendige Investitionen.

Statt Ausgaben in das beschlossene Sondervermögen auszulagern, müssten die zusätzlichen Milliarden „zusätzlich zu vorhandenen Investitionsplänen eingesetzt werden“. Die geplanten Entlastungen würden zwar Mut machen – „gehen aber noch nicht weit genug. Ohne weitere, umfassende Entlastungen bleibt jede Wachstumsstrategie Makulatur. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch.“ (Quellen: AFP, Augsburger Allgemeine, Tagesspiegel, Spiegel, BDI) (nhi)

Rubriklistenbild: © RALF HIRSCHBERGER/AFP

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