VonBenjamin Strokaschließen
Die Gewerkschaft Verdi ruft in weiten Teilen Deutschlands zum nächsten ÖPNV-Streik auf. Ab dem 26. Februar stehen tageweise Bus und Bahn vielerorts still.
Erneut Streiks im Nahverkehr angekündigt: 5. und 6. März
Der nächste Streik im ÖPNV steht bereits an: Die Gewerkschaft Verdi ruft in NRW erneut zum Streik auf. Zum Streik am Dienstag, 5. und Mittwoch, 6. März 2024, sind Beschäftige in verschiedene Betrieben in NRW aufgerufen. Neben der Rheinbahn ruft Verdi Anfang März auch erneut bei der KVB zum Streik auf.
Update vom 22. Februar, 13:45 Uhr: Es gibt neue Streiks im ÖPNV. Die Gewerkschaft Verdi hat angekündigt, ab dem 26. Februar in fast ganz Deutschland wieder zu Streiks bei Bus und Bahn aufzurufen. Es handle sich demnach um einen „Wellen-Streik“, das heißt. Im Zeitraum von Montag, dem 26. Februar bis zum Samstag, dem 2. März, werde in „einzelnen Bundesländern an unterschiedlichen Tagen“, gestreikt. Die Streiks seien „vornehmlich ganztags und überwiegend mehrtägig“. Als Hauptstreiktag wurde der 1. März (Freitag) auserkoren. Da wurde parallel ein globaler Klimastreik von mehreren Bündnissen, darunter Fridays for Future, angekündigt.
Neuer ÖPNV-Streik in NRW
Wann? 29. Februar und 1. März
Wo? In weiten Teilen von NRW. Unter anderem sind erneut die Rheinbahn in Düsseldorf und die KVB in Köln betroffen.
In Nordrhein-Westfalen soll an zwei Tagen gestreikt werden, am Donnerstag (29. Februar) und am Freitag (1. März). Nach zwei jeweils eintägigen Verdi-Streiks in NRW, dürften diesmal vielerorts also 48 Stunden lang die meisten Busse und Bahnen ausfallen.
Bus und Bahn: Im ÖPNV drohen neue Streiks
Aktualisierte Erstmeldung vom 16. Februar: Düsseldorf – Für Pendler in Nordrhein-Westfalen sind es aktuell schwere Zeiten. Zunächst führten mehrtägige Streiks bei der Deutschen Bahn durch die Lokführergewerkschaft GDL zu massiven Einschränkungen im Zugverkehr. Dann sorgte eine knapp zweiwöchige Vollsperrung der Leverkusener Brücke für lange Staus auf mehreren NRW-Autobahnen, wie der A1 oder der A3. Und kaum beruhigte sich die Lage bei Bahn und Autobahn, kam es zu Streiks im ÖPNV in weiten Teilen Deutschlands und in NRW. Zweimal schon standen Busse und Bahnen bei KVB, Rheinbahn und Co. im Februar still.
Verdi schließt weitere ÖPNV-Streiks nicht aus
Mit dem jüngsten Streik am 15. Februar wollte die Gewerkschaft Verdi vor der zweiten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern am Freitag (16. Februar) nochmal den Druck erhöhen. Doch dann die nächste Hiobsbotschaft: Auch die zweite Verhandlungsrunde wurde ohne Ergebnis und Einigung beendet, wie Verdi am Freitagabend mitteilte. Das könnte bald wieder die Pendlerinnen und Pendler treffen. Denn weitere Streiks im ÖPNV werden dadurch wahrscheinlicher. „Die Positionen liegen noch immer sehr weit auseinander. Wir können deshalb weitere Streikmaßnahmen in den nächsten Wochen nicht ausschließen“, erklärte Peter Büddicker, Branchenkoordinator Busse und Bahnen bei Verdi NRW.
Globaler Klimastreik für 1. März angekündigt
Konkret könnte es am 1. März werden, einem Freitag. Da haben mehrere Bündnisse, darunter auch Verdi und Fridays For Future zu einem „Globalen Klimastreik“ aufgerufen. „Beschäftigte im Nah- und Regionalverkehr, Fahrgäste und Klimabewegte gehen gemeinsam für gute Arbeit und klimafreundliche Mobilität für alle auf die Straße“, heißt es in einem entsprechenden Aufruf der Organisatoren. Die konkreten Auswirkungen sind aber noch unklar. Ob also in vielen NRW-Städten die Busse und Bahnen wegen des Klimastreiks am 1. März stillstehen, bleibt noch abzuwarten. Wundern würde es aber nicht, denn 2023 gab es am Tag des globalen Klimastreiks auch parallel Warnstreiks im NRW-ÖPNV.
Keine Einigung im ÖPNV-Tarifstreit in Sicht
Verdi verhandelt mit den kommunalen Arbeitgebern aktuell über einen neuen Manteltarifvertrag. Das Ziel der Gewerkschaft: Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Entlastung für die Beschäftigten im ÖPNV. Das betrifft allein in NRW rund 30.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Aber von einer Einigung sind beide Seiten noch weit entfernt. Laut Verdi-Angaben habe die Arbeitgeberseite bei der zweiten Verhandlungsrunde in NRW am Freitag kein Angebot vorgelegt. Man habe nur über Sachfragen gesprochen, hieß es von der Gewerkschaft.
Die Gespräche sollen im März fortgesetzt werden. Bis dahin könnte Verdi mit neuen Streiks nochmals Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Ob es dazu kommt, ist aktuell aber noch unklar. Zunächst sollen die Gewerkschaftsmitglieder über den Stand der Verhandlungen informiert werden, hieß es am Freitag.
Verdi fordert zusätzliche freie Tage für Beschäftigte
Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im ÖPNV unter anderem zusätzliche freie Tage, einen identischen Ort für Arbeitsbeginn- und Arbeitsende sowie verschiedene Zulagen, beispielsweise für Schichten und Wechselschichten im Fahrdienst. Verdi betont, dass es an Nachwuchs mangele und die Jobs attraktiver werden müssten. „Wir brauchen bis 2030 doppelt so viel Personal, um die Verkehrswende stemmen zu können. Dafür sind massive Investitionen nötig. Hier ist auch die Landesregierung gefordert, um die Kommunen dauerhaft zu entlasten“, fordert Büddicker.
Der Arbeitgeberverband KAV NRW verweist stattdessen auf einen engen finanziellen Spielraum. Außerdem würden die Gehälter, wie vor längerer Zeit vereinbart, zum 1. März des laufenden Jahres deutlich steigen. Zusätzliche freie Tage würden zudem bei dem bestehenden Fahrermangel dazu führen, dass die dann noch vorhandenen Fahrer mehr belastet würden, so die Arbeitgeber. (bs mit dpa-Material)
