Kampf um ein Leben in Frieden

Aus der Ukraine nach Frankfurt: „Viktoria soll nicht in einer Stadt voller Trümmer aufwachsen“

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Vier Generationen kurz nach ihrer Flucht aus Kiew im März 2022.
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Alina Khimichs Familie ist aus Kiew nach Frankfurt geflüchtet. Sie vermissen die Heimat nicht mehr – doch der Freund soll jetzt an die Front im Krieg.

Frankfurt – Als Alina Khimich mit ihrer 98-jährigen Oma, ihrer Mutter und ihrer Tochter aus ihrer Heimatstadt Kiew vor dem Ukraine-Krieg nach Frankfurt flüchtet, packt sie für alle vier nur einen Koffer. „Ich dachte, wir machen so etwas wie einen Ausflug, es wird meine erste Auslandsreise. Dass der Krieg so lange dauern würde, hatte ich nicht geglaubt“, sagt Alina Khimich.

Fast zwei Jahre sind seit der Flucht im März 2022 vergangen, wenige Wochen, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin den Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen hat. Aber an diese Angst, als sie neben ihrem Freund in einem Ferienhaus in einem Vorort vor Kiew aufwacht, die Raketeneinschläge hört und „zunächst nicht weiß, was da gerade passiert“, erinnert sie sich noch genau.

Jahrestag vom Ukraine-Krieg: Geflüchtete Familie hat neues Leben in Frankfurt

Die 33-Jährige trägt ein schwarzes Vyshyvanka-Kleid mit goldenem Muster, eine Nationaltracht. Sie sitzt wenige Tage vor dem 24. Februar, dem zweiten Jahrestag des Kriegsbeginns in der Ukraine, am großen Esstisch im Wohnzimmer ihrer Frankfurter Wohnung. Auf dem Tisch stehen Blinis, süße und deftig gefüllte Pfannkuchen, die sie mit ihrer zwölfjährigen Tochter Viktoria vorbereitet hat.

Ihr flauschiges Hündchen Romeo, das mit ihnen geflüchtet ist und, wie sie scherzhaft gerne sagen, „der einzige Mann in der Familie ist“, springt fröhlich umher. Die Stimmung ist heiter: Mutter und Tochter scherzen viel miteinander. Heimweh haben beide nicht mehr, sagen sie. Frankfurt sei ihr Zuhause, auch emotional. „Ich überlege, wie ich die Wände neu streichen will, damit es noch gemütlicher wird“, sagt Khimich. Aber es ist nicht alles so unbeschwert, wie es wirkt.

Alina Khimich (r.) mit ihrer Tochter Viktoria (12), Februar 2024.

Schlechte News von der Front holen die Ukraine-Geflüchtete im Alltag ein

Die Nachrichten aus der Ukraine verfolgten sie zwar nicht mehr so intensiv wie in den ersten Wochen. „Aber die Nachrichten holen uns immer wieder ein. Vor wenigen Tagen habe ich erfahren, dass mein Kindheitsfreund an der Front gefallen ist. Zwei Jahre hat er gekämpft. Als kleines Mädchen habe ich davon geträumt, ihn später einmal zu heiraten“, sagt Khimich und ihr Gesicht wird für einen Moment sehr ernst und traurig.

Wenn Khimich sonst etwas erzählt, leuchten ihre Augen, sie hat eine ansteckende Fröhlichkeit. „Ich möchte so stark und positiv sein wie meine Oma und meiner Familie Kraft geben. Sie ist mein Vorbild.“

Als Zwangsarbeiterin schon in Deutschland – jetzt starb Alexandra Kosiakova mitten im Ukraine-Krieg

Alexandra Kosiakova, „die Babuschka“, wie die drei Frauen das Familienoberhaupt mit den leuchtend blauen Augen liebevoll nannten, wäre an diesem Tag des Treffens 100 Jahre alt geworden. „Das wäre ein großes Fest gewesen. Ich will mich nicht an ihren Todestag erinnern, sondern nur an ihren Geburtstag“, sagt Alina Khimich, Tränen sind in ihren Augen.

Die Serie

Wir begleiten die Familie seit April 2022 und berichten über ihr neues Leben in Deutschland.

Bisher erschienen:

-Angekommen: Alexandra Kosiakova (98) kommt erneut nach Deutschland

-“Warum dieser Krieg?“: Die Familie mag Frankfurt, und vermisst doch die Heimat

-Erfolgreiche Wohnungssuche: Alexandra Kosikova und ihre Familie finden in Frankfurt eine Bleibe

-Flucht: 98-jährige kommt nach Deutschland, um Familie zu retten

Viktoria sagt: „Wenn ich nach Hause komme, will ich sie immer noch begrüßen. Ich denke, sie sitzt wahrscheinlich nur auf dem Balkon oder bereitet noch Borschtsch in der Küche vor.“ Schon in Kiew lebten die vier Frauen zusammen. Kosiakovas 99. Geburtstag hatten sie noch mit Gästen fröhlich gefeiert. Bis zum Schluss hatte sie gehofft, mit ihrer Familie nach Hause, nach Kiew, zurückzukehren. Im April 2023 starb sie an den Folgen eines Schlaganfalls.

Ihr Schicksal hatte viele Menschen berührt, denn als junge Frau war Alexandra Kosiakova schon in Deutschland: als Zwangsarbeiterin im Zweiten Weltkrieg. Wie sie beim ersten FR-Interview betont hatte, wollte sie nie wieder ihr Heimatland verlassen: „Ich habe die Flucht auf mich genommen, um meine Familie zu retten.“

Kosiakovas Tochter und Alina Khimichs Mutter Alla Skliaruk (65) kann diesmal nicht beim Interview dabei sein, das wäre ihr zu viel. „Der Tod meiner Oma hat sie sehr mitgenommen. Seit Anfang des Jahres ist sie leider schwer krank.“ Khimichs Grundschulfreundin Xenia Besarabska, die bereits als Kind nach Deutschland kam, übersetzt beim Interview aus dem Russischen.

Deutschkurs für Ukraine-Geflüchtete: Familie wird von Jobcenter hin- und hergeschickt

Khimich sagt, ihr Deutsch sei noch nicht so gut, wie sie es sich erhofft hatte: „Ich wurde schon zu drei verschiedenen Jobcentern in Frankfurt geschickt. Es gab Komplikationen, so dass ich immer noch nicht meinen Integrationskurs machen konnte. Ich hoffe, dass ich bald die notwendige Bescheinigung bekomme.“

Einen ersten Deutschkurs hatte ihr eine Frankfurter Familie, die den vier Frauen auch die Wohnung zur Miete angeboten hatte, privat bezahlt. Auch Viktorias Deutschkenntnisse sind noch nicht besonders gut. Die Zwölfjährige besucht eine Integrationsklasse, fast alles ukrainische Kinder unterschiedlichen Alters.

Ihre Mutter sucht nun dringend eine gute Deutschnachhilfe, da Viktoria ab dem nächsten Schuljahr auf eine andere Schule und dort in den normalen Unterricht gehen soll. Viktoria erzählt, dass sie später gerne Oralchirurgie studieren möchte. Ganz sicher ist sie aber noch nicht. Ihre Mutter plant so oder so ihre Zukunft in Deutschland. „Ich fürchte, der Krieg wird noch sehr lange dauern, und selbst wenn Frieden ist, wird das Leben in der Nachkriegszeit sehr hart. Meine Oma hat uns immer von ihren Erfahrungen erzählt. Ich möchte nicht, dass Viktoria in einer Stadt voller Trümmer aufwachsen muss.“

Minijob statt Bürgergeld: Mutter hält die Familie über Wasser

Aktuell hat Khimich einen Minijob in einem Schönheitssalon und macht dort Maniküre. Viele Ukrainerinnen seien ihre Kundinnen, sie vertrauten einander auch Probleme an. In Kiew hatte Khimich Luftfahrttechnik studiert. Aber als Viktoria geboren wurde, eröffnete sie dort einen Schönheitssalon. „Mein Traum ist es, wenn ich besser Deutsch kann, am Flughafen einen Vollzeitjob mit Aufstiegsmöglichkeiten zu bekommen.“

Viktoria, die in den ersten Monaten noch unbedingt zurück nach Kiew wollte, denkt kaum noch zurück. Das Teenie-Mädchen hat in Frankfurt eine beste Freundin, ein ukrainisches Mädchen, gefunden. Sie sagt: „Ich bin in Deutschland erwachsen geworden. Die Freundschaften, die ich in Kiew hatte, waren die eines Kindes. Jetzt führe ich erwachsene Konversationen mit meiner Freundin.“

Mit ihrem Vater, von dem Khimich schon seit Jahren geschieden ist und der eine neue Familie hat, spricht sie wenig. Der Kontakt sei schon vor Ausbruch des Krieges nicht so nah gewesen. Seitdem ihre Oma krank ist, hilft Viktoria ihrer Mutter im Haushalt, putzt das Bad, geht mit Romeo Gassi. „Auch ich musste erst mal lernen, Borschtsch, also Suppe, zu kochen, das hat früher meine Oma immer gemacht. Bei den ersten Versuchen gab es bei uns am Tisch viele ,Bäh’-Geräusche“, sagt Khimich und lacht.

Flucht vor Ukraine-Krieg: Freund soll jetzt an der Front gegen Russland kämpfen

Dreimal war Alina Khimich seit ihrer Flucht in Kiew. Das letzte Mal im Mai 2023 bei der Beerdigung der Oma. Es war auch das letzte Mal, dass sie ihren Freund gesehen hat. Seit sieben Jahren sind sie ein Paar. „Wir telefonieren täglich. Für Viktoria ist er ein Vaterersatz.“ Der 50-Jährige arbeitet als Bodenleger in Kiew. Noch.

Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

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Der Krieg begann Ende Februar mit Angriffen Russlands auf zahlreiche Städte der Ukraine. Die Truppen aus Moskau nahmen frühzeitig auch Kiew, die Haupstadt des Landes, unter Raketenbeschuss. Eine der russischen Raketen wurde als Teil einer Ausstellung vor dem Nationalmuseum für Militärgeschichte platziert. Kurator Pavlo Netesov wollte nach eigener Aussage mit der Ausstellung der zerstörten Ausrüstung die Bewohnerinnen und Bewohner Kiews an die Straßenkämpfe erinnern, die in anderen Städte der Ukraine tobten, von denen die Hauptstadt aber verschont blieb. © Sergei Supinsky/afp
Wolodymyr Selenskyi in Donezk
Eine dieser Städte war Donezk. Im Mai 2022 besuchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die einstige Millionenmetropole und hörte sich dort den Bericht von Frontsoldaten an. In Donezk tobt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits seit 2014. Seitdem herrscht dort ein von Moskau installiertes Regime, das sich selbst Volksrepublik Donezk nennt. Nach einigen vorübergehenden Waffenstillstandsabkommen ist die Stadt im Südosten nun wieder Ort erbitterterte Kämpfe. © Uncredited/dpa
Menschen suchen Deckung in Lyssytschansk
Es ist vor allem die Zivilbevölkerung, wie diese beiden Kinder und Seniorinnen in Lyssytschansk, die unter dem Ukraine-Krieg leiden. Die Großstadt liegt mitten im Donbass, die seit Kriegsausbruch am schwersten umkämpfte Region in der Ukraine. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht fliehen oder konnten, müssen nun regelmäßig Schutz vor Artilleriebeschuss suchen. © Aris Messinis/afp
Tschassiw Jar, Kleinstadt der Ukraine in der Nähe Lyssytschansk
Unweit von Lyssytschansk liegt die Kleinstadt Tschassiw Jar. Dort räumen Arbeiter die Trümmer eines Hauses von der Straße, das von einer russischen „Hurrikan“-Rakete getroffen wurde. Im Juli 2022 feierte Russland vor allem in der Donbass-Region militärische Erfolge. Zahlreiche Städte und Gemeinden wurden erobert. Die Truppen Wladimir Putins schienen die Ukraine im Sturm zu erobern. © Anatolii Stepanov/afp
brennendes Weizenfeld in der Region Saporischschja
Dieser Mann in Militäruniform ist in einem brennenden Weizenfeld in der Region Saporischschja, während russische Truppen Felder beschießen, um die örtlichen Landwirte an der Getreideernte zu hindern. Die Ukraine auszuhungern und die Ernte zu stehlen, war von Anfang an Teil der russischen Strategie © Uncredited/dpa
Das sechsmonatige Jubiläum im August war ein trauriger Abschnitt im russischen Angriffs-Krieg
Das sechsmonatige Jubiläum des UKraine-Kriegs im August war ein trauriger Abschnitt der russischen Invasion. Doch die ukrainischen Streitkräfte leisteten mit Herz und allen Mitteln weiter Widerstand und feierten ihre Nation, wie hier mit Drohne und ukrainischer Flagge über dem „Monument des Mutterlands“ in Kiew. © Dimitar Dilkoff/afp
Hier wurde im September in der Stadt Kupiansk in der Kharkiv Region eine Brücke bombadiert
Im September begannen die Truppen Wladimir Putins, die Infrastruktur der ukrainischen Städte unter Beschuss zu nehmen. In der Stadt Kupiansk in der Region Kharkiw bombardierte Moskau eine Brücke. An vielen anderen Städten versuchten die russischen Streitkräfte, die Energieversorgung zu stören. © Yasuyoshi Chiba/afp
Statt eines kurzen Angriffskriegs, den der russische Präsident Wladimir Putin geplant hatte, dauert der Krieg immer noch an.
Weil die Erfolge in der Ukraine ausblieben, benötigten die russischen Truppen immer mehr Rekruten für die Front. Präsident Wladimir Putin verkündete deshalb eine Teilmobilisierung im eigenen Land. Tausende junger Männer mussten sich wie dieser Mann in der Stadt Kineschma von ihren Müttern verabschieden und in den Ukraine-Krieg ziehen. © Vladimir Smirnov/imago
Hier sieht man Putin bei einer Ansprache auf einem großen Screen auf dem Roten Platz anlässlich der Annexion von vier Regionen der Ukraine, die von russischen Truppen im September besetzt waren
Im Osten der Ukraine schuf Wladimir Putin Ende September Tatsachen. Vier Regionen des Landes, die zuvor ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, wurden annektiert. Anlässlich der Gebietsgewinne richtete sich Putin in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung Russlands. Zumindest auf dem Roten Platz in Moskau wurde Putins Rede frenetisch bejubelt. © Alexander Nemenov/afp
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf. Sie ist die einzige Landverbindung zwischen Russland und der annektierten Krim-Halbinsel. Russland versprach, die Täter zu finden, ohne die Ukraine sofort zu beschuldigen. © Uncredited/afp
Ukrainische Artilleristen feuern eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk Ende Oktober während des russischen Einmarsches in die Ukraine
Ebenfalls im Oktober gelingt es der Ukraine, an vielen Frontabschnitten vorzurücken. Das gelingt den Streitkräften vor allem dank der Unterstützung aus dem Westen, die immer mehr schweres Gerät in den Konflikt liefert. Hier feuern ukrainische Artilleristen eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk ab. © Dimitar Dilkoff/afp
Ein Einwohner von Cherson hebt seinen Daumen zur Unterstützung der Ukraine auf dem Hauptplatz der Stadt nach der Befreiung von den russischen Besatzern
Mitte November gelingt den ukrainischen Truppen ein großer Erfolg. Sie können die Hafenstadt Cherson im Südosten des Landes zurückerobern. Die Millionenmetropole besitzt neben hohem strategischem auch symbolischen Wert im Kampf gegen Russland. Ein Bewohner feiert die Befreieung mit erhobenem Daumen im Zentrum der Stadt. © Celestino Arce Lavin/dpa
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden. Russland attackierte die Ukraine mit einem massiven Angriff auf die zivile Infrastruktur, wodurch Millionen von Haushalten ohne Strom blieben. Unmittelbar nach dem Vorfall gab es Befürchtungen, dass es sich um eine neue Eskalation des Konflikts handeln könnte, doch am 16. November 2022 gab Polen bekannt, dass das Geschoss wahrscheinlich von der ukrainischen Luftabwehr stammte. Diese Theorie wurde dann auch von Washington bestätigt. © Wojtek Radwanski/Damien Simonart/afp
ein Werk des britischen Straßenkünstlers Banksy auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion
Auch Banksy besuchte die Ukraine inmitten des Krieges. Ein am 17. November 2022 aufgenommenes Foto zeigt ein Werk des britischen Straßenkünstlers auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Ukraine sich auf einen Winter des Krieges einstellen wird müssen. © Sergei Supinsky/afp
Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten
Weitere harte Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur. Sogar Kernkraftwerke werden zum Ziel russischer Raketen. Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten, der durch Beschuss im Zuge der russischen Militäroperation in der Ukraine in Enerhodar beschädigt wurde. © Alexey Kudenko/imago
Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022
Kleine Momente des Glücks im Wahnsinn des Krieges: Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022, als die Stadt nach den jüngsten massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur von einem geplanten Stromausfall betroffen ist. © Yuriy Dyachyshyn/afp
Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine
Für einen Augenblick darf dieses Mädchen einfach Kind sein. Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine © Dimitar Dilkoff/afp
Ukraine-Krieg - Jahrestag Kriegsbeginn- Kiew
Ukrainische Soldaten erinnern am 24. Februar 2023 an der Sophienkathedrale in Kiew an den Beginn des Ukraine-Kriegs ein Jahr zuvor. © Kay Nietfeld/dpa
Ukraine-Krieg - Orthodoxe Ostern in Saporischschja
Die kirchlichen Rituale werden in der Ukraine auch im April 2023 befolgt: Orthodoxe christliche Priester und Gläubige bei der Segnung der traditionellen Osterkörbe am Ostersonntag in der St. Nikolaus-Kirche in Saporischschja. © Andriy Andriyenko/dpa
Ukraine-Krieg - Ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes
Ukrainische Soldaten gestikulieren im September 2023 auf ihrem Bradley Fighting Vehicle (BFV) in der Frontstadt Orichiw. Aus ihrem amerikanischen Schützenpanzer berichten sie von schweren Gefechten. Seit Kriegsbeginn stand Orichiw unter ständigem Beschuss der russischen Armee. © Oliver Weiken/dpa
Ukraine-Krieg - Kupjansk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) wird am 30. November 2023 während eines Besuchs in einem Gefechtsstand an der Front in Kupjansk über die Kriegssituation informiert. © dpa
Lwiw
Auch im Dezember 2023 feiern die Menschen in der Ukraine Weihnachten. In Lwiw besuchen sie den Gottesdienst an Heiligabend und bereiten sich darauf vor, den ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember zu feiern.  © Yuriy Dyachyshyn/AFP
Ukraine-Krieg - Charkiw
Ein großer Haufen Trümmer mit Resten von russischen Raketen liegt in der Stadt Charkiw. In den frühen Morgenstunden des 15. Februar 2024 schlug eine russische Rakete in einem Wohngebiet von Chugugyv ein und tötete eine 67-jährige Frau. © Ximena Borrazas/dpa
Charkiw
Trotz Gesprächen über eine Waffenruhe dauert der Ukraine-Blick auch im Jahr 2025 weiter an. Charkiw steht mehrmals schwer unter russischem Beschuss. Das Kunstwerk „Kreuz des Friedens“ mit einem Kruzifix aus 20.000 Fragmenten russischer Artilleriegeschosse wurde vom amerikanisch-ukrainischen Künstler Sergey Melnikoff (besser bekannt als MFF) und dem ukrainischen Künstler Viktor Belchik geschaffen. © Sergey Bobok/AFP
Ukraine-Krieg - Sumy
Bei einem schweren russischen Luftschlag mit ballistischen Raketen gegen die Stadt Sumy kommen am Palmsonntag 2025 mehr als 30 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Zivilpersonen werden verletzt. Unter den Toten sind auch Kinder. © Evgeniy Maloletka/dpa

Denn dann folgt der traurigste und emotionalste Moment des Interviews, als sie sagt: „Ich mache mir große Sorgen. Mein Freund hat jetzt die Mitteilung bekommen, dass er bald eingezogen wird. Anfangs haben sie nur Männer bis 45 eingezogen. Er hat mich gebeten, dass ich so bald wie möglich nach Kiew reise, um mich noch vorher von ihm zu verabschieden.“ Denn eine Fahnenflucht im Ukraine-Krieg ist nahezu unmöglich.

Wir begleiten die Familie seit April 2022 und berichten über ihr neues Leben in Deutschland.

Krieg in der Ukraine

Am 24. Februar 2022 begann der russische Überfall auf die gesamte Ukraine. Ein Ende des Kriegs ist nicht abzusehen. Die Frankfurter Rundschau zieht eine Bilanz des Schreckens.

Jeder Tag Krieg ist einer zu viel: Mit jedem Menschen, der sein Leben verliert, stirbt die Menschlichkeit. Ein Leitartikel von Karin Dalka.

Zwei Jahre Krieg, viele Jahre Vorlauf - eine kommentierende Zeittafel zur Entwicklung in der Ukraine.

Der Krieg gegen die Ukraine fordert Europa – nicht nur verteidigungspolitisch. Eine Analyse von Andreas Schwarzkopf.

Wie weit ist der Weg zum Frieden? In der FR-Serie #Friedensfragen suchen Expertinnen und Experten seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine nach Antworten auf viele drängende Fragen. Ein Überblick von Pitt von Bebenburg.

Tun, als gäbe es keine Ukraine: Moskau redet nicht über tote Bekannte, über Wladimir Putin oder Raketenangriffe. Zwei Jahre nach Beginn der „Kriegsspezialoperation“ tun die meisten in Russland so, als gäbe es keine Ukraine. Eine persönliche Betrachtung von Korrespondent Stefan Scholl.

Die Russen stehen vor New York: Ein ukrainisches Städtchen mit einem merkwürdigen Namen sehr nahe der Front. Dort paart sich das Elend der Sowjetzeit mit dem des Krieges. Von Till Mayer.

In Deutschland statt an der Front: Zehntausende Männer aus Russland und der Ukraine verweigern den Kriegsdienst – aber nicht viele bekommen hier Schutz. Von Pitt von Bebenburg.

„Putin ist ein Gefangener seiner Ideologie“: Der Osteuropa-Historiker Martin Schulze Wessel über den Fluch Russlands, die mangelnde Einsicht im Westen und die weitere Bedrohung durch Putin im Falle einer ukrainischen Niederlage. Ein Interview von Michael Hesse.

Das „elegante“ Recht auf Enteignung: Im Westen wird nach juristischen Wegen gesucht, Russlands Staatsschatz an die Ukraine zu geben. Die USA zeigen sich darin besonders innovativ – und forsch. Von Stephan Kaufmann.

Garantiert sicher – wie in der Sowjetunion: Russlands kriegstüchtige Wirtschaft bröckelt an allen anderen zivilen Ecken und Enden. Von Stefan Scholl.

„Am Ende bleibt uns nichts als durchzuhalten“: Leben mit dem Krieg bedeutet gegen alle Evidenz hoffen auf den Frieden. Der Alltag von Menschen ohne Alternativen. Von Denis Trubetskoy.

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