Landtagswahl

Landtagswahl Hessen: Linke in Frankfurt sind enttäuscht

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Daniela Mehler-Würzbach und Eyup Yilmaz (dritter von links) sind im Römer enttäuscht.
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Die Partei liegt zwar über dem Ergebnis in Hessen, verliert aber auch in der Stadt Frankfurt mehrere Prozentpunkte.

Die AfD jubelt, als die erste Wahlprognose im Römer bei den Linken in Hessen 3,5 Prozent anzeigt. Daniela Mehler-Würzbach, Linken-Direktkandidatin im Wahlkreis 37, ist daher nicht nur vom Ergebnis enttäuscht, sondern auch völlig genervt. „Wir haben ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem, keine linke Opposition im Landtag zu haben“, sagt sie mit Blick hinüber zur AfD.

Besser als in Hessen

In Frankfurt steht die Linke besser als in Hessen da. Um die sechs Prozent der Stimmen konnte die Partei in der Stadt gewinnen. „Hätten wir das mal als Landesergebnis“, sagt Eyup Yilmaz, Direktkandidat im Wahlkreis 36. Aber auch die sechs Prozent in Frankfurt, „die sind dünn“. Bei der Landtagswahl 2018 waren es noch mehr als zehn Prozent. „Es ist kein gutes Ergebnis“, sagt er. In den großen Städten wie Frankfurt bräuchten die Linken acht Prozent, damit es landesweit für fünf Prozent reiche.

Die Gründe für den Verlust auch in Frankfurt sind für die Linken vielfältig. Zum einen sei da die „Situation auf Bundesebene“, sagt Mehler-Würzbach. „Wir bekommen die Rückmeldung: Die Leute wissen nicht, wo wir stehen.“ Das habe keinen Rückenwind bei der Landtagswahl in Hessen gegeben.

Und für Yilmaz gibt es zum anderen dann auch noch „den gesellschaftlichen Rechtsruck“. Es gebe so viele Probleme in Frankfurt, „Armut und mangelnder bezahlbarerer Wohnraum sind zum Beispiel sehr große Probleme“, sagt Yilmaz. „Aber immer ging es nur um Flüchtlinge und Sicherheit im Wahlkampf in Frankfurt.“

Besonders gut schnitten die Linken in den Wahlkreisen 35 (Bockenheim, Hausen, Heddernheim, Niederursel, Praunheim, Rödelheim) und 38 (Norden, Bornheim, Ostend) ab. Dort kamen sie auf mehr als sieben Prozent.

Landtagswahl in Hessen - Reaktionen

Hessen hat einen neuen Landtag gewählt. Die Frankfurter Rundschau bündelt ihre umfangreiche Berichterstattung in ihrem Onlinedossier zur Hessenwahl.

Die Ergebnisse aus Frankfurt im Überblick

Reaktionen aus Frankfurt:
- Trauer bei den Frankfurter Grünen hält sich in Grenzen
- CDU feiert fünf von sechs Direktmandaten in Frankfurt
- In der SPD wird Kritik an den Themen ihrer Kampagne laut
- FDP in Frankfurt über dem Schnitt - und dennoch unzufrieden
- Linke: Gründe für Minus auch in Frankfurt vielfältig

Reaktionen aus weiteren Städten:
- In Wiesbaden gehen beide Direktmandate an die CDU
- in Darmstadt holen die Grünen beide Direktmandate

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