Landtagswahl Hessen

Landtagswahl in Hessen: Unzufriedene FDP in Frankfurt

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Stephanie Wüst, Sebatian Papke und Isabel Schnitzler (alle FDP) können sich nicht über das Ergebnis der FDP freuen. renate Hoyer
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In Frankfurt liegen die Liberalen zwar über dem Landesschnitt der FDP, zufrieden ist aber niemand.

Isabel Schnitzler könnte eigentlich zufrieden sein. Mehr als acht Prozent zeigt die Grafik im Römer für die FDP-Direktkandidatin im Wahlkreis 36 am Sonntagabend an. Glücklich ist sie aber nicht. Denn die FDP bangt gerade noch um den Einzug ins Landesparlament. „Wir können nicht zufrieden sein“, sagt Schnitzler. „Aber wir sind Kummer und langes Warten gewohnt.“

Im Wahlkampf hat sie die Stimmung als gut empfunden. „Es fühlte sich nicht so an, als würde es knapp werden“, sagt Schnitzler. Allerdings hätten auffällig viele offen gesagt, dass sie die AfD wählen würden. „Das hab ich vorher noch nie erlebt.“ Die FDP sei aber wohl mit ihren Themen und Lösungsangeboten nicht durchgedrungen.

Das sieht auch Sebastian Papke so, Direktkandidat im Wahlkreis 35. „Wohnungsbau ist eigentlich mein Hauptthema“, sagt er. Der neue Stadtteil im Nordwesten etwa. „Das hat nur eine ganz geringe Rolle gespielt, der Wahlkampf wurde in den Diskussionen von der Bundespolitik dominiert.“ Ständig sei es vor allem um Migrationspolitik gegangen. „Wohnungsbau hat nicht gezogen“, sagt Papke. „Wir werden diskutieren, was das Frankfurter Ergebnis für die Partei bedeutet.“

Über dem Landesschnitt liegt das FDP-Ergebnis der größten Stadt in Hessen auf jeden Fall. Mehr als sechs Prozent holte die FDP in Frankfurt. „Frankfurt ist eine wichtige Stadt in Hessen“, sagt FDP-Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst. Man werde das Frankfurter Ergebnis genau analysieren.

„Wichtig ist: Wo sind die Wählerinnen und Wähler hin?“ Immerhin war die FDP bei der Landtagswahl 2018 in Frankfurt noch auf 8,1 Prozent gekommen. Aber da Frankfurt über dem Landesschnitt liege, „ist das ein wichtiges Statement gegenüber dem Landesverband“.

Landtagswahl in Hessen - Reaktionen

Hessen hat einen neuen Landtag gewählt. Die Frankfurter Rundschau bündelt ihre umfangreiche Berichterstattung in ihrem Onlinedossier zur Hessenwahl.

Die Ergebnisse aus Frankfurt im Überblick

Reaktionen aus Frankfurt:
- Trauer bei den Frankfurter Grünen hält sich in Grenzen
- CDU feiert fünf von sechs Direktmandaten in Frankfurt
- In der SPD wird Kritik an den Themen ihrer Kampagne laut
- FDP in Frankfurt über dem Schnitt - und dennoch unzufrieden
- Linke: Gründe für Minus auch in Frankfurt vielfältig

Reaktionen aus weiteren Städten:
- In Wiesbaden gehen beide Direktmandate an die CDU
- in Darmstadt holen die Grünen beide Direktmandate

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