VonClaudia Kabelschließen
Jens Joachimschließen
Die Grünen fahren in Darmstadt ein Ergebnis ein, das über dem Landestrend liegt. Hildegard Förster-Heldmann und Peter Franz vertreten künftig die Wahlkreise 49 und 50.
Darmstadt ist die grüne Hochburg in Hessen“, sagt Hildegard Förster-Heldmann. Was den Wahlkreis 49 (Darmstadt I) betrifft, liegt die Grünen-Politikerin damit richtig. Dort hat sie nämlich am Sonntag bei der Hessischen Landtagswahl das Direktmandat geholt und sich gegen die Kandidierenden von CDU, den Stadtverordneten Hartwig Jourdan, und die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Anne Marquardt, durchgesetzt.
Im Wahlkreis 50 (Darmstadt II) gewann der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Peter Franz (CDU) in einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den bisherigen Wahlkreisvertreter Bijan Kaffenberger (SPD) mit einem knappen Vorsprung von 200 Stimmen. Kaffenberger wird voraussichtlich jedoch wegen auszugleichender Überhangsmandate dennoch weiterhin im Landtag sitzen.
Zu beiden Wahlkreisen gehören auch jeweils Kommunen des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Betrachtet man nur das Stadtgebiet, haben die Grünen dort deutlich die Nase vorne. Förster-Heldmann bezeichnete es als „eine große Leistung“, dass die Grünen in Darmstadt über den Landesdurchschnitt kamen. Man habe Wahlkampf gegen den Bundestrend gemacht.
Mit Blick auf den landesweiten Erfolg der AfD sagte die Co-Vorsitzende der Darmstädter Grünen: „So bitter der Abend für uns auch ist, Darmstadt ist unsere Stadt.“ Dafür werde sie auch weiterhin kämpfen. Das Erstarken der AfD, die in Darmstadt allerdings eines ihrer niedrigsten Ergebnisse holte, war am Wahlabend in der Darmstädter Centralstation das bestimmende Thema.
Während der TV-Übertragung eines Statements von AfD-Chefin Alice Weidel fielen Buh-Rufe, und die Forderung, die Übertragung abzuschalten, wurde laut. Dagegen verwahrte sich indes Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD), als er auf das Podium trat. Ganz im Gegenteil müsse man den Funktionären der AfD „besser zuhören und deutlich machen, dass sie nicht in der Lage sind, das Land zu führen“.
Alle demokratischen Parteien müssten zukünftig mehr daran arbeiten, den Unterschied zwischen demokratischen Parteien und der AfD, die die Demokratie mit Füßen trete, deutlich zu machen.
Landtagswahl in Hessen: Ursachen des SPD-Tiefs sind vielfältig, sagt OB Benz
Zum historischen Tief der SPD, das sich auch in Darmstadt klar abzeichnete, sagte OB Benz, die Ursachen seien vielfältig. Man müsse in den nächsten Tagen und Wochen die Gründe analysieren. Denn dass die SPD Wahlen gewinnen könne, habe sich zuletzt auf lokaler Ebene in Offenbach, Frankfurt und Darmstadt gezeigt. Verglichen mit den Wahlergebnissen von 2018 aber mussten SPD, Linke, FDP und Grüne Federn lassen. Lediglich AfD und CDU gewannen in beiden Darmstädter Wahlkreisen an Stimmen hinzu.
Der Darmstädter CDU-Vorsitzende Paul Georg Wandrey sprach von einer „Anti-Ampel-Wahl“. Es sei an den Wahlkampfständen „eine große Unzufriedenheit mit der Politik der Bundesregierung“ geäußert worden, An dem „sehr guten Ergebnis“ für die CDU gebe es „nichts zu meckern“.
Landtagswahl in Hessen - Reaktionen
Hessen hat einen neuen Landtag gewählt. Die Frankfurter Rundschau bündelt ihre umfangreiche Berichterstattung in ihrem Onlinedossier zur Hessenwahl.
Die Ergebnisse aus Frankfurt im Überblick
Reaktionen aus Frankfurt:
- Trauer bei den Frankfurter Grünen hält sich in Grenzen
- CDU feiert fünf von sechs Direktmandaten in Frankfurt
- In der SPD wird Kritik an den Themen ihrer Kampagne laut
- FDP in Frankfurt über dem Schnitt - und dennoch unzufrieden
- Linke: Gründe für Minus auch in Frankfurt vielfältig
Reaktionen aus weiteren Städten:
- In Wiesbaden gehen beide Direktmandate an die CDU
- in Darmstadt holen die Grünen beide Direktmandate


