VonMaximilian Gangschließen
Die Kampfjets der Luftwaffen-Übung „Air Defender“ trainieren seit Montag über Deutschland. Und kann Auswirkungen auf den Flugverkehr haben.
- Wie stark werden die Einschränkungen im zivilen Flugverkehr durch Air Defender 2023 werden? BDL-Chef geht von zunehmenden Verspätungen aus, vor allem am Abend.
- Vom 12. bis zum 23. Juni findet in Deutschland das Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 statt.
- Nach Angaben der Luftwaffe der Bundeswehr handelt es sich dabei um die größte Luftoperationsübung in der Historie der Nato.
- Alle Informationen im News-Ticker
Update vom 16. Juni, 14:32 Uhr: Laut einer Civey-Umfrage, die das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in Auftrag gab, hat eine Mehrheit der Deutschen Verständnis für eventuelle Beeinträchtigungen, die durch das Manöver Air Defender 2023 entstehen könnten. 67 Prozent der Befragten beantworteten die Frage danach mit „ja“ oder „eher ja“, 27 Prozent haben als Antwort „nein“ oder „eher nein“ an. Sechs Prozent der Befragten waren unentschlossen. In Ostdeutschland fiel die Ablehnung von NATO-Manövern wie Air Defender mit 43 Prozent höher aus, in Westdeutschland mit 22 Prozent niedriger. Zu den zusätzlichen Belastungen gehören erhöhter Fluglärm oder eventuelle Verspätungen im zivilen Luftverkehr.
Das sagt Olaf Scholz beim Besuch von Air Defender
Update vom 16. Juni, 13:11 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gibt auf dem Fliegerhorst Jagel/Hohn ein Statement ab. Nachdem der Kanzler im Cockpit eines Kampfjets gesessen hat und für einen Fototermin parat stand, wendet er ein paar Worte an die Bundeswehr und die Presse. Der Bundeskanzler spricht lobend von der Verteidigungsfähigkeit, die von den Partnern im Rahmen der Übung demonstriert wird. Er erwähnt auch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, nennt diesen eine Sache, die „eigentlich nicht mehr vorkommen sollte“. Der Kanzler dankt am Ende des kurzen Statements alle Beteiligten. Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, dankt Scholz wiederum für seine Worte und übergibt ihm ein Modellflugzeug als Geschenk. Damit endet der öffentliche Teil, ehe der Kanzler im nicht-öffentlichen Part mit Soldaten und Soldatinnen des Manövers spricht.
Update vom 16. Juni, 12:30 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will sich selbst ein Bild des Mega-Manövers verschaffen. Am heutigen Freitag will den er Fliegerhorst Jagel/Hohn (Schleswig-Holstein) besuchen und dort mit einigen der 10.000 Soldaten und Soldatinnen sprechen, die an der Übung teilnehmen. Der Stützpunkt gehört zu den Standorten, an denen für Air Defender auch Flugzeuge der NATO-Partner stationiert sind; 67 Maschinen anderer Nationen werden dort zusätzlich beherbergt. Für Scholz wird dies gleichzeitig auch der Antrittsbesuch bei der Luftwaffe sein; bei den anderen Truppenteilen (Heer und Marine) hat er diesen bereits absolviert. Die Politik ist mit dem bisherigen Verlauf von Air Defender 2023 sehr zufrieden. „Das erste Fazit fällt sehr, sehr positiv aus“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Scholz ist inzwischen am Fliegerhorst Jagel/Hohn gelandet, der NDR Schleswig-Holstein wird ab 12:45 live darüber berichten.
Update vom 16. Juni, 10:11 Uhr: Das Team Luftwaffe gibt in einem Video einen „Einblick in die Welt der Transporter“, die unter anderem Airbus A400M und Lockheed C-130 des U.S. Air National Guard am Boden und in der Luft zeigen. Eine spektakuläre Sequenz gegen Ende des Videos zeigt, wie Fallschirmjäger aus einem Transportflugzeug abgesetzt werden.
Heute mal ein kleiner Einblick in die Welt der Transporter. Beim #LTG62 starten und landen unsere #A400M und die #C130 der @AirNatlGuard täglich zu ihren Missionen bei #AirDefender23. Dabei setzen wir auch Fallschirmjäger ab. #StrongerTogether pic.twitter.com/4Z43XPGgLC
— Team Luftwaffe (@Team_Luftwaffe) June 16, 2023
Zuvor zog der offizielle Account der Luftwaffe noch Bilanz des vierten Manövertages (Donnerstag, 15. Juni 2023): 240 Flüge wurden in allen drei Übungslufträumen mit 15 Flugmustern (= Flugzeugtypen) absolviert. Daran beteiligt waren 71 Maschinen aus acht Nationen. Am heutigen Freitag, den 16. Juni, startet der fünfte Tag der Luftoperationsübung, ehe Air Defender 2023 am Wochenende pausiert.
Tag 4 bei #AirDefender23 ist vorbei. Das war heute los 👇 #StrongerTogether @AirNatlGuard pic.twitter.com/aYkrGIA8tN
— Team Luftwaffe (@Team_Luftwaffe) June 15, 2023
Update vom 13. Juni, 17:35 Uhr: Die Luftwaffe hat Medienberichten widersprochen, nach denen das Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 Löscharbeiten eines Hubschraubers beim Großbrand in Lübtheen behindert habe. Diese Meldungen seien falsch. „Die Besatzung hat selbst auf den Start verzichtet. Der Übungsluftraum ist in größerer Höhe als das Einsatzgebiet der Löschkräfte“, so die Streitkräfte. Dennoch habe die Luftwaffe den Übungsluftraum nun zusätzlich beschränkt, sodass 4.000 Fuß (rund 1,22 km) von den Kamfpjets nicht unterschritten werden dürfe: „Sicherheit geht immer vor und Notfälle haben immer Priorität“.
Tornado, Eurofighter, F16: Fotos zur Kampfjet-Übung „Air Defender“




Kampfjets über Köln haben indirekt was mit Air Defender 2023 zu tun
Update vom 13. Juni, 15:48 Uhr: Am Dienstag flogen kurz hintereinander zwei Kampfjets über Köln hinweg. Das hat indirekt mit Air Defender zu tun, wie ein Sprecher der Bundeswehr auf Nachfrage erklärte: Am Fliegerhorst Nörvenich sind Eurofighter und Tornados der Luftwaffe stationiert, die an Air Defender teilnehmen. „Unsere Kampfjets starten am Fliegerhorst und fliegen dann zur Air Defender-Übung“, so der Sprecher.
Kritik an Air Defender von der Linken: „Militärische Drohkulisse“
Update vom 13. Juni, 15:05 Uhr: Seit gestern läuft mit Air Defender 2023 die größte Luftoperationsübung in der Historie der Nato. Doch nicht jeder ist von dem Kampfjet-Manöver begeistert. Die Bundestagsfraktion der Linken hat sich in einer Mitteilung nun klar gegen die Übung positioniert: „Die NATO setzt mit der Kriegsübung Air Defender 2023 international ein verheerendes Signal“, so die Politikerin Sevim Dagdelen.
Die Nato baue eine militärische Drohkulissen auf und probe unter deutscher Führung den Luftkrieg gegen Russland, so die Bundestagsabgeordnete. Der Generalleutnant der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, beteuerte indes: Air Defender 2023 soll kein Zeichen an Russland sein.
Wie groß ist „Air Defender 23“?
Insgesamt 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus 25 Nationen werden an Air Defender 2023 beteiligt sein. In den vergangenen Wochen sind nach und nach über 250 Flugzeuge und Kampfjets in Deutschland gelandet, darunter auch Eurofighter und Tornados.
Air Defender 2023: Verspätungen im Flugverkehr drohen – besonders abends
Update vom 13. Juni, 12:10 Uhr: Hat der erste Tag des Kampfjet-Manövers Air Defender 2023 für ein Chaos im zivilen Flugverkehr gesorgt? Die für viele erfreuliche Antwort: kaum. Die Auswirkungen hätten sich „noch im Rahmen gehalten“, so die Bilanz der Luftverkehrsbranche vom Montagabend (12. Juni). Der Flughafen Hamburg meldete als einziger größerer Flughafen deutliche Verspätungen.
Doch wer in den nächsten Tagen noch eine Reise per Flugzeug geplant hat, sollte sich dennoch laufend über den eigenen Flug informieren, denn: Der Branchenverband BDL verwies auf einen „vergleichsweise geringen militärischen Flugbetrieb“ am Anlauftag der Übung: „Wir gehen davon aus, dass an den folgenden Tagen die Beeinträchtigungen des zivilen Luftverkehrs aber zunehmen werden, insbesondere mit Verspätungen in den Abendstunden“, sagte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.
Auch ein Sprecher der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) riet vor einer frühzeitigen Entwarnung ab: Es bleibe abzuwarten, wie viele Verspätungen und Ausfälle es in den kommenden Tagen geben werde und wie viele Maschinen es nicht rechtzeitig vor dem Nachtflugverbot an die Flughäfen schaffen würden. Es gebe schon deshalb „massive Einschränkungen“ für den zivilen Flugverkehr, weil es in den drei Übungszonen über Deutschland zu stundenlangen Sperrungen komme.
Air Defender 2023: Luftwaffe ist mit Start des Kampfjet-Manövers zufrieden
Update vom 13. Juni, 9:24 Uhr: Der zweite Tag des gigantischen Kampfjet-Manövers Air Defender 2023 ist gestartet. Am Premierentag der Übung seien allein von den beiden schleswig-holsteinischen Fliegerhorsten 50 Maschinen im Einsatz gewesen, wie Jörg Schroeder, Kommodore des Luftwaffengeschwaders in Jagel und Hohn, im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein sagte. Insgesamt habe es dort ganze 120 Starts gegeben. Schröder sei sehr zufrieden mit dem Start von Air Defender 2023: „Alle Ziele, die wir uns für die heutigen Manöver gesetzt haben, konnten wir erreichen“.
Was ist Air Defender 2023 und was wird dort geübt?
► Bei dem Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 übt die Luftwaffe die Abwehr eines „Artikel five-Szenarios“. Der genannte Artikel fünf bezeichnet den Nato-Beistandsfall, bei dem die Streitkräfte der Verbündeten einem militärisch angegriffenen Mitgliedsstaat helfen.
► Deshalb werden vom 12. bis zum 23. Juni insgesamt 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus 25 Nationen in Deutschland proben. In dem Zeitraum werden insgesamt über 250 Flugzeuge und Kampfjets im Luftraum der Bundesrepublik unterwegs sein.
► Geübt werden verschiedene Szenarien, darunter: der Kampf gegen Drohnen und Marschflugkörper, der Schutz von Städten, Flug- und Seehäfen sowie die direkte Unterstützung der Bodentruppen.
Air Defender: Erste spektakuläre Fotos zeigen, wie die Kampfjets über Deutschland trainieren
Update vom 12. Juni, 18:05 Uhr: 10.000 Soldatinnen und Soldaten auf 25 Nationen sind an Air Defender 2023 beteiligt. Über 250 Flugzeuge und Kampfjets werden während des historischen Manövers im deutschen Luftraum unterwegs sein. Das wird zweifelsohne für atemberaubende Bilder sorgen – einen ersten Vorgeschmack teilte die Luftwaffe nun auf Twitter:
| Air Defender 2023 | Übungsluftraum Nord | Übungsluftraum Süd | Übungsluftraum Ost |
| Gebiet | große Teile von Schleswig-Holstein, Nord- und Westniedersachsen, Norden von NRW (nördlich von Münster), Teile der Nordsee | Saarland, Süden von Rheinland-Pfalz, Teile von Baden-Württemberg und Bayern | Teile der Ostsee, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, und Sachsen |
| Flughöhe | Je nach Region zwischen Flight Level 080 (circa 2.438 Meter) und Flight Level 660 (circa 18.470 Meter) | Je nach Region zwischen Flight Level 100 (circa 2.900 Meter) und Flight Level 660 (circa 18.470 Meter) | Je nach Region zwischen Flight Level 100 (circa 2.900 Meter) und Flight Level 660 (circa 18.470 Meter) |
| Zeitraum | Vom 12. Juni bis zum 16. Juni: 16 Uhr bis 20 Uhr; 19. Juni bis 23. Juni: 16 bis 20 Uhr | Vom 12. Juni bis zum 16. Juni: 13 Uhr bis 17 Uhr; 19. Juni bis 23. Juni: 13 bis 17 Uhr | Vom 12. Juni bis zum 16. Juni: 10 Uhr bis 14 Uhr; 19. Juni bis 23. Juni: 10 bis 14 Uhr |
Air Defender 2023: Normalbetrieb an Großflughäfen in NRW zum Start des Kampfjet-Manövers
Update vom 12. Juni, 14:26 Uhr: Wie stark werden die Einschränkungen im zivilen Flugverkehr durch Air Defender 2023? Vor dem Start des Kampfjet-Manövers gingen die Ansichten dazu auseinander: Die Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) befürchtete rund 50.000 Minuten Verspätung pro Tag. Die Luftwaffe beschwichtigte und sprach von nur wenigen Minuten, die Flugreisende durch das Kampfjet-Manöver länger warten müssten.
Am Montag (12. Juni), dem ersten Tag der Übung, sind die Auswirkungen an den Großflughäfen in NRW bislang überschaubar: „Normaler Betrieb“, meldete der Flughafen Köln/Bonn am Mittag. Am Flughafen Düsseldorf laufe ebenso alles planmäßig und ohne Störungen, wie ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) sagte. Eine Prognose für die nächsten Stunden sei jedoch noch nicht möglich: „Mit Verspätungen ab den frühen Abendstunden ist aber weiter zu rechnen“, so Sprecher Süleymann Ucar. Reisende sollen sich frühzeitig bei ihrer Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter über den Flugstatus informieren.
Air Defender 2023: Luftwaffe antwortet auf Proteste gegen Kampfjet-Manöver
Update vom 12. Juni, 13:26 Uhr: Bei Air Defender 2023 üben die Luftwaffen der Nato-Mitglieder für den Ernstfall. Die Idee ist nach der Annexion der Krim durch Russland entstanden, auch die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg haben das Kampfjet-Manöver maßgeblich beeinflusst. Man wolle eine „glaubwürdige Abschreckung“ darstellen, sagte Oberstleutnant Jürgen Schönhöfer wenige Tage vor dem Start der Übung: „Logischerweise ist das auch ein klares Signal an Russland“.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer sah an der Notwendigkeit der Übung keinen Zweifel, wie der Grünen-Politiker am Mittwoch (7. Juni) im Landtag in Düsseldorf sagte. Doch das sehen nicht alle so: Zwei Tage vor dem Beginn der Übung fanden am Fliegerhorst Wunstorf, der zu den Hauptstandorten der Übung gehört, Proteste gegen Air Defender statt. Rund 300 Menschen protestierten gegen das Vorhaben: Das Manöver könne „aktiv zum Ukrainekrieg genutzt werden“, hieß es auf einem Flyer der Friedensgruppe Neustadt/Wunstorf.
Am Montag (12. Juni) hat die Luftwaffe nun auf den Protest reagiert, auf Twitter fanden die Streitkräfte deutliche Worte: „Wir trainieren bei Air Defender 2023, damit wir auch zukünftig in Freiheit leben können“. Teil dieses freiheitlichen Lebens sei auch die Versammlungsfreiheit: „Demonstrationen und Meinungsfreiheit sind in einer Demokratie unabdingbar. Dafür stehen wir im Ernstfall mit unserem Leben ein“.
Air Defender 2023: Alle Infos zur Kampfjet-Übung kompakt im Überblick – auf einen Blick
In den nächsten Tagen werden immer wieder Kampfjets am Himmel über Deutschland unterwegs sein: Vom 12. bis zum 23. Juni findet die riesige Nato-Übung Air Defender 2023 statt. Insgesamt rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus 25 Nationen sind für das Kampfjet-Manöver in die Bundesrepublik gereist. Mehr als 250 Flugzeugen und Kampfjets werden bei Air Defender im deutschen Luftraum unterwegs sein. In den letzten Wochen sind die Flieger nach und nach zur Übung eingetroffen.
Air Defender 2023: Nato-Luftwaffen wollen Zusammenarbeit und Reaktionsfähigkeit demonstrieren
Doch was wird bei Air Defender 2023 geübt? „Wir wollen hier eine glaubwürdige Abschreckung mit einem Article five-Szenario darstellen“, sagte Oberstleutnant Jürgen Schönhöfer wenige Tage vor dem Start des Manövers. Der genannte Artikel fünf bezeichnet den Nato-Beistandsfall, bei dem die Streitkräfte der Verbündeten einem militärisch angegriffenen Mitgliedsstaat helfen. Man wolle zeigen, dass „wir in der Lage sind, gerade auf der Seite der Luftwaffen äußerst schnell reagieren zu können“, so der Luftwaffeninspekteur.
Eine solch große Luftoperationsübung wie Air Defender 2023 hat es in der 75-jährigen Historie des Bündnisses noch nie gegeben. Bei dem Kampfjet-Manöver werden verschiedene Szenarios geprobt, um im Ernstfall gewappnet zu sein. Dazu gehören laut dem Luftwaffeninspekteur der Kampf gegen Drohnen und Marschflugkörper, der Schutz von Städten, Flug- und Seehäfen sowie die direkte Unterstützung der Bodentruppen.
Karte zeigt, wo die Kampfjets bei „Air Defender 23“ üben
Das heißt: Geübt wird zum Beispiel unter anderem, Kampfjets schnell von einem Standort aus an einen anderen zu verlegen. Täglich werden zu bestimmten Stunden viele Flieger und Kampfjets durch die Luft brausen. Das hat Auswirkungen. Zum einen: Fluglärm. Um dabei die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, hat das Zentrum Luftoperationen der Luftwaffe die Übung auf drei Lufträume aufgeteilt: Nord, Ost und Süd. Eine Karte der Bundeswehr zeigt, wo genau die Kampfjets unterwegs sein werden. „Insbesondere die Nutzung von Nord- und Ostseegebieten entlastet die Übungslufträume über bewohnten Gebieten“, hieß es von der Luftwaffe.
Doch die Fluggeräusche der Kampfjets sind nicht die einzigen Folgen, die durch das Kampfjet-Manöver Air Defender 2023 entstehen werden. In den betroffenen Gebieten kommt es in den Übungszeiträumen zu Flugverboten. Selbst Drohnen darf man dann nicht mehr starten lassen. Fotos von Air Defender 2023 zu machen, ist in den allermeisten Fällen indes erlaubt. Die Flugverbote durch Kampfjets werden aber auch den zivilen Flugverkehr beeinflussen.
Air Defender 2023: Flugverbote werden zu Verspätungen im zivilen Flugverkehr führen
Man rechne insbesondere mit Verspätungen, wie der Flughafen Düsseldorf zuletzt gegenüber 24RHEIN mitteilte: Denn viele Flugzeuge, die planmäßig Deutschland durchqueren, würden im Übungszeitraum von Air Defender auf andere Lufträume umgeleitet. „Dadurch können sich Flugzeiten verlängern, und es kann zu Verspätungen kommen“. Auch Landesverkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sprach von „erheblichen Einschränkungen“.
Klar ist: Es wird auch Einschränkungen im zivilen Flugverkehr durch Air Defender 2023 geben. Unklar ist jedoch, wie stark diese Einschränkungen ausfallen werden. Die Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) befürchtete rund 50.000 Minuten Verspätung pro Tag. Die Luftwaffe beschwichtigte und sprach von nur wenigen Minuten, die Flugreisende durch das Kampfjet-Manöver länger warten müssten – vorausgesetzt, alle Beteiligten nutzen „alle ihre Möglichkeiten“ aus, wie ein Sprecher der Luftwaffe im Gespräch mit 24RHEIN sagte. Dazu gehört auch, dass die Flughäfen die Öffnungszeiten der Flughäfen verlängern. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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