Frachter hat „sehr schweren Fehler begangen“

Drohnen-Rätsel um Russlands „Schattenflotte“: Europas Soldaten entern Putin-Tanker – Kreml reagiert

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Ein Schiff mit undurchsichtiger Vergangenheit geht Frankreichs Ermittlern ins Netz. Soldaten entern das Deck. Auch die aktuelle Tour ist verdächtig.

Brest – Seit einigen Tagen wird ein Tanker vor der Küste Frankreichs festgehalten und auf den Kopf gestellt. Womöglich steht das Schiff im Zusammenhang mit den Drohnen-Attacken der jüngeren Vergangenheit, besonders jenen in Dänemark. Französische Soldaten haben es geentert, wie unter anderem die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse (afp) unter Berufung auf Militärkreise berichtet.

Vogel- oder auch Drohnenperspektive: Aus der Luft sind die vermummten Soldaten an Bord des Frachters zu sehen.

Einen ähnlichen Fall gab es kürzlich im Nord-Ostsee-Kanal, wo Spezialkräfte der deutschen Polizei einen Frachter durchsuchten. Der jetzige Einsatz wird unter anderem vom französischen Sender BFMTV dokumentiert, der Bilder von vermummten Einsatzkräften an Deck zeigt. Stephane Kellenberger, Staatsanwalt von Brest, habe erklärt, es seien zwei Personen festgenommen worden. Sie sollen sich als Kapitän und Steuermann zu erkennen gegeben haben.

Tanker vor Frankreichs Küste durchsucht: Verantwortlichen droht Haft

Offenbar zeigten sie sich nicht kooperativ. Wie auch die Zeitung Le Parisien schreibt, wurde der Tanker angezeigt, weil kein Nachweis der Nationalität vorliege und sich die Crew geweigert habe, den Anweisungen zu folgen. Die Ermittlungsabteilung der Seegendarmerie und die Gruppe der Seegendarmerie Atlantik hätten den Fall übernommen. Bei einer Verurteilung drohen demnach bis zu ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro.

Das Schiff hat offenbar eine bewegte Vergangenheit. Zuletzt soll es unter dem Namen „Boracay“ oder „Pushpa“ unterwegs gewesen sein, davor auch schon als „Varuna“, „Kiwala“ oder „P. Fos“. Es verkehrt derzeit unter der Flagge Benins, in der Vergangenheit aber auch schon unter jenen von Dschibuti, Gabun, Liberia oder der Mongolei, wie dem Portal opensanctions.org zu entnehmen ist.

Die EU und andere Staaten haben den Tanker bereits vor Monaten auf ihre Sanktionslisten gesetzt. Der Verdacht lautet, Kreml-Chef Wladimir Putin nutze es für seine sogenannte „Schattenflotte“. Diese besteht aus zumeist älteren Schiffen, die losgeschickt werden, um Sanktionen zu umgehen, vor allem das Öl-Embargo.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Frachter als Teil von Putins „Schattenflotte“? Während Drohnen-Vorfällen nahe Dänemark verkehrt

Auf dem Portal vesselfinder.com ist zu lesen, dass der 2007 gebaute Frachter am 20. September im russischen Primorsk seine aktuelle Tour startete. Ziel der Fahrt ist demnach Valdinar in Indien, der Weg soll binnen eines Monats zurückgelegt werden.

Die afp analysierte anhand der Daten auf dem Portal, dass sich das Schiff zwischen dem 22. und dem 25. September nahe der Küste Dänemarks befand. Zu jener Zeit häuften sich über dem Land die Sichtungen von Drohnen, zeitweise wurden deshalb Flughäfen gesperrt. Noch immer rätseln die dänischen Ermittler, wo diese Flugobjekte abgehoben sind.

Das nun festgesetzte Schiff ankert seit einigen Tagen vor der Küste von Saint-Nazaire im Westen Frankreichs. Bereits am Samstag sollen die Soldaten an Bord gegangen sein.

Einsatz auf einem verdächtigen Schiff: Französische Soldaten setzen einen Tanker vor der Westküste fest.

Macron über Putins „Schattenflotte“: „Finanzieren 40 Prozent der Kriegsanstrengungen“

Am Rande des EU-Gipfels in Kopenhagen äußerte sich Emmanuel Macron zu dem Vorfall. Laut dem dänischen Sender TV 2 gab sich Frankreichs Präsident zurückhaltend, was eine mögliche Verstrickung des Tankers in die Drohnen-Vorfälle über Dänemark betrifft: „Es ist nicht meine Aufgabe, diesen Zusammenhang herzustellen. Ich bleibe vorsichtig.“

Allerdings sprach er französischen Medien zufolge über die „Schattenflotte“ und unterstrich deren Wichtigkeit für Putins Ukraine-Krieg: „Sie finanziert nach unseren Schätzungen 40 Prozent der russischen Kriegsanstrengungen. Zwischen 600 und 1000 Schiffe operieren auf diese Weise und ermöglichen den Transport russischer Kohlenwasserstoffe, selbst wenn dies verboten ist.“

Der Besatzung des Tankers unterstellte er, „sehr schwerwiegende Fehler begangen“ zu haben, „die das Gerichtsverfahren rechtfertigen“. Lob hatte Macron für die Einsatzteams übrig, die rechtzeitig eingegriffen hätten. Allerdings unterstreiche der Fall „die Präsenz und Realität der russischen Schattenflotte“.

Wird seit Tagen durchsucht: Der Frachter „Boracay“ soll der russischen „Schattenflotte“ angehören.

Russland schimpft auf Europa: Peskow nimmt „provokative Maßnahmen“ wahr

Moskau konterte auf die übliche Art. Wie unter anderem die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, als er zu dem Vorfall befragt wurde: „Zu dem konkret erwähnten Schiff kann ich nichts sagen. Wir haben keine Informationen und wissen daher nicht, von welchem Schiff gesprochen wird.“

Zugleich erhob er jedoch Vorwürfe in Richtung der Europäer, die zu „zahlreichen provokativen Maßnahmen“ greifen würden, die „der Gewährleistung der Freiheit der Handelsschifffahrt absolut nicht förderlich sind“. Daher müsse Russland reagieren: „Manchmal veranlasst dies unsere Streitkräfte, sozusagen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung zu ergreifen.“

Russland und die Drohnen-Vorfälle: Laut Experte können Schiffe als Startrampe genutzt werden

Gerade über Ostsee-Anrainerstaaten häuften sich zuletzt die Sichtungen von verdächtigen Drohnen. Polen und Estland veranlasste dies sogar dazu, Artikel 4 des NATO-Vertrags zu aktivieren, der Konsultationen im Fall einer Bedrohung zur Folge hat. Im Fall des baltischen Landes lautet der Vorwurf sogar, russische Jets hätten den Luftraum verletzt.

Auch Deutschland machte bereits seine Erfahrungen. Für Aufsehen sorgte ein Bericht des Spiegel, demzufolge Behörden befürchten, Drohnen-Überflüge über Einrichtungen in Schleswig-Holstein könnten das Ziel gehabt haben, diese aus der Luft zu vermessen. Unter anderem gab es entsprechende Bewegungen über einem Kraftwerk, einer Werft und einem Klinikum.

Zwar scheint es an Beweisen zu fehlen, Russland gerät aber schnell in Verdacht. So wurde an den Tagen der Drohnen-Vorfälle über Dänemark ein russisches Kriegsschiff zwischen dänischen Inseln entdeckt. Wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau berichtet, hält Jacob Kaarsbo, Experte für Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Schiffe als sogenannte Startrampen für möglich. Auch der einstige Chefanalyst des dänischen Nachrichtendienstes blickt dabei nach Moskau: „Es ist schwer vorstellbar, dass außer Russland irgendjemand die Fähigkeit und Absicht hat, so etwas zu tun.“ (Quellen: afp, BFMTV, Le Parisien, opensanctions.org, vesselfinder.com, TV 2, Tass, Spiegel, Ritzau) (mg)

Rubriklistenbild: © Damien MEYER / AFP (3)

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