VonJana Stäbenerschließen
Laut Umfragen liegt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern vorn. Wer sie am Ende tatsächlich wählt, erlebt jedoch sein blaues Wunder.
Laut einer neuen Umfrage von Infratest Dimap überholt die AfD die regierende SPD in Mecklenburg-Vorpommern und liegt nun klar auf Platz eins im Nordosten. Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, würden 32 Prozent ihr Kreuz bei der AfD machen, so wie es auch die AfD-Wähler:innen in Sonneberg gemacht haben.
Treten die Ergebnisse, der am Dienstag, 19. September 2023, veröffentlichten Umfrage, ein, würde die Partei, deren Politiker:innen wie Höcke als rechtsextrem gelten, ihr Ergebnis der Landtagswahl vom September 2021 fast verdoppeln. Sie kam vor zwei Jahren auf 16,7 Prozent. Fast umgekehrt sieht es bei den Sozialdemokraten aus: Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreicht 23 Prozent – gut 16 Punkte weniger als bei der Wahl 2021.
AfD ist stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern
Auch wenn Wahlumfragen generell immer mit Unsicherheiten behaftet sind, ist es erschreckend, dass die AfD, die mit Verschwörungstheorien um sich wirft, und vom Verfassungsschutz als rechtsradikaler Verdachtsfall eingestuft wird, stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern ist. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) beschäftigt sich mit der Frage, wer die Hauptleidtragenden einer AfD-Politik wären und kommt zu dem paradoxen Schluss: AfD-Wähler:innen.
Die Studie legt nahe, dass das Wahlverhalten von AfD-Wähler:innen auf einer falschen Selbsteinschätzung beruht und mit einer Fehleinschätzung der gesellschaftlichen Realität einhergeht. In einem Faktencheck unter dem Motto „Wählen ja, #AfDnee“ legen die Forschenden die Widersprüche der Partei offen – gestaltet als Wahlplakate. BuzzFeed News Deutschland schaut sich die Originalkampagne an und sammelt neun dieser guten Gründe, die AfD eben NICHT zu wählen.
1. Weil die AfD Reiche weniger und Arme mehr besteuern will
2. Weil du nicht nur Hausfrau sein kannst und Kitaplätze brauchst:
Auch queere Menschen wollen die AfD wählen – warum?
3. Weil du günstig mit der Bahn reisen willst:
4. Weil die Genderdebatte eigentlich von der AfD geführt wird:
Welche Partei im Bundestag die meisten Gender-Anträge einreicht
5. Weil du keine Lust auf Rente mit 70 hast – die AfD aber schon.
6. Weil Unternehmer:innen auf Zuwanderung angewiesen sind:
7. Weil die Miete nicht noch mehr steigen sollte...
8. Weil Gleichberechtigung leider nicht von selbst kommt:
Laut den Vereinten Nationen, die sich 17 Ziele bis 2030 gesteckt haben, erreichen wir beim aktuellen Kurs erst in 140 Jahren, dass Frauen gleichermaßen in Macht- und Führungspositionen im Berufsleben vertreten sind.
9. Weil der Fachkräftemangel auch dich betrifft:
Mehr Informationen und Hintergrundwissen zu den einzelnen Punkten findest du hier.
Übrigens: AfD-Politiker:innen reagieren auf die Kampagne und basteln neue Plakate mit dem Slogan „#AfDjaa“. So wie das AfD-Mitglied Carlo Clemens, das am 19. September 2023 ein Instagram-Posting teilt. Es zeigt eine junge Frau, die Folgendes sagt:. „Ich wollte nur traditionelle Gebäude bauen, jetzt sind unsere Städte so schön wie nie“ – fast genauso lost wie Alice Weidels „Ich bin nicht queer“.
Mehr zum Thema: AfD-Geschäftsführer teilt gerne aus, kann aber nicht einstecken.
(Mit Material der dpa)
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