Plötzlich wieder im Fokus der Experten: Das Ausstellungsstück eines Taurus KEPD 350 Marschflugkörpers im Showroom des Rüstungsunternehmens MBDA. Da Russland immer aggressiver wird, könnte die Waffe der Ukraine helfen.
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Von Karsten-Dirk Hinzmann
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Die Ukraine rückt langsam vor auf Kursk, Russland schießt massiv zurück im Donbass – und ein deutscher Experte gießt mit „Taurus“ neues Öl ins Feuer.
Donezk – „Das ist die menschenverachtende russische Strategie, die wir eigentlich auch schon im Zweiten Weltkrieg gesehen haben“ , sagt Reinhard Wolski. Der Vorsitzende der Berliner Sicherheitskonferenz äußerte gegenüber dem Sender Welt indirekt Bedenken gegen eine zurückhaltende Verteidigung der Ukraine; Hintergrund sind wohl verstärkte Entlastungsangriffe von Wladimir Putins Truppen in der Region Donezk.
F-16-Kampfjets und Taurus-Marschflugkörper in der Ukraine: Ex-General entfacht Debatte neu Der „Faktor Mensch“ scheint aktuell an Bedeutung zu verlieren, wie er nahelegt. Fast beiläufig erwähnt der ehemalige General der Heeresflieger gegenüber Welt , dass die F-16-Kampfjets geeignet wäre, auch den Taurus-Marschflugkörper tragen zu können.
Auch das Institute for the Study of War (ISW) bestätigt die Schwere der Gefechte im Donbass. Die russischen Streitkräfte hätten seit Beginn der ukrainischen Operation im Bezirk Kursk das Tempo ihrer Angriffsoperationen insbesondere im Bezirk Donezk beibehalten und rückten in Richtung Pokrowsk in einem ähnlichen Tempo vor. „Die russischen Streitkräfte führen außerdem südwestlich der Stadt Donezk weiterhin bedeutende mechanisierte Angriffe durch“, schreibt das ISW – von bis zu 1.000 toten russischen Soldaten sei in Donezk aktuell die Rede, sagt Wolski.
Ukraine im Dilemma: In Kursk offensiv, im Donbass weiter unter Druck Während die Ukraine nahe Kursk und offensichtlich in der Region Belgorod Boden gutmacht, stehen sie an den ursprünglichen Fronten weiter unter Druck. Möglicherweise habe sich die Ukraine mit ihrem Husarenritt auf russisches Territorium schlicht verhoben , mutmaßt aktuell das Nachrichtenmagazin Spiegel im Gespräch mit dem deutschen Militärexperten Gustav C. Gressel. Der betrachtet den Vorstoß der Ukraine als peinlich für die russische Propaganda, aber verkraftbar, wie er sagt.
„Ich gehe immer logisch vor, in meinen Worten und Schlussfolgerungen. Und ich verstehe die Logik dahinter einfach nicht, wenn zum Beispiel einer unserer Partner Waffen hat, die die Ukraine heute zum Überleben braucht. Und ich verstehe nicht, warum sie sie uns nicht liefern.“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Politico Das gründe sich darauf, dass Kursk an der Peripherie eines Riesenreiches liege und im Grunde jenseits des Interesses der russischen Führung. Sie sei dort eher gewillt Verluste zu akzeptieren, sagt er. Das ist in den umkämpften Regionen anders, wie Guido Hausmann bereits zu Beginn des Ukraine-Krieges dem Mitteldeutschen Rundfunk gegenüber geäußert hatte; beispielsweise im Donbass, einer rohstoffeichen Region im Osten der Ukraine – die ukrainischen Bezirke – „Oblaste“ – Luhansk und Donezk machen den Großteil des Donbass aus.
Für Putin seien die Verwaltungsbezirke Luhansk und Donezk wichtig, weil sie es für die Ukraine sind, sagt der Osteuropahistoriker am Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung gegenüber dem MDR : „Insofern sehe ich für Russland hier eher eine strategische Bedeutung und weniger eine wirtschaftliche Bedeutung, die ich nicht ganz absprechen will – aber weil Russland auch eine ganze Reihe anderer Industrie- und Bergbauregionen hat, die Ukraine aber nicht.“
Putin im Rausch: Terror gegen Zivilisten immer unbarmherziger Eine wirtschaftlich und in ihrer Souveränität geschwächte Ukraine, die sich pro-russisch orientiert: Darin sieht Hausmann Russlands Hauptinteresse am Donbass, schreibt MDR -Autorin Raja Kraus. Am 10. und 11. August setzten die russischen Streitkräfte ihre Angriffsoperationen in Richtung Siwersk nordöstlich von Siwersk bei Bilohoriwka , östlich von Siwersk bei Werchnokamjanske und südöstlich von Siwersk bei Spirne, Iwano-Dariwka und Wymka fort, berichtet das ISW . Laut Informationen der Welt sollen jetzt auch Kinder aus der Region Donezk evakuiert werden. Der Terrror gegen die Ukraine nimmt offenbar an Unbarmherzigkeit zu.
Die Ukraine sei in die Grenzregion eingedrungen „mit dem Ziel, Russland zu destabilisieren, indem man dessen Schwächen aufzeigt“ , soll ein hochrangiger ukrainischer Militär der französischen Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) gesagt haben, schreibt die Kiew Post . Allerdings räumt die Quelle ein, dass sie erwarte, „dass es Russland ,letztendlich‘ gelingen werde, die ukrainischen Streitkräfte in Kursk zu stoppen und mit einem groß angelegten Raketenangriff, unter anderem auf ‚Entscheidungszentren‘ in der Ukraine, zurückzuschlagen.
Russland ist geschlossen: „Alles für die Front, alles für den Sieg“ Als „rechtmäßiges Unterfangen“ bezeichnet der deutsche Ex-General Reinhard Wolski deshalb mögliches Gegenfeuer der Ukraine. Schläge in die Tiefe gegen die russische Energie- oder Logistik-Struktur seien seiner Meinung nach das Mittel der Wahl, eingedenk der angespannten ukrainischen Personalstruktur. Zumal die Ukraine weniger in Kursk um ihr Überleben kämpft als vielmehr an den bisherigen Fronten. „Die Russen haben Putin immer vor allem wegen seiner Außenpolitik geschätzt, die die Grundlage für seine Bewertung bildete. Das funktioniert auch heute noch“ , sagte Waleri Fedorow gegenüber dem russischen Sender RBK.
Der Politikwissenschaftler und Chef des größten russischen Meinungsforschungsinstitut VCIOM ist überzeugt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nie in die Lage kommen wird, Putin in Friedensverhandlungen etwas abzutrotzen – beispielsweise den Rückzug Russlands an die Grenzen der Ukraine im Jahr 1991. Das sei für die Russen inakzeptabel; etwas zu verschenken, bedeute für die Bevölkerung, sich mit der ständigen Bedrohung aus Kiew abzufinden. „Und das ,kriegerische Russland‘ wird im Gegenteil mobilisiert und handelt nach dem Prinzip ,Alles für die Front, alles für den Sieg‘“, sagt Fedorow.
Ex-Bundeswehr General offensiv: Der F-16-Kampfjet könne „Taurus“ tragen Sollte die Ukraine aufgrund dieses überraschenden Aufbäumens in Kursk an den anderen Fronten militärisch in die Knie gehen, könnte auch der Westen schlussendlich gegenüber Russland einknicken, vermutet Gustav C. Gressel. Der deutsche Politikwissenschaftler hält den russischen Präsidenten für äußerst krisenresistent und die Ukraine dagegen für aufgezehrt, wie er dem Spiegel gegenüber sagte: „Das Kursk-Manöver könnte das militärische Ende der Ukraine einleiten .“
Ex-General Wolski eröffnet jetzt also die Taurus-Debatte erneut, nachdem sie mit einem Machtwort des Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) bereits abgeschlossen zu sein schien. Die Lieferung der ersten zehn F-16-Kampfjets aus Beständen von Nato-Partnern scheinen ihn dazu ermuntert zu haben. „Wir dürfen an keiner Stelle und an keinem Ort mit den Zielen, die dieses System erreicht, verknüpft sein", hatte Scholz im Februar gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geäußert und die Lieferung von „Taurus“ kategorisch ausgeschlossen; auf der Tagesordnung sei dieses Thema ihm zufolge nachrangig.
Der „Taurus“-Marschflugkörper ist eine der modernen Fernwirkungswaffen der Bundeswehr. Die Waffe kann – von einem Flugzeug aus gestartet – eine Strecke von 500 Kilometern zurücklegen. Die Ukraine könnte also von einem grenznah fliegenden System aus mit einem „Taurus“ die russische Hauptstadt Moskau bombardieren. Wolski erinnert an die Nutzung der Waffe durch Südkorea : „Die Rakete ist ein zentrales Element der südkoreanischen ,Kill Chain‘, einem Präventivschlagsystem gegen das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm bei unmittelbarer Bedrohung“, schrieb das Magazin Defense News 2018.
Südkorea wird initiativ: „Taurus“-Eigenbau für größere Souveränität In dem Jahr hatten die Südkoreaner eine zweite Charge von 90 Stück der Raketen gekauft, nachdem sie sich 2013 bereits mit 170 Marschflugkörpern aufmunitioniert hatten. 2021 berichtete der Thinktank International Institute for Strategic Studies (IISS) , dass Südkorea auf der Taurus-Plattform sogar einen eigenen Marschflugkörper baue – auch um sich möglichen politischen Export-Zurückhaltungen aus Berlin und Washington zu entziehen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert. Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. © Kevin Schrief/dpa Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht. Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht. © Lcpl. Tyler Forti/Imago Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung. Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung. © Imago Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen. Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen. © Michael Mandt/afp Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert. Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725 Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto) Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten. © IMAGO / ZUMA Wire Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte. Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet. Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Maschinenkanone 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto) Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet. Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren. © PETRAS MALUKAS/afp Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits angekündigt, dass sein Land davon ausgehe, dass die F-16 auch Atomwaffen transportieren könne, und dass Russland entsprechend reagieren werde. Demzufolge richtet sich das Putin-Regime scheinbar ohnehin auf die größtmögliche Eskalation ein. Wovon auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auszugehen scheint – wie ihn das Magazin Politico interpretiert.
„Ich gehe immer logisch vor, in meinen Worten und Schlussfolgerungen“, sagte Selenskyj in einem Interview mit den Springer -Medien im April. „Und ich verstehe die Logik dahinter einfach nicht, wenn zum Beispiel einer unserer Partner Waffen hat, die die Ukraine heute zum Überleben braucht. Und ich verstehe nicht, warum sie sie uns nicht liefern.“ (KaHin)