Ernährungsexpertin erklärt: Deshalb sind Ballaststoffe so wichtig für die Gesundheit
VonJasmina Deshmeh
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Ballaststoffe können nicht oder nur teilweise verdaut werden. Trotzdem erfüllen sie wichtige Aufgaben im Körper. Welche das sind, erklärt Ernährungsexpertin Veronika Albers.
Der Begriff „Ballaststoffe“ läuft früher oder später jedem einmal über den Weg. Die meisten denken dabei an Vollkornbrot. Tatsächlich stecken die „Nahrungsfasern“, die nicht oder nur teilweise von körpereigenen Enzymen verdaut werden können, aber auch in vielen anderen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Pilzen, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Veronika Albers ist Ernährungsexpertin bei Oviva und erklärt im Interview mit IPPEN.MEDIA, wofür unser Körper Ballaststoffe braucht, wie viele wir am Tag zu uns nehmen sollten und welche Krankheiten sich mit ihnen vorbeugen lassen.
Frau Albers, welche Rolle spielen Ballaststoffe bei der Darmgesundheit?
Unlösliche Ballaststoffe, vor allem in Vollkornprodukten, erhöhen zudem das Stuhlvolumen und sorgen so für eine reibungslose Darmbewegung. Durch ihre Quellfähigkeit und ihr Volumen binden Ballaststoffe auch Wasser im Darm, wodurch der Stuhl gleitfähiger wird und Verstopfungen vorgebeugt wird.
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Wie viele Ballaststoffe sollte man täglich zu sich nehmen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag. Aber Vorsicht: Wer nicht an eine hohe Ballaststoffzufuhr gewöhnt ist, sollte die Menge langsam steigern. Denn in großen Mengen können Ballaststoffe kurzfristig zu Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden oder unerwünschten Stuhlveränderungen führen. Zudem möchten Ballaststoffe quellen. Daher sollte bei einer ballaststoffreichen Ernährung ausreichend zusätzlich getrunken werden.
Viele Menschen denken bei Ballaststoffen an Vollkornbrot. Welchen Beitrag kann Brot zu einer gesunden Verdauung leisten?
Brot kann im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und bei richtiger Auswahl einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Verdauung leisten. Dabei ist vor allem Vollkornbrot zu bevorzugen, da es reich an Ballaststoffen ist. Bestimmte Brotsorten, vor allem Sauerteigbrote, enthalten zudem Präbiotika. Diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile fördern ebenfalls das Wachstum und die Aktivität der nützlichen Darmbakterien. Die in Sauerteigbroten enthaltenen Milchsäurebakterien unterstützen die Verdauung zusätzlich und können so die Darmflora positiv beeinflussen. Brot mit vielen Zusatz- und Konservierungsstoffen, die die Darmflora belasten können, sollte dagegen vermieden werden.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.