Immunsystem stärken

Zunahme von Erkältungskrankheiten mit dem Herbst? So können Sie sich schützen

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Mit einfachen Schritten können Sie einer Erkrankung vorbeugen. Für den Notfall sollten Sie Ihre Hausapotheke aufstocken.

In vielen Unternehmen sowie Schulen und Kindertageseinrichtungen steigen mit Beginn der kühlen Herbstzeit wie so häufig die Fälle an Atemwegserkrankungen und Krankmeldungen. Bei einigen Betroffenen handelt es sich meist um eine Erkältung oder einen grippalen Infekt, der durch die typischen Erkältungsviren, sogenannte Rhinoviren, verursacht wird. Schwerwiegendere Infektionen können durch Influenza, die „echte“ Grippe oder Corona ausgelöst werden, wenngleich die derzeit vorherrschende Virusvariante KP.3. in der Regel eher milde Verläufe mit sich bringt.

In manchen Teilen Deutschlands bemerken Apotheken bereits Lieferengpässe bei bestimmten Medikamenten, beispielsweise Antibiotika. Bereits im Vorjahr war die Versorgungslage mit Medikamenten in Deutschland laut vieler Apotheker gefährdet, zum Leidwesen der Patienten.

Um sich gar nicht erst mit krankmachenden Bakterien und Viren anzustecken, können Sie so gut es geht vorbeugen. Hat es Sie dann doch erwischt, sollten Sie grundlegende Hausmittel und Medikamente zu Hause haben.

Erkältungen vorbeugen: Acht Tipps für den Alltag

Mit dem Herbst kommt das kühlere Wetter, wodurch sich mehr Menschen mit krankmachenden Erregern anstecken, die beispielsweise Schnupfen oder Halsschmerzen verursachen.

Erkältungen sind besonders in der kalten Jahreszeit weit verbreitet. Doch mit einigen einfachen Präventionsmaßnahmen können Sie das Risiko einer Ansteckung erheblich verringern. Eine der effektivsten Methoden ist regelmäßiges Händewaschen mit Seife und warmem Wasser. Dies sollte insbesondere nach dem Kontakt mit öffentlichen Oberflächen, nach dem Toilettenbesuch und vor dem Essen erfolgen. Mindestens 20 Sekunden langes Waschen wird empfohlen. Zudem gibt die MEDICON Apotheke folgende Tipps, um das Immunsystem zu stärken:

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem. Lebensmittel, die reich an Vitamin C und Zink sind, wie Orangen, Kiwis, Paprika und Nüsse, sind besonders hilfreich.
  • Gut schlafen: Ausreichender Schlaf ist entscheidend für ein starkes Immunsystem. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus kann die Abwehrkräfte stärken und das Risiko einer Erkältung verringern.
  • Körper nicht auskühlen lassen: Es empfiehlt sich den Körper – insbesondere die Füße – warmzuhalten, da ein ausgekühlter Körper den Krankheitserregern weniger Abwehrkräfte entgegenzusetzen hat und demnach anfälliger ist.
  • Bewegung und Sport: Regelmäßige Bewegung, wie Spaziergänge, Joggen oder Radfahren, fördert die Durchblutung und stärkt das Immunsystem.
  • Stressreduktion: Auch die Reduktion von Stress ist wichtig, da chronischer Stress das Immunsystem schwächen kann. Methoden wie Yoga, Meditation und Atemübungen sind hier hilfreich.
  • Genug trinken: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Schleimhäute und senkt das Infektionsrisiko. Vermeiden Sie dehydrierende Getränke wie Alkohol und Kaffee.
  • Frische Luft: Täglich für mindestens zehn Minuten ins Freie gehen, am besten noch mit einem Spaziergang verbinden, stärkt die Abwehrkräfte. Wer sich in Räumen aufhält, beispielsweise im Büro, sollte regelmäßig stoßlüften. Das verbessert die Luftqualität und reduziert die Virenkonzentration.

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Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Für den Notfall: Was sollten Sie in Ihrer Hausapotheke griffbereit haben?

Eine gut ausgestattete Hausapotheke ist in der Erkältungszeit unerlässlich. „Gerade mit Beginn des Wetterumschwungs sind viele Menschen besonders anfällig für Erkältungen. Die kühlere Luft kann vor allem Beschwerden in den Atemwegen auslösen. Deshalb ist der Start in die Erkältungssaison der richtige Zeitpunkt, seine Hausapotheke mit entsprechenden Gegenmitteln auszustatten.“ empfiehlt die Apothekerin Heidi Günther von der Barmer Krankenkasse.

Zu den grundlegenden Medikamenten gehören:

  • Fieberthermometer
  • Fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel, beispielsweise der Wirkstoff Ibuprofen, der gleichzeitig noch entzündungshemmend wirkt
  • Hustenmittel mit Efeu, Fenchel, Thymian oder Eukalyptus
  • Halstabletten oder Rachenspray zur Linderung von Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, zum Beispiel mit Sonnenhut (Echinacea pallida) und Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Nasensprays, die abschwellend wirken. Jedes Familienmitglied sollte sein eigenes Nasenspray haben, um Ansteckungen zu vermeiden

Achten Sie darauf, das Mindesthaltbarkeitsdatum der Erkältungsmittel zu überprüfen. Abgelaufene oder länger geöffnete Präparate sollten nicht mehr verwendet werden, da sie unwirksam oder sogar gesundheitsschädlich sein können.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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