Landtagswahl in Hessen

Themencheck zur Hessenwahl: Schule - das wollen die Parteien

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Was steht in den Wahlprogrammen der Parteien über die schulische Entwicklung?

SPD

Mehr Ganztagsschulen stehen ganz oben auf der To-do-Liste. Gleichzeitig sollen diese durch Rhythmisierung des Unterrichts und Beteiligung von Vereinen qualitativ aufgewertet werden. Digitaler Unterricht soll in jedem Klassenraum möglich sein. Ein „Zentrum für Bildung in der Digitalen Welt“ soll den Wandel vorantreiben. Digitale Endgeräte sollen wie Bücher kostenlos bereitgestellt werden.

Mehr Projektunterricht, Alternativen zum 45-Minuten-Takt und Verzicht auf Noten sowie mehr Inklusion und längeres gemeinsames Lernen sind weitere Ziele.

Nix los vor der Tafel? Lehrkräfte fehlen, aber das sind nicht die einzigen Baustellen an den Schulen. Wie wollen die Parteien in Hessen das nun ändern?

CDU

Die strikte Trennung der Schulformen soll bestehen bleiben, Feindbilder sind die „Zwangseinheitsschule“ ebenso wie der „Zwang zur Ganztagsschule“. Erhalten und ausgebaut werden sollen Förderschulen - entgegen „ideologischer Experimente“. Lesen, Schreiben und Rechnen sollen mehr Aufmerksamkeit erhalten. Gendersprache bleibt tabu, Neugriechisch soll zweite oder dritte Fremdsprache, das Gymnasium als „Ort der Vorbereitung auf die akademische Ausbildung“ gestärkt werden.

Themenchecks zur Landtagswahl in Hessen

Die Frankfurter Rundschau veröffentlicht zur Landtagswahl acht Themenchecks mit Problemaufrissen und Positionen der Parteien dazu.

Bisher erscheinen:
- Polizei und Sicherheit
- Nahverkehr
- Naturschutz: Wolf
- Armut
- Rassismus
- Gesundheit

Die kommenden Folgen:
- Energiewende

Die Linke

Der Ausbau von Ganztagsschulen steht ganz oben auf der Liste der Linke. Angestrebt wird die „eine Schule für alle“ von Klasse 1 bis 10, die inklusiv arbeitet. Bei Büchern und anderem Material soll es keine Zuzahlung mehr geben, auch digitale Lernmittel sollen kostenlos sein. Der herkunftssprachliche Unterricht soll ausgeweitet, Mittel für Intensivklassen für Seiteneinsteiger:innen aufgestockt werden. Schüler:innen sollen beim Unterricht mehr Mitsprache bekommen, Hausaufgaben sollen abgeschafft, Ethik- und Religionsunterricht gleichgestellt werden.

FDP

„Weltbeste Bildung“ ist im Wahlprogramm die Nummer 1. Digitalisierung steht bei der FDP da ganz oben auf der Prioritätenliste. Statt Schulbüchern soll künftig ein Tablet im Ranzen genügen. Informatikunterricht soll ab Klasse 5 verpflichtend werden. Inklusion an der Regelschule soll möglich sein, Förderschulen soll es aber weiterhin geben. Schulen sollen sich einen Teil ihrer Schülerschaft selbst aussuchen dürfen, die wiederum sollen am Gymnasium ihre Leistungskurse frei wählen, Eltern ihr Kind auf die Grundschule ihrer Wahl schicken können.

Grüne

Schulen sollen pädagogisch selbstständiger werden und über Unterrichtskonzepte selbst entscheiden können. Zudem sollen sie ein „Chancenbudget“ etwa für Kultur- oder Sportangebote erhalten. Auch soll die Ganztagsschule ausgebaut werden. Digitalität soll mehr Raum erhalten, dazu sollen Geräte im Mietkaufverfahren erworben werden können. Weniger Klausuren, schriftliche Rückmeldungen statt Noten sind weitere Ziele. Bei Abiturfächern soll die Wahlfreiheit steigen, Inklusion selbstverständlich werden.

Landtagswahl in Hessen: Themencheck Schule

Diese Zusammenstellung erscheint im Rahmen eines Themenchecks zur Hessenwahl. Weitere Texte dazu:

Analyse: Was so alles schief läuft an Hessens Schulen. An Hessens Schulen gibt es viel zu verbessern. Es hakt bei den Lehrkräften, bei der Digitalisierung, im Ganztag, der Inklusion und den Schulbauten.

Reportage: Produktionsschule Holz, letzte Chance für Schulabbrecher. Wer in der achten Klasse die Schule schmeißt, hat kaum noch eine Perspektive. Wer Glück hat, findet den Weg ins Gelbe Haus in Offenbach.

AfD

Für das Gymnasium soll es eine landesweit einheitlich Aufnahmeprüfung geben, das Elternwahlrecht abgeschafft werden. Kinder mit Beeinträchtigungen sollen nicht mehr die Regelschule besuchen, sondern an Förderschulen unterrichtet werden. Schulische Erziehung soll vor allem den „Gemeinschaftsgeist“ stärken. Eltern, die ihre Kinder nicht in eine pädagogische Nachmittagsbetreuung schicken, sollen dafür Geld erhalten. Der bekenntnisorientierte Islamunterricht wird abgelehnt.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (Symbolbild)

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