Landtagswahl in Hessen

Themencheck zur Hessenwahl: Gesundheit - das wollen die Parteien

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Was steht in den Wahlprogrammen der Parteien über die Zukunft der medizinischen Versorgung?

SPD

Von einer engen Verzahnung des ambulanten und stationären Sektors verspricht sich die SPD gute Qualität mit kurzen Wegen. Dazu brauche es bessere Planung, Kooperation und intelligente Konzepte.

Die SPD setzt auf kommunale medizinische Versorgungszentren, Gesundheitskioske, Gesundheitslots:innen. Telemedizin soll ortsunabhängig die Versorgung ergänzen. In allen Landkreisen soll es Telenotärzt:innen geben und zusätzlich Gemeinde-Notfallsanitäter:innen.

Die Linke

Patientinnen und Patienten sollen auch künftig gut versorgt bleiben.

Um die gesetzlich vorgegebenen Rettungszeiten zu erfüllen, muss nach Ansicht der Linken mehr Geld in den Ausbau der Rettungskapazitäten fließen. Die Arbeitsbedingungen dort müssten dringend verbessert werden. Um bei Notfällen eine bessere Vernetzung von Rettenden und Kliniken zu erzielen, müssten deutlich mehr Mittel in Digitalisierung fließen.

Die im SaN- Projekt erprobte Verzahnung der Rettungsdienste mit niedergelassenen Ärzt:innen will die Linke flächendeckend in Hessen umsetzen.

FDP

Hessen soll „zu einem Vorreiter-Bundesland im Bereich E-Health und Telemedizin“ werden, heißt es im Programm der FDP. Die Potenziale der Digitalisierung gelte es vollständig auszuschöpfen. Digitale Lösungen sollen Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte in ihrem Alltag entlasten und Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Gesundheitsleistungen, etwa Arztterminen, erleichtern.

Telemedizin im ländlichen Raum soll Versorgungslücken schließen. Herzstück sei die die elektronische Patientenakte. Mit einem E-Health-Fonds will die FDP Projekte fördern.

Themenchecks zur Landtagswahl in Hessen

Die Frankfurter Rundschau veröffentlicht zur Landtagswahl acht Themenchecks mit Problemaufrissen und Positionen der Parteien dazu.

Bisher erscheinen:
- Polizei und Sicherheit
- Nahverkehr
- Naturschutz: Wolf
- Armut
- Rassismus
- Bildung

Kommende Folge:
- Energiewende

CDU

„Die Rettungskräfte insgesamt werden wir aufwerten“, schreibt die Union in ihrem Wahlprogramm. Ebenso wie die anderen Blaulichtkräfte sollen sie dem Innenministerium angegliedert werden. Das bundesweit einzigartige hessische Projekt „Sektorenübergreifende ambulante Notfallversorgung“ (SaN) werde flächendeckend ausgerollt.

Das schaffe Entlastung für die Notaufnahmen, in die nur noch diejenigen Fälle kämen, die wirklich eine Notfallversorgung bräuchten.

Die Grünen

Die Grünen wollen die Verzahnung von Rettungsdienst, Notaufnahme und ärztlichem Bereitschaftsdienst voranbringen. Mit dem bundesweit einzigartigen Projekt SaN sei Hessen bereits auf einem guten Weg zu einer modernen Notfallversorgung, schreiben sie in ihrem Programm zur Landtagswahl.

SaN sorge dafür, dass die Notaufnahmen der Krankenhäuser und die Rettungsdienste mehr Zeit für die schweren Fälle haben.

Sonstige

Die AFD will die Vergütung medizinisch ambulanter Behandlungen anpassen, um die Krankenhäuser zu entlasten. Die Freien Wähler wollen bei der Gesundheitsversorgung der Digitalisierung eine stärkere Bedeutung zukommen lassen.

Die Freien Wähler wollen der Digitalisierung eine stärkere Bedeutung zukommen lassen. (Jutta Rippegather)

Landtagswahl in Hessen: Themencheck Gesundheit

Diese Zusammenstellung erscheint im Rahmen eines Themenchecks zur Hessenwahl. Weitere Texte dazu:

Hintergrund: Arztpraxen sollen Bagatellen behandeln. Vor einem Jahr startete Hessen ein Projekt, das Kliniken und Rettungsdienste entlasten soll. Nach erster Euphorie macht sich Ernüchterung breit.

Hintergrund: Der „Akutsanitäter“ soll bei Rückenschmerzen helfen. Mehrere Landkreise starten Pilotprojekte für weniger gravierende Fälle, um den Rettungsdienst zu entlasten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Funke Foto Services

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