VonJutta Rippegatherschließen
Vom Hessentakt bis zu Seilbahnen - wie sehen die Parteien den Nahverkehr der Zukunft in Hessen? Eine Gegenüberstellung.
CDU
Die Union will den viergleisigen Ausbau der Strecke Frankfurt – Friedberg vorantreiben, die Planungen für die Regionaltangente Ost fortsetzen, stillgelegte Bahnstrecken reaktivieren. Sie will das Erscheinungsbild von Bahnhöfen verbessern, „smarte Lösungen für einen individuellen ÖPNV“. Hessens Flatratetickets und das Deutschlandticket seien wichtige Schritte „zu einem bezahlbaren ÖPNV für alle“. Gerade für ältere Menschen soll der Ticketerwerb auf analogem Wege möglich bleiben.
SPD
Die SPD will jedem in Hessen innerhalb einer Stunde eine öffentliches Angebot in das nächste Mittelzentrum garantieren. Alle Mittelzentren sollen untereinander in einem halbstündlichen Hessen-Takt erreichbar sein. Der Umweltverbund aus Wegen zu Fuß, per Rad und mit Bus und Bahn soll bis 2030 um 50 Prozent wachsen. Dabei soll das Deutschlandticket helfen und eine auskömmliche Finanzierung des ÖPNV. Das Angebot auf dem Land soll durch On-demand-Verkehr verbessert werden.
Landtagswahl in Hessen
Am 8. Oktober wählt Hessen einen neuen Landtag. Die Frankfurter Rundschau bündelt ihre umfangreiche Berichterstattung in ihrem Onlinedossier zur Hessenwahl.
Die FR führt Interviews mit den Spitzenkandidat:innen. Zwei Podiumsdiskussionen überlegen, wie die Politik auf die aktuellen Krisen reagieren sollte, und wie sich Hessen engagiert in der Entwicklungszusammenarbeit, im fairen Handel und in der Integration von Menschen aus dem globalen Süden. Schließlich bringen wir Themenchecks zu zentralen Fragen der Hessenwahl.
Grüne
Die Grünen wollen eine Mobilität entwickeln, die die Lebensqualität in Stadt und Land verbessert – mit der Vernetzung aller Verkehrsformen, gleichberechtigt und intelligent. Öffentliche Verkehrsmittel und Sharing- und On-demand-Angebote sollen das Gros der individuellen Mobilitätsbedürfnisse befriedigen. Es soll mehr Umstiegsmöglichkeiten geben – von Park+Ride-Anlagen bis Fahrradboxen. Das Land als Arbeitgeber entwickelt ein Mobilitätsmangement, das Jobticket ist Teil davon.
Themenchecks zur Landtagswahl in Hessen
Die Frankfurter Rundschau veröffentlicht zur Landtagswahl acht Themenchecks mit Problemaufrissen und Positionen der Parteien dazu.
Bisher erscheinen:
- Polizei und Sicherheit
- Naturschutz: Wolf
- Armut
- Rassismus
- Gesundheit
- Bildung
Kommende Folge:
- Energiewende
FDP
Mit dem Ausbau des ÖPNV will die FDP im urbanen Raum eine attraktive Alternative zum Auto herstellen. Mehr Park&Ride-Plätze, urbane Seilbahnen, Carsharing und On-demand-Verkehr sollen als „wichtiger Baustein für mehr Mobilität im ländlichen Raum“ dienen. Eine weitere Absenkung des Kostenanteils der Fahrgäste lehnt die FDP ab. Eine hessische Schieneninfrastrukturgesellschaft soll den Ausbau des Bahnknotens Frankfurt vorantreiben. Dringendste Projekte: Nordmainischen S-Bahn, Regionaltangente West und Verlängerung der S5.
Die Linke
Eine Mobilitätsgarantie für alle, flächendeckend ausgebauter, rund um die Uhr gut getakteter, klimaschonend und bezahlbarer ÖPNV - das sind die Eckpunkte des Linken-Wahlprogramms. Barrierefreie und nicht zuschlagpflichtige Ruf-Taxis, deutlich mehr Geld, Personal und Planungskapazität. Unternehmen sollen eine Nahverkehrsabgabe zahlen, die Ticketpreise sinken. Die Linke fordert ein 365-Euro-Jahresticket für alle und ein Neun-Euro-Monatsticket für Geringverdienende. Bahnstrecken sollen reaktiviert, elektrifiziert und erweitert werden.
Sonstige
Die Klimaliste will ein umlagefinanziertes Klimaticket einführen, eine landesweite Mobilitätsgarantie mit festen Bedienungsstandards für Stadt und Land wie in Baden-Württemberg. Alle Arbeitgeber:innen in Hessen sollen Jobtickets einführen. Weitere Forderungen sind wesentlich bessere ÖPNV-Verbindungen und der Umstieg auf alternative Antriebe.
Die AfD will den Ausbau zusätzlicher Schienentrassen und mehr Züge anschaffen.
Landtagswahl in Hessen
Diese Zusammenstellung erscheint im Rahmen eines Themenchecks zur Hessenwahl. Weitere Texte dazu:
Unterwegs mit einer Pendlerin: Anja Weinhold fährt mit Fahrrad und S-Bahn zur Arbeit. Mit welchen Schwierigkeiten sie dabei zu kämpfen hat und welche Verbesserungen sie sich wünscht.
Verkehrswende per Volksbegehren: ein Bündnis will die Verkehrswende voranbringen - und arbeitet muss nun mit juristischen Mitteln arbeiten.
Rubriklistenbild: © Rolf Oeser

