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Bundestagswahl 2025 in Niedersachsen. Laut den Hochrechnungen verliert die SPD stark an Stimmen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil rechnet mit schwierigen Koalitionsverhandlungen.
Update, 13 Uhr: Deutschland hat gewählt: Die Union gewinnt, die Linke ist zurück, auch die AfD triumphiert und die SPD ist historisch schlecht. Doch was bedeutet die Bundestagswahl für Niedersachsen? Vertreterinnen und Vertreter aller großen Parteien haben die Wahlergebnisse eingeordnet. Ein Überblick:
Rückenwind für CDU
Die Union hat die Bundestagswahl laut vorläufigen Ergebnis mit 28,5 Prozent klar gewonnen, auch in Niedersachsen ist die CDU mit 28,1 Prozent stärkste Kraft geworden. Das dürfte Rückenwind für die Landtagswahl 2027 geben: „Natürlich wollen wir die Landtagswahl gewinnen. Im Vordergrund für uns als CDU steht die Problemlösung“, sagte CDU-Generalsekretär Marco Mohrmann.
„Unser Ziel ist ganz klar, gute Politik zu machen, sachorientierte Politik zu machen, Angebote an die Menschen zu machen“, sagte er.
SPD will „Niedersachsenpartei“ bleiben
Zwar schneidet die SPD in Niedersachsen mit 23,0 Prozent wieder einmal besser ab als bundesweit (16,4 Prozent). Dennoch ist es ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl im Land. ‚“Unser Anspruch ist es und bleibt es, stärkste politische Kraft hier in Niedersachsen zu sein“, sagte SPD-Generalsekretärin Dörte Liebetruth. Man arbeite nun am Comeback als Volkspartei der linken Mitte, um „Niedersachsenpartei“ zu bleiben.
AfD arbeitet an 20 Prozent im Land
Die AfD holte im Land mit 17,8 Prozent zwar etwas weniger Stimmen als im Bund (20,8 Prozent), befindet sich aber auf einem Rekordhoch. Bei der Landtagswahl 2027 will die Partei über 20 Prozent kommen, sagte der AfD-Landesvorsitzende Ansgar Schledde. „Wir werden weiter an diesem Ziel arbeiten. Wir werden die Partei weiter professionalisieren.“ Dafür wolle man vor allem auf die Themen Wirtschafts- und Migrationspolitik setzen.
Grüne wollen mehr in die Offensive gehen
Die Grünen mit Kanzlerkandidat Robert Habeck sackten bundesweit ab auf 11,6 Prozent, in Niedersachsen erreichte die Partei 11,5 Prozent. Der Grünen-Landesvorsitzende Alaa Alhamwi sprach von einem soliden Ergebnis. „Eine Bestätigung für uns, grüne Politik ist zentral und wichtig für das Land.“
Trotzdem müsse die Partei in Niedersachsen mehr in die Offensive gehen, um Grünen-Milieus besser anzusprechen, sagte Co-Landesvorsitzende Greta Garlichs. Man habe zu viele Wähler an die Linke verloren.
Linke erlebt Mitglieder-Boom
Die Linke überraschte mit einem bundesweiten Ergebnis von 8,8 Prozent, auch in Niedersachsen gab es starke 8,1 Prozent. Der Linken-Landesvorsitzende Thorben Peters sieht drei Gründe für den Erfolg: die gute Zusammenarbeit zwischen Bundesverband und Landesverbänden, jüngste Ereignisse im Bundestag wie etwa die Migrationsdebatte und soziale Themen, auf die man im Wahlkampf konsequent gesetzt habe.
In kurzer Zeit ist die Mitgliederzahl der Linkspartei in Niedersachsen auf 7.000 gestiegen – nun gelte es, die neuen Mitglieder einzubinden und die Weichen für die Landtagswahl zu stellen.
FDP will Vertrauen zurückgewinnen
Mit nur 4,3 Prozent fliegt die FDP aus dem Bundestag, im Land gab es 4,1 Prozent. Die Ideen der Freien Demokraten seien deshalb aber nicht weniger richtig, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende der FDP, Anja Schulz. In den vergangenen Wochen hätten Wirtschaftsthemen zu wenig im Fokus gestanden.
Schulz machte klar: „Unsere Aufgabe ist jetzt, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen, unsere Position weiterhin mutig zu vertreten und diesen Rückschlag dann am Ende auch aufzuarbeiten.“
Wie geht es mit dem BSW weiter?
Das BSW von Sahra Wagenknecht scheitert laut Bundeswahlleitung hauchdünn an der Fünf-Prozent-Hürde, in Niedersachsen kommt das BSW nur auf 3,8 Prozent. Der niedersächsische Landesverband äußerte sich zunächst nicht zu dem Ergebnis.
Knapp gewonnen, aber nicht unverwundbar: Rekord-Abgeordneter büßt bei Bundestagswahl in Ostfriesland ein
Update, 12 Uhr: Emden – Der Rekord-Abgeordneter Johann Saathoff hat bei der Bundestagswahl in Ostfriesland Stimmen eingebüßt. Trotzdem konnte er das Mandat im Wahlkreis Aurich-Emden gewinnen. Der Sieg hing an einem seidenen Faden und wurde durch einen besonderen Umstand gerettet.
Der Emder errang zwar wieder das Direktmandat. Doch sein Erststimmenergebnis liegt bei der Bundestagswahl 2025 bei 41,21 Prozent der Stimmen (Stand: 24. Februar 2025, 10.17 Uhr) – ein Stimmverlust von mehr als zehn Prozent, wohingegen sein Widersacher von der CDU, Dr. Kleen, leicht Boden gut machen konnte mit einem Zugewinn von über fünf Prozent. Somit landet dieser bei 22,1 Prozent.
Experte erwartet keinen Politikwechsel in Niedersachsen nach Bundestagswahl 2025
Update, 11 Uhr: Hannover – Nach der Bundestagswahl geht der Politikwissenschaftler Philipp Köker von der Universität Hannover nicht von größeren politischen Veränderungen in Niedersachsen aus. „Wählerinnen und Wähler erwarten jetzt auch erst mal gar keine Konsequenzen auf der Landesebene“, sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Köker geht auch nicht davon aus, dass Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sein Amt deshalb bald abgibt.
Weils Amtszeit endet mit der nächsten Landtagswahl, voraussichtlich Ende 2027. Köker hält es für möglich, dass Weil sich rund ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl zurückzieht und sein Amt an einen Nachfolger übergibt. So sei es in der Vergangenheit mehrfach bei SPD- und CDU-geführten Landesregierungen gewesen, bei denen der amtierende Ministerpräsident nicht mehr antrat. Mit einem Jahr Vorlauf bekomme ein Nachfolger die Möglichkeit, sich im Amt zu etablieren. Als klarer Favorit für Weils Nachfolger gilt Wirtschaftsminister Olaf Lies, wie Köker sagte. „Ich denke auch, dass es unwahrscheinlich ist, dass ein Politiker aus Berlin nach Niedersachsen kommen möchte.“
Die CDU ist bei der Bundestagswahl in Niedersachsen mit 28,1 Prozent der Zweitstimmen klar stärkste Kraft geworden. Auf Rang zwei folgt dem vorläufigen Ergebnis zufolge die SPD mit 23,0 Prozent – das ist ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl im Land. Auf Platz drei liegt die AfD mit 17,8 Prozent, dahinter folgen die Grünen (11,5 Prozent) und die Linke (8,1 Prozent).
In zwei Lager getrennt: Nordsee-Inseln bei Bundestagswahl gespalten
Update, 10.30 Uhr: Die Bundestagswahl 2025 brachte Gewinner und Verlierer hervor – auch auf den Nordsee-Inseln. Dort ist der politische Kampf zwischen zwei Parteien jedoch knapp ausgefallen, die Lager sind gespalten.
Niedersachsens CDU-Chef: Zweierbündnis aus CDU und SPD ist gute Nachricht
Update, 09.00 Uhr: Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner will nach dem Bundestagswahlkampf auf die SPD zugehen. „Jetzt geht es in den nächsten Wochen darum, Gräben zuzuschütten, Brücken zu bauen und sich gemeinsam zu überlegen, was wichtig ist für dieses Land“, sagte Lechner dem Sender NDR1 Niedersachsen.
Bei der Bundestagswahl ist die CDU stärkste politische Kraft geworden. Da sie eine Koalition mit der zweitstärksten Partei AfD ausschließt, bleibt rechnerisch nur die SPD als Koalitionspartner. Die Sozialdemokraten erzielten mit 16,4 Prozent ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis.
Die Tatsache, dass es für ein Zwei-Parteien-Bündnis zwischen CDU und SPD nach der Bundestagswahl reichen würde, sei eine gute Nachricht fürs ganze Land. Deutschland brauche jetzt eine handlungsfähige Regierung, sagte Lechner. Die CDU habe einen klaren Regierungsauftrag bekommen.
Die Menschen hätten die Erwartung, dass die Politik die Probleme, die es offensichtlich gebe, angehe und löse, sagte Lechner mit Blick auf Themen wie die Wirtschaftspolitik, Migrationspolitik, Gesundheitsversorgung oder zur Frage der Führungsrolle Europas. Er sei zuversichtlich, dass die Politik dieser Erwartung gerecht werde.
Kommt jetzt die GroKo? Weil: „Rechne mit schwierigen Koalitionsverhandlungen“
Update, 08.30 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil rechnet nicht mit einfachen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD nach der Bundestagswahl. „Wenn man mal die Parteiprogramme nebeneinander legt, dann stellt man ziemlich große Unterschiede fest“, sagte der SPD-Politiker dem Sender NDR Niedersachsen.
Auch im Wahlkampf sei Porzellan zerschlagen worden. Aber die SPD sei immer eine Partei gewesen, die sich der Verantwortung gestellt habe. „Dass wir im Moment nicht einfach sagen könne, nee, macht das mal ohne uns, das liegt ziemlich klar auf der Hand.“
Vorrangiges Ziel müsse sein, dass sich die deutsche Politik so präsentiere, dass bei der nächsten Bundestagswahl die Demokratie gestärkt werde. „Und ich hoffe auch, die SPD“, sagte Weil mit Blick auf das starke Abschneiden der AfD.
Update, 07.30 Uhr: Die Zahl der Abgeordneten aus Niedersachsen im neu gewählten Bundestag ist gesunken. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Bundeswahlleiterin kommen 65 Abgeordnete aus Niedersachsen, bisher waren es 74. Dies teilte der Niedersächsische Landeswahlleiter mit. Er verweist darauf, dass sich die Zahl der Sitze im Bundestag wegen einer Reform verkleinert habe. Die Zahl der Abgeordneten wurde auf 630 begrenzt – rund 100 weniger als bisher.
Dafür fallen die sogenannten Überhang- und Ausgleichsmandate weg. Siegreiche Wahlkreis-Kandidaten oder Kandidatinnen werden nicht mehr automatisch Mitglieder des Bundestags. Sie bekommen nur noch dann ein Mandat, wenn ihre Partei auf genügend Zweitstimmen kommt.
Mehr Männer als Frauen
Unter den 65 Abgeordneten aus Niedersachsen sind 21 von der CDU, 17 von der SPD, 13 von der AfD, 8 von den Grünen und 6 von der Linkspartei. Die Mehrheit der 65 Abgeordneten sind Männer, die Zahl der weiblichen Mitglieder aus Niedersachsen liegt bei 24.
Die CDU ist bei der Bundestagswahl in Niedersachsen mit 28,1 Prozent der Zweitstimmen klar stärkste Kraft geworden. Auf Rang zwei folgt dem vorläufigen Ergebnis zufolge die SPD mit 23,0 Prozent, auf Platz drei die AfD mit 17,8 Prozent und dahinter die Grünen (11,5 Prozent), Linke (8,1 Prozent), FDP (4,1 Prozent) und BSW (3,8 Prozent).
Update, 23.03 Uhr: Nach und nach gibt es immer mehr Ergebnisse zu den vollständig ausgezählten Wahlkreisen. Diese werden an die Landeswahlleitungen der Bundesländer und dann an die Bundeswahlleitung weitergegeben. Dies erfolgt in der Nacht vom Wahlsonntag zum Montagmorgen. Aktuell liegen folgende Ergebnisse vor.
Update, 22:30 Uhr: Auf die Frage, ob Boris Pistorius als Parteivorsitzender der Bundes-SPD zur Verfügung stünde, sagte der beliebte SPD-Politiker aus Osnabrück, er beschäftige sich an diesem Abend nicht mit einer solchen Frage. „Ich stehe bereit, Verantwortung zu übernehmen“, betonte Pistorius stattdessen. Da müssten nun die Gremien der Partei entscheiden, wie seine Rolle künftig aussehen könnte, so Pistorius im NDR.
Der Verteidigungsminister selbst sieht SPD-Chef Lars Klingbeil weiterhin an der Spitze der Partei und hält den Politiker aus Munster in Niedersachsen für einen „hervorragenden“ Parteichef – und einen ebensolchen Fraktionsvorsitzenden, sollte Klingbeil beide Funktionen in Personalunion übernehmen wollen.
Update, 22:26 Uhr: Die aktuelle Hochrechnung zur Bundestagswahl 2025 für Niedersachsen ist da (Stand: 21:59 Uhr). So berichtet die ARD folgende Zahlen:
| Union | SPD | AfD | Grüne | Linke | FDP | BSW | Sonstige | |
| Aktuell | 28% | 23,2% | 17,7% | 11,4% | 8% | 4,3% | 3,7% | 3,7% |
| +/- | +3,8% | -9,9% | +10,3% | -4,7% | +4,7% | -6,2% | +3,7% | -1,7% |
Update, 23.15 Uhr: Auch wenn noch nicht alle Wahlbezirke ausgezählt sind, zwei Bundestagesabgeordnete im Wahlkreis Osterholz/Verden stehen bereits fest. Andreas Mattfeld (CDU) gewinnt das Direktmandat des Wahlkreises„Die Menschen haben offenbar anerkannt, dass hier in den vergangenen 16 Jahren alles herausgeholt wurde für die Kommunen unseres Wahlkreises“, sagt er zur Kreiszeitung.
Auch Lena Gumnior (Grüne) kann sich auf einer Wahlparty in Osterholz-Scharmbeck freuen. Dank eines guten Listenplatzes zieht sie in den Bundestag ein.
Update, 22.03 Uhr: Die Grünen in Niedersachsen ziehen ein gemischtes Fazit aus ihrem Abschneiden bei der Bundestagswahl. Zwar bewerten sie das Ergebnis als solide, doch es bleibt hinter ihren Erwartungen zurück. Die Landesvorsitzende Greta Garlichs betonte gegenüber der Deutschen Presseagentur: „Fest steht, wir müssen neue Wege finden, um im veränderten gesellschaftlichen Klima zu überzeugen. Dazu gehört, progressive Themen selbstbewusst in den Fokus zu rücken“.
Garlichs äußerte zudem Erwartungen an den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz. Sie hoffe, dass er Brücken baue und nicht weiter zur Spaltung beitrage. „Es braucht eine stabile und verlässliche Bundesregierung für uns in Niedersachsen, um den Rechtsruck zu stoppen und der zunehmenden Polarisierung im Land entgegenzuwirken“, erklärte sie.
Bundestagswahl 2025 könnte das Aus für FDP-Vorsitzenden Lindner bedeuten
Update, 21:53 Uhr: Laut der aktuellen ARD-Hochrechnung von 21:11 Uhr wird es zunehmend wahrscheinlich, dass die FDP im kommenden Bundestag nicht mehr vertreten sein könnte. FDP-Vorsitzender Lindner hatte bereits zuvor seinen Rückzug aus der Politik in Aussicht gestellt, falls seine Partei die Fünf-Prozent-Hürde nicht überwinden sollte. „Wenn die FDP aus dem Bundestag ausscheidet, ist das völlig klar, dass ich dann auch aus der Politik ausscheide“, äußerte Lindner während der TV-Diskussion bei der ARD.
| Union | AfD | SPD | Grüne | Linke | FDP | BSW | Sonstige | |
| ARD | 28,5% | 20,5% | 16,6% | 12% | 8,6% | 4,6% | 4,9% | 4,5% |
| ZDF | 28,6% | 20,5% | 16,5% | 12,1% | 8,7% | 4,7% | 5% | 3,9% |
SPD-Bundesvorsitzender Lars Klingbeil verteidigt Direktmandat im Heimat-Wahlkreis
Update, 21.45 Uhr: Auch wenn die SPD auf Landesebene in der Bundestagswahl wohl erhebliche Verluste hinnehmen muss, gibt es gute Nachrichten für den Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil. Er verteidigt für die SPD das Direktmandat im „Wahlkreis Rotenburg I - Heidekreis“. Dies sei „ein toller Vertrauensbeweis“, so der SPD-Politiker im Gespräch mit der Kreiszeitung. Mehr als 41 Prozent der Erststimmen konnte er in seinem Heimat-Wahlkreis einfahren.
Update, 21:34 Uhr: In der ersten Hochrechnung der Bundestagswahl für Niedersachsen schneiden die Sozialdemokraten deutlich besser ab als im bundesweiten Durchschnitt. Der Vorsprung zur CDU fällt in Niedersachsen geringer aus als auf Bundesebene oder in anderen Bundesländern. Die SPD-Zahlen in Niedersachsen ziehen den Bundesschnitt der Partei etwas nach oben.
Hochrechnung der Bundestagswahl: AfD konnte in Niedersachsen deutlich zulegen
Update, 21:11 Uhr: Klaus Wichmann, der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, befürwortet nach der Bundestagswahl eine Koalition mit der Union, wobei seine Partei als Juniorpartner agieren würde. Im NDR äußerte Wichmann: „Wir stehen zur Verfügung, wenn die CDU uns braucht für das Durchsetzen der richtigen Politik“ Allerdings hat Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) eine solche Zusammenarbeit mehrfach abgelehnt.
Laut einer Hochrechnung des NDR konnte die AfD in Niedersachsen deutlich zulegen und erreichte 18,2 Prozent, womit sie den dritten Platz hinter CDU und SPD einnahm. Bei der Bundestagswahl 2021 erzielte die AfD in Niedersachsen lediglich 7,4 Prozent. Doch feiern kann die Partei trotzdem nicht, zumindest in Sulingen. Denn hier ist eine geplante Wahlparty in Wasser gefallen. Die Räume für die Party standen kurzfristig doch nicht zur Verfügung.
Update, 20:59 Uhr: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat sich nach den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl nicht genauer zur Zukunft der SPD-Parteiführung und Olaf Scholz geäußert. Der Zeitpunkt sei nicht geeignet, um „über Personal in der eigenen Partei zu spekulieren“, erklärte er im Ersten. Die Partei würde in den kommenden Monaten und Jahren entscheiden, wie vorgegangen werde.
Pistorius betonte, dass er mit dem SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil „eng abgestimmt“ sei. In möglichen Koalitionsverhandlungen sehe er sich in der Führungsrolle der Partei. Ob es zu solchen Gesprächen komme, hänge derweil von der CDU ab. Es sei entscheidend, wann die Union auf die SPD zugehe.
Wahlverzögerung in Niedersachsen: Panne bei Bundestagswahl wegen hoher Wahlbeteiligung
Update, 20:50 Uhr: In den etwa 8.100 Wahllokalen Niedersachsens verlief die Bundestagswahl laut dem Landeswahlleiter fast reibungslos. „Weitestgehend ist es richtig gut gelaufen, ohne Zwischenfälle“, erklärte Markus Steinmetz der Deutschen Presse-Agentur. Trotzdem ist es zu weiteren Pannen gekommen.
Kurz vor Schließung der Wahllokale traten noch Schwierigkeiten auf. „Es hat sich herausgestellt, dass in Salzgitter in einigen Wahllokalen offenbar zu wenig Stimmzettel lagen“, berichtete Steinmetz. Aufgrund fehlerhaft gedruckter Stimmzettel und der hohen Wahlbeteiligung kam es zu Verzögerungen, sodass nicht alle Wahlberechtigten bis 18.00 Uhr ihre Stimme abgeben konnten. Die Stimmabgaben konnten jedoch noch beendet werden. Die Ergebnisse werden demnach auch in Salzgitter erwartet.
Nach und nach trudeln immer mehr Ergebnisse zur Bundestagswahl 2025 ein. Wie die Gemeinden und Wahlkreise in Niedersachsen gewählt haben, verrät eine interaktive Karte.
Update, 20:22 Uhr: Im NDR-Fernsehen hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) klare Worte gefunden: „Das ist eine ganz schwere Wahlniederlage“, sagte der Landesvater, wollte dabei aber nicht nur Personalfragen als Ursache sehen. „Das wäre viel zu oberflächlich“, betonte Weil und kündigte an, die Politik seiner Partei zu analysieren und nachzujustieren. „Das ist ein ganz mieser Abend“, sagte der Niedersachsen-Politiker der SPD mit Blick auf das Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2025.
Update, 20:10 Uhr: Jetzt gibt es auch erste Hochrechnungen für das Land Niedersachsen. Laut Zahlen des NDR verliert dabei die SPD im Vergleich zur letzten Bundestagswahl drastisch. Ganze 10,1 Prozent musste die Partei einbüßen und landet somit bei 23 Prozent für das Jahr 2025.
Die CDU hingegen konnte 3,5 Prozent hinzugewinnen, liegt nun auch 27,7 Prozent und geht auch in Niedersachsen als Wahlgewinner hervor. Stark zulegen konnte auch die AfD. Ganze 10,8 Prozent konnte sich die Partei steigern und liegt laut der Hochrechnung von 19:39 Uhr im zweitgrößten Bundesland damit bei 18,2 Prozent.
| Union | SPD | AfD | Grüne | Linke | FDP | BSW | Sonstige | |
| Aktuell | 27,7% | 23% | 18,2% | 11,7% | 7,7% | 4,4% | 3,6% | 3,7% |
| +/- | +3,5% | -10,1% | +10,8% | -4,4% | +4,4% | -6,1% | +3,6% |
Update, 19:55: Die neueste Hochrechnung des ZDF lassen die FDP bangen. Die Freien Demokraten liegen nun auch in dieser Prognose, ähnlich wie bei der ARD, unter der Fünf-Prozent-Marke. Dadurch würden sie den Einzug in den Bundestag nicht schaffen.
Während des Wahlsonntags: Stimmzettel-Panne in mehreren Wahllokalen
Update, 19:40 Uhr: Im Laufe des Wahlsonntags ist es zu einer peinlichen Panne in Niedersachsen gekommen. Am Nachmittag haben im Landkreis Aurich in einigen Wahllokalen Stimmzettel gefehlt. Der Grund war die hohe Wahlbeteiligung. Einige Wähler mussten zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen.
Bundestagswahl: Sehr hohe Wahlbeteiligung verzeichnet
Update, 19.07 Uhr: Die Bundestagswahl verzeichnete nach Angaben von ARD und ZDF eine so hohe Wahlbeteiligung, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Diese lag zwischen 83 und 84 Prozent und stellte damit den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung dar. Über 59 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren stimmberechtigt. Bei der vorherigen Wahl im Jahr 2021 betrug die Wahlbeteiligung nach einer Teilwiederholung in Berlin schließlich 76,4 Prozent.
Update, 18.47 Uhr: Entsprechend der ersten Hochrechnung der Bundestagswahl 2025 ergibt sich voraussichtlich folgende Sitzverteilung:
Update, 18:35 Uhr: Auch die ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl sind da.
| Union | AfD | SPD | Grüne | Linke | FDP | BSW | Sonstige | |
| ARD | 29% | 19,6% | 16% | 13,3% | 8,6% | 4,9% | 4,7% | 3,9% |
| ZDF | 28,7% | 19,8% | 16,4% | 12,3% | 8,9% | 5% | 5% | 3,9% |
Update, 18:27 Uhr: Laut der Prognose der ARD könnten Union und SPD gemeinsam eine Mehrheit im Bundestag erreichen, während es für eine Koalition aus Union und Grünen nicht ausreichen würde. Sollte die FDP den Einzug in den Bundestag schaffen, würde die schwarz-rote Mehrheit jedoch verloren gehen. In diesem Fall wäre eine Dreierkoalition erforderlich, um eine Mehrheit zu sichern.
Bereits die Prognose zeigt, dass die Wähler in Deutschland für einen politischen Wechsel gestimmt haben. Die Ampel-Parteien erreichen laut Prognose nur etwa 33,5 Prozent, während SPD, Grüne und FDP im Jahr 2021 zusammen 52 Prozent erzielten. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann äußerte in der ARD, dass die Union die Wahl gewonnen habe und die Ampel endgültig abgewählt sei. Er fügte hinzu, dass Friedrich Merz der nächste Bundeskanzler werde.
Update, 18:01 Uhr: Die erste Prognose der Bundestagswahl 2025 ist da. Laut der Prognose der ARD geht die Union als deutliche Gewinnerin aus der Wahl hervor und erreicht 29 Prozent. Die AfD verfehlt mit 19,5 Prozent knapp die 20-Prozent-Marke. Die SPD erzielt 16,0 Prozent, während die Grünen auf 13,5 Prozent kommen.
Eine weitere Überraschung der ersten Prognose: Die Linkspartei hätte laut den ersten Zahlen der ARD den Einzug in den Bundestag geschafft und 8,5 Prozent der Stimmen erhalten. Die FDP erreicht 4,9 Prozent, während das BSW bei 4,7 Prozent liegt.
Update, 17:33 Uhr: Bereits am Nachmittag hatten in Niedersachsen mehr als 75 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme für die Bundestagswahl abgegeben. Die Landeswahlleitung in Hannover informierte, dass die Wahlbeteiligung bei 76,2 Prozent liege. Dieser Wert beziehe sich auf den Stand um 16.30 Uhr, also 90 Minuten vor der Schließung der Wahllokale. Im Vergleich dazu betrug die Wahlbeteiligung zur gleichen Zeit bei der Bundestagswahl 2021 nur 63,3 Prozent.
Update, 17:21 Uhr: Die erste Prognose der Bundestagswahl 2025 lässt nicht mehr lang auf sich warten. Der Grund dafür sind die Wählernachbefragungen. In ganz Deutschland befragen Meinungsforscher an 400 bis 600 Wahllokalen den gesamten Tag über die Wählerinnen und Wähler nach ihrer Parteiwahl. Diese Befragungen sind anonym und freiwillig.
Meinungsforschungsinstitute dürfen Wählernachbefragungen durchführen, solange der Wahlablauf sowie die Ermittlung und Feststellung des Ergebnisses ungestört bleiben. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist jedoch erst nach 18 Uhr erlaubt, um zu vermeiden, dass die Wahlentscheidung anderer beeinflusst wird. Wahlforscher informieren meist schon eine Viertelstunde früher – also um 17:45 Uhr – akkreditiere Journalisten über die Prognose.
Update, 17:03 Uhr: Der Wahltag schreitet voran und es dauert nicht mehr lang, dann werden die Wahllokale geschlossen. Bis 18 Uhr haben die Wähler deutschlandweit die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Kurz nach der Schließung liegen bereits die ersten Prognosen zur Wahl vor. Diese basieren auf Daten der sogenannten Wählernachbefragungen. Stichprobenartig werden dafür anonym an verschiedenen Wahllokalen die Wahlen nach ihrer Stimmenabgabe befragt.
Update, 16.32 Uhr: Vor zehn Wahllokalen in Leer wurden politische Parolen von Unbekannten gesprüht. Die Botschaften waren gegen verschiedene Parteien gerichtet, berichtet die Deutsche Presseagentur. Bereits am frühen Morgen, noch vor der Öffnung der Wahllokale, bemerkten städtische Mitarbeiter die Graffiti, wie ein Sprecher der Stadt am Nachmittag mitteilte. Zunächst deckte man die Schmierereien ab, um sie später zu entfernen. Die Stadt erstattete Strafanzeige. Über die Vorfälle berichtete zuvor die „Ostfriesen-Zeitung“.
Verwirrung am Wahltag: Ministerpräsident Stephan Weil irrt sich im Wahllokal
Update, 15.46 Uhr: Am Wahltag erlebte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) einen Moment der Verwirrung. Der Politiker begab sich laut Angaben der Deutschen Presseagentur zunächst an den falschen Ort, um seine Stimme für die Bundestagswahl in Hannover abzugeben. Eine Regierungssprecherin erklärte gegenüber der Presseagentur, dass das Wahllokal, das der Ministerpräsident und seine Frau seit Jahren nutzen, offenbar verlegt worden sei. „Er ist dann aber noch in das richtige Wahllokal gegangen und hat gewählt.“
Auf der Wahlbenachrichtigung ist das für die eigene Adresse zuständige Wahllokal vermerkt. Den Berichten zufolge wiesen Wahlhelfer den niedersächsischen Regierungschef darauf hin und schickten ihn zu dem etwa 800 Meter entfernten, für ihn zuständigen Wahllokal.
Update, 14.24 Uhr: Ein kurzer Blick nach Scheeßel: Gabriele Villwock, Wahlvorstand im Meyerhof, spricht von einer guten Wahlbeteiligung bis zur Mittagszeit. Auch Bürgermeisterin Ulrike Jungemann (CDU) hat bereits ihre Stimme abgegeben. Und danach? Ab ins Kunstgewerbehaus direkt nebenan, dort ist die Ausstellung mit Werken von Ernst Müller-Scheeßel bis 17 Uhr geöffnet. Die Blaudruckausstellung im Werberhaus ebenso
Wahlbeteiligung in Niedersachsen gestiegen
Update, 14.04 Uhr: Nach der zweiten Erhebung der Landeswahlleitung um 12.30 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei der heutigen Bundestagswahl in Niedersachsen zu diesem Zeitpunkt bei 42,94 Pronzentpunkten, das teilt der Niedersächsische Landeswahlleiter mit. Das ist somit deutlich mehr als bei der Bundestagswahl vor vier Jahren. Damals hatte die landesweite Wahlbeteiligung um diese Uhrzeit noch bei 36,56 Prozentpunkten gelegen.
Rotenburger Bürgermeister Oestmann verschenkt Süßigkeiten
Update, 13.55 Uhr: Rotenburgs Bürgermeister Torsten Oestmann (parteilos) und Erste Stadträtin Bernadette Nadermann haben mit Schokolade schonmal den passenden Snack an die Wahllokale der Kreisstadt geliefert. Bei Instagram würdigt Oestmann zudem das Ehrenamt, das hinter einer solchen Wahl steht. Generell scheint zur Mittagszeit eher Süßes Hoch im Kurs zu stehen. So hat die CDU vor einigen Bäckereien Marmelade verteilt.
Update, 13:44: Rund 85.000 Wahlhelfer unterstützen in Niedersachsen und Bremen die Abläufe in den Wahllokalen ehrenamtlich. Hinweise auf mögliche Pannen gab es am Morgen zunächst nicht.
Update, 13.33 Uhr: Im Vorfeld dieser Bundestagswahl gab es Berichte über Desinformation und andere womögliche Wahlmanipulationen.
Kuriosum auf Ostfriesischer Insel Norderney ist gar keines
Update, 13.18 Uhr: Kurios für die einen, doch völlig normal für die anderen: Wahlkabinen auf der Ostfriesischen Insel Norderney sind – beinahe standesgemäß könnte man sagen – Strandkörbe. Für die Insulaner ein Usus.
Update, 12.40 Uhr: Noch knapp fünf Stunden können Wählerinnen und Wähler bei der Bundestagswahl live wählen. Um 18.00 Uhr schließen die Wahllokale. Danach wird es spannend. In kurzer Abfolge werden Prognose, Hochrechnung, vorläufiges Wahlergebnis erwartet. Schon unmittelbar nach Schließung der Wahllokale wird es die ersten Prognosen zum Wahlausgang der Bundestagswahl geben. Sie beruhen ausschließlich auf Befragungen der Wählerinnen und Wähler direkt nach der Stimmabgabe vor den Wahllokalen durch Wahlforschungsinstitute.
Die Hochrechnungen der Wahlforschungsinstitute zur Bundestagswahl dagegen greifen bereits auf die amtlich ermittelten Ergebnisse repräsentativ ausgewählter Wahlbezirke zu und skalieren diese über die wahlberechtigte Gesamtbevölkerung. Ist die Auszählung der Stimmen abgeschlossen, ermittelt die Bundeswahlleiterin das vorläufige Wahlergebnis und gibt es bekannt. Das endgültige Wahlergebnis wird vom Bundeswahlausschuss auf Grundlage der Niederschriften aller Kreis- und Landeswahlausschüsse abschließend festgestellt.
Scholz (SPD) und Merz (CDU) gehen wählen
Update, 12.23 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) haben am Sonntagvormittag gewählt. Scholz, in Begleitung seiner Frau Britta Ernst, gab seine Stimme in Potsdam in Brandenburg ab. In seinem Wahlkreis Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming hatte er bei der vergangenen Bundestagswahl 2021 34 Prozent der Stimmen bekommen. Beim Verlassen des Wahllokals reckte Scholz den Daumen.
Merz wählte in Arnsberg, sein Wahlkreis ist der Hochsauerlandkreis. Auch er betrat das Wahllokal in Begleitung seiner Ehefrau, Charlotte Merz. Bei der Bundestagswahl 2021 hatten 40,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler im Hochsauerlandkreis für Merz gestimmt. In den Umfragen vor der Wahl lag die Union klar vorn; Merz wird als künftiger Kanzler gehandelt.
Update, 11.52 Uhr: Selbstverständlich sind wir vor Ort, etwa in Rotenburg. Kreiszeitungs-Reporter Holger Heitmann ist heute schon früh aufstehen und sitzt gerade im Zug nach Berlin. Dort trifft er auf SPD-Bundestagskandidat und Geburtstagskind Lars Klingbeil. Der rechnet mit einem spannenden Kampf um die Erststimmen im Wahlkreis. Am Rande der Wahlkampfveranstaltung am Donnerstag in Bad Fallingbostel meinte er, ein Ergebnis ansatzweise wie 2021, als er mit 47,6 Prozent in den Bundestag einzog, wäre „ein Wunder“. Die Online-Plattformen, die seiner CDU-Konkurrentin Vivian Tauschwitz Chancen einrechnen, vor Klingbeil zu landen, hat er aber zur Kenntnis genommen. Diese würden zum Teil aber lediglich Bundesumfragen auf Wahlkreise herunterrechnen, ohne die lokale Situation einzubeziehen, glaubt der SPD-Chef. Heute Abend sind wir schlauer.
Update, 11.11 Uhr: In Niedersachsen haben bis 10.00 Uhr etwa 13,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme bei der Bundestagswahl abgegeben. Diese Information gab die Landeswahlleitung bekannt. Im Vergleich dazu betrug die Wahlbeteiligung zur gleichen Uhrzeit bei der Bundestagswahl 2021 rund 14,3 Prozent.
Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die bereits per Briefwahl abgestimmt haben, ist in diesen Zahlen nicht enthalten. Die Landeswahlleitung machte keine Angaben dazu, wie viele der über sechs Millionen Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen angefordert haben.
Im Jahr 2021 erreichte die Wahlbeteiligung in Niedersachsen am Ende 74,7 Prozent, was unter dem bundesweiten Durchschnitt von 76,4 Prozent lag.
Update, 10.49 Uhr: Neben Merz und Scholz treten auch Robert Habeck von den Grünen und Alice Weidel von der AfD als Kanzlerkandidaten an. Am Samstag warben sowohl Merz als auch Scholz bei den Abschlussveranstaltungen ihrer Parteien um die Stimmen der Unentschlossenen. Scholz erklärte in Potsdam: „Ich glaube nicht an Wunder, sondern an einen Wahlsieg“ Er fügte hinzu: „Ich bin überzeugt, es wird diesmal so sein, dass ganz viele sich erst im Wahllokal entscheiden.“ Merz zeigte sich ebenfalls zuversichtlich und rief in München: „Es sind noch knapp 26 Stunden. Dann ist die Ampel endgültig Geschichte in Deutschland.“
Scholz setzt darauf, dass viele Wähler der SPD beide Stimmen geben, „damit wir stark genug sind und damit die Regierung unter meiner Führung fortgesetzt werden kann.“ Er ist optimistisch, in seinem Wahlkreis in Potsdam erfolgreich zu sein, wo er unter anderem gegen Annalena Baerbock von den Grünen antritt. Sollte Scholz das Direktmandat in Potsdam gewinnen, plant er, die gesamte Legislaturperiode im Bundestag zu bleiben, auch wenn er nicht erneut Kanzler wird. «Das steht schon ewig lange fest», betonte Scholz.
Im Wahlkampf setzten die Parteien verstärkt auf Fernsehen und Internet. Scholz und Merz traten in zwei TV-Duellen gegeneinander an, während alle vier Kanzlerkandidaten in weiteren Runden aufeinandertrafen. Am Samstagabend, kurz vor der Öffnung der Wahllokale, stellten sich Scholz, Habeck und Weidel bei einer Art Speed-Dating den Fragen der Bürger. Merz sagte aus Termingründen ab. Die Bürger konnten jedem der drei Politiker jeweils drei Minuten lang Fragen stellen, wobei die Themen bunt gemischt waren.
Update, 10.15 Uhr: Die Forschungsgruppe Wahlen stellte die Frage: „Wen hätten Sie lieber als Bundeskanzler?“ Friedrich Merz liegt dabei mit über zehn Prozentpunkten vorne. Robert Habeck (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) kämpfen eng um den zweiten Rang. Weniger als die Hälfte der Menschen – im Vergleich zum Unionspolitiker Merz – entschieden sich für Alice Weidel (AfD).
Update, 9.14 Uhr: In Niedersachsen wird die Wahl in etwa 8.100 Wahlbezirken durchgeführt, die jeweils über einen eigenen Wahlraum verfügen. Zusätzlich gibt es rund 2.000 Bezirke für die Briefwahl. Ungefähr 80.000 Personen engagieren sich ehrenamtlich als Wahlhelfer, um die Abläufe zu unterstützen. Die Zahl der Wahlberechtigten in Niedersachsen beläuft sich auf etwa 6,05 Millionen Bürgerinnen und Bürger.
Update, 9 Uhr: Die Bundestagswahl hat begonnen – die Wahllokale sind seit einer Stunde geöffnet. Noch bis 18 Uhr haben die Wählerinnen und Wähler Zeit, bei der Bundestagswahl live ihre Stimme abzugeben. In den rund 65.000 Wahllokalen sind dafür etwa 675.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Zur Wahl aufgerufen sind über 59 Millionen Menschen im Bundesgebiet.
Wahlhelfer: Ein besonderes Ehrenamt
Update, 8:32 Uhr: Ein Rädchen im System ist heute besonders gefragt: die Wahlhelfer. Da lohnt es sich, einen Blick auf sie zu werfen. Werden es genug sein? Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, André Berghegger, sagt: „Es besteht kein Zweifel daran, dass eine ordnungsgemäße Durchführung der Wahl gewährleistet werden kann.“
Was die Ehrenamtlichen als Aufwandsentschädigung bekommen, das sogenannte Erfrischungsgeld, ist ebenfalls ein interessanter Punkt. Wie viel verdient man als Wahlhelfer überhaupt?
Erstmeldung: Hannover - Deutschland wählt. Die Bundestagswahl 2025 findet am Sonntagabend, 23. Februar, ihren Abschluss. Auch in Niedersachsen wird der Wahl, den aktuellen Prognosen und den Hochrechnungen hingefiebert. Ab 18 Uhr schließen die Wahllokale und nach und nach werden die ersten Ergebnisse einlaufen. Alle Entwicklungen zu der Neuwahl in Niedersachsen können Sie am Wahlabend in diesem News-Ticker live mitverfolgen.
Die Bundestagswahl 2025 wird am Sonntag, dem 23. Februar, abgehalten. Ursprünglich war der Termin für den 28. September vorgesehen, doch es handelt sich um eine vorgezogene Neuwahl. Die Wahllokale öffnen von 8:00 bis 18:00 Uhr. Wahlberechtigte können ihre Stimme entweder persönlich im zugewiesenen Wahllokal oder per Briefwahl abgeben.
Im Vorfeld traten bereits einige Probleme bei in Bezug auf die Briefwahl in Niedersachsen auf. So kam es zu Wahlpannen, die bereits verschickte Stimmzettel ungültig machten. In einem anderen Fall mussten Wahlunterlagen neu gedruckt werden. Tausende Wähler in Niedersachsen waren davon betroffen.
Die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Schon kurz darauf werden die ersten Prognosen – auch für die Wahlkreise in Niedersachsen vorliegen. Die ersten Wahlprognosen basieren auf Informationen aus sogenannten „Exit Polls“, also Nachwahlbefragungen. Dabei wird eine Auswahl von Wählern befragt, wo sie gerade ihr Kreuz gesetzt haben, nachdem sie das Wahllokal verlassen haben.
Anschließend – zwischen 18:30 und 19 Uhr – folgen die ersten Hochrechnungen. Je weiter der Abend voranschreitet, desto genauer wird dessen Ergebnis.
Wegen der Wahlrechtsreform, die bereits zur aktuellen Bundestagswahl greift, hat sich einiges geändert. Die Sitzverteilung im Bundestag wird nun ausschließlich durch die Zweitstimmen bestimmt. Direktmandate zählen nur, wenn sie durch die Zweitstimmen gedeckt sind. Eine Ausnahme hiervon gilt für parteiunabhängige Wahlkreisbewerber. Sie bekommen einen Sitz aufgrund einer relativen Mehrheit der Erststimmen im Wahlkreis
Die Anzahl der Abgeordneten ist gesetzlich auf 630 Personen begrenzt. Zudem wird die proportionale Repräsentation gestärkt. Die Verteilung der Sitze auf die Landeslisten stellt sicher, dass die Zusammensetzung des Bundestages dem Zweitstimmenergebnis entspricht.
Nach der Bundestagswahl 2021 bildete sich die Ampelkoalition, die nun nicht mehr besteht. Der Grund für das Ende der Koalition liegt in Neuwahlen, die durch das Zerbrechen der Regierungskoalition notwendig wurden. Uneinigkeit über die Aussetzung der Schuldenbremse führte zum Bruch. In der Folge entließ Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den damaligen Finanzminister Christian Lindner (FDP).
Der Bundestag entzog daraufhin Kanzler Scholz das Vertrauen, was den Weg für Neuwahlen ebnete. Bei der Abstimmung über die Vertrauensfrage stimmten 207 Abgeordnete für Scholz, während 394 gegen ihn votierten. Zudem enthielten sich 116 Abgeordnete.
Ganz Deutschland hat gewählt. Doch welche Koalitionen wären jetzt rechnerisch möglich? Der interaktive Koalitionsrechner verrät es.
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