Internationale Kritik

„Schutzwall“ für Israel: Rechtsextremer Minister will 22 neue Siedlungen im Westjordanland

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Bezalel Smotrich gibt grünes Licht für 22 neue Siedlungen im Westjordanland. Diese Entscheidung könnte die angespannte Lage weiter verschärfen.

Jerusalem – Am Donnerstag (29. Mai) gab der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich (45) die Genehmigung für den Bau von 22 neuen israelischen Siedlungen im Westjordanland bekannt. Diese Entscheidung stößt international auf scharfe Kritik, da die Siedlungen nach internationalem Recht als illegal gelten.

Israel: Rechtsextremer Minister will 22 neue Siedlungen im Westjordanland

Trotz dieser weltweiten Verurteilung sieht die israelische Regierung den Ausbau der Siedlungen als notwendigen Schritt zur Festigung der israelischen Kontrolle über das Gebiet und zur Verhinderung eines palästinensischen Staates.

Smotrich, ein radikaler Vertreter der religiösen „Zionistischen Partei“, erklärte auf seinem X-Account, dass diese „historische Entscheidung“ die israelische Präsenz im Westjordanland stärken werde und nannte die Siedlungen einen „Schutzwall“ für den Staat Israel.

Er ergänzte: „Dies ist ein großer Tag für die Besiedlung und ein wichtiger Tag für den Staat Israel. Durch harte Arbeit und beharrliche Führung ist es uns gelungen, einen tiefgreifenden strategischen Wandel herbeizuführen und den Staat Israel auf den Weg des Aufbaus, des Zionismus und der Vision zurückzubringen.“

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Netanjahu-Regierung: Weitere Expansion Israels trotz internationaler Proteste

Unter den geplanten 22 Siedlungen befinden sich auch die zwei ehemaligen Siedlungen Homesh und Sa-Nur im Norden des Westjordanlands, die Israel im Jahr 2005 im Rahmen eines Rückzugsplans aus Gaza und dem Westjordanland räumte. Smotrich erklärte, dass die Wiederansiedlung dieser Gebiete eine „Korrektur eines historischen Unrechts“ darstelle.

Das Sicherheitskabinett, dem auch der Verteidigungsminister Israel Katz angehört, genehmigte das Projekt, das nicht nur neue Siedlungen umfasst, berichtet Reuters, sondern auch die Legalisierung von „außenpostenartigen Siedlungen“, die bislang ohne offizielle Genehmigung errichtet worden waren.

Die Entscheidung wird von der palästinensischen Führung und internationalen Organisationen als eine gefährliche Eskalation bezeichnet. Nabil Abu Rudeineh, ein Sprecher des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas, kritisierte die Ankündigung als einen weiteren Schritt in Richtung der Verhinderung eines unabhängigen palästinensischen Staates und warf Israel vor, die Region weiter in einen „Teufelskreis der Gewalt und Instabilität“ zu stürzen, so die AFP.

Bezalel Smotrich kündigt 22 neue Siedlungen im Westjordanland an. Darunter soll auch die ehemaligen Siedlung Homesh (rechts) zählen, die Israel im Jahr 2005 geräumt hatte.

Israel plant 22 neue Siedlungen: Internationale Reaktionen und Drohungen von Sanktionen

Die Reaktionen auf die Ankündigung in Europa und den USA fallen unterschiedlich aus. Mehrere europäische Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich und Kanada, hatten Israel bereits vor einigen Wochen gewarnt, dass sie Sanktionen verhängen könnten, sollten die Siedlungsaktivitäten weiter ausgedehnt werden.

Der UN-Sicherheitsrat hatte die israelischen Siedlungen in der Vergangenheit wiederholt als Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet, was von Israel jedoch stets zurückgewiesen wurde. Premierminister Benjamin Netanjahu und Minister Smotrich verteidigen die Siedlungen, schreibt Reuters, als Teil des „historischen Rechts“ Israels auf das Westjordanland, das in biblischen Zeiten als Judäa und Samaria bekannt war.

Der geplante Bau der Siedlungen gilt als eine der größten Erweiterungen israelischer Siedlungsprojekte seit Jahrzehnten. Auch die israelische Menschenrechtsorganisation B‘Tselem, berichtet The Times of Israel, hat die Entscheidung scharf verurteilt und als Teil einer „ethnischen Säuberung“ bezeichnet, bei der Palästinenser zunehmend von ihrem Land verdrängt werden, um Platz für israelische Siedler zu schaffen.

Name:Bezalel Joel Smotrich
Geboren:27. Februar 1980 in Chispin
Partein:Mafdal – HaTzionut HaDatit (ehemals Tkuma)
Amt:Finanzminister von Israel, zuständig für Siedlungsausbau im Westjordanland
Familienstand:Verheiratet, 7 Kinder
Ausbildung:Studium der Rechtswissenschaften, zugelassener Rechtsanwalt

Strategische Bedeutung der neuen Siedlungen im Westjordanland

Die Siedlungen sind nicht nur eine symbolische Geste, sondern sollen auch eine strategische Rolle im israelischen Sicherheitskonzept spielen. Verteidigungsminister Katz bezeichnete die Siedlungen unlängst als „stärkenden Schritt“ zur Sicherung Israels und zur Verhinderung der Gründung eines palästinensischen Staates.

Diese Haltung wird von Smotrich ebenfalls unterstützt, der die Siedlungen als „Schutzwall“ für die israelischen Städte und als notwendigen Schritt zur „Souveränität“ im Westjordanland bezeichnete. „Der nächste Schritt ist die Gebietshoheit über das Westjordanland“, erklärte Smotrich gemäß der BBC und unterstrich damit seine langfristige Vision, das Westjordanland offiziell in den Staat Israel zu integrieren.

Jordanisches Königshaus und Palästinensische Autonomiebehörde verurteilen Smotrichs Pläne

Die geplanten Siedlungen werden auch entlang der Grenze zu Jordanien errichtet, was als Teil einer strategischen Verteidigungslinie gegen mögliche Bedrohungen aus dem Osten interpretiert wird. Diese Maßnahme könnte die Spannungen mit Jordanien weiter anheizen, da das Land ebenfalls gegen die Siedlungsaktivitäten in der Region ist. Das Jordanische Königshaus hat die Siedlungspläne bereits verurteilt und fordert eine sofortige Beendigung des israelischen Expansionismus, erklärt das arabische News-Portal Al-Araby Al-Jadeed.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) reagierte mit scharfer Verurteilung, während die islamistische Hamas die Entscheidung als Teil eines „Krieges“ gegen das palästinensische Volk bezeichnete. Ein Sprecher der Hamas, Sami Abu Zuhri, sagte, schreibt Reuters, dass die Entscheidung die Region weiter destabilisieren und die Perspektiven für einen Frieden in der Region erheblich verringern werde.

22 neue Siedlungen: Konflikt zwischen Israel und Palästinensern dürfte sich weiter verschärfen

Klar ist: Die Entscheidung, 22 neue Siedlungen im Westjordanland zu errichten, könnte nicht nur die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern weiter verschärfen, sondern auch zu einer weltweiten diplomatischen Dissonanzen führen.

Während Israel, das kürzlich ein neues Modell zur Verteilung von Lebensmitteln in Gaza startete, weiterhin auf das „historische Recht“ pocht, seine Präsenz in der Region zu verstärken, wächst der internationale Druck auf das Land, sich an internationales Recht zu halten und die Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates zu ermöglichen. Smotrichs Haltung stieß derweil bereits in der Vergangenheit auf kritische Stimmen, etwa aufgrund seiner Ansicht über zivile Verluste auf Seiten der Palästinenser.

Rubriklistenbild: © Beide Fotos: IMAGO / UPI Photo

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